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Rudelstellungen, ein polarisierendes Thema erobert Deutschland
#1
Hab nicht im Kopf, ob hier schon einmal darüber diskutiert wurde. Ich selbst habe es bisher vermieden, meine Erfahrungen mit dem Thema Rudelstellungen hier zu teilen.

Da inzwischen eine Frau Nowak im ZDF die Stellung des Hundes im Rudel mit einer Selbstverständlichkeit wie Rasse und Alter des gezeigten Hundes auführt, finde ich es an der Zeit, dass man sich damit auch hier einmal auseinander setzt.

Seitens ZDF oder Nowak wird in den Staffeln nichts erklärt. Weder, wer den Hund eingeschätzt hat, noch was das alles überhaupt bedeutet.

Informationen über die Vergangenheit und Gegenwart von Rudelstellungen findet man unter http://www.rudelstellungen.eu.

Ich selbst habe letztes Jahr im April einen Workshop besucht, meinen Hund und den Hund meines besten Freundes einschätzen lassen. Die Erlebnisse vor Ort und damit verbundenen Kenntnisse, sowie die Beschreibungen in dem Buch zum Thema ließen mich in den letzten Monaten vieles hinterfragen und teilweise auch verändern. In manchen Bereichen hat es mir geholfen, in anderen hat es zu großen Verunsicherungen geführt. Parallel dazu fand ich meine Heimat in der Arbeits- und Denkweise von Thomas Baumann, was scheinbar ein riesiger Widerspruch war. Zu Deutsch: Ich eierte fürchterlich in der Gegend rum. Sowohl in Bezug auf meinen eigenen Hund, aber auch in Bezug auf das permanente Hinterfragen meiner Arbeit.

Aktuell bin ich von einer Praktikumswoche bei Thomas Baumann zurück, in der es um die Analyse von Hunden mit Problemverhalten ging, und es war mir möglich, seine Ansicht zum Thema Rudelstellungen zu erfragen. Hierzu gab er mir Antworten, die man inzwischen auch in einem Artikel von ihm hier nachlesen kann.

Mich würde interessieren, wer hier welche Eindrücke, Erfahrungen und Gedanken zum Thema Rudelstellungen hat. Zeitgleich würde ich mich freuen, wenn die Kommunikationsbasis sachlich und persönlich wertneutral gehalten werden könnte.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#2
Hey


Rudelstellungen = Hundehaltungs - Dummheit, als Glauben hat einen Namen.

Wer darfür auch noch Geld ausgibt, da kann man es auch gleich verbrennen!




Man meint immer, dümmer geht nimmer, aber es geht immer noch dümmer.
lg hansgeorg
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#3
(03.03.2014, 16:12)Anja schrieb: Zeitgleich würde ich mich freuen, wenn die Kommunikationsbasis sachlich und persönlich wertneutral gehalten werden könnte.

Kann halt leider nicht jeder. Manch einer hat es nötig, immer und immer wieder beleidigend zu werden. Ist ja aber nichts Neues.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#4
Ich habe die Diskussionen über Rudelstellungen in den letzten Jahren mehr oder weniger im Internet verfolgt.
Am meisten hat mich der Hype und der Ton in vielen Threads abgeschreckt ...! mit Augen rollen

Vor allem das mit der starken genetischen Festlegung stört mich, ich bin überzeugt dass die Natur etwas flexibler angelegt ist ...
Die Stellungnahme von Baumann gefällt mir daher recht gut, klingt vernünftig - und reichlich Erfahrung hat er sicher auch!

Ich habe keinen blassen Dunst was mein Plüschtier und Fensterleder nach jener Theorie verkörpern würden.
(allzu "nachrangig" scheint mir aber keine der beiden ... zwinkern )
Und ich werde wohl auch in Zukunft (- wenn ich eines Tages wieder einen Zweithund suche) bei der Auswahl nach einem passendem Tier mit großer Wahrscheinlichkeit nicht auf jene Theorie zurückgreifen!
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
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#5
Ich hab mit Themen immer dann ein Problem, wenn Menschen bereit sind ihren Kopf voellig abzuschalten und sich ohne weiter nachzudenken, von aussen fuehren lassen. Blind irgendwelchen Idealen folgen ohne auf ihren Hund zu schauen, ohne zu versuchen ihn und sich selber zu verstehen und gemeinsam eine Loesung zu finden. (Manchmal geht das nicht und man braucht Hilfe von aussen, aber man sollte sich nie nur darauf verlassen)

Gerade aber bei diesem Thema, wo ein grosser Fanatismus im Spiel ist, hat das zur Folge, das Hunde abgegeben werden, getauscht, ersetzt werden, wie auf einer Tauschboerse. Aber es ist Unfug das alleine die korrekte Stellung die Loesung bringt, man braucht trotzdem ein Haendchen fuer die Hunde, man kann trotzdem nicht passiv am Rand sitzen und die Fuesse hochlegen. Das ist Wunschdenken von verzweifelten Menschen!
Dabei graust es mir!
Und weiter geht das Ganze in dem die extrem Rudeler es unakzeptabel finden, wenn man am Leben seinens Hundes Teil nehmen moechte, etwas mit dem Hund unternehmen moechte, arbeiten moechte. Es wird davon ausgegangen das ein Hund, der in Stellung lebt, wunschlos gluecklich ist, der braucht nichts mehr, der macht nichts Verbotenes mehr, laeuft nur noch in Formation, spielen tut er nicht mehr, denn das ist nur eine Uebersprungshandlung, der braucht nur noch seine Hunde, keinen Menschen.
Diese Intoleranz macht blind gegenueber Individuen. Das ist nichts fuer mich. Ich weiss das meine Hunde mehr vom Leben wollen, von mir, sie wollen das wir Dinge zusammen tun, sie wollen auch mal doof sein und ich auch. Und vor allen Dingen moechte ich mir meine eigenen Gedanken um meine Hunde machen, nicht nur irgendwas nachplappern oder leben!


Ich persoenlich glaube das es bestimmte Hundetypen gibt. Einige sind bereit sind bestimmte Aufgaben zu uebernehmen, die etwas koennen, die man aber auch kaputt machen kann, in dem man sie nicht ernst nimmt. Ich glaube auch das einigen Hunden selber etwas daran liegt, Ruhe in der Gruppe zu erschaffen und zu halten, wohin gegen es Anderen egal ist.
Lucy waere vermutlich ein MBH, sagt man mir. Ich habe Videoaufnahmen von MBHs, Interaktionen zwischen ihnen und anderen Hunden gesehen und viel Erzaehlungen ueber das Leben mit ihnen bekommen. Ich sehe oefter in Schaeferhund-artigen Hunden aehnliche Charakterzuege, Hunde die eine aehnliche Stellung einnehmen oder aehnliche Jobs uebernehmen, Hunde die aehnliche Ansprueche an das Leben haben. Meine Erfahrung ist das diese Hunde eher nicht harmonieren, jedenfalls nicht wenn sie unabhaengig von einander gewachsen und schon gefestigt sind.
Was Pai waere, keine Ahnung. Er ist auf jeden Fall kein MBH. Die Beziehung meiner Hunde hat sich damals nach dem Unfall sehr extrem veraendert, heute leben sie zusammen, stoeren sich nicht, aber haben sich auch nicht viel zu sagen. Damals taten sie alles zusammen und harmonisierten sehr gut. Was ist nun das akkurate Bild?


Ich muss aber auch sagen das mir gefaellt das in der Rudelstellung Hunde einfach Hunde sein duerfen, sie werden groesstenteils so akzeptiert wie sie sind. Es wird dem Hund nicht Mittels Verhaltenstherapie alles wegkonditioniert, was sicherlich einigen Hunden eine grosse Erleichterung bringen wuerde.
Kathi, Lu und Pai
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#6
Hey


(03.03.2014, 18:25)kamalii schrieb: Ich muss aber auch sagen das mir gefaellt das in der Rudelstellung Hunde einfach Hunde sein duerfen, sie werden groesstenteils so akzeptiert wie sie sind. Es wird dem Hund nicht Mittels Verhaltenstherapie alles wegkonditioniert, was sicherlich einigen Hunden eine grosse Erleichterung bringen wuerde.


Wenn dem so wäre, wäre ich begeistert, aber leider ist es nicht so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint.
Es ist traurig aber wahr!



Darwin trug zur Entwicklung der Biologie als Naturwissenschaft bei, indem er nach natürlichen statt nach übernatürlichen Ursachen für die Einheitlichkeit und Vielfalt des Lebens suchte (R. Riedl).
lg hansgeorg
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#7
Sorry, ich muss mich erstmal in die Materie einlesen. Ehrlich gesagt, habe ich da nur einen sehr oberflächlichen Schimmer.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#8
Moin Anja,
das Thema hatte ich vor einiger Zeit gelesen (nachdem du vom Seminar zurückkamst) und für mich mitnerweile als nichtverwendbar abgelegt - vielleicht hab ich mich darüber auch nicht ausreichend informiert. Mir erscheint es zu kompliziert, Hunde mit irgendwelchen Begriffen zu Kategorisieren und daran festzuschreiben, wer wie wohin passt. Es spielen viel mehr Faktoren eine Rolle, als nur die Erbanlagen. Zumal diese ja auch variabel sind.

Wenn der Zweithund einzieht schau ich, wie die beiden miteinander umgehen, dann beim nächsten treffen wieder, bei bedarf auch mehr. Wenn die beiden, soweit ich es einschätzen kann, die Grenzen des Gegenübers akzeptieren, dann sollte es passen. Da es ein erwachsener Hund wird, ist dieser ja schon mit seiner Entwicklung fertig, und daher hoffe ich, das dann keine gravierenden "Änderungen" mehr folgen. Soweit die Theorie - mal schaun wies in der Praxis aussieht.
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
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#9
Kathi, Deine Eindrücke decken sich zu einem großen Teil, wenn nicht sogar 100%ig mit meinen.

Habe einiges ausprobiert, habe viel kritisiert, habe eigentlich nur Prügel bezogen, eh immer alles falsch gemacht, und nehme mich als Mensch mit Bedürfnissen und Gründen, wegen denen ich meinen Hund habe, viel zu wichtig. Aber ich habe auch einige Effekte gesehen und selbst gehabt, die es mir schwer machen, sie mit anderen Begründungen zu hinterlegen, als dass an dem Thema "irgendwas dran sein muss".

Dass sich immer alle so auf die Vererbung stürzen und damit Unflexibilität unterstellen, sehe ich halt nicht so eng. Es mag schon in der Wiege liegen, aber der Hund ist anpassungsfähig, wie wir Menschen auch. Ich kann auch ein Leben lang im Keller Akten sortieren, obwohl ich eigentlich den Kopf für ein Studium gehabt hätte. Und man kann theoretisch auch trotzdem glücklich sein.

Für mich ist es eben so, dass ich in vielen Jahren Hundeschularbeit einiges beobachtet habe, was sich irgendwie klassifzieren ließ, aber ich hätte dafür keine Namen und Schubladen gehabt. Durch RS habe ich Beschriftungen für meine losen Blattstapel gefunden, nur ob es tatsächlich genau diese 7 sind, ob sie tatsächlich genau so "ticken", und ob die Abstufungen wirklich nur nach der Stärke der Stellung bewertet werden können, sehe ich nur bedingt.

Fakt ist, dass mir durch die Beschreibung der verschiedenen Typen immer mal wieder Hunde ins Auge springen, die sich in irgendeiner Weise auffällig verhalten. Ich habe dann eine Vermutung, was sie sein könnten, und dem entsprechend kann ich die jeweiligen Menschen beraten, das eine oder andere möglicherweise mal zu berücksichtigen, umzustellen oder anders zu probieren. Mein Brillenkasten hat sich erweitert. Ich sehe anders hin als zuvor, achte auf andere Zeichen, habe aber auch einige Tools dazu entwickelt, das Gesehene weiter zu "verarbeiten". Und die Ergebnisse sind teilweise sehr spannend. Für mich ist es eine Bereicherung, aber nicht Gangbar in der Ausschließlichkeit, die von jenen gefordert wird, die eben noch viel mehr gesehen und erlebt haben als ich.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#10
rudelstellungen...

eine von menschen aufgestellte theorie die an andere verkauft wird...
auch ich kam damit schon in kontakt, dazu muss ich das mal in kurzen zügen erklären kopfkratz

ich bekam einen anruf und wurde gefragt was ich davon halte, ich fragte "rudelstellungen" was ist das ? dann bekam ich einen link und wir überflogen das ganze gemeinsam in 10 min...
um was es geht wurde schnell klar, eine theorie die menschen helfen soll wenn sie mehrere hunde besitzen diese stress und problemfrei zusammen zu halten. soweit gut, alles was hilft...ist gut. um was es also geht ist verständlich aber die einzelnen punkte und erklärungen dazu sind aber doch etwas nebulös und besitzen sehr viel phantasie in der erklärung und auslegung...
ich erfuhr beim telefonat von jemand mit vielen hunden, die person kenne ich auch persönlich, das es dort probleme gab, große probleme. nun begab sich die person dort hin zu diesem seminar, wo ich ihre hunde nach diesem system begutachtet und eingeschätzt wurden und es auf grund der einschätzung dann neu geortnet wurden. der anrufer sagte mir es hätten sich nun die probleme aufgelöst. gleiches erfuhr ich von der person später selber.

so...wie wertet man dies nun gesehen auf anderes wissen was man hat ?
man muss dabei mal folgendes sehen, es gibt viele hundehalter, ab 2 hunden aufwärts die probleme haben, je mehr hunde je größer können die probleme werden...betrachtet man dies nun im zusammenhang mit den "rudelstellungen" und dem grundgedanken dahinter menschen helfen zu wollen damit sie ihre hunde verstehen und einem system das ihnen helfen soll ihre probleme zu lösen kann man das system rudelstellungen nicht ablehnen. ich sagte also in dem telefonat das ich das prinzip anderen helfen zu wollen hunde und den gedanken das hunde in einer gruppe einen festen platz zuzuweisen ist gut finde aber die erklärungen dieses systems aber eher als reine phantasieauslegung der wirklichkeit ansehe.

wer ein bißchen mehr über hunde weiss benötigt das verkaufs-und hilfssystem "rudelstellungen" nicht, denn es ist ein solches system.
das man hunde aneinander, nacheinander !!! angliedert wie perlen auf einer kette sollte eigentlich grundwissen sein. erst kommt ein nacheinander und aus dem ergibt sich dann ein mit-und nebeneinander der hunde. dieses "auffedeln" der hunde zu einer kette ist die führung von hunden. einer muss führen, muss die verantwortung haben und die anderen, die hunde müssen sich führen lassen. "rudelstellungen" ist nun ein system das menschen verkauft wird die keine natürlichen führungsqualitäten besitzen und die sich schwer tun das führen zu lernen. es wird einigen helfen und es wird einigen nicht helfen. wie übrigens alle von "fachleuten" und ihren theorien die in der hundewelt verkauft werden.

ich für mich persönlich halte es ganz simpel und fahre damit sehr gut, einfach und schnell. ein jeder hund ist eine perle die nacheinander auf die kette aufgefedelt wird. jeder hund wird hinten angestellt und besitzt keine privelegien. die muss er sich erarbeiten. als erstes bekommt er ein verhaltenskatalog an der er sich fest halten kann, der ihm sicherheit gibt und der ihm dabei hilft seine position einzunehmen und zu erkennen das er trotz das er ganz hinten steht genau das selbe bekommt zu dem der als erster in der kette steht. so findet ein hund schnell seine position, nimmt sie dankend an und lebt ohne stress und probleme. er ist zufrieden mit dem was er hat...das ist so oder so das was hunde sich wünschen. ein ruhiges und sicheres umfeld das immer gleich ist und nicht jeden tag zur diskussion steht bzw. in frage gestellt wird durch andere hunde.
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