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Lob für Abbruch?
#1
Es scheint nicht nur weit verbreitet, sondern auch wird viel Wert darauf gelegt, dass man seinen Hund bei einem unerwünschten Verhalten abbricht, dann aber für das Abbrechen den Hund belohnt.

Wer arbeitet so, und wenn warum/wofür das Ganze?
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#2
Nun, ich persönlich mache da einen großen Unterschied, ob der Hund schon weiß, dass ein bestimmtes Verhalten unerwünscht ist
oder ob er das erst erkennen muss.

Nehmen wir das beliebte Beispiel Jagen.

Flitzt mein Welpe/Junghund hinter einem Reh her und lässt sich dabei von mir unterbrechen, mache ich ein riesiges Bohei, freue mir `nen Wolf und
belohne. Schließlich möchte ich, dass der Hund mich interessanter findet. Oder so...

Weiß mein Hund aber, worum es geht und muss trotzdem unterbrochen werden, gibt es eher Gemecker, als eine Belohnung.

Wenn einem Hund aber nach Bruchteilen von Sekunden selbst einfällt, dass man das ja nicht darf/soll und sich selbst abbricht (so wie Trudel unlängst),
dann gibt es wiederum ein Lob oder eine Bestätigung.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#3
Hi,
ich unterscheide da auch. Klar gibt es das absolute "lass sofort sein, was du tust" , dafür gibt es natürlich kein Lob, sondern eher noch eine Schelte hinterher, weil es überhaupt nötig war. Es gibt aber auch ein "lass das, was du tust und tue lieber dasunddas" - dafür gibt es ein Lob, wenn korrekt ausgeführt.
Birte
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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#4
Das ist ein Thema, bei dem ich oft unsicher bin.

Einerseits möchte ich den Abbruch spontan aus dem Bauch heraus belohnen, andererseits möchte ich nicht die gesamte Verhaltenskette, also den Beginn der Aktion, wie z.B. das Durchstarten bestätigen.

Im Kognitionsbeitrag, der irgendwo vor sich hinmeuchelt, hatten wir ja letztlich auch schon darüber diskutiert.

Bin momentan in den meisten Fällen dazu übergegangen, zu informieren, nicht zu loben, und eine neue Chance zu geben, sofern möglich, und dies dann, wenn korrekt ausgeführt, zu bestätigen.

Beispiel: Hatten letzte Woche viele läufige Hündinnen auf dem Platz. Coffie in der Ablage ohne Sicherung. Mehrfach versuchte er, hinter meinem Rücken aufzustehen und zu den Mädels zu laufen. Das wurde von mir deutlich korrigiert. Blieb er dann eine Weile liegen, wurde bestätigt.

Zum Ende der Stunden hin sah ich Versuche, aufzustehen, die konnte ich abbrechen, dafür gabs nur ne Info im Sinne von "jaaa, besser ist das". Also nur Umschalten der Stimme vom "scharfen" Abbruch zu freundlicherer Ansprache. Futter fürs Liegenbleiben gabs dann erst wieder nach einiger Zeit.

Beim Jagdverhalten im Anfangsstadium (scannen des Bereiches abseits der Wege) bin ich inzwischen so weit, dass Coffie sich meist selbst korrigiert. Er wittert etwas, informiert sich kurz, dreht dann wieder bei und geht seiner Wege. DAS verstärke ich gerne mit einem Lob oder einer anderen für ihn interessanten Aktion. Spielsequenz, Futter, Rumblödeln.

Ganz unkommentiert lassen kann ich einen guten Abbruch irgendwie nicht... Das widerstrebt mir.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#5
Nein, wenn ich mich in Verhalten einschalten muss, dann belohne ich einen Abbruch direkt nicht. Indirekt aber sicherlich, wenn ein Hund sich in Situationen bewiesen hat, dann waechst mein Vertrauen in diesen Hund und er wird mehr duerfen.
Im Falle eines Abbruchs kommt es auf die Situation und den Hund an, ob ich nur abbreche oder weitere Massnahmen folgen lasse.
Ich weiss allerdings das ich nicht immer ganz sauber und fuer die Hunde endgueltig, Dinge abbreche. Es gibt zu oft Grauzonen, in denen sie doch noch einbisschen weiter machen.
Kathi, Lu und Pai
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#6
Kommt auf den Abbruch, die Situation und den sozialen Kontext an. Ich lobe aber, wenn ich lobe, eher Alternativverhalten als den Abbruch selber...
Ich bin da im Verhalten lieber variabel, denn bei meinem Hund ist das enorm wichtig, weil der mich sehr schnell durchschaut und meine Reaktionen vorweg nehmen kann und das gnadenlos ausspielt lachen
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#7
Beispiel fuers Durchschauen und Ausspielen wenn nicht variabel?

Ich habe gestern noch den Rest des Tages ueberlegt, mir fielen keine Situationen ein, in denen ich einen Abbruch belohnen wuerde. Eine Warnung die beachtet wurde, vielleicht, je nach Hund; ein Abbruch den der Hund selber taetigte/Kontrolle durch den Hund, ja; aber einen Abbruch, bei dem ich das Verhalten beenden muss, nicht.
Kathi, Lu und Pai
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#8
(05.06.2013, 10:47)kamalii schrieb: Beispiel fuers Durchschauen und Ausspielen wenn nicht variabel?


Er täuscht zb. Verhalten vor, um meine Reaktion zu prüfen oder um ggf. ein Lob abzustauben und wenn ich jetzt z.b. jeden Abbruch loben würde, dann würde er fast immer eine Antäuschung des abgebrochenen Verhaltens zeigen...
Also nicht eine Verhaltenskette, sondern wirklich eine ANTÄUSCHUNG...
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#9
(05.06.2013, 11:14)OldHemp schrieb:
(05.06.2013, 10:47)kamalii schrieb: Beispiel fuers Durchschauen und Ausspielen wenn nicht variabel?


Er täuscht zb. Verhalten vor, um meine Reaktion zu prüfen oder um ggf. ein Lob abzustauben und wenn ich jetzt z.b. jeden Abbruch loben würde, dann würde er fast immer eine Antäuschung des abgebrochenen Verhaltens zeigen...
Also nicht eine Verhaltenskette, sondern wirklich eine ANTÄUSCHUNG...

das kenn ich wohl freuen
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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#10
Schön zu hören, Fliege, dass es mir nicht allein so geht! freuen

Sam lernt so unheimlich schnell (auch schnell das Falsche), dass er meist schon vor mir selbst weiß, was ich möchte oder er manipuliert so ausgebufft, dass ich das meist gar nicht oder erst hinterher merke.....Ich bin definitiv geistig zu langsam für diesen Hund! lachen
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