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Frühdiagnostik Hüftdysplasie
#1
Hi,
es scheint, als hätte sich das wirklich noch so gut wie gar nicht rumgesprochen, weder unter den Tierärzten, noch unter den Hundefreunden.

In den letzten 15 Jahren wurde im Bereich Hüftdysplasie sehr viel geforscht, man ist sich inzwischen einig, das meist nicht eine fehlangelegte Hüftform etc die eigentliche Erkrankung ist, sondern ein genetisch bedingte Bindegewebschwäche. Diese "Lockerheit" führt zu Fehlbelastung und Verformungen der beteiligten Knochen und letztendlich zur HD und Coxarthrose.

Ich zitiere mal Frau Dr. Quandt:
"Schon im Alter von 8 Wochen kann eine erste Untersuchung der Hüftgelenke erfolgen. So kann idealerweise dann schon erstmals festgestellt werden, ob ein Hund lose Hüftgelenke hat. Wenn diese erste Untersuchung Hinweise darauf gibt, sollte auf jeden Fall mit etwa 16 Wochen nachuntersucht werden. Wenn auch bei der zweiten Untersuchung die Anzeichen weiter bestehen, verstärkt sich der Verdacht, dass das Problem sich nicht von alleine verwachsen wird.

Gestreckte Hüftröntgenaufnahmen und spezielle Stressaufnahmen, die das Ausmaß der Instabilität zeigen sollen, können dann angefertigt werden. Dazu muss der Hund narkotisiert werden, um gut auswertbare Aufnahmen zu erhalten. In der Narkose kann auch ein spezieller Test (Ortolanitest) durchgeführt werden, der dem Untersucher einen guten Aufschluss über die Stabilität des Halteapparates gibt.

In diesen Aufnahmen kann dann beurteilt werden, ob es sich tatsächlich um ein Bandproblem handelt, das durch die Kapselraffung behandelt werden kann."


Parallel zu Frau Dr. Quandt hat auch die Universität in Pennsylvania ein Verfahren zur Früherkennung entwickelt, bekannt unter Penn Hip.

In diesem jugendlichen Alter gibt es bei einer vorliegenden Bandproblematik zwei sehr gute Möglichkeiten, eine spätere HD/Coxarthrose weitestgehend zu vermeiden. Die eine ist die Kapselraffung (http://www.kapselraffung-huefte.de/), die andere die Symphysiodese sprich die Verödung der Wachstumsfuge in der Symphyse, was zu einer Kippung des Beckenknochens führt, wenn vor dem grossen Wachstumsschub durchgeführt. Dies führt zu einer besseren Überdachung des Oberschenkelkopfes und damit zur Stabilisierung des Gelenk (http://www.pennhip.de/symphysiodese.html).

Mein Tipp also: falls ihr also gerade einen Junghund habt, lasst das jetzt abklären! Ihr erspart Euch und dem Tier eventl viel Leid.

Fliege
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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#2
Danke für den Beitrag! freuen
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
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#3
Hallo Fliege,
vielen Dank für den interessanten Beitrag und die Links!


(21.01.2013, 21:05)Fliege schrieb: es scheint, als hätte sich das wirklich noch so gut wie gar nicht rumgesprochen, weder unter den Tierärzten, noch unter den Hundefreunden.

Es stößt bei mir besonders auf, dass Tierärzte so sehr, aber in verschiedenen Bereichen hinter her hinken.
Das Hundehalter solche Informationen selbst nach jahrzenten nicht wissen, würde ich nicht mal verübeln, aber ein Tierarzt sollte doch in den so eindeutigen Forschungsbereichen zur Weiterbildungen verpflichtet werden.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#4
Ist das anders in anderen Berufsgruppen? Humanmediziner/ Heizungsbauer/ Hundetrainer? zwinkern

Im übrigen sind wir zu 40 Stunden Fortbildung/ Jahr verpflichtet und es wird auch kontrolliert. Das Feld ist allerdings sehr weit.

Fliege
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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#5
Vielen Dank. Sehr interessant!
Kathi, Lu und Pai
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#6
Sehr interessant, Danke
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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