Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Zwangshandlungen beim Hund
#21
Danke, Kathi. Mit der Hilfe ist es tatsächlich schwierig, wenn in Deutschland, wenn man genug Geld hat meist irgendwie machbar. Aber meist fehlt ja leider nicht nur Geld, sondern auch die Einsicht der Besitzer. Und auf die Einsicht des Hundes kann man schwer hoffen zwinkern. Vielleicht findet ja Thomas tatsächlich mal Zeit, ein bißchen mehr zu schreiben, auch wenn er natürlich ein klitzekleines Stückchen beleuchten könnte, weil so vielfältig und kompliziert.

Ich für mich selbst habe es bisher so definiert, das eine Zwangshandlung eine Verhaltensstörung ist. Manchmal beeinträchtigt sie die Lebensqualität des Hundes mehr, manchmal weniger, manchmal scheint es auch nicht zu stören. Auch beim Menschen ist das ja ein sehr weites Feld und die Ursachen, aus denen es entstanden ist ja auch. Und es kann erschreckend schnell gehen, finde ich. Wie siehst du das?

Das Hunde "hüten" beim Hütehund sind man ja sehr häufig, die Mehrzahl der Besitzer findet es normal bis spassig, gerade die Besitzer viele Hunde geben häufig keinen Deut drauf. Ich finde das z.B. auch nur dann kritisch, wenn der Hund gar nichts anderes mehr im Kopf hat, diesen dabei auch ausschaltet und nicht mehr vernünftig entspannt spazieren kann. Manchmal ist es aber auch wirklich nur ein Spiel. Gerade bei Junghunden. Mein Altrüde benutzt es meist, um fremde Hunde einzuschränken, der andere spielt das nur. Sachen anglotzen ist ja auch so eine Sache, die ganz unterschiedlich empfunden wird. Glen suchte sich Sachen zum Angucken, wenn er Stress hatte, z.b. wenn toller Besuch kam oder es sehr laut war. Für den Besitzer nicht immer gleich erkennbar, was der Hund da so macht, wenn er sich einfach irgendwo ablegt und "was anschaut". Auser man schaut genauer hin und kennt sich ein wenig aus.
Ich fand der Rüde im Video guckt mehr auf den Schatten, den er beim Hüpfen mit dem Spielzeug produziert? Vielleicht würde dem tatsächlich helfen, wenn er seine anscheinend vorhandenes "Auge" abarbeiten könnte. Diese Spielzeug spielen etc frustriert Hunde mit viel Auge manchmal nur und sorgt nicht für Erleichterung. Den Schatten kann er durch angucken ja irgendwie "kontrollieren" und wieder "anbewegen" und das scheint ihm zu gefallen. Vielleicht.
Lesematerial - Ariane Ulrich: Impulskontrolle hat da einen Teil zu geschrieben. Kleiner Teil, aber das Buch passt insgesamt gut zum Thema, gerade beim Hütehund. Es gibt auch Fachliteratur, da kann ich dir was einscannen. Ein bißchen Gehirnbiochemie etc Grundwissen wäre da aber hilfreich.

Grüße, Fliege

(und ja: man bekommt auch viel positives zurück, aber die traurigen Geschichten hängen lange nach)
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
Antworten
#22
(21.01.2013, 11:25)kamalii schrieb:
(19.01.2013, 23:17)Thomas schrieb: Heute weiß man zu viel, bzw. hat man heute die Möglichkeiten, solchen Hunden helfen zu können.

Thomas mein Eindruck ist auch, das man Hilfe nicht so leicht finden kann. Ausser dir kenne ich niemanden, weder in Deutschland, noch in England, der sowas weiss.

Google spuckt mir, ohne viel zu suchen schon mal einige auf der ersten Seite aus, die durchaus langjährige Erfahrungen haben und teilweise gar in der Forschung tätig sind:
siehe Google


(21.01.2013, 11:25)kamalii schrieb: Meine Erfahrungen sind, das Huetehunde und Jagdhunde sehr anfaellig sind.

Das liegt eher daran, dass diese Rassen sehr stark bewegungsmotiviert sind.
Mit am häufigsten kommt wohl die Depression beim Hund vor, und leider wird nur ein Bruchteil davon erkannt und noch mal weniger werden behandelt.
Kleine temperamentvolle Rassen, wie bspw. der Jack Rassel, oder Pinscher sind nicht weniger betroffen, doch auch hier wird vieles der Rasse zugesprochen, bzw. auch gerne verharmlost, weil die Probleme bei so kleinen Rassen besser zu handlen sind.
Auch wenn das Anspringen keine Verhaltensstörung ist, hat sich erst im letzten Jahr jemand mit mir bis auf das Blut gestritten, dass dies bei ihrer Rasse genetisch sei, und man nichts dagegen tun könnte.


(21.01.2013, 11:25)kamalii schrieb: Wo finde ich Lesematerial?

dazu müsste man wissen, in welcher Richtung es gehen soll und welche Vorkentnisse vorhanden sind, denn dieser Bereich ist ja nicht mal mit einem Studium beleuchtet.


(21.01.2013, 11:25)kamalii schrieb: Ab wann spricht man von Zwangshandlung? Wann ist es eine Verhaltensstoerung?

Eine Zwangshandlung ist eine Verhaltensstörung und eine Zwangshandlung unterscheidet sich von anderen Verhaltensstörungen darin, bzw. spricht man davon, wenn der Hund ein Verhalten zeigt, dass in der Häufigkeit gegen seinen eigenen Willen hervorgerufen wird, wozu bspw. Stereotypien gehören, was sich bspw. durch Rutenfangen zeigen kann.
Eine Verhaltensstörung ist ein Oberbegriff für verschiedene Verhaltensabläufe, bzw. abnormale Empfindungen. Depressionen, Ängste, oder gar Phobien können genauso Verhaltensstörungen sein wie es auch sehr deutliche abnormale Verhaltensweisen sein können.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten
#23
Hey

Das eigentliche Problem bei Zwangsbewegungen Verhaltensstörungen generell, ist das ihnen genetische und/oder erworbene Faktoren zugrunde liegen können, das macht es auch so schwierig.

Das herauszufinden ist oftmals für eine Therapie mit Versuch- und Irrtum verbunden.




Beweise haben nicht wirklich die Aufgabe, jemanden davon zu überzeugen, dass etwas wahr ist. Sie dienen nur dazu, um zu zeigen, warum etwas wahr ist. (Andrew Gleason)
lg hansgeorg
Antworten




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste