Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Quasseln im Mai
(12.06.2013, 15:07)Anja schrieb: Dann hätte er heute den kleinen Vogel vermutlich getötet.

Warum gehst du vom "Worst Case" aus?

Keiner meiner Hunde, die ich bislang hatte, ist je auf die Idee gekommen, ein "Zielobjekt" zu beißen.

Und Gelegenheit gab`s mehr als genug.

Auch wir hatten erst vorgestern bei unserer Fahrradtuor einen kleinen Piepmatz auf dem Weg sitzen.
Der wurde neugierig beäugt und aus Distanz berüsselt, das war`s aber auch schon.
Obwohl Trudel auch heute noch manchmal einen Vogel hoch scheucht.

Jeder andere meiner Hunde hatte schon Rehe, Kitzen, Vögel und was weiß ich noch vor der Nase.
Bei Olga hatte sich sogar mal ein Frosch mit dem Hinterbein in den Zähnen verheddert. Aber sie kam nur zu mir, um sich befreien zu lassen. Nie im Leben hätte sie auch nur gehnt, dass man DAS tot beißen könnte.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
Wir haben bei uns im Garten viele Nester und junge Vögel...Und auch welche, die aus dem Nest fallen...Sam findet diese interessant, aber würde nicht einfach sofort und unkontrolliert rein beißen, sondern erstmal schauen, schnüffeln etc...

Wieso meinst du, dass Coffie den Vogel gekillt hätte?
Antworten
(12.06.2013, 15:07)Anja schrieb: Heute Morgen hat mein Erziehungsstil und vielleicht auch die Arbeit an Vögeln schon als Welpe einem jungen Nestflüchter das Leben gerettet. Ich konnte Coffie stoppen, als er das pfludrige Wesen, das völlig hektisch auf unserer Terrasse herumtrudelte, verfolgen wollte, und dann haben wir uns gemeinsam angesehen, wie die Vogeleltern von dem Kleinen ablenken wollten, in dem sie sich selbst als "Opfer" zeigten. Das war hoch interessant und aus meiner Sicht möglich, weil ich mit Coffie an Impulsen in Bezug auf solche Tiere gearbeitet habe.

Wie wäre es ausgegangen, wenn ich Coffie damals erlaubt hätte, zu den Möwen zu rennen, sie aufzuscheuchen, und nicht da schon geschaut hätte, ob und dass er ansprechbar bleibt?

Dann hätte er heute den kleinen Vogel vermutlich getötet.

Hätten die Kritiker meiner Erziehung von ihren Hunden mit 11 Monaten erwartet, dass sie von sich aus gar nicht dorthin gegangen wären und ggfs. rein gebissen hätten, weil sie, wie auch immer, schon gelernt haben, dass man so etwas nicht tun soll?

Hallo Anja,
entschuldige bitte meine direkten Worte, aber hier zeigt sich deutlich, wie wenig Du von dem verstanden hast, worum es eigentlich geht.

Glaubst Du ernsthaft, dass meine Hunde alle Vögel, alle Katzen, alle Hasen töten würden, nur weil ich sie als Welpe habe Welpe sein lassen?
Erkennst Du nach all Deinen Trainerjahren nicht, dass ein Fehlverhalten eher ein Symptom ist?

Glaubst Du ernsthaft, dass Du Reizsituationen wegkonditonieren kannst?


Jedoch kann ich dieses Geschriebene nun dafür nutzen, um deutlich zu machen, was gegen die Arbeit mit Coffie spricht.
Denn Du weißt nicht was Du tust!!!
Die Vorstellung etwas zu trainieren um es kontrollieren zu können reicht leider nicht aus, was unzählige Unfälle mit Hunden zeigen.

Jäger kennen das Problem, denn sie absolvieren intensive Jagttrainings, mal von den Trainingsmethoden abgesehen und haben dennoch Probleme, dass ihre Hund zuverlässig sind.
Die Gründe liegen da eher in der Akzeptanz zum Menschen. Wann lässt sich ein Hund was von wem sagen/signalisieren, oder auch kommandieren?

Deine Vogelsituation hast Du allein aus dem Grund unter Kontrolle gehabt, weil Coffie es in diesem Moment akzeptieren konnte.
Ob er es anderorts unter anderen Bedingungen getan hätte sei spekulativ, aber hängt definitiv nicht mit Deinen geglaubten Trainingserfolgen beim Vogeltraining zusammen.

Betreibst Du weiterhin Schutzdienst, dann wird, so meine Bedenken, Dir kaum bewusst sein, an welchen Verhaltensketten Du arbeitest, bzw. was in welchen Situationen passieren könnte.
Das zeigt mir besonders dieses Beispiel.

Sei mir bitte nicht böse, denn ich möchte nur versuche, Dich verstehen zu lassen!!!
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten
(12.06.2013, 15:13)Fliege schrieb: Meine "blöden" Hunde inklusive Spot haben sich schlichtweg geweigert ihn zu verfolgen

Lol27

"Niemals nie!! jagt Hund Katzen!!!"... nun gehorchen sie schonmal... tze tze tze... lachen
Antworten
(19.06.2013, 09:36)Thomas schrieb: Deine Vogelsituation hast Du allein aus dem Grund unter Kontrolle gehabt, weil Coffie es in diesem Moment akzeptieren konnte.
Ob er es anderorts unter anderen Bedingungen getan hätte sei spekulativ, aber hängt definitiv nicht mit Deinen geglaubten Trainingserfolgen beim Vogeltraining zusammen.

Hallo Thomas

Jetzt muss ich mal dieses Zitat hinterfragen.

Ist dein Hintergrund dabei die Annahme, dass Hunde allgemein eben töten würden, wenn die angesprochene Akzeptanz fehlt?
Oder eher individuell auf Coffie im Hinblick auf den Schutzdienst zu verstehen?

Bei ersterer Möglichkeit würde ich nämlich nicht unbedingt zustimmen wollen.
Die zweite Möglichkeit ist mir noch nicht wirklich klar.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
Hallo Gerti,
weder noch!
Dazu nochmals:

(19.06.2013, 09:36)Thomas schrieb: Ob er es anderorts unter anderen Bedingungen getan hätte sei spekulativ, ...

Es ging mir hier nicht um die Vollendung, wie auch immer sie aussehen hätte können, sonder eher um die Bereitschaft sich als Hund dem Menschen an zu schließen.
Das ist bspw. das, was wir kürzlich erst mit einem Deutsch Kurzhaar im Gesichtsbuch veröffentlicht haben.

Und es sei nochmals betont:
Ich habe nichts gegen Schutzdienst, finde es nur fatal, wenn man nicht weiß, was man tut und das dem so ist zeigt das Vogel-Beispiel.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste