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Leben Hunde nur im Hier und Jetzt?
#11
Kann die Frage auch anders gestellt werden?

So wie ich es derzeit lese, leben alle Lebewesen im hier und jetzt, also in der Gegenwart.

Aus meiner Arbeit kenne ich es nur zu genüge dass Hunde planen können und Erfahrungen aus der Vergangenheit nutzen.

Stehe aber mit dieser Fragestellung etwas auf dem Schlauch, um da ausführlicher drauf zu antworten.

PS: habe noch nicht abgestimmt.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#12
Hallöchen,

Bin auch erst jetzt dazu gekommen diesen Beitrag hier zu lesen, und kann mich da Thomas nur anschließen.

habe daher auch noch nicht abgestimmt

lg
Tany
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#13
Ich lese mit Begeisterung Berichte über Tiere bei denen über diverse Kommunikationsmöglichkeiten ein vermehrter Kontakt und Wissensaustausch gelungen ist (z.B. Gebärdensprache bei Affen, bewußter Sprachgebrauch bei Papageien). Dabei stellt sich immer wieder raus, auch wissenschaftlich nicht angezweifelt, daß Tiere eben schon weiter denken als nur für den Moment.

Alex, der sprechende Graupapagei wußte zum Beispiel im Sommer daß bald wieder die Zeit kommt wo es Vogelfleisch gibt (Thanksgiving mit dem Truthahn) und so gibt es noch etliche weitere Beispiele.

Ich glaube es ist ein recht menschlicher Zug alles was wir selbst nicht erkennen können einfach abzuleugnen.
Liebe Grüße
Ulla

Wir werden in Ewigkeiten nicht mehr gut machen können, was wir den Tieren angetan haben. (Mark Twain)
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#14
[SMILIE]S C H I E B[/SMILIE]
Thomas schrieb:Kann die Frage auch anders gestellt werden?

Stehe aber mit dieser Fragestellung etwas auf dem Schlauch, um da ausführlicher drauf zu antworten.

PS: habe noch nicht abgestimmt.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#15
[SMILIE]nochmal S C H I E B[/SMILIE]
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#16
Ich denke, ein Hund lebt zum Großteil nur im hier und jetzt. Er plant nicht die Zukunft, weiß aber das nach bestimmten Handlungen irgendwas passieren kann. Wie z.B. wenn er was zum essen klaut vom Tisch, dann weiß er das es gleich ärger gibt. Das ist erlerntes Verhalten, das natürlich aus der Vergangenheit mitgenommen wurde und das er auch in der Zukunft sehen kann.

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob Bam Bam wohl noch weiß das es Pebbles gab? Wirklich beantworten kann ich es nicht. Hunde verarbeiten schneller und anders. Sie nehmen bestimmte Erfahrungen mit, die wie beim Menschen auch durch Verknüpfungen im Gehirn entstehen. Haben aber die wunderbare Fähigkeit besser zu verarbeiten. Und ich denke das liegt daran, das sie einfach nicht so sehr in der Vergangenheit leben und ihr nachhängen wie wir Menschen.

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#17
Genauso ist es Verena küssen

Ich hoffe, Du hast es auch irgendwann verarbeitet. ES dauert bei uns Menschen viel länger.

Alles Gute
trösten
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#18
Ganz klares Nein!

1979 wurde ich zu Hilfe gerufen, weil ein Schweißhunführer aus Köln/Rodenkirchen im Raum Wittlich/Trier seinen Hund verloren hatte und man sich erhoffte, mein Hund könne ihn finden. Die Suche mißlang wie alle anderen auch, der Hund blieb verschwunden, Zeitungsinserate, Aushänge, Veröffentlichungen in der Fachprese bliebn ohne Erfolg.
1985, 6!! Jahre später, stand der Hund in Rodenkirchen vor der Haustüre.


1987 holte ich in der Nähe von Flensburg eine Hovawarth-Hündin, die wegen Überschärfe eingeschläfert werden sollte. 1992 fuhr ich mit der Hündin und einer Freundin nach Sylt. Ca. 20 Kilometer vor der zu ihrem früheren Aufenthaltsort führenden BAB - Abfahrt wurde die Hündin zunehmend nervöser und erstmals seit 5 Jahren agressiv. Ich ließ meine Freundin weiterfahren und beruhigte die Hündin. Ihre Nervosität legte sich ein paar hundert Meter nach der Abfahrt schlagartig.


Ich bekam zur überraschend gut abgeschlossenen "Mittleren Reife" von meinem Vater einen Teckel geschenkt. Einige Zeit später sah ich mich genötigt, die Qualität des Hundes massiv anzuzweifeln; wenn ich den Hund bei der Kaninchenjagd von der Leine löste, verschwand der sofort, um ca. 100 Meter entfernt fleißig zu jagen, während Vaters Drahthaar brav vor mir "unter der Flinte" arbeitete, was ich dem Teckel genauso beigebracht hatte.
Mein Vater sah sich den Fall an, nahm mir die Flinte weg und verkündete, ich dürfe erst wieder ein Gewehr anfassen, wenn ich nicht mehr zu dämlich sei, Hunde zu verstehen. Der habe nämlich offenbar trotz seines erst wenigen Monate betragenden Alters mehr Ahnung von der Jagd als ich mit meinen 15 Jahren. Dann wartete er in aller Ruhe, bis der langsam auf ihn zuarbeitende Teckel ihm die Karnickel bis vor die Füße gejagt hatte und schoß eines nach dem anderen tot. Der Hund hatte glasklar zwei Varianten der Jagd erkannt und sich für die erfolgreichere, für ihn aber mühsamere entschieden.

Daß Hunde sich ganz bewußt zwischen zwei Verhaltensmustern entscheiden können und dabei auch evtl. anschließende negative Folgen billigend in Kauf nehmen, beweist mir das, was wir Jäger "intellegenten Ungehorsam" nennen.
Unsere kontinentalen vielseitigen Vorstehhunde erfahren zweimal im Leben sie bis an die Grenzen des Erträglichen belastenden Zwang, nämlich beim "Down", der ultimativen Notbremse, und beim Apport, also dem Befehl, verletztes oder totes Wild unter allen Umständen zu finden und zuzutragen. Das hat bei richtiger Einarbeitung zur Folge, daß diese Befehle vom Hund immer und unter allen Bedingungen befolgt werden.
Beschießt ein Jäger ein Stück Wild, dann kann es gelegentlich vorkommen, daß dieses Wild sich verhält, als wäre es vorbeigeschossen worden, es rennt davon, als wäre es kerngesund. Demzufolge werden das Wild hetzende Hunde ins Down gepfiffen, logisch, der HF meint, er habe vorbei geschossen. In solchen Fällen ignorieren einige wenige echte Spitzenhunde gelegentlich den "Down" - Befehl und folgen stattdessen dem kranken Wild, fangen es und tragen es ihrem Hundeführer zu.



Es gibt sehr individuelle Unterschiede zwischen einzelnen Rassen und auch innerhalb einzelner Würfe hinsichtlich der Bindungsfähigkeit. Ich bin mir sehr sicher, daß der "Verstand" unserer Hunde mit dieser Bindungsfähigkeit korreliert. Verstand ist aber m.E. nichts anderes, als aus bewußt abrufbarer Erfahrung phantasievoll in die Zukunft zu agieren.
Ich selbst habe diese Fähigkeit allerdings erst bei maximal ca. fünf bis 10 Prozent aller von mir gearbeiteten Hunde erlebt, erinnern tue ich mich an 6.
Interessanterweise waren das alles Hunde, die sehr lange im Wurf resp. bei ihrer "Sippe" geblieben waren, bevor sie zu ihrem Besitzer oder direkt zu mir zur Ausbildung kamen. Und es waren Hunde, die sehr schwer an mich zu binden waren, die aber bei erfolgter Bindung eine fast gefährliche Ausschließlichkeit zeigten.

Ich bitte zu beachten, daß meine Aussagen sich ausschließlich auf Jagdhunde beziehen.
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#19
Das frage ich mich auch schon lange!

Einerseits heißt es ja immer, wenn man einen Hund nicht bei einem nicht erwünschten Verhalten direkt ertappt, darf man ihn nicht mehr bestrafen, weil er es nicht verknüpfen kann.

Dann heißt es wieder, wenn der Hund nicht gehorcht, ist z.B.in nächster Zeit der Freilauf gestrichen. Kann er das dann noch verknüpfen?

Wieweit lebt der Hund in der Vergangenheit bzw.woran und wann erinnert er sich?
Da ich immer Hunde mit Vergangenheit habe, interessiert es mich sehr.

Mein Collie z.B. hat NIE aus Schüsseln gefressen oder getrunken, ich glaube er wäre vorher verhungert, ich habe wirklich alles erdenkliche versucht.

Ich habe mich zwar abgefunden, daß Nico im Hier und Jetzt lebt, aber manchmal habe ich das Gefühl, bei bestimmten Bewegungen fällt ihm schlagartig etwas ein.
Warscheinlich wird das immer so sein.
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#20
Moin,

naja, ich bin mir sicher, das wenn ich nach Hause komme, und sagen wir jetzt mal der Monty hat Blödsinn gemacht (macht er nicht aber als Welpi auch schon passiert) das er dann nicht freudestrahlend auf mich zurennt...weil er weiss, das es nicht OK war oder Frauchen ohne eine Regung zu zeigen, weil noch gar nicht gesehen, böse sein könnte.

Hunde erkennen ja auch Autos, das Geräusch genau von diesem einen, haben sie sich eingeprägt und erkennen es.

Sie verknüpfen es.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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