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Junghundeverhalten oder beginnendes Problem?
#1
Meine Socke ist jetzt zwar schon ein Jahr und neun Monate, aber der Tierarzt meinte, ein so großer Hund wäre erst mit ca. drei Jahren erwachsen. Daher poste ich es bei Junghunde. Außerdem geht es auch um ein Verhalten, dass nach allen Einschätzungen typisches Junghundeverhalten ist. Allerdings möchte ich schon versuchen deutlich zu machen, dass es nicht erwünscht ist an der Leine wie eine Irre auf Leute und andere Hunde zu zuspringen.

Socke ist in keiner Weise aggressiv, sie hat noch nie irgendwelche Futter, Spielzeug oder Liegeplatzverteidigung gezeigt. Egal ob zu Hause oder unterwegs, sie gibt jeden Stock, jeden Knochen, jedes Spielzeug ab.

Ihr Enthusiasmus macht anscheinend auch auf Menschen keinerlei aggressiven Eindruck. Sie kommt angehampelt, spring und hüpft wie ein Flummi und alle finden es toll. Nach der Begrüßung der Menschen wird sie ruhiger, mit Hunden will sie spielen. Ich interpretiere das zumindest als 'spielen' - sie geht sofort in die Spielaufforderungsstellung - Vorderkörper runter und Spielgesicht.

So extrem kenne ich das von noch keinem Welpen und keinem Junghund. Wie würdet ihr damit umgehen? Tolerieren? Warten bis sie von sich aus ruhiger wird? Aus dem Weg gehen? Stark reglementieren?

Ich übe indem ich sie auf Abstand schauen lasse und versuche ihren Fokus auf mich zu richten. Das ist allerdings schwer, da in so einer Situation alles andere seinen Reiz verliert, auch mit Futter ist da kaum was zu machen. Kennt jemand ähnliches? Und falls ja, wie seid ihr damit umgegangen?
Antworten
#2
Finde es schwierig, da pauschal etwas zu sagen. Viele Hunde größerer Rassen sind erst mit 3 erwachsen und haben auch bis dahin noch wirklich kindliche Züge. Zumindest kindsköpfig zwinkern . Mein Hovi ist da ganz ähnlich.

Meine Frage jetzt erst mal: Wie hast Du es bisher gehandhabt, wenn Ihr Begegnung hattet? Wie erklärst Du Dir dieses extreme Interesse an anderen Menschen und Hunden?

Coffie fand als Welpe und Junghund auch alles super spannend, wäre am liebsten alles abchecken gegangen, zu Menschen hin, zu Hunden hin, aber daran habe ich vom ersten Tag an gearbeitet. Noch immer wäre vieles interessant, aber die Gesellschaft hier wo wir wohnen gibt es einfach nicht her, dass ein Hund wie Coffie überall hin geht und albern herum hüpft. Davon mal abgesehen, dass ich das auch nicht möchte. Mir kommt dieses Verhalten, ohne Deinen Hund zu kennen, ein Wenig wie Überforderung vor.

Auch mein Hund muss sich mühsam beherrschen, sein Temperament unter Kontrolle zu halten, aber ich halte ihn regelmäßig dazu an, zeige ihm immer wieder, wie es geht, bzw. inzwischen nur noch, dass es auch heute und auch dort, wo wir jetzt sind, gilt, und das muss bei ihm einfach trainiert werden, während es bei dem letzten Hund derselben Rasse nie ein Thema war.

Das Erklären sieht bei mir so aus, dass ich mit der Möglichkeit, Erfolge zu verhindern, arbeite. Schleppleine, Leine, und dann rein in die Begegnung. Inzwischen haben wir die meisten Situationen auch ohne Kontrolle im Griff, aber noch nicht alle. Leider sind bzw. waren manche zu selbstbelohnend, somit habe ich da noch Baustellen. Z.B. hier die Nachbarschaft, wenn ich aus dem Haus trete und nicht schnell genug bin.

Den Fokus auf mich zu richten in Reizsituationen würde ich nur bei Extremfällen arbeiten. Also wenn ein Hund echtes Problemverhalten zeigt. Dann kann es hilfreich sein, erstmal wirklich komplett den Blick auf den Konfliktherd zu verbieten. Das sehe ich da jedoch nicht. Das Ziel wäre für mich, den Hund den Reiz erkennen, bewerten, aber auch aushalten zu lassen. Dabei muss ich ihm helfen, und lohnen darf es sich dann gerne währenddessen und/oder auch hinterher.

Ablenken konnte und wollte ich Hunde noch nie. Wenn, dann würde ich stören z.B. durch ein anonymes Leinensignal von hinten, Kontakt mit mir anbieten lassen, verstärken, und dann wieder gemeinsam weiter. Die Ansprechbarkeit wäre mein erstes Ziel, die mit kontrollierten Kontakten verstärkt werden kann.

Wichtig ist doch folgende Botschaft: Du darfst ab und an hin, aber a) wenn ich es frei gegeben habe und b) wenn Du Dich vor Ort benehmen kannst.

So zumindest ist meine Philosophie, die mein Leben hier in Cux nötig macht. (Hundefeindlich hoch 100.)

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#3
Zuallererst habe ich mir noch mal das Foto von Socke angesehen lachen

In Verbindung damit

Socke schrieb:Ihr Enthusiasmus macht anscheinend auch auf Menschen keinerlei aggressiven Eindruck. Sie kommt angehampelt, spring und hüpft wie ein Flummi und alle finden es toll. Nach der Begrüßung der Menschen wird sie ruhiger, mit Hunden will sie spielen. Ich interpretiere das zumindest als 'spielen' - sie geht sofort in die Spielaufforderungsstellung - Vorderkörper runter und Spielgesicht.

muss Socke ja schon eine enorm freundliche Ausstrahlung haben, auch bei der Annäherung, wenn die Menschen so gar keinen Anlass verspüren, Angst zu entwickeln lachen

Mein spontaner Gedanke hierzu war: Freu dich über dieses Verhalten! (Andersrum wäre gerade bei Hunden wie Socke ein echtes Problem zwinkern ).

Mit dieser freundlichen Grundstimmung nimmst du dann ihr Verhalten, und baust darauf auf zwinkern

Socke springt an der Leine: Doppelleine nutzen freuen (Geschirr + Halsband, an beidem eine Leine befestigt, ... erkläre ich dir bei Bedarf genauer).

Meine Devise bei solchen vor Freude überschäumenden Hunden ist: Du darfst - aber unter Einhaltung bestimmter Regeln!

Eine Regel ist: Tempo raus (=nicht Stürmen)

So wie Anja halte ich Ablenkung für kontraproduktiv, gerade über das Beobachten lernt ein Hund, die feinen und unterschiedlichen Signale zu lesen, die der jeweilige Mensch und auch Hund aussendet, mit denen er mitteilt, was er/sie unter "höflicher Kontaktaufnahme" versteht.

Vom Erwachsen-Sein ist Socke aus meiner Sicht noch weit entfernt, aber gerade diese Jungspundphase ist sooooo bereichernd und interessant lachen ... und manchmal überaus nervenaufreibend und lästig Lol27

Geduld, Harnäckigkeit, Nachsicht und viele "Ohmmmmmmmms" sind in dieser Phase von großem Nutzen zwinkern

Das "Warum" für dieses Verhalten interessiert mich eigentlich weniger, weil ich es für
a) altersentsprechend und
b) ungefährlich im Sinne von unaggressiv
halte.

Mir stellt sich eher die Frage, wie ich ein solches Verhalten so nutzen (fordern und fördern) kann, dass es zu einem freundlichen, souveränen Erwachsenem führt.

Stark reglementieren würde ich nicht, da du Socke damit ins Meideverhalten bringst.

In Situationen, wo du keinen Kontakt zulassen willst, würde ich derzeit großräumig ausweichen; der Fokus liegt zunächst erst einmal darin, das Tempo bei der Annäherung zu reduzieren.

Lieber Gruß
Moni
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#4
hey,danke für eure Antworten!
Ich verstehe schon, dass es schwierig ist pauschal etwas zu sagen, zumal, wenn man einen Hund gar nicht kennt.
Kurz noch eine Erklärung zu der Socke - sie ist ein Kangal (Vater)/Holländischer Schäferhund-Mix. Mein erster Hund war ebenfalls ein Kangal-Mix und in einigem sind sich die beiden sehr ähnlich.
Alles Getier und Menschen sind 'Freund'. Sie ist sehr aufmerksam und beobachtet viel, hat aber keine Neigung 'abzuhauen'. Fremden Hunden gegenüber ist sie abwartend und beobachtet aus sicherer Entfernung, bellt vielleicht sogar kurz. Befreundete Hunde, die sie teils schon ab Welpenzeit kennt ist High-life-Konfetti. Und das sind die meisten hier, die trifft sie fast jeden Tag.

(30.04.2014, 22:54)Anja schrieb: ... (Hundefeindlich hoch 100.)
Das ist ja bitter. Hier eher das Gegenteil. Allerdings wohne ich sehr ländlich, zwischen zwei Seen als letztes Haus einer Sackgasse. Wer hier spaziert hat mindestens einen Hund dabei (oder er angelt). Es gibt am Wochenende noch ab und an einen Jogger und ab und an einen Radler. Beides wird gesehen, aber inzwischen ignoriert.
Haben wir von Welpen Zeit an beobachtet und vorbei gelassen.

(30.04.2014, 22:54)Anja schrieb: Meine Frage jetzt erst mal: Wie hast Du es bisher gehandhabt, wenn Ihr Begegnung hattet? Wie erklärst Du Dir dieses extreme Interesse an anderen Menschen und Hunden?
Ich hab mal was raus gesucht was dem relativ nahe kommt (ab ~3:40)



Wobei ich Bloch's Charakterisierung nicht uneingeschränkt sehe. Socke wäre dann eher zwischen 'geselliger Typ' - wie der grau/schwarze Jagdhund bei Hunden und Menschen die sie kennt und 'Seelchen' (ab ca. 5:45) Anfangs bei Unbekanntem (auch ein Kangal freuen )


Bis jetzt habe ich drei unterschiedliche Umgehensweisen:
- wenn ich keine Zeit hab gehe ich der Begegnung in einem Bogen aus dem Weg. Inzwischen sind wir bei ca. fünf Meter Abstand, dann kann sie sich noch beherrschen. Schaut zwar, kommt aber (mit umschauen) mit.
- wenn ich 'übe' probiere ich diesen Abstand zu verkleinern aber trotzdem zügig weiter zu gehen.

Diese beiden Varianten werden oft von den anderen Hunden boykottiert, da hier so gut wie alles immer frei läuft und in der Regel schlecht erzogen ist. Die anderen Hundehalter kommen dann nur in Aktion, wenn man brüllt 'Meine ist läufig!'. Ich hatte schon ganze Spaziergänge einen anderen Hund mit laufen (und die Besitzer waren nach Hause gegangen).

Die dritte Variante sieht so aus, dass Socke sitzen muss, abgeleint wird, sitzen bleibt, mich anschaut und auf meine Freigabe wartet. Das funktioniert recht gut. Ohne Leine gibt es im Prinzip keine Probleme. Sie nährt sich gut an, andere junge Hunde legen sofort mit ihr los, ältere wenden sich irritiert ab nach dem Motto, ach dieser Jungspund schon wieder. Socke fordert dann wohl zum Spiel auf, aber bis jetzt hat sie noch kein einziges Mal einen wirklichen Rüffel kassiert. Das einzige war von einem älteren Chiwawa ein zähnefletschendes 'Wau'. Socke zuckt zurück, guckt verdutzt und spielt andern Orts weiter.


(30.04.2014, 22:54)Anja schrieb: Mir kommt dieses Verhalten, ohne Deinen Hund zu kennen, ein Wenig wie Überforderung vor.
Kann sicher auch das sein. Allerdings habe ich bis jetzt fast das Gegenteil gedacht und mich gefragt, ob ich nicht zu wenig mit ihr mache und sie deswegen so ausflippt, weil endlich mal was los ist. Ich probiere seit ihrer Welpen-Zeit Ruhe in den Hund zu bringen. Im Haus ist das auch kein Problem. Wir machen jeden Tag zur gleichen Zeit ein Suchspiel, wenn das Wetter es erlaubt ist sie viel im Garten. Bis sie gelernt hat an der dafür vorgesehenen Stelle zu graben noch öfter an der langen Leine. Zwischendurch immer Mal eine Runde Fußball oder ein Reizangel-Spiel. Immer wieder unterbrochen durch Zeiten in denen auch keine Bespassung statt findet. Alleine ist Socke selten, und wenn dann meist weniger als zwei Stunden. Auf den Spaziergängen wird gesucht, über Baumstämme gesprungen oder balanciert, um Hindernisse herum gegangen, alle möglichen Spielchen. Apportieren... ja genau zwei Mal: erstes Mal - ja, klar hol ich dir. Zweites Mal - hmm, hab ich doch grad schon geholt und drittes Mal - du kannst mich mal, hol's selber. Jegliche Routine ist nicht Sockes Ding. Futter ist gut, aber dafür etwas machen? Nee, nicht doch.
Es wird so gut wie immer erst kurz überlegt: mach ich das jetzt, ok, mach ich dann halt mal. Bei ihr hat man eher das Gefühl sie will 'überzeugt' werden. Ich hatte hier im Garten z.B. eine Wippe aufgebaut, einen Tunnel, Autoreifen zum drumrum gehen, Pylonen usw.
Jegliches Hindernis hat sie genau zwei Mal genommen, ab da hat sie sich ganz einfach geweigert oder hat rumgealbert, z.B. die Pylonen nicht mehr umgangen sondern durch die Landschaft getragen. Den Tunnel nicht mehr durchkrochen, sondern sich drauf gesetzt. Ich muss gestehen, ich fand's ziemlich lustig. Soweit also meine Agility-Versuche Lol27

(30.04.2014, 22:54)Anja schrieb: ... Temperament unter Kontrolle..., zeige ihm immer wieder, wie es geht, ....
Das Erklären sieht bei mir so aus, dass ich mit der Möglichkeit, Erfolge zu verhindern, arbeite. Schleppleine, Leine, und dann rein in die Begegnung.
Meinst du mit 'Erfolge', Erfolge für den Hund? Also soweit 'behindern' dass er nicht mehr auf sein Ziel zuspringen kann?

(30.04.2014, 22:54)Anja schrieb: Also wenn ein Hund echtes Problemverhalten zeigt. ...
Nein, sehe ich (noch) nicht. Ich will aber eben auch nicht, dass es eines wird.
(30.04.2014, 22:54)Anja schrieb: Das Ziel wäre für mich, den Hund den Reiz erkennen, bewerten, aber auch aushalten zu lassen. ...
Ja, hört sich gut an freuen. Heißt das ich muss sie ausschließlich einschränken und weiter nicht ansprechen?

(01.05.2014, 12:18)marcolino schrieb: Socke springt an der Leine: Doppelleine nutzen freuen (Geschirr + Halsband, an beidem eine Leine befestigt, ... erkläre ich dir bei Bedarf genauer).
Ja, gerne! Ich hatte am Anfang ausschließlich ein Geschirr, inzwischen nur noch wenn wir radeln, da sie normalerweise nie an der Leine zieht und die Schleppleine meistens lose hängt. Sind keine anderen Menschen mit Hunden in der Nähe reagiert sie immer auf Rückruf, kann auch auf Abstand sitzen und bleibt stehen. Haben wir von Welpe ab geübt.

(01.05.2014, 12:18)marcolino schrieb: Eine Regel ist: Tempo raus (=nicht Stürmen)
Ja, kann ich folgen. Ist ja im Prinzip der gleiche Tipp wie von Anja. Mir ist hier nur nicht ganz klar, wie das zu machen ist. Geht es nur um Socke sehe ich auch noch Möglichkeiten. Kommen noch ein/zwei, oft aufdringliche bzw. freudig erregte Hunde dazu bin ich mir nicht sicher wie ich damit umgehen soll. Das ist dann keine ruhige Hundebegegnung, da wird sofort gehopst und gesprungen.

(01.05.2014, 12:18)marcolino schrieb: So wie Anja halte ich Ablenkung für kontraproduktiv, ...
ok, werde ich mal ohne versuchen.

(01.05.2014, 12:18)marcolino schrieb: Vom Erwachsen-Sein ist Socke aus meiner Sicht noch weit entfernt, aber gerade diese Jungspundphase ist sooooo bereichernd und interessant lachen ... und manchmal überaus nervenaufreibend und lästig Lol27
[Bild: smilie_happy_152.gif] ja, das dachte ich mir auch schon. Wenn das das einzige 'Problem' mit ihr bleibt, dann wird das 'klagen auf hohem Niveau' lachen


(01.05.2014, 12:18)marcolino schrieb: ..., dass es zu einem freundlichen, souveränen Erwachsenem führt.
Ja, das ist mein Ziel.

Nächste Woche beginnt ein längeres Abenteuer für sie (und mich) freuen
Es geht mit einem Camper nach England. Ich bin schon sehr gespannt wie ihr (und mir) das gefällt.
Falls ihr Interesse habt werde ich berichten.
Antworten
#5
Zuerst mal: Jaaaaa - unbedingt vom Camper-Urlaub berichten lachen

Irgendwie habe ich jetzt dein "Problem" noch nicht erfasst kopfkratz

Im Freilauf weiß Socke sehr wohl, wie sie welchen Hund kontaktiert - bei den Einen geht direkt die Post ab, bei Anderen ist sie höflich distanziert - ist das so richtig?

Bei Hunden ist das Problem an der Leine, weil sie hier nicht zu bremsen ist, WENN DER KONTAKT ZUSTANDE GEKOMMEN IST ?

Ist das so auch richtig? dann habe ich da einen probaten Tipp für dich: Kontakte an der Leine sind tabu ... zwinkern

Zunächst einmal zur Doppelleine: Eine Leine wird am hinteren Ring des Geschirrs am Rücken festgemacht; diese Leine wird immer ein wenig kürzer gehalten. Die 2. Leine wird am Halsband festgemacht, möglich ist auch das Festmachen am Brustring des Geschirrs; diese Leine soll immer ein wenig durchhängen.

So wird jeglicher Zug oder auch Ruck vom Geschirr aufgefangen, die Halsleine dient der Korrektur.

Zieht oder ruckt der Hund, wird er mit der Geschirrleine ausgebremst. Zu Anfang bleibst du dann stehen und führst (sanft aber beharrlich) deinen Hund mit der Halsleine ZU DIR HIN. Auch hier am Anfang sehr deutlich - also bis dicht zu dir ran - später reicht ein kleines Stück, so weit, dass auch die Geschirrleine wieder durchhängt.

Mit etwas Übung gelingt diese Korrektur sogar, während du selber weiter gehst (was ich sehr angenehm finde lachen ).

Ein weiterer Vorteil der Doppelleine ist: Du hast durch die 2 an unterschiedlichen Stellen des Körpers einwirkenden Leinen deutlich mehr Einwirkung auf den Hund, als wenn dieser nur an einem Punkt des Körpers kontrolliert werden kann. Zur Not kannst du auch den Mittelsteg packen und zusätzlich das Halsband - dann kann der Hund versuchen, rumzuwuseln bis zum Exzess - es klappt nicht, weil du ihn festhalten kannst coffee zwinkern

Nachteil der Doppelleine: Du benötigst BEIDE Hände mit Augen rollen

Ich habe meinen Jungs übrigens zunächst die Einwirkung der Doppelleine "erklärt", indem ich diese zunächst im Garten bzw. auf Spaziergängen OHNE Außenreize ausprobiert habe - so wussten meine Jungs jeweils, was auf sie zukommt, wenn das Ding dran ist freuen

Mir war nicht wichtig, dass mein Hund nun ganz schnell nicht mehr ZIEHT; viel wichtiger war mir die Botschaft: Du kannst rumhampeln wie du willst - ICH ziehe mein Ding durch und lasse mich von dir nicht aus der Ruhe bringen ... coffee

Ruhe habe ich dabei auch häufiger stimmlich bekräftigt, indem ich ganz ruhig und mit tiefer Stimme mantramäßig die Worte "laaaangsam ... waaaarte ... ruuuuhiger" vor mich hin murmelte ...

Wenn gar nichts geholfen hat (und ich feststellte, dass meine Geduld langsam erschöpft ist ... mit Augen rollen ) habe ich mich auch schon mal umgedreht und mich entfernt *schulterzuckdannebennicht*

Zu den anderen Hundehaltern: Jep - shit happens, da kannst du nichts machen mit Augen rollen

Üben kannst du nur in entsprechenden Situationen - wenn dir andere Halter dazwischen funken, bist du machtlos.
Macht aber nix - die nächste Übungsmöglichkeit kommt bestimmt freuen

Ich frage mich, WARUM du möchtest, dass dein Hund ruhiger agiert, wenn 1 oder 2 andere Hunde ihn schon zum Toben animiert haben kopfkratz

Bedenke mal Folgendes: Die Hunde haben schon längst geklärt, dass sie freundlicher Grundstimmung sind und auf dieser Basis miteinander agieren wollen - SIND sie in der Interaktion, ist es unverständlich, warum diese nun unterbrochen werden soll.

Wenn du keinen Kontakt willst, musst du VOR dem Kontakt dies dem anderen Halter deutlich machen.

Hast du dazu keine Gelegenheit oder der andere Halter setzt sich darüber weg ... schau einfach, wie du das Beste daraus machst freuen

Ich würde dann z. B. die Hunde machen lassen ... und den Halter freundlich darauf ansprechen, dass du gerade eigentlich dabei bist deinem Hund zu Lehren, die Freigabe für den Kontakt mit anderen Hunden abzuwarten ... vielleicht erinnert sich genau dieser Halter ja bei eurer nächsten Begegnung daran und ihr könnt das gemeinsam Üben zwinkern

Auch meine Jungs sind mir als Welpen und Junghunde (Pubertät lässt Grüßen weiche ) so manches Mal zu anderen Hunden weggefluscht staunen - hin, abholen, langsames Annähern mit deutlicher Freigabe ... das war dann meine Korrektur.

So - zum Umgang mit Menschen komme ich später zwinkern

Lieber Gruß
Moni
Antworten
#6
(02.05.2014, 09:31)marcolino schrieb: Irgendwie habe ich jetzt dein "Problem" noch nicht erfasst
Na ja, wie ich schon schrieb - bis jetzt ist es höchstens ein 'Problemchen'.
Ich will halt vorbeugen damit es sich nicht auswächst und das Verhalten des 'Ausflippens an der Leine bei Hunde- und Menschenbegegnungen richtig kanalisieren.

(02.05.2014, 09:31)marcolino schrieb: Bei Hunden ist das Problem an der Leine, weil sie hier nicht zu bremsen ist, WENN DER KONTAKT ZUSTANDE GEKOMMEN IST ?
ja, genau. Es ist alles in Ordnung, wenn der Abstand groß genug ist. Aber manchmal kann ich keine Bogen laufen. Es gibt hier z.B. einige schmale Waldwege, re. und li. viel Gebüsch und Brombeeren - da muss man in rel. geringem Abstand aneinander vorbei, ausserdem sieht man sich erst, wenn man schon fast auf den anderen draufläuft.
Socke hat dann die Neigung nicht ruhig an dem entgegenkommenden Hund mit Mensch vorbeizugehen, evt. bischen schnüffeln und gut is, sondern macht sehr unvermittelt eine riesigen Satz nach vorne, landet in Spielhaltung, federt wieder hoch und fängt an wie eine Irre um den anderen Hund und Halter herum zu tanzen (wenn sie kann). Ich versuche dann sie davon abzuhalten hochzuspringen und weiter zu gehen, was dann aber häufig von den anderen Hunden boykottiert wird, weil sie wurden ja zum toben aufgefordert.
Eine Sache die es komplizierter macht ist, dass sie z.Z. noch viel an der Schleppleine hängt. Sie ist zwar keine Jägerin, aber eine Gräberin zwinkern, ausserdem hat sie eine gute Nase für Scheiße und tote Fische im Uferbereich (beides lecker!), ausserdem pflügt sie mit Vorliebe durch das gerade aufkommende Schilf. Dort wird auch gebrütet, daher ist das z.Z. nicht so gut.
An der Schleppleine soll sie aber auch nicht spielen. Ist Zeit dafür, muss sie sich setzen und wird abgeleint.
(02.05.2014, 09:31)marcolino schrieb: Kontakte an der Leine sind tabu ...
Doppelleine: ...
Habe ich gestern gleich ausprobiert. Hat gut funktioniert, sieht man davon ab, dass die zwei Leinen sich des öfteren verheddert haben - aber ich denke das ist Übungssache. freuen
Sehr witzig war, dass mein kleines Monster davon anscheinend so frustriert war, dass sie wieder angefangen hat an mir hochzuspringen. Das hat sie schon Monate nicht mehr gemacht. Ich nahm das mal als Zeichen, dass die zwei Leinen das getan haben was sie sollten - den Kontakt mit dem anderen Hund unterbinden. lachen

Ich bin sehr gespannt wie ihr England bekommt. Hier ist es ja meistens ein 'Heimspiel'. Ich hoffe wir lernen viel zusammen. freuen
Antworten
#7
Hallo Socke

Meine Meinung zu diesem Thema ist etwas anders.

Dein Hund ist erst gute 1 1/2 Jahre alt und ich stimme deinem TA zu: Mit ca. 3 Jahren kann man ihn zu den Erwachsenen zählen.

Lass sie mit anderen toben und rumdallern, so viel sie will. Das vergeht viel zu schnell und später wünscht man sich die Zeit zurück.
Geht mir jedenfalls so.
Wenn du weißt, die anderen Hunde sind okay und auch für die Besitzer ist es in Ordnung, warum nicht?
Im Miteinander mit anderen Hunden passiert so viel, Socke lernt mehr, als du ihr je beibringen könntest.
Kontaktaufnahme an der Leine ist bei mir auch tabu, es geht oft schief.
Zumal, wenn nur Socke angeleint ist.
Ich stehe auf dem Standpunkt (wenn mein Hund online ist), entweder ich "beschütze" meinen Hund da vor, belästigt zu werden,wenn ich das nicht kann,
mache ich sie los. Du kannst nicht von Socke fordern, dass sie brav ignoriert, wenn sie von anderen Hunden angedallert wird.

Wie gesagt, dieses Problemchen erledigt sich irgendwann von selbst.

Mit Menschen ist das etwas anders, da gibt es erstens Leute, die Angst haben oder das nicht mögen, zweitens gehört sich das nicht.

Das solltest du kanalisieren. Bei Trudel waren Begegnungen mit fremden, und teilweise auch mit bekannten Menschen
aus Unsicherheit eher "aggressiv" gestaltet. Ich bin mit dem Einführen eines Alternatvverhaltens sehr prima gefahren. Allerdings musste zunächst ihre gesundheitliche Ursache behoben werden.
Doch da sich vorher schon fast 5 Jahre dieses Verhalten verfestigt hatte, war meine Hoffnung nicht gerade groß.
Doch es funktionierte, nach einem halben Jahr konnte ich sie durchs dichteste Menschengetümmel offline gehen lassen, ohne dass
sie sich drum gekümmert hätte.

Lange Rede, kurzer Sinn:
An der Menschensache arbeiten, mit Hunden einfach agieren lassen.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
#8
Sorry, hatte jetzt erst die Ruhe, mal zu lesen und zu antworten.

(01.05.2014, 22:04)Socke schrieb: Bis jetzt habe ich drei unterschiedliche Umgehensweisen:
- wenn ich keine Zeit hab gehe ich der Begegnung in einem Bogen aus dem Weg. Inzwischen sind wir bei ca. fünf Meter Abstand, dann kann sie sich noch beherrschen. Schaut zwar, kommt aber (mit umschauen) mit.
- wenn ich 'übe' probiere ich diesen Abstand zu verkleinern aber trotzdem zügig weiter zu gehen.

Diese beiden Varianten werden oft von den anderen Hunden boykottiert, da hier so gut wie alles immer frei läuft und in der Regel schlecht erzogen ist. Die anderen Hundehalter kommen dann nur in Aktion, wenn man brüllt 'Meine ist läufig!'. Ich hatte schon ganze Spaziergänge einen anderen Hund mit laufen (und die Besitzer waren nach Hause gegangen).
Hier sehe ich es wie Gerti. Sind die anderen Hunde frei, kommen aber NICHT ran, dann kann ich beide Varianten gut arbeiten. Kommt aber ein anderer Hund an uns ran, meiner ist angeleint, lasse ich sofort die Leine fallen, leine schnell ab, oder ich verscheuche den anderen Hund. Alles andere fände ich sehr unfair gegenüber meinem Hund, da er einfach nicht gescheit kommunizieren kann an dem blöden Strick. Schleppleine mal ausgeschlossen. Nur da ist es dann wieder blöd, wenn eine wilde Hatz beginnt.

(01.05.2014, 22:04)Socke schrieb: Die dritte Variante sieht so aus, dass Socke sitzen muss, abgeleint wird, sitzen bleibt, mich anschaut und auf meine Freigabe wartet. Das funktioniert recht gut.
Das klingt ja aber schon recht gut, dass sie wartet und Dich auch ansieht. Auch wenn das nicht sein müsste, aber es wird ihr leichter fallen, ihre Impulse zu kontrollieren.

(01.05.2014, 22:04)Socke schrieb:
(30.04.2014, 22:54)Anja schrieb: Mir kommt dieses Verhalten, ohne Deinen Hund zu kennen, ein Wenig wie Überforderung vor.
Kann sicher auch das sein. Allerdings habe ich bis jetzt fast das Gegenteil gedacht und mich gefragt, ob ich nicht zu wenig mit ihr mache und sie deswegen so ausflippt, weil endlich mal was los ist.
Ich meinte nicht Überforderung, weil Du zu viel mit ihr machst, sondern Überforderung, weil sie den "Job" macht, fremde Menschen oder auch Hunde zu checken. Würde sie mit oder hinter Dir zu den Menschen gehen, würdet Du ihr signalisieren, ich hab alles im Griff. Geht sie vor, macht sozusagen die Vorhut, dann macht sie einen Job. Weißt Du, wie ich es meine?
Bestes Beispiel Hunde an der Türe, wenns Klingelt. Ich sehe seltenst wirklich "Freude", was die Besitzer immer behaupten, sondern totale Überforderung.

(01.05.2014, 22:04)Socke schrieb: Apportieren... ja genau zwei Mal: erstes Mal - ja, klar hol ich dir. Zweites Mal - hmm, hab ich doch grad schon geholt und drittes Mal - du kannst mich mal, hol's selber. Jegliche Routine ist nicht Sockes Ding. Futter ist gut, aber dafür etwas machen? Nee, nicht doch.
Es wird so gut wie immer erst kurz überlegt: mach ich das jetzt, ok, mach ich dann halt mal. Bei ihr hat man eher das Gefühl sie will 'überzeugt' werden. Ich hatte hier im Garten z.B. eine Wippe aufgebaut, einen Tunnel, Autoreifen zum drumrum gehen, Pylonen usw.
Jegliches Hindernis hat sie genau zwei Mal genommen, ab da hat sie sich ganz einfach geweigert oder hat rumgealbert, z.B. die Pylonen nicht mehr umgangen sondern durch die Landschaft getragen. Den Tunnel nicht mehr durchkrochen, sondern sich drauf gesetzt. Ich muss gestehen, ich fand's ziemlich lustig. Soweit also meine Agility-Versuche Lol27
Das erinnert mich sehr an meinen Bären, aber auch an andere "Denker". Ob es ein Rassding ist, oder einfach Typsache, oder ob man doch eine Leihgabe bei RS macht... es gibt Hunde, die machen keine sinnlosen Reproduktionen von Dingen, und sie finden es unerhört, dass man permanent Zeug duch die Gegend schmeißt, das sie dann wieder holen sollen. Die Sklaverei ist doch schließlich abgeschafft zwinkern . Wäre Paige noch hier, würde sie vermutlich sagen, Du hast einen VLH oder einen NLH zwinkern .

(01.05.2014, 22:04)Socke schrieb:
(30.04.2014, 22:54)Anja schrieb: ... Temperament unter Kontrolle..., zeige ihm immer wieder, wie es geht, ....
Das Erklären sieht bei mir so aus, dass ich mit der Möglichkeit, Erfolge zu verhindern, arbeite. Schleppleine, Leine, und dann rein in die Begegnung.
Meinst du mit 'Erfolge', Erfolge für den Hund? Also soweit 'behindern' dass er nicht mehr auf sein Ziel zuspringen kann?
Ja, dass er sich nicht für sein Verhalten selbst belohnt, sondern dass Du regulierend oder korrigierend eingreifen kannst.

Das duale Führen, wie weiter oben beschrieben, ist übrigens auch mein Weg. Geht auch mit Halti, oder mit 2 Verschiedenen Halsbändern. Man kann herrlich "nerven" über feine Signale, ohne zu rucken oder zu reißen... das Generve hört schlagartig auf, wenn ich habe, was ich will, und ich kann loben, füttern, whatever.

(01.05.2014, 22:04)Socke schrieb:
(30.04.2014, 22:54)Anja schrieb: Das Ziel wäre für mich, den Hund den Reiz erkennen, bewerten, aber auch aushalten zu lassen. ...
Ja, hört sich gut an freuen. Heißt das ich muss sie ausschließlich einschränken und weiter nicht ansprechen?
Das kann ich pauschal nicht beantworten. Meist ist es ein Kommunikationsspiel aus verschiedensten Komponenten. Körper, Stimme, vielleicht Leine, Taktiles. Ich lasse Hunde immer gerne selbst erarbeiten, was richtig ist. Ich würde z.B. nicht Aufmerksamkeit durch ein Signal fordern, sondern warten, bis ich sie von alleine bekomme, um sie dann zu verstärken. Fährt sich mein Hund zu sehr hoch, fängt er an, an mir herum zu zerren, dann nerve ich wieder über die Leine, gehe rückwärts, oder störe ihn anderweitig von hinten, bis "das da vorne" nicht mehr so spannend ist, und man wieder gesprächsbereit sein kann. Je mehr Ruhe, umso eher rede ich. In Hektik gehe ich nicht mit der Stimme rein, höchstens mit einem Abbruchsignal, das von Maßnahmen begleitet wird, wie z.B. nerven an der Leine, einem "tick" auf den Po, oder was auch immer.

(01.05.2014, 22:04)Socke schrieb: Es geht mit einem Camper nach England. Ich bin schon sehr gespannt wie ihr (und mir) das gefällt.
Falls ihr Interesse habt werde ich berichten.
Auch ich melde Interesse an. Und bitte Fotos... freuen

Würde mich über weitere Versuche und Erlebnisse hier auch freuen.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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