Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Wesenstest - Ich verstehe es nicht ...
#1
Hallo zusammen!

Über Sinn und Zweck eines Wesenstests für gefährliche Hunde gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen. Aber das soll nicht mein Thema sein.

Was ich nicht verstehe, ist die Tatsache, dass auch Hunde mit Meideverhalten den Wesenstest nicht bestehen. Die Begründung lautet dann:
Ein ängstlicher Hund wird irgendwann nach vorne gehen - spätestens dann, wenn er nicht mehr ausweichen kann.

Nach der Begründung bedeutet das ja: Meideverhalten = Angst
Das sehe ich nicht so. Für mich kann Meideverhalten auch aus Unlust (oder "Nicht-wollen"), Unwohlsein, Unsicherheit oder Ekel entstehen.

Ich dachte immer, dass in einem Wesenstest die gefährlichen Hunde herausgefunden werden sollen. (Das wären für mich schon mal die Hunde, die offensiv aggresiv reagieren.)

Und noch etwas verstehe ich nicht:
Würden nicht die meisten Hunde nach vorne gehen, wenn sie nicht mehr ausweichen können?

Kann mich jemand aufklären oder mir den Fehler in meiner Denkweise aufzeigen?
Gruß
Olivier
___________________________________
Ich will nicht kopieren. Ich will verstehen.
Antworten
#2
Hm, hab mal vor einiger Zeit einen Videobeitrag zum Wesenstest gesehen - hat mich nicht überzeugt. Ähnlich isses bei der Begleithundeprüfung... Bin kein Fan dieser Tests/Prüfungen. Sicher, damit kann man schon bissel was über den Hund rausfinden - aber irgendwie isses aus meiner sicht nicht individuell genug und somit nicht wirklich aussagekräftig... kopfkratz
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
Antworten
#3
Ja, Tests sind immer nur Momentaufnahmen und nicht wirklich geeignet, einen Hund oder ein Mensch-Hund-Team mit absoluter Sicherheit zu beurteilen.

Deswegen verstehe ich auch nicht, dass ein Hund mit Meideverhalten gleich ein mögliches aggresives Verhalten unterstellt wird. Das man damit nicht unbedingt richtig liegt, zeigt der Vorfall, warum ich die Fragen hier gestellt habe:

Es handelt sich um einen Staffordshire Terrier aus dem Tierschutz. Der Rüde kam bereits im Welpenalter ins Tierheim, dass er mit ca. 12 Monaten wieder verlassen konnte. Die neue Besitzerin hat SoKa-Erfahrung und kümmert sich um den Hund. Sie nimmt regelmäßig an zwei Übungsstunden in der Woche teil. Der Hund läuft dabei ohne Auffälligkeiten (keine Aggresion gegenüber anderen Hund oder Menschen, egal ob am Tage oder bei Dunkelheit). Selbst als ein anderer Hund ihn richtig derb angemacht hat (der andere Hund war knurrend und bellend in der Leine gestanden), hat er sich völlig unbeeindruckt gezeigt. Der Hund ist ab und zu in einer Hundepension untergebracht und macht dort -soweit ich weiß- keinen Ärger.

Ich sage ja nicht, dass der Hund lammfromm ist. Sicherlich wird es Situation geben, in denen er sich zur Wehr setzen wird. Es ist eben ein Lebewesen mit natürlichem Verhalten und kein Tamagotchi.

Vor Jahren habe ich mal gelesen, dass bei der GefTVO des Landes Niedersachsen Meideverhalten wie neutrales Verhalten gewertet wird. Leider habe ich keine aktuellen Informationen, ob dieses Bewertungssystem so noch eingesetzt wird.
Gruß
Olivier
___________________________________
Ich will nicht kopieren. Ich will verstehen.
Antworten
#4
Hallo Olivier,
sicher gibt es Leitfäden für Sachverständiger, aber auch hier muss man sich fragen, wer denn der Sachverständige ist und mit welchem Sachverstand bewertet werden kann.

Ich kann Deine Kritik über eine eventuelle Überbewertung des Sachverständigers verstehen, doch diese stehen unter einem enormen Druck, da es hier um Vermeidung von Gefahren geht.

Bei der Hundesteuer schlägt man ordentlich zu, beim Sachkundenachweis ebenso, wie beim Hundeführerschein und der Wesenstest kann auch ausarten.
Somit sollten, meines Erachtens, sich die Länder nicht scheuen, ausschließlich Fachleute zu berufen.
Momentan gibt es Hundehalter, die im Amt sind, und sich als Sachverständige berufen lassen.
In einigen Regionen sind auch Hundetrainer dazu berufen und wie man Hundetrainer wird, muss hier wohl nicht weiter erörtert werden.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten
#5
Hallo Thomas,

ich verstehe schon, dass die "Prüfer" keine leichte Aufgaben haben.
Und:
Ich stimme Dir zu 100% zu, solche Tests sollten von Fachleuten durchgeführt werden.

Die Frage, die sich dabei aber stellt, ist: Wie erkenne ich Fachleute?

EDIT:
Beim Umgang mit Tieren besteht immer ein gewisses Gefahrenpotential. Egal ob Hammster, Hund oder Pferd. Wir zivilisierten Menschen müssen wieder erkennen, dass nicht alles was ein Fell hat, kräftig durchgeknuddelt werden will.
Gruß
Olivier
___________________________________
Ich will nicht kopieren. Ich will verstehen.
Antworten
#6
Hallo Olivier,

(12.02.2013, 13:01)Olivier schrieb: Die Frage, die sich dabei aber stellt, ist: Wie erkenne ich Fachleute?

Das mag der ein oder andere unterschiedlich sehen, doch Fachleute können nur die sein, die fit darin sind, Hunde aus neurologischer, psychologischer, physiologischer und rassespezifischer Sicht betrachten können.
Das sind aus meiner Sicht Tierärzte mit Zusatz Verhaltenstherapie und Verhaltensbiologen.

Nehmen wir nur mal das Beispiel mit dem Stress;
Ein Sachverständiger muss erkennen können, wann der Hund aus welchem Gründ Stress bekommt, wie hoch das Level ist, wie schnell dieser wieder, wodurch abbaubar ist und somit auch beurteilen könnte, ob es sich hier um ein normales Verhalten handelt, oder ob hier Krankheitssymptome deutlich werden.
Wie viele Hunde werden als gefährlich eingestuft, bei denen ein Krankheitsbild deutlich gezeigt wird.

Ich habe noch nie gehört, dass ein Sachverständiger einen Wesenstest abbricht, um den Hund medizinisch untersuchen zu lassen und dann erneut weiter testet.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten
#7
Hallo Thomas,

ich würde noch "praktizierende" (Tierärzte) hinzufügen, dann würde ich das so auch unterschreiben.
Gruß
Olivier
___________________________________
Ich will nicht kopieren. Ich will verstehen.
Antworten




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste