Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Kommunikation, Konzentration und Vertrauen
#1
Viele namhafte Trainer haben solche Konzepte. Jeder nennt es anders. Bei Baumanns z.B. heißt es LaKoKo.

Ich nenne es gar nicht, ich mache es einfach. zwinkern

Mehr und mehr komme ich in den Gruppen dazu, die klassische Hundeschularbeit, basierend auf den bekannten Grundsignalen, in den Hintergrund zu schieben, bzw. nicht mehr mit so einer Priorität zu betrachten. Viele kommen, weil sie einen erzogenen Hund haben wollen, aber es fehlt die Basis. Die Idee, wie kann ich mit dem Hund kommunizieren, um welches Ziel zu erreichen.

Dabei fällt mir mehr und mehr auf, dass sich die Leute bei den Dingen, die ihnen wichtig erscheinen, wie Sitz, Platz, Hier, etc. total unter Druck setzen, weil der Hund das ja können muss. Wie gruselig sie dann dadurch kommunizieren, und wie schlecht sie der Hund dann versteht, merken sie gar nicht.

Deshalb bin ich schon seit Jahren ab und an mit völlig banalen Dingen auf dem Platz aufgelaufen, um die Art zu kommunizieren an völlig Unwichtigem zu zeigen. Das hat inzwischen solche Blüten, aber auch Früchte getragen, dass ich Euch gerne davon erzählen möchte.

Ich lege alles, was ich im Fundus finde, auf den Platz, genügend Abstand von Station zu Station, damit die Individualdistanz eingehalten wird. Das sind z.B.

2 volle PET-Flaschen (0,5 Liter)
2 leere PET-Flaschen (0,5 Liter)
ein Rollerreifen
eine Poolnudel
eine Bäckerkiste mit Boden unten
eine Bäckerkiste mit Boden oben
ein Ferkelball
ein Gymnastikball
eine asymmetrische Boje
2 Verkehrshütchen (Pylonen) seitlich liegend mit den Spitzen zueinander
4 runde Teppichflecken
4 leergefutterte Haribodosen
2 mit der Rundung nach unten liegende Halbkugeln
eine Leiter, die halb die A-Wand vom Agility hoch gelegt wird

Begonnen wird mit den Teppichflicken. Ziell ist es, zunächst mit 2 Pfoten auf den Teppichkreisen zu stehen, dann auch mit 4. Der Mensch sollte am Ende der Übung aufgerichtet beim Hund stehen können, ohne ihn zu halten, und der Hund steht ruhig und entspannt auf den Teppichen. Erst auf eine Freigabe ist die Übung beendet.

Die Menschen dürfen nur richtig oder falsch kommunizieren, aber keine konditionierten Signale wie Steh geben. Sie dürfen ihre Hände, ihren Körper und ihre Stimme einsetzen, und sollen das auch. Die Ziele einer Übung sollen so gewählt werden, dass man jede Einheit mit Erfolg abschließen kann. Es soll ganz langsam und ruhig kommuniziert werden. Zwischen den Einheiten und Stationen soll Pause gemacht werden und für jeden Hund das gefunden werden, was ihn bereit macht für die nächste Einheit/Station. Das kann Schmusen sein, miteinander gehen, mit einander laufen, spielen, einfach nichts tun...

Bei den Gegenständen, die ich aufzählte, geht es im Grunde bei allen darum, mit 2 oder auch mal mit 4 Pfoten drauf zu stehen und Ruhe zu halten. So komisch der Untergrund auch sein mag.

Die Übungen wurden mit großer Skepsis oder teilweise auch mit zu großer Selbstsicherheit angegangen. In der Ausführung zeigt sich bei allen Teams die vorhandene Beziehung. Aber sie zeigt sich nicht nur, sie kann auch verbessert werden. Anhand dieser scheinbaren Banalitäten kann jeder an seiner Kommunikationstechnik feilen.

Für mich ist es großartig zu beobachten, wie unsichere Hunde wachsen können, wie zappelige Teams ruhig werden, wie schlechtes Timing verbessert werden kann, wie Hunde plötzlich Handlungen und Berührungen erdulden, weil man sie mal nicht weg lässt, wir Frustrationsgrenzen von Mensch und Hund hoch gesetzt werden, wie meditativ manche Teams nach einiger Zeit wirken, wie kaputt und müde die Hunde nach kurzer Zeit sind, und und und...

Wie gesagt, ich habe das Rad nicht neu erfunden, aber ich hatte einfach mal Lust, hier darüber zu berichten. Vielleicht hat ja der eine oder andere zuhause im Wohnzimmer mal Lust, etwas völlig absurdes nachzumachen. Z.B. den Hund mit 4 Pfoten auf je 4 Stück Feuerholz zu stellen. Oder jede Pfote in oder auf einen leer gefutterten Joghurtbecher. Oder die Pet-Flaschen-Variante, oder oder oder.

Ein Kunde von mir, der für seine extreme Ungeduld bekannt ist, und (dadurch) einen ziemlich zappeligen Hund hat, brauchte geschlagene 15 Minuten, bis sein Hund in den Haribodosen stand, aber danach waren die beiden wie ausgewechselt. Und sie strahlten. Beide. freuen

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#2
Mir schoss beim Lesen gleich eine Frage in den Kpf - warum keine konditionierten Signale? In einer Beziehung entwickelt man doch gerade die um sich zu verstaendigen? Warum soll ich die auf einmal weglassen und Hund und Menschen verunsichern?
Signal wie ein Klopfen auf ein Objekt, damit der Hund drauf steigen soll zB
Kathi, Lu und Pai
Antworten
#3
Ich meinte die klassischen Hörzeichen wie sitz, platz, steh und so. Keine bekannten Hilfen.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#4
sind Leckerchen dabei erlaubt ... ?

(... wäre vermutlich die erste Frage meines Fensterleders lachen )
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
Antworten
#5
Warum keine Hoerzeichen? Andere Signale sind aber erlaubt, wie ein Klopfen auf Oberschenkel als 'Folge mir' Signal? Was ist der Unterschied zwischen dem Hoerzeichen 'Hop' und mein Klopfen auf ein grosses Objekt? In beiden Faellen haben die Hunde gelernt entweder ihre Pfoten auf das Objekt zu stellen oder ganz drauf zu springen.

Ich wuerde mich ueber ein Video sehr freuen.
Kathi, Lu und Pai
Antworten
#6
...ich bin mal faul und Zitiere:

(17.10.2013, 19:01)kamalii schrieb: Ich wuerde mich ueber ein Video sehr freuen.
lachen
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
Antworten
#7
Nein. Futter ist bei den meisten Sachen total kontraproduktiv.

Kathi, willst Du mich nicht verstehen? Mir geht es nur um die klassischen UNTERORDNUNGSKOMMANDOS, die ich dabei nicht haben will!

Du kannst Deinem Hund aber auch ohne ein bekanntes Hopp klar machen, wenn er irgendwo mit 2 Pfoten drauf soll. Und wenn er mit vorne 2 wieder runter soll, während die hinteren drauf bleiben, nützt Dir das tollste Hopp der Welt nix, weißt, wie ich meine?

Sorry, gibt keine Videos davon.

Höchstens paar Fotos. Muss mal schauen.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#8
Nein Entschuldigung ich versteh nicht worauf du hinaus willst. Was ist fuer dich der Unterschied zwischen Unterordnungskommandos und anderen bekannten Signalen? Warum wertest du die so anders, das sie nicht benutzt werden duerfen? Ich glaube darauf will ich hinaus. Versteht das der Hund nicht? Lenkt es vom Thema ab? Geht es darum nur nonverbal zu benutzen? Wenn ja warum?

Ich hab es gerade an einer Kiste ausprobiert. ich brauche ueberhaupt keine Worte, es reicht wenn ich auf die Kiste zeige, dann stoppe ich sie in dem ich meine Hand vor ihren Brustkorb halte oder sie lobe, ich kann sie durch weiteres Zeigen bitten weiter zu gehen und sie wieder stoppen. Damit bekommen wir alle Kombinationen hin die mir eingefallen sind, 4Pfoten unten, 1 auf Box, 2 auf Box, 3 auf Box, alle drauf, 1 wieder runter usw.
Das sind aber alles Verstaendigungshilfen, die sie irgendwann, irgendwie gelernt haben. Ich habe nur wenige klassische Unterordnungskommandos, aber Wortsignale. Die duerfte ich benutzen? Warum? Und Frau Mueller, die nur Unterordnungskommandos zur Verstaendigung benutzt, muss den Mund halten?
Kathi, Lu und Pai
Antworten
#9
Ich will dich auch nicht veraergern. Mir ist das echt nicht klar.
Kathi, Lu und Pai
Antworten
#10
Kathi, Deine Hunde haben sicher viele Verständigungssignale in einem guten Kontext gelernt. Denke, Du solltest Dich da nicht als Maßstab ansetzen. Zumal ich nicht glaube, dass Du solche Übungen nötig hast, um die Kommunikation mit Deinem Hund zu verstehen, zu erlernen und zu verbessern freuen .

Für viele sind die Unterordnungskommandos die einzige "sichere" Verständigungsmöglichkeit, sie kennen kaum die Möglichkeiten, die Du jetzt genutzt hast mit der Kiste. Sie fummeln und fuddeln und hektiken, sprechen, aber können dem Hund nicht zeigen, was sie wollen. Aber der Hund muss 90x am Tag für ein Leckerlie Sitz machen. Weißt Du, was ich meine?

Ich möchte sie Verständigung lehren, und dazu sollen sie mal weg gehen von den Alltagskommandos, damit sie lernen, wie viele Möglichkeiten ihnen noch zur Verfügung stehen. Allein die Stimme zu verändern ist für viele kaum möglich. Ein Nein klingt genauso wie ein Fein. Macht der Hund einen Fehler, ist die Berührung genauso, als würde er es richtig machen. DAS möchte ich beibringen an "unwichtigen" Übungen, weil man sich dabei völlig anders einlassen kann, als würde es sich um etwas so "Wichtiges" handeln wie die Dinge, die die Menschen sonst in der Hundeschule lernen wollen.

Jetzt verständlicher geworden?

Bin mir sicher, dass Du mit Deinen Hunden alle Aufgaben im Nu lösen würdest.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten


Möglicherweise verwandte Themen...
Thema Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Kommunikation - Konditionieren - Konsequenzen Anja 16 3.053 08.02.2009, 14:34
Letzter Beitrag: Thomas



Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste