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Hunde
#1
ich beginne mal bei A und arbeite mich dann langsam nach Z vor. Vorsicht, lang!! Ich will nur beschreiben, was ich alles und mit welcher Wirkung durchhabe.

Abby kam zu mir mit 1,5 Jahren. Ich bin ihre inzwischen 5.Bleibe.

Ersten Hundekontakt hatte sie vermutlich in der Vermittlungsstelle. Dort lernte sie spielen.

Dann kam sie zu mir und spielte so toll, dass sie wirklich jeden Hund (auch Nie-Spieler) animieren konnte. Sie spielte mit Yorkies (schmiss sich dafür sogar auf den Boden), mit Hündinnen, Rüden, jung oder alt, klein oder groß. Es war genial.
Bei einigen assigen Hunden musste ich sie fernhalten und auch wenn diese keiften, blieb sie ruhig und hielt sich an mich. Super.

Nach einigen Wochen bei mir begann sie zurückzukeifen. Gefiel mir nicht. Also pflanzte ich mich zwischen sie und den anderen Hund, zunächst um ihr Schutz zu geben. Dies verstärkte das Problem und sie begann an mir vorbei zu fletschen, sogar wenn der andere ruhig war.
Ich also Taktik geändert und mich zu ihr umgedreht um sie scharf (nicht laut) anzureden, sie absitzen zu lassen. Auch das verstärkte das Problem binnen kürzester Zeit. Sie tat es zwar, aber sie fuhr hoch.

Neue Taktik: Ablenkung. Leckerchen oder in schwierigen Fällen Ball.
Funktionierte. Sie wurde wieder ruhig und ließ sich nicht provozieren. Wunderbar. Auch ohne Ablenkung reichte ein freundliches "lass dich nicht provozieren" und sie ignorierte den Keifer und folgte. Juhu, geschafft, so dachte ich.

Dann bei einer Radtour kamen zwei Aussies um die Ecke und gingen auf sie los. Es ging sehr schnell. Abby blieb Siegerin und die zwei trollten sich.
Das war erneut ein Wendepunkt.
Seit dem Tag stand die Bürste bei Hundebegegnungen.
Ich dachte "ok, Unsicherheit, bleib locker, das wird schon wieder" und suchte "gute" Situationen.

Es begann schleichend. Noch immer kann sich sie herrufen und ablenken - auch wenn der andere keift.
Mein Problem ist ihre Grundhaltung gegenüber Hündinnen und kastrierten Rüden.
Kein sorgloses Laufenlassen mehr. Unterwürfige werden gemobbt und (wenn ich es erlauben würde) minutenlang an den Boden genagelt.
Gleichgroße und annähernd gleichstarke werden ohne vorherige Begrüßung niedergewalzt. Stärkere, selbstbewussste werden begrüßt, umkreist und man trennt sich sichernd.
So bleibt es mir, sie bei allen Hunden herzurufen und unter Kontrolle zu halten.
Für dieses Problem suche ich eine Lösung. Sie muss nicht alle Hunde mögen, aber sie soll sie stehenlassen.

Meinen Erfahrungen mit dieser Rasse und Abby insbesondere zufolge, wirken Dinge, die mit Schmerzen, Schreck oder Druck verbunden sind nur kurzzeitig wie gewünscht und verstärken mittelfristig das Problem.
Deswegen knallen viele Mali-Halter gleich mit der vollen Breitseite, damit der Hund nie wieder...(wobei auch hier viele Hunde durch den Schmerz durchgehen und ihn nach vorne durchreichen. Genau das tut Abby auch)
Das - keine Frage - möchte ich nicht! Es ist weder Option noch Lösung.
Zumal es nichts an meinem Problem ändert.

Ich bin jetzt an dem Punkt, wo ich sie bei jedem Hund zu mir rufe(n sollte). Korrekterweise müsste ich bereits beim Steif-Werden, beim Starren eingreifen. Nur wie?
Bogen laufen, umkehren ist nicht immer ein Möglichkeit (im Wald auf schmalen Wegen, hinter uns auch jemand usw.), auch könnte dieses Ausweichen ja als Bestätigung für eine drohende "Gefahr" gesehen werden.
Und eine Korrektur in diesem Moment verstärkt das Problem - das hatten wir schon.
Ablenkung funzt zwar, ändert aber nichts am Problem, dass sie bei Freilauf die anderen Hunde "pflückt".
Ich kann es schwer beschreiben und werde vielleicht später auch noch einiges anders erklären und umformulieren müssen, damit ihr versteht was ich meine.
Ich möchte ihre Grundhaltung ändern.

Dazu habe ich sie bei mir und möchte auch ohne Ablenkung erreichen, dass sie ruhig bleibt.
Jetzt die Frage: wie?? Erst wenn das geschafft ist kann ich es im Freilauf versuchen.
Bin für Tipps, die ich noch nicht durchhabe dankbar.

Ich bin mir bewusst, dass sie nunmehr erwachsen ist. Und ich weiß auch, dass es kaum Malis gibt, die im Erwachsenenalter mit fremden Hunden problemlos sind, obwohl im eigenen Rudel sehr sozial.
Vielleicht werde ich mich davon auch verabschieden müssen. Aber bestimmt nicht ohne alles versucht zu haben zwinkern

Ein alltägliches Problem. Immer wieder gerne gefragt.
Vielleicht wäre es auch nie zu dem Problem geworden, das es ist, wenn ich in genau diesem Jahr mehr Zeit gehabt hätte. Ich habe auf vieles nicht so schnell und konsequent reagieren können, wie es nötig gewesen wäre.

Zu Abby: ein Hund mit Verlustangst, der seine Unsicherheit zu überdecken versucht und Sicherheit in dem Bemühen sucht, immer die Oberhand zu haben. Viele sehen in ihr nur einen dominanten Hund. Aber das trifft es nicht.
Ein Hund, der Führung braucht und sucht, dabei aber meine Kreativität und Konsequenz immer und immer wieder austestet.
Trotzdem ist sie eigentlich ein problemloser Hund, der gefallen möchte. Mir fehlt nur zur Zeit der passende Schlüssel.
Sie ist gehorsam und immer und bei allem mit Feuereifer dabei. Lernt schnell und zeigt sich ausdauernd. Sie freut sich rießig, wenn sie etwas tun darf und richtig macht. Sie will ja.
Vielleicht muss ich erst Abbysch lernen. Vielleicht ist sie cleverer als ich. geschockt


Ein Beispiel noch:
sie schleicht sich in unserer Abwesenheit auf die Couch. Das ist eigentlich verboten.
Also das gemacht, was bei allen anderen geholfen hat. Fliegenklatsche gepackt und laut schimpfend die Couch verdroschen (Abby dabei ignoriert). Ihre Reaktion: Abstand haltend, Ohren angelegt. Danach Couch gemieden. Sie lag nicht mehr drauf. Eine Woche später wieder Haare auf der Couch. Prozedur wiederholt. Ihre Reaktion: steht daneben und guckt mit Ausdruck "die spinnt mal wieder", legt sich hin und pennt. Schon am nächsten Tag lag sie wieder drauf. Jetzt müssen wohl Klebstreifen drauf. Ich wette es funktioniert - aber nur wenn die Klebstreifen wirklich drauf sind.
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#2
Also, das Hunde wenn sie erwachsen werden nicht mehr unbedingt jedem freundlich gegenüber treten und spielen, das ist ja eigentlich klar!
Ich denke das ist ein Punkt mit dem man sich abfinden muss!

Wichtig finde ich das man den Hund immer ran rufen kann, oder anders unter Kontrolle bringen, bei Rowdy funktioniert Platz ganz gut.

Wenn man aber einfach nur so geht, sollte sie möglichst andere Hunde ignorieren.
Was ist wenn du sie an der Leine hast und einfach ohne sie zu beachten weiter gehst, egal was sie macht? Vielleicht will sie ja damit nur deine Aufmerksam auf sich ziehen!

Rowdy macht ja sowas auch zb. packt er sich immer mal nen Pferdeschweif, natürlich nur von den Pferden wo er weiß, das die den Spieß nicht umdrehen.
Warum er das macht, ich denke weil er meine Aufmerksamkeit will, da es ihm gerade zu langweilig ist. Denn er weiß genau, das er das nicht machen soll.
Naja und in dem Moment mecker ich und ruf ihn ran und somit hat er genau erreicht was er wollte, meine Aufmerksamkeit.
Na und da das Wetter nicht so ist das ich ihn draussen einfach so ablegen kann, spiel ich dann zwischedurch immer mal mit der Scheibe. Im Sommer hab ich ih bei solchen Sachen halt einfach angehängt und gut. Ich sehe es aber jetzt nicht so als Problem, es ist halt nunmal so und daran kann ich halt im Sommer weiter arbeiten.

Naja das mit dem Sofa sehe ich nicht so als Problem Rowdy darf ja überall hin!
Vielleicht hat sie ja auch kein so gemütliches Kuschelplätzchen an ner Stelle wo sie gern liegt und weicht deshalb lieber aufs Sofa aus.
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#3
Hallo Annette,

mit dem Sofa-Beispiel wollte ich nur zeigen, wie schnell sie "umpackt".
Ein Problem ist es nicht wirklich.

Ist sie an der Leine und ich ignoriere sie, steigert sich ihr Verhalten.
Vielleicht werde ich mich damit abfinden, sie bei jedem Hund herzurufen und erst nach Einschätzung der Lage laufen zu lassen.
Anders wäre es zwar netter, aber geht wohl nicht mit jedem.

Wie ist denn das Wetter bei euch oben? Habt ihr noch Schnee?
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#4
Vielleicht solltest Du den längeren Atem haben mit dem ignorieren, ansonsten sehr interessant Deine Beschreibungen freuen
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#5
Ich habe eine Frage - oefter schon habe ich ueber dieses "Verpruegeln" von Objekten gelesen und wunder mich jedes Mal...

Ich habe Lucy noch nie ihr Bett verpruegeln sehen ... Was heisst das fuer andere Hunde? Verstehen die das? Koennte mir das einer erklaeren?


Ich kann dich verstehen. Lucy wuerde auch hin und wieder Hunde verjagen.
Manchmal sind ihr Hunde suspekt, manche kann sie schlicht weg nicht leiden, andere kennt sie nicht.
Wenn sie unsicher ist, dann wird sie laut.
Im Grossen und Ganzen sehe ich keinen Grund zum Handeln. Im Gegenteil wir treffen trotzdem Hunde, die Treffen laufen ruhig und freundlich ab. Ich gruesse die Hunde immer, meisten rede ich noch kurz mit den Besitzern damit die Hunde zeit haben sich anzuschauen.
Das einzige was ich hin und wieder tue ist sie in ihrer Bewegung zu stoppen, wenn ich sehen das sie sich durch ihr unruhiges Herumlaufen noch unruhiger macht. Mehr braucht sie nicht.

Sei lieb gegruesst
Kathi, Lu und Pai
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#6
ich finde es ein wenig widersprüchlich auf der einen Seite, Couch, oder Bett prügeln, um dem Hund "denken" machen, das wäre feindlich, gefährlich, was auch immer und auf der anderen Seite sitzen die Menschen dann entspannt drauf? Oder liegen entspannt drin?

Jetzt wo Anette einen festen Platz zum kuscheln anspricht, wo hat Abby den eigentlich? Der ist mir gar nicht aufgefallen......

naja und über den Rest durften wir ja schon vor dem Beitrag am Telefon schnacken. freuen Schade, das du heute nicht dabei sein konntest. freuen
.... Um die Natur erkennen, muss Mensch ihre Geschöpfe verstehen.
Um ein Geschöpf verstehen, sollte Mensch in ihm den Bruder sehen.....
[Bild: helgaslotussmiley.gif]
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#7
Hallo Lydia,

deine Geschichte erinnert mich sehr an meine mit Nico.
Auch aus 2.Hand, super ängstlich, früher mit jedem Hund verträglich,
ändert sich das schön langsam.

Ich denke einfach, er muss sich nicht mit allen vertragen.
Mein erster Hund, eine DSH-Hündin, war auch total lieb und verträglich, ausser bei einigen Hündinen wurde sie zur Furie - damals hab ich das einfach akzeptiert, da sie ja schon fast 4 war als ich sie bekam und ich ausserdem noch nicht sehr viel wusste, hab ich gar nicht versucht sie umzuerziehen - und wir kamen ganz gut klar damit.

Einen Unterschied gibt es: Nico mag überhaupt nicht aufs Sofa,
warum weiss ich nicht.

Ich bin heute etwas erziehungs-müde,
Nico hat gestern praktisch vor der Haustüre ein weit entferntes Reh gesichtet und hates gejagd, bis es im Wald verschwunden ist.
Wenn er mal läuft, ist er NULL abrufbar.
Jetzt ist der Freilauf wieder mal gestrichen.

Sorry, passt eigentlich nicht hierher.

Wünsche einen schönen Abend!



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#8
sie hat ihren Lieblingsplatz unter dem Tisch. zwinkern
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#9
kamalii schrieb:Ich habe eine Frage - oefter schon habe ich ueber dieses "Verpruegeln" von Objekten gelesen und wunder mich jedes Mal...

Ich habe Lucy noch nie ihr Bett verpruegeln sehen ... Was heisst das fuer andere Hunde? Verstehen die das? Koennte mir das einer erklaeren?

Wenn etwas das Rudel gefährdet, werden einige des Rudels nach vorne gehen und sich dessen annhemen, indem sie kurzen Prozess machen und angreifen.

Nehmen wir jetzt das Beispiel, es liegt was auf der Strasse, der Hund möchte es nehmen und dann geht der Besitzer dort hin und schreit es an und tritt es in den Boden, soll das helfen, das die Tiere das meiden. Ob es klappt, oder nicht, weiß ich allerdings nicht. Vor allem müsste ich das dann alle paar Meter machen, oh je, ich wäre schon im Irrenhaus zwinkern

.... Um die Natur erkennen, muss Mensch ihre Geschöpfe verstehen.
Um ein Geschöpf verstehen, sollte Mensch in ihm den Bruder sehen.....
[Bild: helgaslotussmiley.gif]
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#10
funzt aber normalerweise. Hat bei den Hunden bisher geholfen und auch Pepper hier im Forum wendet es erfolgreich an.
Nur eben Abby hat da ihre eigene Meinung dazu. lachen Bequem ist das Teil eben trotzdem.
Nun ja, ein Versuch war es wert.
Auch es ging mir doch gar nicht um das Bett-Liegen. Das ist nicht wirklich ein Problem. zwinkern
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