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Trudels erster Einsatz als Therapiehund
#1
Ja, ihr habt richtig gelesen.

Als ich vor 5 Jahren hier ins Forum kam, hatte ich ein - Fremden gegenüber - unberechenbares,
keifendes, schnappendes und kläffendes Ungetüm.
Und heute gehe ich mit ihr zu 8 demenzkranken Senioren und die coole Socke macht ihre Sache so toll.
Es gab nicht eine Situation, in der ich dachte, es könne kritisch werden.
Sie hat sich streicheln lassen, auch wenn mal ein unkontrollierter Finger das Auge streifte,
sie arbeitete mit, als wisse sie, um was es geht.
Natürlich war das sehr anstrengend für sie und man merkte, dass einfache Übungen nicht sonderlich korrekt
ausgeführt wurden.
Aber das juckt mich nicht. Für mich ist wichtig - und da bin ich richtig stolz drauf -,
dass Trudel so geduldig und duldsam war, wie ich es mir vor Jahren in den kühnsten Träumen nicht vorstellen
konnte.

Heute habe ich mich noch einmal frisch verliebt. 191
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#2
klasse,
dass das Trudelchen sich so gemausert hat!! 11144612890


Hast Du mit ihr eine richtige Therapiehundeausbildung gemacht,
oder wir läuft das bei Euch bzw. in dem Seniorenheim?
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
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#3
Nein, wir haben keine Ausbildung.

Thomas ist von der Leiterin des Seniorenheims gefragt worden, ob er einen Hund
organisieren könne.
Daraufhin fragte er mich, weil er meinte, dass Trudel dafür geeignet sei und ich wollte es versuchen.

Durch Trudis OP verzögerte sich unser Einsatz und Thomas zauberte einen Alternativhund
aus der tiergestützen Therapie aus dem Ärmel.
Das muss wohl ziemlich katastrophal gewesen sein. Vielleicht schreibt Thomas ja selbst was dazu.

Jedenfalls machte Thomas danach 2x mit seinem Diego die Stunde und nun heute waren
wir dran.

Ich fand es besonders beeindruckend, wie manche Senioren innerhalb der Zeit "aufgetaut" sind.
Das ging von "geh weg" zu Beginn bis zum freudigen Mitmachen am Ende.

Tja, wenn Trudel ihren Charme versprüht...... coffee
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#4
Ich finde Therapiehunde in Altenheimen auch etwas sehr Schönes! freuen

Ich fragte eigentlich bezüglich "ausgebildeter Therapiehund", ob es da Vorschriften bzw. Probleme wegen der Versicherung gibt
(falls halt mal was irgendwas passiert, jemand einen Schreck kriegt und sich anstößt oder so) 

Mit meinen Hunden war ich früher auch schon auf Veranstaltungen und in Schulen
bzw. einmal einem Projekttag mit 1-Klässlern zum Thema Hund.
(nicht als Therapiehunde sondern mit RH-Staffeln)
Es war echt klasse ... und ich dachte mir hinterher, so etwas gehört eigentlich auf den Lehrplan jeder Grundschule
wie man sich Hunden nähert, reagiert und sie anfasst ... etc.

Meine Hunde haben das eigentlich immer gerne mitgemacht -
- solange die Leckerlie-Quote stimmt und ich auf ihre Signale achte wann es zu viel wird.
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
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#5
Tja, mit Versicherung, da sagst du was.....

Da hab ich mir, ehrlich gesagt, gar keine Gedanken gemacht.
Ich werde mich aber umgehend schlau machen.

Im Zweifelsfall wäre wohl Trudels Haftpflicht gefragt, aber ob die das dann so
akzeptieren? Und eigentlich brauche ich das dann auch nicht.

Vielleicht hat Thomas da was geklärt.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#6
Bin begeistert! Daumen hoch

Aber hey, keifend hatte ich Trudel nie gesehen - bei unserer ersten Begegnung war sie eher sehr zurückhaltend. kopfkratz
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
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#7
Ich glaube, bei unserer ersten Begegnung war Trudel schon einige Zeit mit ihrer Schilddrüse
eingestellt und ich hatte erfolgreich mit ihr arbeiten können.
Zumindest erheblich erfolgreicher, als vorher.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#8
(11.02.2015, 16:04)Gerti schrieb: Das muss wohl ziemlich katastrophal gewesen sein. Vielleicht schreibt Thomas ja selbst was dazu.

Nicht im öffentlichen Bereich.


(11.02.2015, 16:56)Trailer schrieb: Ich fragte eigentlich bezüglich "ausgebildeter Therapiehund", ob es da Vorschriften bzw. Probleme wegen der Versicherung gibt
(falls halt mal was irgendwas passiert, jemand einen Schreck kriegt und sich anstößt oder so) 

Da es sich um eine Dienstleistung handelt, tritt hier keine Hundehaftpflicht in Kraft.
Durch den Hund, bzw. des Hundeführers verursachte Schäden, bzw. Verletzungen werden durch die Betriebshaftpflicht abgesichert. Steht aber jemand auf und fällt auf dem Weg zum Hund hin, mit der Folge eines Schadens, bzw. einer Verletzung, tritt die Betriebshaftpflicht der Einrichtung in Kraft.
Wir sind Leistungsträger, beaufsichtigen unsere Leistungen auch und treten somit auch in Haftung.
Gerti müsste nur, unabhängig durch welche Art der Versicherung, in Haft treten, wenn sie fahrlässig handelt. 

Diese Art des Einsatzes beinhaltet zu 90 Prozent die Kompetenz des Hundes. Ob Gerti sich des Umfangs bewusst ist, weiß ich nicht, aber Trudels therapeutischen Kompetenzen übersteigen den vieler eingesetzten Therapiehunden.
Somit bedarf es in diesem Einsatzbereich auch keine Ausbildung, sondern eher eine Anleitung über Verfahrensweisen.

Das Interesse und die Motivation müssen dabei natürlich stimmen, aber dies bringt Gerti genug mit.
 
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#9
Das freut mich ja sehr, zu lesen! Tolle Sache!

Habe in den letzten Jahren viel über das Thema "Therapiehund" und so genannte "Ausbildungen" dazu am Rande mitbekommen, und wenn ich ehrlich sein soll, sträubten sich mir da oftmals die Haare, was ich so hörte. Nicht meine Welt...

Denke, aus dem gesunden Bauch heraus, mit einem stabilen Hund, der gut in der Kooperation mit seinem Menschen steht, kann man da mehr erreichen, als mit den meisten angeblichen Ausbildungen.

Hier höre ich immer häufiger, dass Lehrerinnen ihre Hunde mit in den Unterricht nehmen, und wie genial das für die Schulklassen ist. Wie sozial kompetent sich Kinder dadurch entwickeln können, weil auf einen Hund Rücksicht genommen werden muss, und nicht auf einen Menschen. Gefällt mir ganz gut, was die Lehrerinnen mir bisher erzählten, die das machen.

Erstaunlich, dass sowas in Zeiten von "Overprotection" überhaupt noch möglich ist...

Wünsche Euch weiterhin viel Erfolg und bitte um weitere Berichte!

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#10
So, nach meiner Krankheit war ich gestern mit Trudel wieder im Seniorenheim.

Ich hätte nie gedacht, wie anstrengend eine solche Aufgabe für einen Hund ist.
Nach 45 Min. fiel das Trudelinschen ins Dauerhecheln und war für den Rest des Tages nicht mehr ansprechbar.

Erst abends nahm sie dann wieder ihre Aufgaben als Hofwächter wahr und machte ihren
Kontrollgang am Gartenzaun entlang.

Spätestens jetzt macht es sich bezahlt, dass wir zu jedem Hör- auch ein Sichtzeichen haben.
So lasse ich z.B. von den Senioren ein Spielzeug verstecken, das Trudei dann suchen soll.
Wenn nun die Herrschaften Trudi ein "Kommando" geben - zum Suchen oder auch mal
"Sitz" oder "Platz" , dann ist das natürlich nicht so, dass Trudel es befolgen würde.
Jetzt  kann ich aber unbemerkt das Sichtzeichen für sie geben und sie führt das Gewünschte aus.

So ist das Ganze nicht frustrieren für die alten Leute, sondern eher ein Erfolgserlebnis.

Überraschend ist, wie gewitzt mache Leute - trotz ihrer Erkrankung- doch sein können.
Thomas war gestern auch mit seiner "kleinen" (an Schulterhöhe fehlen ihr höchstens 4 - 5 cm zu Trudel,
dafür wiegt sie aber bestimmt nur ein Drittel lachen ) Lubaya da. Er stellte sie den Senioren vor und u.a.
erklärte er auch ihren Namen: Junge Löwin.
Da sagte doch eine Dame glatt: "Na, da ist aber auch viel Angabe dabei" Lol27 

Es war köstlich.

Tja, solltet ihr noch irgendwelche Fragen haben: Her damit.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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