Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Schutzhundeausbildung
#71
Der Bär hat mich im Ernstfall jedenfalls im Stich gelassen. Der Bär hätte mir im Schutzdienst den Vogel gezeigt.

Das Bö wird mich im Ernstfall nicht im Stich lassen, aber er wird den Schutzdienst nicht mit dem Ernstfall verknüpfen, sondern dann in einem völlig anderen Bereich agieren.

Das ist genau das, was Gerti mit der ZTP von Trudel beschreibt. Sie wissen, was ist Spiel und was ist Ernst. Wenn man sie denken lässt, und wenn man ihre Intelligenz und ihre Fähigkeiten zu würdigen weiß.

Und ich glaube darin unterscheide ich mich von vielen Hundesportlern. Übrigens bezeichne ich mich nicht als solche.

Es ist wie früher in Stuttgart. Man sah mich in der Designerszene, ich war auf ihren Parties, aber ich gehörte nie wirklich dazu. So ist es wohl mit allen Gruppierungen, ich bin zwar irgendwie dabei, manchmal auch nur für eine begrenzte Zeit, aber ich gehöre nie dazu. Vermutlich passe ich einfach nicht in ein Schema, das gefordert wird, um wirklich "drin" zu sein.

Damit lebe ich seit 43 Jahren ganz gut, bzw. ich habe wohl gelernt , es zu akzeptieren.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#72
Moin Anja,
Was macht dich da so sicher, das Bö den im Ernstfall keine Verknüpfung zum Sd bekommt?

Bin heute Helfer beim Wettkampf THS. Beim Geländelauf nimmt einer teil, der aktiv SD betreibt und als erfahener Hundeführer in diesem Sport gilt. Genau dessen Hund hat bei der Chipkontrolle vor ca einer halben Stunde die Leistungsrichterin Krankenhausreif gebissen. Ohne Sie kein tunier.

Ne Chipkontrolle ist ja jetzt nicht unbedingt ne bremsliche situation... Der Punkt erfahrung hat rein gar nichts genützt.
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
Antworten
#73
Ob das an der schutzhundausbildung lag, wage ich mal zu bezweifeln. Ich habe jahrelang die chipnummer vor agilityturnieren überprüft- jeder dritte Hund ließ das nicht freiwillig und viele auch mit versuchtem zahneinsatz über sich ergehen. Wird sowas eigentlich nicht geübt? Oder kennen die Leute ihre Hunde nicht?
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
Antworten
#74
Norbert, weil ich alles daran setze, dass mein Hund Respekt vor dem Menschen und auch vor dem menschlichen Körper hat.

Ich kenne zig Familienhunde, vor allem Kleinhunde, die es nicht zulassen, dass man sie bürstet, ihnen Zecken entfernt, ihnen Wunden versorgt, etc.
Die beißen um sich, dass Du denkst, man will ihnen ans Leder.

Das hat NICHTS aber genau GAR NICHTS mit Schutzdienst zu tun. Das hat etwas mit Vertrauen zu tun, mit gegenseitigem Respekt, und mit Grenzen, die man einem Hund von Welpe an aufzeigt.

Ich mache im Moment ein Training mit meinen Gruppen, da geht es um Kommunikation, Konzentration, Vertrauen, und was der Mensch mit dem Hund alles tun darf. Die Aufgaben sind losgelöst von allem Alltäglichen, kein Hund braucht das, was ich dort "verlange", aber es spiegelt exakt die Beziehung wider, die zwischen Mensch und Hund besteht. Mal ein Beispiel: 4 leere Haribo-Plastikschüsseln. Ziel ist, der Hund steht mit allen Vieren ruhig und so lange, wie der Mensch es möchte, in den Schüsseln.
Oder 2 volle Pet-Flaschen. Der Hund soll mit 2 Pfoten darauf stehen. Manche haben schon Mühe, ihren Hund auf 4 Teppichpunkte zu stellen, ohne dass er nach ihnen "greift" und sich damit verbittet, dass man irgendwelche "Handlungen" an ihm vornimmt. Schutzdienst macht von denen keiner.

Im Junghundekurs, wenn ich körperliche Korrekturen zeige, weiß ich immer schon im Vorfeld, welcher Hund greifen wird. Das hat etwas mit ERziehung und mit BEziehung zu tun, nicht mit einer ausgeübten Sportart. Aber bei einer solchen Veranstaltung mag das eine zum anderen kommen, da kumuliert sich Erziehung, Beziehung, Stress etc. Ich kenne nicht viele Sporthunde, die erzogen wurden, oft werden sie nur ausgebildet. Und da liegt der Unterschied zwischen den Risikokandidaten und meinem Bö.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#75
@Fliege: krass, hätt nicht gedacht das so viel (jeder 3te) beim Chip auslesen Zähne zeigt. traurig

(06.10.2013, 09:37)Anja schrieb: Ich kenne nicht viele Sporthunde, die erzogen wurden, oft werden sie nur ausgebildet. Und da liegt der Unterschied zwischen den Risikokandidaten und meinem Bö.
hm, ok.
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
Antworten
#76
(06.10.2013, 01:28)Anja schrieb: ...So ist es wohl mit allen Gruppierungen, ich bin zwar irgendwie dabei, manchmal auch nur für eine begrenzte Zeit, aber ich gehöre nie dazu. Vermutlich passe ich einfach nicht in ein Schema, das gefordert wird, um wirklich "drin" zu sein.
.
.
LG Anja

*stellteuchhiereinenklatschendensmilievor*
Antworten
#77
Inzwischen bin ich bekennender Outlaw, auch auf meinem Gebrauchshundeplatz. Sie akzeptieren mich trotzdem, respektieren tun sie mich nicht. Aber das ist mir egal.

"Denn ich mach mein Ding, scheißegal was die Anderen sagen... *träller*

Inoffiziell habe ich eine Wette laufen mit dem Ausbildungswart. Er meinte, eine hässliche IPO1 könnte ich so vielleicht grad noch so hin bekommen, aber im untersten Punktebereich. Mehr nicht. Nun... man wird sehen. Jaaaaahre später... wir haben keinen Zeitfaktor in die Wette mit einbezogen.

Einstweilen spielen wir schön vor uns hin und sehen dem Hund beim Denken zu, während andere vor lauter Trieb noch nicht mal mehr sehen, an wessen Fuß sie sich beamen, wenn sie aus dem Verbellen am Versteck abgerufen werden zwinkern Finde es immer wieder "amüsant", wenn ich sehe, wie manche einfach nur abspulen.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#78
Ich hab das Zitat wirklich auf den Satz bezogen- stehe hier nicht in der Materie. Aber der Satz.... passt auch auf mich so schön zusammenfassend freuen
Antworten
#79
Hey

(06.10.2013, 07:47)Dieselross schrieb: Moin Anja,
Was macht dich da so sicher, das Bö den im Ernstfall keine Verknüpfung zum Sd bekommt?

Bin heute Helfer beim Wettkampf THS. Beim Geländelauf nimmt einer teil, der aktiv SD betreibt und als erfahener Hundeführer in diesem Sport gilt. Genau dessen Hund hat bei der Chipkontrolle vor ca einer halben Stunde die Leistungsrichterin Krankenhausreif gebissen. Ohne Sie kein tunier.

Ne Chipkontrolle ist ja jetzt nicht unbedingt ne bremsliche situation... Der Punkt erfahrung hat rein gar nichts genützt.

Ehrlich gesagt wundert mich hier nichts.

Leider glauben zu viele Hundehalter, wie du siehst auch sehr erfahrene HH, das die Hunde Maschinen seien. Sie sollen wie auf Knopfdruck zeigen was man von ihnen erwartet, ohne deren Natur zu berücksichtigen.

Das ist nicht nur dumm gelaufen, den Rest spare ich mir.

(06.10.2013, 07:53)Fliege schrieb: Ob das an der schutzhundausbildung lag, wage ich mal zu bezweifeln. Ich habe jahrelang die chipnummer vor agilityturnieren überprüft- jeder dritte Hund ließ das nicht freiwillig und viele auch mit versuchtem zahneinsatz über sich ergehen. Wird sowas eigentlich nicht geübt? Oder kennen die Leute ihre Hunde nicht?

Siehe oben.

Es gibt grob zwei zu erwartende Hundeverhaltensweisen, das eine sind die Hunde die total gedeckelt (durchunddurchkonditioniert) sind und die ganz unbedarften, mit denen kann man fasst alles Machen.

Es sind nicht unbedingt die Hunde die ihre Zähne einsetzen aggressive Hunde, sondern oft Hunde, die einfach in einer solchen Situation überfordert sind.
Nicht jeder fällt in erlernte Hilflosigkeit und lässt es über sich ergehen.
Nicht jeder hält den Stress aus, sei es eine ungewohnte Situation, viele Menschen, auf einmal wird man von Fremden? körperlich bedrängt usw.
Auch die Hundehalter selbst geraden dabei unter Stress, Wettkampfsituation Training ist anders usw.

Und in der Tat es ist oft so, das die Hundehalter ihre Hunde nicht kennen, oder zumindest nicht in einer solchen Situation, da sind schnell der Mensch und auch die Hunde überfordert.

Was hier so gut wie keine Rolle spielt, ist die Intelligenz eines Hundes, seine kognitiven Fähigkeiten weichen ganz schnell den ganz normalen physiologischen Reaktionen, Stichwort: Stress.
Um nur mal das wahrscheinlich offensichtlich Wesentlichste zu nennen.

So stellt sich generell eine Frage.

Was sollen Hunde grundsätzlich können, die an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen sollen?

Nach meinem Wissen ist es so, das Hunde in der Öffentlichkeit bei einer Veranstaltung (Wettkampf usw.) Verhalten zeigen sollen, das sie auch in Stresssituationen nicht unberechenbar reagieren. D. h., keine Aggressionen und/oder nicht in Panik geraden, das es zu Beißattacken kommt.

Letztlich müsste das vorbereitend, genauso wie alles andere auch, geübt werden.

Leider ist es so, das immer behauptet wird, es käme auf die Erziehung alleine an, das ist aber viel zu einfach gedacht. Erziehung ist wichtig, aber nicht das Wichtigste.

Was nützt es z. B., wenn der Hund mit Stress ganz gut umgehen kann, aber der Hundehalter in einer Wettkampfsituation zu einem Nervenbündel wird. Nicht jeder Hund bleibt in dieser Situation unberührt und cool, da kann er noch so gut erzogen sein.

Wie so oft könnte man hier in einem komplexen Thema mit Argumenten einige Bände füllen, das ist nur die Spitze eines Eisberges.


Ein Theoretiker ist ein Mensch, der praktisch nur denkt (W. Mitsch).
lg hansgeorg
Antworten
#80
Da sagst Du was, Hans Georg. Habe eine Bekannte, nebenbei eine der ganz ganz wenigen Menschen, die ich kenne, deren Wettbewerbsgeist in Bezug auf Sport mit Tieren ich nicht nur respektieren, sondern auch bewundern kann, die sagte einmal zu mir: Weißt Du, die letzten zig Seminare, die ich besuchte, galten nicht der Hundesportart, die ich mit meinen Hunden mache, sondern sie galten meinem Mentaltraining und einer optimalen Vorbereitung von MIR vor der Prüfung, damit ich für meine Hunde der Mensch sein kann, den sie in dieser Herausforderung brauchen. Ihre Hunde SIND optimal ausgebildet, Fehler macht hauptsächlich sie.
Sie ist ganz oben mit dabei. Allerdings nicht im Schutzdienst, sondern im Obedience. Dies Einstellung und Herangehensweise finde ich großartig!

In anderen Sparten, gerade im Schutzdienst, habe ich bisher mehrere Gründe gehört, wenn ein Hund in der Prüfung abgeloost hat: Der Hund war Schuld, der Ausbilder war Schuld, der Helfer war Schuld, das Wetter, oder whatever. Der Hundeführer niemalsnicht zwinkern .

LG Anja

PS Freue mich, mal wieder von Dir zu lesen Hans Georg. Hatte mich erst vorhin gefragt, wie es Dir geht, denn ich hab ewig nichts mehr von Dir gesehen.
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste