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Die Doodles und Poos... welche Erfahrungen habt Ihr mit ihnen?
#11
Anja schrieb:Dass diejenigen, bei denen die Retriever-Linie im Wesen mehr durchschlägt, im Sozialverhalten auffällig sind, wundert ja vermutlich kaum jemanden.

Doch - mich! Erkläre das doch mal näher, bitte freuen

Ganz Ernsthaft: Was ich allgemein beim Labrador- und Golden-Retriever mitbekomme, ist, dass die Menschen aufgrund der vielverbreiteten Meinung "Labbi und Goldi sind Anfängerhunde und selbsterziehend" einfach "vergessen", dass ein Hund ein Hund ein Hund ist - und JEDER Hund erzieht sich selbst, wenn seine Menschen das nicht tun ... nur dann eben nicht in dem Sinne, der für die Menschenwelt allgemein als "gut erzogen" wahrzunehmen ist ... mit Augen rollen

Der Rassestandard beim Labrador und Golden Retriever bringt es mit sich, dass die Individualdistanz in diesen Rassen eher gering ist als im Vergleich zu anderen Rassen (Hovawart z. B.) (Anmerkung: Auch innerhalb der Rassen gibt es Schwankungen und Ausnahmen, davon rede ich jetzt nicht, sondern von der allgemeinen Tendenz).

Wenn hier den Hunden nicht gelehrt wird, dass andere Hunde andere Individualdistanzen haben und es als mindestens "unhöflich" empfinden, wenn deren Individualdistanz so ungefragt nicht eingehalten wird (gilt übrigens auch beim Menschen; da findet es auch nicht jeder toll, wenn ein Hund zwar freundlich, aber dennoch fast in einen reinkriecht mit Augen rollen ), dann bekommst du ein freundliches Überrollkommando mit einem Menschen, dessen Standardsatz lautet: "Der will doch nur Spielen!".

Dass sich solche Designerhunde für gutes Geld gut verkaufen lassen, liegt einfach daran, dass viele Menschen solchen Plattheiten gerne Glauben schenken, als da wären:

- Mischlinge sind gesünder
- Allergikergeeignet
- haaren nicht
- nur die besten Eigenschaften beider Rassen

Bei Menschen, die das glauben, bete ich gerne: Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!

mit Augen rollen

Meintest du das mit "wundert ja vermutlich kaum jemanden"?

Übrigens: Golden sind - genau wie der Labrador - JAGDHUNDE; zum Bestehen des Wesenstestes, welcher EINE Voraussetzung für die Zuchtzulassung ist, gehört ein MINDESTMASS an jagdlichen Eigenschaften ...

... Vermehrer interessiert das nicht - solange die Leute einen Hund bei ihnen kaufen, weil sie das "leichterziehbar- bzw. selbsterziehend abkaufen zwinkern

Edit: Huch - das war OT zunge raus
Jetzt zum Thema: Ich finde diese Designerhunde auch überflüssig und sehe das genau so wie Gerti: Mehr Spielraum für das äußere Erscheinungsbild zugunsten von Wesen und Gesundheit.
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#12
Ich weiß nicht, wir könnten die beiden Post zusammenlegen. Also diesen und den mit Zucht, vermehrer.....


Gesendet von meinem iPhone mit Tapatalk
Lieben Gruß
Schäfi2014
&
die Terrornasen Onja & Biene
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#13
(24.07.2014, 21:58)marcolino schrieb:
Anja schrieb:Dass diejenigen, bei denen die Retriever-Linie im Wesen mehr durchschlägt, im Sozialverhalten auffällig sind, wundert ja vermutlich kaum jemanden.

Doch - mich! Erkläre das doch mal näher, bitte freuen

Wenn hier den Hunden nicht gelehrt wird, dass andere Hunde andere Individualdistanzen haben und es als mindestens "unhöflich" empfinden, wenn deren Individualdistanz so ungefragt nicht eingehalten wird (gilt übrigens auch beim Menschen; da findet es auch nicht jeder toll, wenn ein Hund zwar freundlich, aber dennoch fast in einen reinkriecht mit Augen rollen ), dann bekommst du ein freundliches Überrollkommando mit einem Menschen, dessen Standardsatz lautet: "Der will doch nur Spielen!".

Meine Beobachtungen zeigen, dass es noch nicht mal den Hunden untereinander möglich ist, diese rasenden Energiebündel zu "erziehen". Auffällige "Raser" und "Überroller" der letzten Jahre in meinen Welpen- und Junghundekursen waren nahezu ausnahmslos Retrieverartige aus wilder Vermehrung oder Doodles. Sie ließen sich selbst in Einzelbegegnungen mit wirklich klar kommunizierenden Hunden, die eine deutliche Verlangsamung und Individualdistanz, sowie Benehmen forderten, NICHT stoppen. Warnungen nahmen sie NULL wahr. Sie bekommen einmal auf die Fresse, schütteln sich, nehmen neu Anlauf. Bekommen wieder auf die Fresse, und so fort...

DAS ist für mich kein normales Sozialverhalten. An solchen Hunden arbeiten sich andere auf. Oder sie werden verletzt, weil es einem irgendwann zu bunt wird. Es kann doch nicht Aufgabe der Halter sein, diese Extreme zu korrigieren. Wer wäre dem denn bitte gewachsen? Solche Korrekturen kann niemand besser als ein anderer Hund, der so etwas unhöflich bzw. unmöglich findet.

Das meinte ich. Diese Raketen haben verlernt, wenn sie gemaßregelt werden, einfach mal ruhig zu liegen und Demut zu zeigen. Sie zappeln, zappeln und zappeln.

Am besten ist es, wenn sie unter sich bleiben. Eine sonst ruhige und entspannte Freilaufgruppe bringen sie jedenfalls total aus dem Gleichgewicht, da alle versuchen, diese Raserei zu stoppen.

Das meinte ich.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#14
Anja schrieb:Diese Raketen haben verlernt, wenn sie gemaßregelt werden, einfach mal ruhig zu liegen und Demut zu zeigen.

Auch hier finde ich diese Aussage von dir wieder wesentlich!

Allerdings bin ich - im Gegensatz zu dir - nicht davon überzeugt, dass diese Hunde dies nur durch andere Hunde lernen können.

"Versaut" werden solche Hunde durch die Halter.

Ich glaube, wir haben da mit dem gleichen "Hundetypen" Erfahrungen gemacht.

Solche Hunde kommen schon als Welpen zu "ihren" Menschen; diese versäumen von Beginn an, dieses "distanzlose Überschäumen" in gewünschte Bahnen zu lenken - und DANN kommen diese Hunde (auch noch als Welpen, aufgrund der Einstellung der Halter aber eher erst als Junghunde leinenlos) mit diesen prägenden Erfahrungen mit anderen Hunden in Kontakt.

Eine geringe Individualdistanz bringt oft mit sich, dass gerade solche Hunde auch einen eher derben Körperkontakt ohne mit der Wimper zu zucken verpacken; die WENIGSTEN Hunde reagieren auf solche Überrollkommandos mit ernsthaften Attacken ...

... wie sollen diese Hunde das schon als Welpen erfahrene "Führungsverhalten" ihrer Menschen dann später kompensieren?

Der Meinung, andere Hunde müssten ihrem Hund zeigen, wo seine Grenzen sind, war auch vor einiger Zeit die Besitzerin eines Silberlabrador-Jungspundes ... und ich bin fast geplatzt, als sie dies sagte!

Der große Einfluss des Menschen als Sozialpartner des Hundes wird bei dieser Sicht völlig außer acht gelassen!

Der Hund lebt mit UNS (Zweibeiner) in einem engen Verband und orientiert sich damit in erster Linie an den Regeln, die innerhalb dieses Verbandes gelten.
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#15
Das ist schon richtig, aber es ist eben nur eine Komponente, denn der Hund unterscheidet ja sehr wohl, wem er sich da annähert. Die meisten Menschen finden es eben auch süß, wenn so ein kleines Knäuel angefegt kommt und sich "freut" ohne Ende.

Den meisten Hunden wird ja jegliche artgerechte Kommunikation verboten, sie sollen sich bitte alle nur noch still grinsend durch die Welt spielen. Dadurch trauen sich viele vielleicht auch gar nicht mehr, mal Grenzen zu setzen. Also ich meine, dass der adulte Hund dem Welpen oft gar nichts mehr "sagen" darf, weil niemand mehr normale hündische Kommunikation zulässt. Sobald geknurrt wird, oder das Esszimmer sichtbar wird, bekommen viele einen Abbruch, denn der Hund darf ja nicht "aggressiv" sein.

Ein Teufelskreis in Verbindung mit immer mehr Hunden, die genetisch schon keinerlei Individualdistanz mehr haben.

Mein Hovi ist übrigens eher rassefremd, was das angeht. Aber Geflitze mag er nicht. Das hat er schon als Welpe bei anderen korrigiert.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#16
Vielleicht merken ja auch viele Besitzer von solchen Hunden erst zu spät, dass es wichtig gewesen wäre distanzloses Verhalten schon sehr frühzeitig zu korrigieren (bzw. auch von älteren Hunden korrigieren zu lassen)... ? kopfkratz

Meine Schäfi hat früher sehr gerne und bereitwillig solch distanzlosem Junggemüse eine entsprechende Korrektur verpasst.
Nur dass diese Massregelungen meiner Hündin bei noch sehr jungen "Goldi-Labbi&Co" häufig gar nicht so gut ankamen.
Die sind doch so süß und wollten doch nur spielen ... oder die haben doch gar nichts böses getan und der Schäfi wird gleich so grob ... mit Augen rollen

Wenn die Hunde dann älter werden und der Besitzer merkt, dass das gar nicht nicht alles so süß ist, wird es sehr viel schwerer ...
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
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#17
Anja schrieb:...denn der Hund unterscheidet ja sehr wohl, wem er sich da annähert...

Genau DAS tun diese Überrollkommandos eben nicht!

Kannst du dir denken, warum?
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