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Schilddrüsenunterfunktion und niedriger Blutzucker
#1
Hallo zusammen.
Ich hoffe, ich finde hier jemanden, der sich mit SD-Unterfunktion auskennt.

Kurz die Eckdaten: 2011 wurde bei meinem Parson Jack Russell eine SD- Unterfunktion diagnostiziert. Er bekam 1x tägl. Leventa 0,2ml. Anfang des Jahres wurden die Werte kontrolliert und die Dosierung auf 0,25 ml erhöht. Als Begleiterscheinung hat er seit 2011 starkes Muskelzittern bekommen, was als typisches Terrierzittern im Alter abgetan wurde. Der gute ist 15 Jahre alt.

Seit April 2013 bekam er leichte Epileptische Anfälle, insbesondere nach Anstrengung, sprich Gassi gehen. Irgendwie kam ich auf die Idee mal seinen Blutzucker zu messen und habe festgestellt, dass dieser total im Keller ist und die Anfälle mit der Unterzuckerung zusammenhängen.

Mit Cortison versuchen wir nun den Blutzucker auf einem annehmbaren Level zu halten, was teils gelingt.
Es ist ein Insulinom im Gespräch, aber ich sehe eher einen Zusammenhang mit dem L-Thyroxin, denn Morgens vor LT-Gabe ist der Zucker noch okay und ein halbe Stunde später im Keller. Futter plus Cortison bekommen den Wert auch nicht richtig hoch, so dass ich Traubenzucker geben muss. Ab Mittag pendelt sich das Ganze irgendwie ein und Abends geht es ihm dann richtig gut und die Werte sind beinahe im Normbereich.

Wir haben nun auf ein Humanpräparat umgestellt (Berlthyrox), davon soll er 2 x tägl. 25 µg bekommen. Immer wenn er es bekommt fällt der BZ in den Keller. Außerdem ist er mit Berlthrox extrem wach und unruhig. Habt Ihr eine Idee? Hat er vielleicht gar keine Unterfunktion mehr? Bei der letzten Blutuntersuchung wurde nur der fT4 Wert bestimmt. Dieser lag trotz L-Thyroxin im unteren Bereich.

Ich hoffe, Ihr könnt mir einen Anhaltspunkt geben oder mir sagen was ich u.U. tun kann.
Lieben Dank schon mal.
Annette
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#2
So ganz ohne mehr Werte und ohne den Hund gesehen haben ein ziemlicher Schuß ins Blaue: die Hypothyreose wird ein "thyreoid sick syndrom" sein und nur sekundär. Was sagt der Abdomenschall zum Insulinom?
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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#3
Abdomenschall wurde keiner gemacht, da, wenn Insulinom und dieses klein, eh nicht zu sehen ist.

Genaue Werte habe ich keine. Werde aber mal um Kopie der Blutuntersuchungen bitten und mich hinsichtlich "thyreoid sick syndrom" belesen.
Danke!
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#4
Hm, "thyreoid sick syndrom" weiß nicht...

Leber-, Nierenwerte okay. Herz ebenfalls okay. Hund sieht normal aus. Kein struppiges oder dünnes Fell. Auch nicht übergewichtig oder zu dünn. Alle sagen er sieht wie 10 Jahre aus.

Das einzig auffällig ist, dass er gerade einige Warzen bekommen hat (mitten im Fell, also nicht Ohr o. Schnauze) und das er sich immer die Pfoten leckt (TA meint Athrose).
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#5
Den Tumor an sich sieht man selten, aber versuchen sollte man es schon. Wie soll es denn weiter gehen?

Ich kenne es nur so, das man erst schallt, wenn dort nichts sichtbar eine Probelaparatomie macht.

Das hier ist ein Fall aus einer Tierärztezeitschrift:
Pankreastumor: Das Insulinom beim Hund ist eine seltene Neoplasie.

Es handelt sich um einen Tumor des endokrinen Pankreas, der von den ß-Zellen der Langerhans-Inseln ausgeht. Symptome sind Schwäche, epileptiforme Anfälle, Polyphagie und Polydipsie. Die klinischen Untersuchungsbefunde sind unauffällig. Im biochemischen Blutstatus kann die Glukose erniedrigt sein. Anhand des vorliegenden Fallberichts soll der mitunter schwierige Weg zur richtigen Diagnose erörtert werden.

Ein achtjähriger weiblicher kastrierter Foxterrier wurde wegen 6–8 Wochen bestehender Ataxie, Inkontinenz, Zittern, Krämpfen, Polyurie und Polydipsie vom Haustierarzt in die Tierärztliche Klinik Frankfurt überwiesen. Vor einem halben Jahr hatte der Tierhalter zwei epileptiforme Anfälle beobachtet. Die klinische Untersuchung zeigte keine auffälligen Befunde. Bei der blutchemischen Untersuchung war der Glukosespiegel mit 2,99 mmol/l deutlich vermindert (Referenz 4,28–6,94). Die Bestimmung von Insulin im Blut ergab mit 75,4 U/l (Referenz 4,9–27,cool einen erhöhten Wert. Die Ultraschalluntersuchung ließ keine Besonderheiten erkennen. Aufgrund der Verdachtsdiagnose eines Insulinoms wurde eine Probelaparotomie durchgeführt. Im Bereich des duodenalen Schenkels der Bauchspeicheldrüse ließen sich zwei stecknadelkopfgroße derbe Tumore palpieren. Der betroffene Schenkel wurde mittels „Suture Fracture“ Technik in toto entfernt. Die Exploration der Bauchhöhle ergab keine Hinweise auf Metastasen. Die klinische Verdachtsdiagnose eines Insulinoms konnte durch die histologische Untersuchung bestätigt werden. Die Häufigkeit von Insulinomen korreliert positiv mit dem Lebensalter der Tiere. In biologischer Hinsicht verhalten sich Insulinome beim Hund meistens bösartig. Die Metastasierung erfolgt in die regionären Lymphknoten des Magen-Darm-Traktes sowie in Leber, Mediastinum und Milz. Die Lunge ist in der Regel nicht betroffen. Insulin hat ein weitreichendes Wirkungsspektrum. Demzufolge zeigt auch der Insulinüberschuss eine vielfältige Symptomatik. Vereinfacht lässt sich sagen, dass alle Mechanismen zur Bereitstellung von Glukose gehemmt und der Glukoseverbrauch im Körper gesteigert wird. Der Hyperinsulinismus führt über den Abfall der Glukosekonzentration im Blut zu einer zerebralen Symptomatik. Bei länger anhaltenden Hypoglykämien wird das Gehirn irreversibel geschädigt. Auch andere Organe wie Herz, Nieren und Leber sind auf die ausreichende Zufuhr von Glukose angewiesen. In der hypoglykämischen Krise stirbt ein Hund selten. Es treten Gegenregulationen in der Form ein, dass Glukagon aus dem Pankreas sowie Adrenalin und Cortisol aus der Nebenniere und Wachstumshormon (GH) aus der Hypophyse zur Antagonisierung der Insulinwirkung freigesetzt werden. Die Konsultation durch den Tierhalter erfolgt meistens wegen allgemeiner Schwäche des Tieres, Krampfanfällen, Polyphagie oder Polydipsie. Hinzu kommt eine vegetativ-nervöse Symptomatik mit Schwindel, Müdigkeit und Tachykardie. Später treten Störungen des zentralen Nervensystems mit Dämmer- und Erregungszuständen oder Lähmungen auf. Die Intensität der klinischen Erscheinungen hängt von der Dauer der Krankheit und dem Ausmaß der hypoglykämischen Krisen ab. Bei längeren Krankheitsverläufen werden von den Tieren relativ niedrige Glukosespiegel ohne klinische Ausfallserscheinungen toleriert. Das Problem der Diagnostik besteht darin, dass die Hypoglykämien episodenhaft auftreten und immer nur kurze Zeit anhalten. In der Labordiagnostik steht die Bestimmung des Glukosespiegels im Blut an erster Stelle. Falls eine Hypoglykämie nicht nachgewiesen werden kann, sollte der Hund im Verdachtsfall nüchtern bleiben und weitere Glukose-Bestimmungen in zweistündlichen Abständen erfolgen. In der Regel sind dann schon innerhalb der nächsten zwölf Stunden verminderte Werte zu finden. Die Langzeitprognose des Insulin-produzierenden Tumors ist vorsichtig zu stellen. Die oft inoperablen Geschwülste oder nicht zu lokalisierenden Metastasen führen über kurz oder lang wieder zu Hypoglykämien. Die mittlere Überlebenszeit von Hunden nach erfolgreicher Operation beträgt etwa 300-350 Tage, nur 15 % erreichen eine Überlebenszeit von zwei Jahren und länger.

Die Schilddrüse ist ein sehr empfindliches und reaktives Organ, ebenso wie ihre Steuerorgane. Das thyreoid sick syndrom haben wir bei mehr als 2 Drittel der Fälle mit niedrigen Werten...
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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