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Über Kognition lernen
(25.03.2013, 09:27)Anja schrieb: Wenn ich als Mensch bei meinem Welpen bei der ersten Vogelbeobachtung schauen möchte, in wie weit er noch ansprechbar ist, dann nehme ich ihm doch keine nicht wieder gut zu machende Entwicklung! Es gibt täglich zig Vögel, die man beobachten kann, heute kann Coffie sie beobachten ohne sich rein zu steigern, das finde ich toll.

Hallo Anja,
als mein Welpe das erste mal an die Zitze der Mutter wollte, nahm ich ihn weg, heute kann er ganz entspannt essen, das finde ich toll.
Als mein Welpe das erste mal zu einem anderen Hund wollte, habe ich das unterbunden, heute ist er sozial-verträglich, das finde ich toll.
Als mein Welpe das erste mal versuchte zu springen, nahm ich ihn hoch, heute springt er überall drüber, das finde ich toll.
Als mein Welpe das erste mal versuchte ...

Wenn man einen Welpen daran hindert, besonders die ersten Erfahrungen zu machen, dann sind das einschneidende Auswirkungen in der Entwicklung. Dass diese nicht immer zu merken sind, bzw. anders gedeutet werden, oder gar an anderer Stelle deutlich werden, möchte man nicht wirklich wahr haben.

Was verändert denn, eine so kleine Kleinigkeit in der Entwicklung?
Ein Erstkontakt löst immer eine vielfach-Reaktion aus, da dies Situation eine der Reizstärksten überhaupt ist. Bei Junghunden gibt es nicht mal, oder kaum Vergleiche, so das in einer solchen, oder ähnlichen Situation Bewältigungsstrategien her müssen. Diese wiederum sorgen dafür, dass solche, oder so ähnliche Situationen eingeschätzt und bewältigt werden können.
Das mag in der Vogelsituation lächerlich klingen, aber Du zerstörst etwas, was Du nicht wiederholen kannst, Du jedoch jederzeit danach gucken könntest, wie ansprechbar, oder was auch immer Dein Hund in dieser Situation ist.





(25.03.2013, 09:27)Anja schrieb: Und grad Vögel würde ich auch dazu nutzen, um ihn gezielt mal aufscheuchen zu lassen.

Das mag alles uneingeschränkt funktionieren, ersetzt aber nicht, was man genommen hat!




(25.03.2013, 09:27)Anja schrieb: Den Begriff "abartig", wenn ich meinen Welpen bei etwas anspreche, was sich permanent wiederholen lässt, empfinde ich als ein sehr starkes, und auch ein wenig unpassendes Wort.

Abnormal, oder wie auch immer. Schlimmeres gibt es für mich kaum in der Entwicklung eines Hundes und das sollte es auch darstellen.
Leider ist es eben nicht so, (siehe oben) dass Du es permanent wiederholen kannst, denn Bewältigungsstrategien kann man nur entwickeln, wenn man etwas nicht kennt.
Alles andere ist dann Lernen, oder modifizieren, wogen da auch nichts gegen spricht.

Wäre es nicht Deine erste Vogelbegegnung, wie Du es beschreibst, dann wäre es auch nicht so abartig, abnormal, oder was auch immer man da für "schönere" Wörter für finden mag.


(25.03.2013, 09:27)Anja schrieb: Wir sind ja auch gezielt in den Wildpark gefahren, um Tiere zu beobachten. Generell lasse ich Coffie viel schauen und beobachten, aber es interessierte mich speziell am Anfang eben auch, ob er noch ansprechbar ist.

Was glaubst Du speziell am Anfang davon zu haben?
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten
Ich muss gestehen: ich bin raus. Ihr habt mich irgendwo zwischen Seite 10 und 14 verloren zwinkern
So rein gefühlt, denke ich, ich weiss, was gemeint ist, rational fasse ich es nicht ganz. Vielleicht, weil zu viel auch unausgesprochen bleibt und von den anderen gewusst wird.

Wie immer ist es doch sehr erstaunlich, wie viel funktioniert, obwohl man es anscheinend gar nicht versteht. Im Zweifelsfall hör ich auf mein Bauchgefühl und da lag ich so gut wie noch nie falsch. Oder frag die Trainer meines Vertrauens zwinkern

Hat jetzt das Thema nicht weitergebracht, vielleicht fühlt ja jemand wie ich und weiss nun: er ist nicht allein freuen

Fliege
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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(25.03.2013, 21:26)Thomas schrieb: Alles andere ist dann Lernen, oder modifizieren, wogen da auch nichts gegen spricht.

Wäre es nicht Deine erste Vogelbegegnung, wie Du es beschreibst, dann wäre es auch nicht so abartig, abnormal, oder was auch immer man da für "schönere" Wörter für finden mag.


(25.03.2013, 09:27)Anja schrieb: Wir sind ja auch gezielt in den Wildpark gefahren, um Tiere zu beobachten. Generell lasse ich Coffie viel schauen und beobachten, aber es interessierte mich speziell am Anfang eben auch, ob er noch ansprechbar ist.

Was glaubst Du speziell am Anfang davon zu haben?

Hmm. Es war ja nicht die erste Vogelbegegnung im allgemeinen Sinne. Im Garten hatten wir davor schon viele. Es war die erste Begegnung DRAUSSEN. Abseits eines abgesicherten Terrains. Und sie waren größer und andersfarbig als das, was hier so "landet".

Die Ansprechbarkeit interessiert mich, weil ich einschätze möchte, in wie weit er sich völlig in einer Thematik verliert.

Jeder Hund hat doch Dinge, die für ihn so wichtig sind, dass sie sich vergessen. Der eine ist Futtermotiviert, der andere liebt bewegte Reize, der dritte tötet für Spielzeuge oder Stöcke, der andere ist total auf Menschen oder Kinder aus, andere auf Artgenossen, manche schnüffeln sehr viel, andere mögen Wasser und Matschpfützen... die Liste der Vorlieben ließe sich sicher lange fortsetzen.

Wenn ich meinen Hund kennen lernen möchte, wie er tickt, wo seine Leidenschaften liegen, wie sehe ich dann, ob er noch "auf dieser Welt" ist, wenn ich ihn nicht anspreche? Viel sagt mir die Körpersprache, aber immer alles?

Mag sein, dass diese Denkweise naiv ist.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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Jetzt muss ich mal kurz ablenken und nachfragen, ob ich hier grade ein klassisches Beispiel für kognitives Lernen habe:

Trudel macht gern abends noch einen Kontrollgang am Grundstückszaun entlang.
Falls dann noch jemand auf der Straße ist, ein Reh auf dem Feld oder eine fremde Katze in der Nähe,
wird auch ordentlich gebellt. Trudel kündigte ihren Wunsch nach diesem Kontrollgang durch Schwänzeln und Piepsen an der Haustür an.

Nun kam sie aber auf die Idee, dass man auch ganz spät noch mal die Lage sondieren könnte und stand manchmal noch gegen 24 Uhr
an der Tür. Da die Nachbarn ja auch mal schlafen möchten, habe ich ihr den Ausgang nach 22 Uhr verweigert.
Jetzt kommt`s: Vorgestern stand Trudel mit einer körpersprachlichen Mischung aus "Ich muss kotzen" (Buckel und Kopf nach unten gebeugt)
und "Mein Darm drückt" (Hecheln und unruhiges Trampeln)
vor mir. Da ich kein Risiko eingehen mochte, habe ich in Windeseile die Tür geöffnet.
Was macht das Mistvieh? Bleibt oben am Treppenabsatz kurz stehen, Rüssel in den Wind und rast bellend an den Zaun, wo sich gerade des Nachbarn Besuch verabschiedete.
Gestern das gleiche Spiel: "Ich muss ganz dringend raus, mir geht`s schlecht" und ab wie eine Rakete zur Patrouille.
Hat sie nun wirklich durch "Denkleistung" einen Weg gefunden, mich auszutricksen?
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
ich weiß zwar nicht die Antwort auf Deine Frage Gerti,
aber ich könnte mich grad wegschmeißen vor lachen über das raffinierte Trudeltier ... Lol27 Lol27
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
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