Themabewertung:
  • 1 Bewertung(en) - 5 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Rudelstellungen, ein polarisierendes Thema erobert Deutschland
#21
ok gehen wir ruhig mal ot, schadet ja nicht denn irgendwie passt das auch zum hauptthema...

(04.03.2014, 17:28)Dieselross schrieb: Ja, der Hund immer entwickelt sich weiter. Nur die größte Entwicklung ist ja, wenn ich mich nicht täusche von der Geburt bis zum Erwachsensein. Vielleicht täusche ich mich, aber man liest öfters davon, das die Zoffwahrscheinlichkeit zwischen Hunden höher ist, wenn zu einem erwachsenen ein junghund/welpe kommt - nicht gleich, sondern erst etwas später, wenn der Herranwachsende einen gewissen Entwicklungsstand erreicht hat.

norbert ich frage mal, die größte entwicklung oder doch nur ein teil der gesamten entwicklung ? lachen

du merkst eigentlich eine fangfrage denn es kommt ganz drauf an wie man die sache betrachtet...

man könnte sagen der größte teil, man würde damit richtig liegen wenn man nur eine bestimmte priorität anlegt. aber...damit ist es ja nicht getan. die entwicklung eines hundes umfasst ja soviele dinge in seinem leben. der welpe ist nicht vergeichbar mit dem junghund, der junghund nicht mit dem adulten hund, der adulte nicht mit dem steinalten hund. die entwicklung umfasst die gesamtheit von der geburt bis zum tod. in diesen ganzen phasen des lebens eines hundes sammelt er erfahrungen und entwickelt sich immer weiter.

ich würde von daher sagen: "ein wichtiger teil der entwicklung" aber nicht "die größte entwicklung"...und jetzt schlagen wir die brücke zum thema *gg*

der hund entwickelt in einer wichtigen teilenphase einen verhaltensteil der bestimmen wird was für eine stellung er in einem rudel einnehmen kann und dem er auch gerecht werden kann. hier kommen wir zu einer weiteren problematik. der hundehalter muss erkennen wie sich ein hund entwickelt hat und was für einen sozialstatus er einnimmt. dieser status bestimmt auch wie ich mich als halter verhalte, wie ich den hund führe, was für freiraume ich dem hund im handeln einräumen kann.


(04.03.2014, 17:28)Dieselross schrieb: Das ein Hund in anderer Umgebung anders reagieren kann, hab ich mehrfach gemerkt, aber isses nicht so, das die Zoffwahrscheinlichkeit bei 2 Hunden, die erst im Erwachsenenalter zusammenfinden und sich auch nach der Eingewöhnungszeit von 2...3 Wochen akzeptieren später deutlich geringer ist?

Oder lieg ich komplett daneben? kopfkratz

@Anja: sorry fürs OT

norbert man kann auch erwachsene hund zusammenführen ohne das es probleme gibt, anfangs, die ersten tage sind kritisch, sie stecken voller stolperfallen. die ersten tage sind als kritisch zu betrachten, es bedarf viel wissen und das richtige lesen der hunde, auch das richtige deuten der sozialen kompetenz ist sehr wichtig. denn man muss einem hund einen höheren status einräumen, dem anderen aber zeigen das er diesen status zu respektieren hat aber er keine einbussen dadurch hat. die hohe kunst, aber hier muss man selber als mensch aber auch viel erfahrung sammeln um "das gewisse händchen" dafür zu entwickel. norbert du liegst nicht daneben aber du musst das etwas komplexer betrachten.

als beispiel:
eine hundewiese irgendwo in deutschland...dort treffen sich 10 hundehalter mit ihren hunden. die hunde kennen sich nicht...schon nach kurzer zeit bildet sich eine sozialstruktur aus in der jeder hund eine bestimmt stufe einnimmt. wenn man jetzt das prinzip der rudelstellungen anwendet müsste man erst schaun wer zu wem passt, wer welche stellung besitzt. das ist aber unnötig, die struktur bildet sich von ganz alleine. nun würde jemand einwerfen: "halt mal das kann so nicht stimmen denn ich hab das auch schon anders erlebt und da sind ein oder zwei hunde dabei die die gruppe durch aggression aufmischen..."
stimmt, dass kommt vor...nun aber dazu muss man aber diese störenfriede sich mal genauer anschaun und dazu den blick auf den dazugehörigen hundehalter richten und sich seinen umgang mit dem hund im alltäglichen leben anschaun. dort wird man den grund finden warum sein hund nicht mit fremden hunden auf der hundewiese klarkommt. man wird distanzlosigkeit finden, man wird mängel in der sozialen kompetenz vorfinden und noch viele weitere dinge...
Antworten
#22
(04.03.2014, 11:23)Anja schrieb: Die Idee der Original-Rudler stellt eigentlich die Wünsche des Menschen ganz hintenan. Ich z.B. müsste mich enorm verbiegen, ja nachgerade um 180 Grad drehen, wollte ich deren Vorstellungen entsprechen. Da ich meinen Hund zu einem bzw. mehreren Zwecken halte. Das ist nicht erwünscht, und ich müsste mindestens einen Hund dazu kaufen, damit mein Hund ansatzweise glücklich werden könnte. So, wie ich lebe und arbeite, mache ich ihn in ihren Augen nur kaputt.

Ist denn das Halten und Führen eines Hundes zu einem bestimmten Zweck für den Menschen (z.B. Rettungshund, Therapiehund, Jagdhund, etc...) grundsätzlich vereinbar mit der Rudeltheorie?
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
Antworten
#23
@happy: danke für deine AW!
(04.03.2014, 19:21)happy schrieb: ich würde von daher sagen: "ein wichtiger teil der entwicklung" aber nicht "die größte entwicklung"...und jetzt schlagen wir die brücke zum thema *gg*
Wenn mans so sieht, ja!


(04.03.2014, 19:21)happy schrieb: norbert man kann auch erwachsene hund zusammenführen ohne das es probleme gibt, anfangs, die ersten tage sind kritisch, sie stecken voller stolperfallen. die ersten tage sind als kritisch zu betrachten, es bedarf viel wissen und das richtige lesen der hunde, auch das richtige deuten der sozialen kompetenz ist sehr wichtig. denn man muss einem hund einen höheren status einräumen, dem anderen aber zeigen das er diesen status zu respektieren hat aber er keine einbussen dadurch hat. die hohe kunst, aber hier muss man selber als mensch aber auch viel erfahrung sammeln um "das gewisse händchen" dafür zu entwickeln. norbert du liegst nicht daneben aber du musst das etwas komplexer betrachten.
Das klingt jetzt für mich erst mal nahezu unmöglich, aber doch logisch... kopfkratz
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
Antworten
#24
(04.03.2014, 20:00)Trailer schrieb:
(04.03.2014, 11:23)Anja schrieb: Die Idee der Original-Rudler stellt eigentlich die Wünsche des Menschen ganz hintenan. Ich z.B. müsste mich enorm verbiegen, ja nachgerade um 180 Grad drehen, wollte ich deren Vorstellungen entsprechen. Da ich meinen Hund zu einem bzw. mehreren Zwecken halte. Das ist nicht erwünscht, und ich müsste mindestens einen Hund dazu kaufen, damit mein Hund ansatzweise glücklich werden könnte. So, wie ich lebe und arbeite, mache ich ihn in ihren Augen nur kaputt.

Ist denn das Halten und Führen eines Hundes zu einem bestimmten Zweck für den Menschen (z.B. Rettungshund, Therapiehund, Jagdhund, etc...) grundsätzlich vereinbar mit der Rudeltheorie?

Es gibt Aufgaben, die sind gelitten, andere absolut tabu. Und dann hängt es wieder von der Stellung ab, welche Hunde was arbeiten dürfen. Da man grundsätzlich nur 2 Positionen als Einzelhund halten sollte, heißt es bei allen anderen generell, der braucht einen passenden Hund, um in Stellung leben zu können.
Dann ist alles, was mit Konditionierungen der bewussten Art zu tun hat, Unterordnung, Agility, Dogdancing, Obedience, IPO NICHT erwünscht. Mantrailing, suchen als Rettungshund könnte okay sein, arbeiten als Therapiehund... hmmm. Weiß nicht.

Ich hatte oft gedacht, ich hätte etwas RS-Konformes gefunden und stolz davon berichtet, aber eigentlich immer nur Prügel bekommen. Einzig zuletzt das gemeinsame Geocachen mit Coffie wurde nach ersten Gegenangriffen von Menschen, die glauben, dass man das auf Zeit tut, gebilligt. Radfahren ist übrigens auch nix, weil der Hund dabei nicht entschleunigt und die Reize viel zu schnell verarbeiten muss. Zumindest für einige Stellungen gilt das.

Also nix von meiner Arbeit, die ich auf dem Platz mache, obwohl ich sie schon sehr, sehr anders mache, als andere Trainer, ist irgendwie RS-konform. Aber das, was Frau Nowak im TV macht, offenbar schon...

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#25
Anscheinend ist eigentlich nichts gewuenscht! Der Mensch steht nur so am Rande. Wenn man nun aber an die Anfaenge zurueck denkt, es wird erzaehlt das Karl Werner damals Rudel fuer die Arbeit zusammen gestellt hat. Die Tiere hatten nicht nur ihre Aufgabe im Rudelleben, sondern eine Lebensaufgabe, die sie im Rudel mit oder fuer den Menschen erledigt haben.
Wenn man den Geschichten glaubt.

Der Fanatismus stoesst mich einfach ab, die Intoleranz.
Kathi, Lu und Pai
Antworten
#26
Hey


(04.03.2014, 16:54)happy schrieb:
(04.03.2014, 13:46)hansgeorg schrieb: Das Problem ist, wo soll ich anfangen und wie viel Zeit muss ich aufwenden, um die Sachverhalte alle zu erklären.

hansgeorg da ist kein problem, du fängst einfach dort an wo du uns das system der rudelstellungen erklärst und meinst wir verstehen es falsch...

Nicht falsch verstehen, aber eines werde ich mit Sicherheit nicht tun, das vererbte Rudelstellungen System erklären.

Das darf/sollte Anja tun!


Ich kann dir dann sagen, was vererbte Rudelstellungen nicht ist, denn es ist nicht das, was du denkst, was es ist.

Das ist das große Verständnisproblem, denn für den normalen Hundehalter sind die Rudelstellungen in einem Rudel gleich die Rangordnung.

Und das ist bei den vererbten Rudelstellungen eben nicht gemeint.

Oder anders „vererbte Rudelstellungen“ entsprechen nicht der Rangordnung.

Bei der richtigen Verpaarung nach vererbten Rudelstellungen von Rüden und Hündin werden die Welpen in eine Stellung hineingeboren, die sie ihr Leben lang nicht mehr verlassen und/oder ändern.

Das hat mit dem, was du und sicherlich auch ich, unter einer Rudelordnung/Rangordnung mit entsprechenden Stellungen innerhalb des Rudels, überhaupt nichts zutun.

Deshalb vermengen ja alle fälschlicherweise, diese herkömmliche Rangordnung, mit den vererbten Rudelstellungen, die etwas ganz anderes sind und das gilt es zuerst einmal zu verstehen.

Deshalb trifft auch Baumann hier nicht den Kern der „vererbten Rudelstellungen“ da er auch dieser Vermengung mit der Rudelordnung/Rangordnung aufgesessen ist, denn das muss man scharf trennen.



Dass verbreitete Annahmen nicht unbedingt wahr sind und dass das ultimative Kriterium für Wahrheit ein empirischer Nachweis ist und nicht die Beliebtheit der Meinung (J. P. J. Pinel Biopsychologe).
lg hansgeorg
Antworten
#27
Ich habe es so verstanden, dass es eben KEIN Rang ist, sondern dass es mit Aufgaben innerhalb des Rudels zu tun hat. Wer trifft entscheidungen, wer führt sie aus, wer schützt wen, wer hat welches Radar für welche Richtungen, wer koordiniert und arbeitet mit wem zusammen.

Dabei geht man nicht von einer hierarchischen Struktur aus, also menschlich bezeichnet: Chef, Abteilungsleiter, Gruppenleiter, Sachbearbeiter, sondern man geht von einer Ebene aus, innerhalb derer es aber dennoch mehr die "Denker", "Mitddenker" und "Ausführer" gibt.

Es gibt 3 Eckhunde, den vorderen Leithund, den hinteren Leithund und den Mittleren Bindehund. Die beiden Leithunde haben je einen Bindehund, mit dem sie eng zusammen arbeiten, und der zu ihrem Schutz da ist. Der Mittlere Bindehund hat davon zwei.

Die Bindehunde (nicht der Mittlere Bindehund) unterscheiden sich nach meinem Verständnis in 2 Gruppen. Einmal diejenigen, die auch eigenständiger denken und handeln wollen, aber dennoch geführt werden, das ist der Hund, der mit dem Vorderen Leithund zusammen arbeitet und derjenige, der den Mittleren Bindehund von hinten schützt. Und dann gibt es die anderen Bindehunde, die wenig bis nicht eigenständig handeln wollen, und den Mittleren Bindehund und den Hinteren Leithund jeweils von vorne schützen und dessen Aufträge ausführen.

Wenn man jetzt mal rassespezifische Dinge zugrunde legt, z.B. ob eine Rasse eher zur Kooperation mit dem Menschen selektiert wurde, oder eher zu eigenständigem Handeln gebraucht wird/wurde, sehe ich ganz unabhängig davon Hunde, die sehr dankbar sind, wenn man ihnen keine Entscheidungen überlässt. Dass sind Hunde, die auch freudig ein und dieselbe Aufgabe, Tricks und anderes überflüssiges "Menschenzeug" 100x am Stück reproduzieren können, ohne das zu hinterfragen und ohne Unwohlsein zu zeigen. Das sind vermutlich häufig diejenigen Bindehunde, die ich zuletzt beschrieb.

Anders diejenigen, die von hinten schützen, die brauchen ein gewisses Maß an Entscheidungsfreiheit, haben auch die Kompetenz dazu, wollen aber auch geführt werden und Ansagen bekommen. Auch sie zeigen eine relativ große Ausdauer in der Ausführung von Aufgaben/Befehlen, wie auch immer man es nun nennen mag.

Hingegen die Eckhunde. Gerade vorderer und hinterer Leithund nehme ich als Hunde wahr, die erst einmal lange brauchen, um eine Situation zu erfassen, sich dadurch auch oft nicht gleich auf eine Lernaufgabe einstellen können, dann aber schnell verstehen, und nur diejenigen Aufgaben gerne umsetzen, die ihnen "sinnvoll" erscheinen. Für mich sind das die Denker, die Professoren. Möchte man mit ihnen ein und dieselbe Sache mehrfach reproduzieren, weil man z.B. grad einfach selbst Spaß daran hat, werden sie einen auflaufen lassen, nicht mehr kooperieren oder andere "unerwünschte" Handlungen zeigen.

Der Mittlere Bindehund sticht hier nach meiner Erfahrung etwas heraus, weil er ein echtes Arbeitstier ist, der Zentralcomputer des Rudels, er denkt schon mit, braucht auch eine gewisse Zeit, um Situationen zu erfassen, bevor er sich auf Ansagen einlässt, aber er arbeitet um des Arbeitens Willen. Dennoch würde ich auch mit ihm nicht sinnlos reproduzieren, sondern seinen Arbeiten so viel Sinn wie möglich geben.

Mein Bär war mit größter Wahrscheinlichkeit ein Hinterer Bindehund, übrigens Hunde, die problemlos alleine gehalten werden, und mit denen man als Mensch scheinbar oft zu einer sehr tiefen Verbindung kommen kann, wenn man sie und ihre Bedürfnisse dann erst einmal verstanden hat. Bei Sherlock und mir hat das ziemlich lange gedauert, aber dann... *seufz*

Coffie ist für meine Arbeit in der Hundeschule bedingt geeignet. Als Mittlerer Bindehund hat er eine ziemliche Arbeitswut, aber ich darf diese nicht über Gebühr ausnutzen. Sein Sinn für Ordnung ist sehr ausgeprägt, deshalb ist es für ihn kaum auszuhalten, wenn irgendwo Unordnung und Ungehorsam gezeigt wird. Zuweilen lasse ich ihn Hunde korrigieren, aber mir ist auch bewusst, dass er noch nicht gefestigt genug dazu ist, um diese Aufgabe souverän zu lösen. Das sehe ich an seiner Aufgeregtheit und an zuweilen leichter Übertreibung.

Als Ausgleich für seine "menschlich gewünschte" Arbeit wünsche ich mir einen zu ihm passenden Hund, mit dem er gemäß seiner Stellung kommunizieren und "arbeiten" darf.

Übrigens muss man sich nicht vorstellen, dass die 7 Hunde, oder auch 4 Hunde, wenn man nur ein Teilrudel betrachtet, permanent auf einer Perlenkette aufgereiht gehen, stehen oder agieren. Es KANN sein, dass sie sich so fortbewegen, aber die Empfehlungen der Rudler lautet derzeit, dass man erst einmal lange in einem abgezäunten Bereich passende Hunde miteinander agieren lässt.

Durch Fehlbesetzungen im Wurf (bei Coffie bin ich mir inzwischen sehr sicher, dass seine Position zweimal vergeben war) und durch menschliche Einwirkungen und "Fehler" wird die Stellungsfähigkeit der Hunde beeinträchtigt. Das heißt, sie wissen je nach Stellungsstärke noch sehr viel bis gar nichts mehr von dem, was eigentlich ihre Aufgabe wäre und mit welchen Kommunikationsformen sie in die Stellungsarbeit einsteigen könnten.

Eine sehr einleuchtende und eklatante Erkenntnis traf mich nach der Lektüre des RS-Buches in Bezug auf Labradors. Wie vermutlich in jeder Hundeschule tummeln sich auch bei mir viele dieser Modehunde. Sie werden heillos vermehrt, häufig ohne auf irgendetwas Rücksicht zu nehmen, Hauptsache es sieht nach Labi aus und bringt Geld. Ich wunderte mich in den letzten Jahren oft, warum gerade DIESE Hunde häufig von anderen Hunden in ihrem albernen und sinnlosen Herumgerase MASSIV ausgebremst und danach heftigst korrigiert wurden. Warum sie oft nicht in der Lage sind, IRGENDWANN mal aufzuhören zu zappeln oder einfach mal ruhig unter dem korrigierenden Hund liegen, obwohl dieser schon sehr massiv wird. Und eben fast immer nur Labis. Sehr häufig schokofarbene. Die Erklärung fand ich darin, dass bei der Verpaarung von Bindehunden mit Bindehunden das Stellungswissen irgendwann fast komplett verloren geht. Diese Hunde sind für den Menschen traumhaft zu führen, mit ihnen kannst Du jegliche Form von noch so sinnbefreiter Beschäftigung machen, und sie erscheinen glücklich damit, einfach nur Ansagen zu bekommen, nicht denken zu müssen, zu gefallen. Aber sie sind eine Katastrophe für jede soziale Hundegruppe und provozieren selbst sonst eher zurückhaltende, sanfte Hunde zu heftigsten Korrekturen.

Lässt man dann zwei so gestrickte Hunde gemeinsam frei, sieht man Gerenne, Gerenne, Gerenne. Albern, sinnlos und viel zu schnell.

Ein Hund wie meiner würde an so einem Hund verzweifeln. Er würde sich aufarbeiten und würde irgendwann vermutlich frustiert aufgeben oder... KILLEN. Und das meine ich GENAU so.

So, nun habe ich mal einiges aus meinem Beobachtungsschatz geteilt. Sicher gibt es für viele Beobachtungen auch andere Erklärungen und Ansätze, wozu man die Erfahrungen und Lehren von RS vielleicht nicht brauchen würde. Für mich sind sie in vielerlei Hinsicht hilfreich, in der jüngeren Vergangenheit aber in Ausschließlichkeit betrachtet sehr verwirrend und verunsichernd.

Vielleicht zur Erklärung in Bezug auf mich: Wenn ich mir etwas ansehe, dann versuche ich, mich so tief wie möglich in die Lehre/Materie zu versenken. Ich gebe dann alles, um das, was mir gezeigt/gelehrt wird, zu verstehen und möglichst auch selbst zu leben, ohne zu kopieren, imitieren oder den Kopf komplett auszuschalten. Dass man dabei natürlich an Grenzen kommt, auf innere Widerstände stößt, Erfolge aber eben auch Misserfolge hat, dürfte klar sein. Aber es begegnen einem auch Aha-Effekte, die man manchmal kaum glauben mag, sie zunächst auf Zufall bucht, aber wenn es öfter auftritt einfach nicht mehr leugnen kann.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#28
ein Hallo in die Runde.
Ihr habt es Anja zu verdanken, euch jetzt mit mir rumärgern zu müssen

Man kann mich wohl als langfrististig Inner-Circle von RS betrachten, jetzt ins Aus geschossen. Bevor Gerücht aufkommen:
nachdem ich mich geweigert hatte noch mehr Aufgaben und immer mehr und mehr und mehr zu übernehmen, knallte es gewaltig zwischen Barbara und mir. Seitdem bin ich persona non grata. Außerdem hatte ich wohl zuviel gesehen, gehört und kritisch bewertet im Laufe der langen Zeit.
Und ich passe offenbar auch nicht in die jetzt neu anvisierte Massenkompatibilität, in der auf einmal alles akzeptabel ist, was zuvor verpönt war.

Was sich nicht geändert hat ist meine Einstellung zu RS - nur zu ihren Akteuren. Da bin ich derzeit auch nicht objektiv sondern leicht bösartig gestimmt. Ich werde versuchen, das so weit ich es kann, außen vor zu lassen.

Worüber ich hinaus bin ist pro und contra und ob überhaupt und ob alles Humbug. Dazu äußere ich mich auch nicht mehr.
Wer es für Humbug halten will soll das tun. Da fehlt mir das Sendungsbewusstsein für weitere Überzeugungsarbeit.

Aber ich bin gerne bereit, RS selbst zu erklären. Eben entsprechend meinem Verständnis.
Antworten
#29
Herzlich Willkommen freuen .

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#30
ich kopiere mal rein, was ich im Polar geschrieben hatte. Es wurde gelöscht und ich gesperrt, weil ich ja gar nicht dort sein dürfte.


ich habe mir das Statement von Baumann durchgelesen.
Und ich denke man muss zwei Dinge einfach trennen.
Natürlich kann man mit unpassenden Hunden oder Fehlbesatz zusammenleben und mit gutem Management können die Hunde damit umgehen, ohne dass der Mensch Probleme bemerkt.
Das wird nicht bestritten.
Nur ist das nicht das, was BE mit RS verstanden haben möchte.
Gelebte RS bedeutet, dass man über die Anfangszeit hinaus nichts managen und regeln muss, damit es zu keinen Problemen kommt.

Man kann also zwei Wege gehen:
man erkennt zwar die Stellungen und nimmt sie zur Hilfe, wenn es darum geht, WIE man am besten managt. Das tut man aber dann in dem Bewusstsein, dass das eigene Tun nichts mit RS zu tun hat - abgesehen vom Hintergrundwissen. Man kann das Wissen nutzen, um durch Verständnis der Stellung den Umgang mit dem Hund zu seinem Nutzen stellungsgerechter zu verändern. Dabei belässt man es dann. Aber das ist nicht RS, denn es erfordert dauerhaftes Management.

Oder man lebt RS und dann muss man zusehen, für den Hund die bestmöglichen Bedingungen und Kontakte zu schaffen - auch und besonders im eigenen Haushalt.

Die Ratschläge zur Veränderung des Hausbestandes orientieren sich am Optimum unter dem Aspekt von RS.

Und natürlich haben sich die Ratschläge im Laufe der Zeit auch verändert. Das bringt ein Lernprozess, wie man unpassende Bestände am sinnvollsten verändert, zwangsläufig mit sich.
Wer weiß, vielleicht bewegt man sich im Laufe der Zeit noch näher aufeinander zu.
Eine adhoc-Veränderung des Hausbestandes hat sich nicht in allen Fällen bewährt und das wird bei zukünftigen Ratschlägen sicher berücksichtigt.
Da beginnt dann die Frage, wie man das Zusammenleben für die Hunde dennoch am schonensten gestalten kann. RS ist das nicht, weil man managt, aber es erscheint für die Hunde als aktuell beste Lösung.

Und da sehe ich durchaus zwar keine Schnittmenge, aber Berührungspunkte, an denen man sich in der Arbeit ergänzen kann.
Das setzt voraus, dass beide Seiten ihre Kompetenzen und Grenzen kennen und akzeptieren.
Die eine Seite muss erkennen, wo ein Weg im Sinne von RS möglich und sinnvoll ist und den Kunden "weiterschicken" und die andere Seite muss erkennen, wann ein Hausbestand mit Management besser zurechtkommt.

Menschlich dürfte das ein Kraftakt sein, der nicht nur große Kompetenz, sondern auch menschliche Größe voraussetzt.
Antworten


Möglicherweise verwandte Themen...
Thema Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Rudelstellungen-klargestellt marcolino 7 3.507 22.01.2015, 18:31
Letzter Beitrag: Wuschelfan



Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste