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Schutzhundeausbildung
#21
So sehe ich das auch. Wobei ich selbst in dieser Disziplin angetreten bin, um mir selbst zu beweisen, dass ich gar kein Skalpell zu nutzen brauche, sondern auch mit Bordmitteln zum Ziel komme. Und dieses Ziel heißt ganz sicher nicht Bundessiegerprüfung!

In dem Verein, wo ich mit Coffie seit einigen Monaten trainiere, gibt es eine ältere Dame, die einen wundervollen Gebrauchshund führt, der auch schon gedeckt hat. Dieser Hund lebt mit ihr in der Familie, er ist mit Menschen freundlich, er hat Hundefreunde, mit denen er soziale Kontakte pflegt, und er hat gute Prüfungen bestanden. An diesem Hund war nie ein Hilfsmittel, das Schmerzen verursachen könnte. Die Dame hat schon vor vielen Jahren entgegen aller Widerstände im damaligen Vereinsumfeld einfach ihr Ding gemacht, wurde belächelt und verspottet. Als sie ihre Prüfungen bestanden hatte, besser als die Schimpansen, hat man ihr noch nicht mal gratuliert.

Aber ihr ist es zu verdanken, dass sich dort die Gesinnung gewandelt hat, und dass Menschen wie ich dort trainieren können, und auch anderen beim Training zusehen können, ohne dass einem die Tränen kommen. So KANN es laufen, und ich wünsche diesem Sport, dass es in vielen kleinen Ortsgruppen von vielen Gebrauchshundevebänden SO läuft. Nur wird das hier und da ein Prozess sein, der einfach dauert. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Auch meine Arbeit mit dem Bö könnte ein Beitrag sein, dass der eine oder andere seine Einstellung überdenkt.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#22
Bei allen Beiträgen der Beführworter der Schutzarbeit lese ich immer nur:

Ja, gegen Starkzwang bin ich auch, ich habe gesehen, dass es anders geht, mit der alten Garde will ich ja nichts zu tun haben.
Es gibt Erklärungen über das Wie und Wie Nicht, aber niemand beantwortet auch nur annähernd die Frage nach dem Warum?

Warum brauche ich das? Warum muss ich meinen Hund auf dieses Level fahren?
Klar, ein Hund, zumal ein "Gebrauchshund", braucht Arbeit, Beschäftigung.
Aber braucht er den Schutzdienst? Braucht er, dass er irgendwann eins
mit dem sogenannten Softstock übergebraten bekommt? Nein, er braucht das nicht.

Alle Bedürfnisse und Triebe eines Hundes lassen sich auf - ich sag jetzt mal bewusst - friedliche Art und Weise befriedigen.

Ich glaube auch nicht, dass Bilder von Schutzarbeit, wie auch immer geartet, die , ohnehin schon äußerst miese Stimmung gegen Hunde in unserer Bevölkerung verbessern.
Solche Bilder schüren eher Angst bei Menschen, die es eh schon nicht so mit Hunden haben.

Apropos Softstock: Hat sich schon mal jemand damit schlagen lassen? Och, der ist ja soft.
Aber riesige Aufschreie, wenn jemand mal die Zeitung zusammen rollt und seinem Hund damit auf den Hintern haut oder Rebellion, wenn Herr Fichtlmeier einem Hund, der ihn respektlos ins Gesicht, springt eine Ohrfeige verpasst.
In meinen Augen alles etwas paradox.

(22.09.2013, 10:03)Anja schrieb: ...... Dieser Hund lebt mit ihr in der Familie, er ist mit Menschen freundlich, er hat Hundefreunde, mit denen er soziale Kontakte pflegt......

Es macht mich doch schon ziemlich nachdenklich, dass diese Tatsachen so betont und überhaupt erwähnt werden müssen.
Eine solche Erklärung habe ich noch niemals über Hunde gehört, die Agiltiy oder Fährte machen, Rettungshunde oder irgendeine andere Arbeit/ Aufgabe erledigen.

Ich frage noch mal ganz explizit: Warum braucht man einen Hund, der Schutzarbeit macht?
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#23
(22.09.2013, 12:14)Gerti schrieb: Ich frage noch mal ganz explizit: Warum braucht man einen Hund, der Schutzarbeit macht?

nun gerti warum braucht der hund schutzarbeit ? kann ich dir auch nicht beantworten weil ich keinen hund hab mit dem man das machen könnte. ich kann dir aber in so weit antworten an hand eines anderen beispiels. er gibt im schlittenhundesport bereich leute die fragen: "warum muss ein nordischer hund ziehen ?"

darauf würde ich antworten weil er sich dazu eignet, weil er dafür gezüchtet wird dies zu können.

jetzt könnte man bei der antwort wieder fragen ja aber warum muss ich das machen, der hund könnte doch auch was anderes tun ausser zu ziehen ?
hierrauf muss man sich mal generell mit den einzelnen hunden und ihrer eigenheiten befassen. der leistungsschlittenhund, sei es husky oder malamute, die eignen sich nur selten für agility, als blindenführhund, für fährtenarbeit usw.
man kann dies mit den hunden tun aber man wird selten die leistungen erzielen die eine andere hunderasse erzielen kann. auch schutzhundearbeit wäre kaum möglich mit einem nordischen hund.

wenn man sich aber hier mal jetzt die entsprechenden rassen anschaut die in dem schutzhundesport eingesetzt werden und schaut sich das verhaltensinventar dieser hunde an wird man feststellen das viele der eigenschaften diesem sport entgegenkommen. nun, wenn man sich jetzt mal alle hunde egal in welchem hundesport auch immer anschaut und es wird vernünftig mit ihnen gearbeitet kann man eigentlich ausgeglichene,zufriedene und gut erzogene hunde sehen. wie gesagt, hier jetzt davon ausgegangen es wird wirklich sauber in den sportarten gearbeitet....warum dann also nicht mit einem hund die sportart wählen die den eigenschaften des hundes entgegenkommt ?

weil der hund zur "waffe" gemacht wird keinen schutzhundesport ? sauber gearbeitet und der hund ist keine waffe. ich sehe da keine probleme. probleme sehe ich nur da wo der hundehalter ein wertesystem verlässt. das wäre der fall bildet man hunde für den hundekampf aus, bildet man hunde aus um sie auf der straße real gegen menschen einzusetzen. wenn der mensch den erfolg über den spaß stellt. wenn dem menschen eine urkunde und ein pokal wichtig werden und der ehrgeiz die oberhand gewinnt.

man könnte genauso fragen warum flyball, warum agility, warum longgieren ? nur weil das so schön friedlich ist ?

warum betreibt der mensch kampfsport, warum schießsport ? ganz einfach weil wir nicht alle gerne tischtennis oder federball spielen würd ich sagen kopfkratz
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#24
Ich antworte heute erstmal nur ganz kurz:


(22.09.2013, 13:38)happy schrieb: warum betreibt der mensch kampfsport, warum schießsport ?

Das frage ich mich ehrlich gesagt schon seit Jahrzehnten und sehr ernsthaft.
Vielleicht schlägt hier meine eigene, absolute gewaltfreie Erziehung zu Buche, meine Eltern, die mich mit ihrer Geschichte im Hintergrund,
zu einem Menschen gebildet haben, der jegliche Gewalt gegen jegliche Lebewesen ablehnt.
Aber trotzdem hinkt dein Vergleich für mich.
Jedem Menschen sei es überlassen, ob er (auf sportlicher Ebene) anderen die Fresse poliert oder sich selbst polieren lässt.
Bitte, wer`s mag...
Aber hier wird ein Tier benutzt, um im übertragenen Sinne, die Fresse zu polieren und im realen Sinne verkloppt zu werden.
Und spätestens hier hört es für mich auf.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#25
(22.09.2013, 12:14)Gerti schrieb: Warum brauche ich das? Warum muss ich meinen Hund auf dieses Level fahren?
Klar, ein Hund, zumal ein "Gebrauchshund", braucht Arbeit, Beschäftigung.
Aber braucht er den Schutzdienst? Braucht er, dass er irgendwann eins
mit dem sogenannten Softstock übergebraten bekommt? Nein, er braucht das nicht.

Ich frage mich an dieser Stelle, welche der "modernen" Auslastungsformen, die für unsere Hunde heutzutage angeboten werden, braucht irgendein Hund dieser Welt? Und dazu zählt sicher auch der moderne Schutzdienst.

Ein passendes Rudel, einen Wald, und die Welt ist rosa. Mehr brauchen sie nicht. Das dürfte Fakt sein.

Aus meiner Sicht ist Hundehaltung purer Egoismus. Manche Menschen zwingen ihre Hunde zu Dingen, die sie selbst gerne tun möchten, manche Menschen machen sich zumindest die Mühe, zu schauen, was von dem, was sie toll finden, mag der Hund wenigstens auch ein klein Wenig.

Nach meiner Emfindung hat ein gut motivierter Hund bei der Aktion mit dem Softstock weniger zu erleiden, als wenn er in einer Konfliksituation mit dem Menschen mit der Zeitung eins verplättet bekommt, weil er in dem Moment in einer völlig anderen emotionalen Lage ist. Davon mal ganz abgesehen, dass ich schon alle möglichen und unmöglichen Dinge nach meinem Hund geschmissen habe, wenn er auf Distanz meint, überlegen, diskutieren, oder sich umentscheiden zu müssen. Bin da eher nicht so zart besaitet, und er auch nicht. zwinkern

Ja, ich habe mich schon mit einem Softstock hauen lassen, und auch auf empfindliche Stellen wie knöchel... das Ding ist ein Witz. Es macht vor allem eins: LÄRM!

(22.09.2013, 12:14)Gerti schrieb: Alle Bedürfnisse und Triebe eines Hundes lassen sich auf - ich sag jetzt mal bewusst - friedliche Art und Weise befriedigen.

Ich glaube auch nicht, dass Bilder von Schutzarbeit, wie auch immer geartet, die , ohnehin schon äußerst miese Stimmung gegen Hunde in unserer Bevölkerung verbessern.
Solche Bilder schüren eher Angst bei Menschen, die es eh schon nicht so mit Hunden haben.
Das mit den Bildern aus der Schutzdienstarbeit kann ich nur ein Stück weit nachvollziehen. Schutzdienst wird nicht in der Öffentlichkeit praktiziert, daher... wann sieht man schon mal irgendwelche entsprechenden Bilder.

Für mich geht es beim Schutzdienst sehr friedlich zu. Es ist ein Spiel. Und wenn Du Deinen eigenen Hund beobachtest, wie er aus sich heraus geht, wie er Abläufe kennen und verknüpfen lernt, wie motiviert er an die Arbeit geht, dann denkst Du anders. Ich hatte zuvor keinen Hovi, der sich geeignet hätte. Jetzt habe ich einen. Vor 10 Jahren noch habe ich genau so argumentiert wie Du, Gerti. Ich verstehe Dich total. Kann Dir nur sagen, sprich mit den richtigen Menschen, und SCHAU es Dir bei denen auch AN. Alles andere ist reine Theorie. Wenn Du offen zusehen kannst, dann wird Dir Dein Bauch die Antwort geben. In der jeweiligen Situation. Ist das da gut? Ist das da schlecht.

(22.09.2013, 12:14)Gerti schrieb: Aber riesige Aufschreie, wenn jemand mal die Zeitung zusammen rollt und seinem Hund damit auf den Hintern haut oder Rebellion, wenn Herr Fichtlmeier einem Hund, der ihn respektlos ins Gesicht, springt eine Ohrfeige verpasst.
In meinen Augen alles etwas paradox.

Nö, nicht von mir.

(22.09.2013, 12:14)Gerti schrieb:
(22.09.2013, 10:03)Anja schrieb: ...... Dieser Hund lebt mit ihr in der Familie, er ist mit Menschen freundlich, er hat Hundefreunde, mit denen er soziale Kontakte pflegt......

Es macht mich doch schon ziemlich nachdenklich, dass diese Tatsachen so betont und überhaupt erwähnt werden müssen.
Eine solche Erklärung habe ich noch niemals über Hunde gehört, die Agiltiy oder Fährte machen, Rettungshunde oder irgendeine andere Arbeit/ Aufgabe erledigen.
Richtig... die ganzen Schimpansenhunde... die armen Socken, die nur für Pokale im Zwinger gehalten werden, die kommen größtenteils im Schutzhundesport vor. Das heißt aber nicht, dass deshalb eine komplette Sportart, nur weil sie noch (zu) viele Altlasten mit sich herum schleppt, schlecht ist und verboten gehört.

Ich sage es mal anders: Es gibt mehr und mehr schadstoffarme, moderne Autos. Es rollen aber auch noch viele alte Dreckschleudern durch die Lande, die Sprit fressen ohne Ende, und die was auch immer da hinten raus ballern, Öl verlieren etc. Irgendwann werden sie aus dem Straßenbild verschwunden sein, und es hat sich was für die Umwelt getan.

So ist es, mal sehr abstrahiert, auch bei anderen Dingen. Sie brauchen eine gewisse Zeit, bis etwas Neues, Besseres sich durchgesetzt hat. Und da es sich hier um eine Traditionssportart handelt, wird es noch viel länger brauchen, bis die Betonköpfe aufgesprengt worden sind.

Übrigens, Fährte ist ein Bestandteil der IPO, also das müssen die auch können! Unterordnung, Schutzdienst, Fährte.

(22.09.2013, 12:14)Gerti schrieb: Ich frage noch mal ganz explizit: Warum braucht man einen Hund, der Schutzarbeit macht?
Niemand, abseits von Diensthundeführern, braucht einen Hund, der ernsthafte Schutzarbeit macht.

Für mich würde auch keine Welt zusammen brechen, wenn morgen sportlicher Schutzdienst, wie ich ihn mache, verboten werden würde. Auch würde mein Hund nicht an Unterbeschäftigung zugrunde gehen.

Es ist eine ganz persönliche Herausforderung für mich als ehemalige große Kritikerin dieser Sportart, meinen Hund in dieser Disziplin langsam aber sicher und vor allem mit ganz viel Spaß auszubilden, um mir selbst (und denen, die es interessiert) zu beweisen, dass es gehen kann. Das hat sich aber auch nur ergeben, weil ich a) durch Zufall an den für mich passenden Ausbilder hin gestolpert bin und b) mein Hund die entsprechende Veranlagung so deutlich zeigt, dass es einfach eine Freude ist, mit ihm an diesem Thema zu arbeiten.

Ich empfinde Kampfsport übrigens als ganz große Kunst. Was ich nicht mag, ist boxen. Das gruselt mich, und mir fehlt jegliche Sinnhaftigkeit. Ich hasse Fußball wie die Pest, aber dennoch respektiere ich Menschen, die Freude daran haben, oder nachts um 4 aufstehen, um sich einen Kampf im TV anzusehen.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#26
(22.09.2013, 19:18)Gerti schrieb: ...um im übertragenen Sinne, die Fresse zu polieren und im realen Sinne verkloppt zu werden.

gerti ich verstehe deine auffassung und deine sicht eben zum beispiel zum kampfsport aber eben genau darum geht es ja gar nicht beim kampfsport. zum beispiel beim boxen (jahrelang selber geboxt...), der sinn ist ja gerade beim boxen nicht getroffen zu werden. boxen ist fechten mit der faust, es geht ums punkten und nicht darum dem gegner schaden und schmerzen zu zu fügen...judo, beim judo das gleiche. boxen war mal eine bzw. ist eigentlich eine selbstverteidigungssportart.

aber wir schweifen da ein bißchen ab...
nun wird ja wieder auf den hund gesetzt in der wolfsabwehr, der hund soll nutztierherden schützen. genau das gab es schon seit jahrhunderten das hunde eingesetzt wurden um zu schützen. der mensch macht sich also den hund schon sehr lange zum nutzen. genau aus diesem geschichtlichen werdegang ist sozusagen der schutzhundesport entstanden, weil eben sich der hund dazu eignet dank seiner anlagen.

und nun muss ich wieder fragen, warum sollte der mensch diese anlagen nicht nutzen um daraus einen sport zu entwickeln und diesen zu betreiben ?

auch muss man mal über das schmerzempfinden eines hundes reden an dieser stelle. das schmerzempfinden eines hundes ist weit höher als das eines menschen. hier kann man und man sollte auch nicht selber sein eigenes menschliches schmerzempfinden als bemessungsgrundlage nehmen um nun zu beureilen ob das schlagen mit dem stock weh tut. sicherlich wird der hund dieses registrieren aber nicht in der stärke wie ein mensch das wahrnehmen wird.

wir alle haben schon mal hunde kämpfen sehen, vielleicht hat der eine oder andere dabei auch schon mal verletzungen gesehen die sich zwei hunde gegenseitig zugefügt haben in einer auseinandersetzung. würden hunde solche extremen schmerzen empfinden wie wunden dabei manchmal aussehen würden hunde gar nicht in dieser weise kämpfen. soviel würd ich erst einmal zum thema das schmerzempfinden eines hundes sagen.
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#27
Nu aber mal langsam, happy.

Wenn dem so ist, wie du behauptest, warum gewinnt beim Boxen dann nicht derjenige, der am besten ausweichen konnte,
sondern der, der die meisten Treffer plaziert hat oder am besten noch den Gegner K.O. schlägt?

Dass unter Stress das Schmerzempfinden runterfährt oder ganz ausschaltet, ist doch auch beim Menschen bekannt.
Für mein persönliches Empfinden rechtfertigt das überhaupt nichts.
Die Verletzungen oder auch psychischen Schäden bleiben die gleichen.

(22.09.2013, 22:00)Anja schrieb: Wenn Du offen zusehen kannst, .....

Hier liegt ganz ohne Zweifel auch ein Knackpunkt bei mir. Das kann ich nicht.
Aus den verschiedensten Gründen, die ich schon genannt habe.
Ich bin auch ganz ehrlich, fast alle meine Argumente kommen aus dem Bauch heraus und müssen für niemanden sonst gelten.
Was ein Schutzdienst mit einem Hund macht, kann ich nicht fundiert darlegen, dazu fehlt mir einiges an Wissen.
Genau deshalb finde ich es auch besonders traurig, dass nicht Thomas oder/und Hansgeorg sich hier mal ganz sachlich einbringen.
Auch ich würde hier gerne dazu lernen.

(22.09.2013, 22:00)Anja schrieb: Ein passendes Rudel, einen Wald, und die Welt ist rosa. Mehr brauchen sie nicht. Das dürfte Fakt sein.
Na, hier erlaube ich mir mal, ganz entschieden zu widersprechen und bin mir auch sicher, dass das nicht deine ehrliche Auffassung ist.
Es würde nämlich Thomas`Theorie untermauern, dass die meisten Menschen Hunde für blöd halten und unterschätzen.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
#28
(23.09.2013, 11:42)Gerti schrieb: Dass unter Stress das Schmerzempfinden runterfährt oder ganz ausschaltet, ist doch auch beim Menschen bekannt.
Für mein persönliches Empfinden rechtfertigt das überhaupt nichts.
Die Verletzungen oder auch psychischen Schäden bleiben die gleichen.

Wenn ich arbeite, bin ich nicht gestresst, sondern hoch motiviert in meinem Modus. Da empfinde ich keinen Hunger, keinen Durst, merke keinen Regen, und wenn mir die Kniescheibe raus rutscht, nehme ich das kaum zur Kenntnis, während ich das in völliger Entspannung ganz anders bewerte. Ich denke, die Stock"schläge" gehen eher in diese Richtung. Schmerzen fügt dieser Stock nicht zu. Zumindest nicht diejenigen, die ich kenne. Er sorgt für eine Belastung des Hundes, der weiterhin seiner Motivation nachgehen soll, sein Ziel zu erreichen. Sein Ziel ist es, den Ärmel geschenkt zu bekommen.

(22.09.2013, 22:00)Anja schrieb: Wenn Du offen zusehen kannst, .....

Hier liegt ganz ohne Zweifel auch ein Knackpunkt bei mir. Das kann ich nicht.
Aus den verschiedensten Gründen, die ich schon genannt habe.
Ich bin auch ganz ehrlich, fast alle meine Argumente kommen aus dem Bauch heraus und müssen für niemanden sonst gelten.
[/quote]
Mein Bauch war auch so. Und er hat gelernt. Dennoch ist der Weg, den ich gehe, ein sehr einsamer. Mit meinem Aufbau stehe ich alleine da und werde vermutlich belächelt. Man glaubt mir nicht, dass ich damit zum Ziel komme. Selbst Hans Georg hat es ja als Pillepalle bezeichnet.

(23.09.2013, 11:42)Gerti schrieb:
(22.09.2013, 22:00)Anja schrieb: Ein passendes Rudel, einen Wald, und die Welt ist rosa. Mehr brauchen sie nicht. Das dürfte Fakt sein.
Na, hier erlaube ich mir mal, ganz entschieden zu widersprechen und bin mir auch sicher, dass das nicht deine ehrliche Auffassung ist.
Es würde nämlich Thomas`Theorie untermauern, dass die meisten Menschen Hunde für blöd halten und unterschätzen.
Es gibt ja auch noch andere Theorien. Mit einer davon beschäftige ich mich seit einigen Monaten, mal mehr mal weniger intensiv.

Diejenigen, die sich passende Rudel oder Teilrudel zusammen gestellt haben, bzw. ihren Hunden passende Hunde zum "Arbeiten" als Gassigehpartner ermöglichen, berichten davon, dass diese Hunde völlig entschleunigt in der Natur miteinander arbeiten, und keinerlei Beschäftigungsarten mehr benötigen, gesund werden, Allergien verlieren, etc.
Die Menschen, die diese Theorie in der Praxis zu 100% umzusetzen versuchen, zollen ihren Hunden (nach eigener Darstellung) den höchstmöglichen Respekt überhaupt. Sie respektieren die Fähigkeiten der Hunde weit mehr als jeder noch so hoch qualifizierte Ausbilder egal welcher Couleur auch immer.

Das, was dort gelebt wird, scheint Natur pur zu sein und klingt teilweise mehr als phantastisch.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#29
(23.09.2013, 13:10)Anja schrieb:
(23.09.2013, 11:42)Gerti schrieb: Dass unter Stress das Schmerzempfinden runterfährt oder ganz ausschaltet, ist doch auch beim Menschen bekannt.
Für mein persönliches Empfinden rechtfertigt das überhaupt nichts.
Die Verletzungen oder auch psychischen Schäden bleiben die gleichen.
Hey

Wenn ich arbeite, bin ich nicht gestresst, sondern hoch motiviert in meinem Modus. Da empfinde ich keinen Hunger, keinen Durst, merke keinen Regen, und wenn mir die Kniescheibe raus rutscht, nehme ich das kaum zur Kenntnis, während ich das in völliger Entspannung ganz anders bewerte. Ich denke, die Stock"schläge" gehen eher in diese Richtung. Schmerzen fügt dieser Stock nicht zu. Zumindest nicht diejenigen, die ich kenne. Er sorgt für eine Belastung des Hundes, der weiterhin seiner Motivation nachgehen soll, sein Ziel zu erreichen. Sein Ziel ist es, den Ärmel geschenkt zu bekommen.


LG Anja

Ist schon merkwürdig, keinen Stress!

Nun, was glaubst du, hat deine Empfindungen so dramatisch reduziert?

Menschen die Hartarbeiten müssen, oder großer Hitze ausgesetzt sind, stark frieren usw., was haben diese Menschen gemeinsam?

Genau, viel Stress!

Anders ausgedrückt, Stress erfolgt nicht nur, wenn der Kampf- oder Flucht-Modus aktiviert wird, so wie wir uns das herkömmlich vergegenwärtigen, sondern allgemein bei entsprechend (großer) Anstrengung/Belastung.

Nun, das ist nicht nur bei dir der Fall, sondern auch bei den beteiligten Hunden.

Deshalb machen sich auch Schmerzen und Verletzungen in aller Regel, oftmals erst hinterher, manchmal auch verzögert noch viel später bemerkbar.
Zur Erinnerung, eines der Stresshormone, nämlich das Kortisol, braucht von wenigen Minuten bis Stunden, oder sogar Tage, um wieder auf Normal-Niveau abzusinken.

Und noch eine kleine Anmerkung:
Bei Formel 1 Piloten wurden mal über einen längeren Zeitraum die Kortisol-Werte gemessen, mit der Erkenntnis, das sie einige Tage brauchen um ihren Kortisol-Wert von den Anstrengungen (Stress) auf Normalwerte zu bringen. Das sind in aller Regel austrainierte Sportler, von wegen Stressabbau durch Bewegung.

Viele Zusammenhänge sind viel komplexer, als man gemeinhin so allgemein glaubt.



Dass verbreitete Annahmen nicht unbedingt wahr sind und dass das ultimative Kriterium für Wahrheit ein empirischer Nachweis ist und nicht die Beliebtheit der Meinung (J. P. J. Pinel Biopsychologe).
lg hansgeorg
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#30
Schön Hansgeorg, das war ja mal wenigstens ein Anfang. lachen

Jetzt wäre aber meine erste, ganz naive Frage:

Hat ein Hund bei der Schutzarbeit positiven oder negativen Stress?

Oder ist das gar von Hund zu Hund verschieden? Hängt es wirklich mit der Ausbildungsmethode zusammen?
Und dann schließt sich meine 2., ebenso naive Frage an:
Kann es auf Dauer oder bei häufigem Vorkommen gesund sein, einen lang anhaltend, hohen Kortisolpegel zu haben?

Wie unterscheidet sich der Stress eines Hundes im Schutzdienst von dem eines anderen, der bspw. einen Agility Parcour läuft?

Sorry, alles Dinge, die mir nicht ganz klar sind.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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