Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Trösten: Nein oder doch Ja?
#1
Hallo

Seit je her wurde gepredigt, dass wir Hunde, die vor etwas Angst haben, nicht trösten sollen, da wir dadurch nur bestätigen, dass
ein Grund für diese Angst besteht. Ignorieren und zur Tagesordnung übergehen sei das probate Mittel, um dem Hund zu zeigen,
dass alles in Butter ist.
Ein Thema, das gerade zu Silvester für viele von uns wieder aktuell ist.

Nun habe ich diesen Artikel gefunden, in dem berichtet wird, dass Tiere untereinander
sehr wohl "trösten".
Der "Social Support" sei in vielen Tiergruppen ein gängiges Verhalten, um Mitgliedern durch Zuwendung und körperliche Nähe die Bewältigung
beängstigender Situationen zu erleichtern.

Wie seht ihr das? Und vorallem, was sagen die Verhaltensbiologischen Experten unter uns zu der Geschichte?

Ehrlich gesagt, habe ich mich gerade zu Silvester nie an das Tröstungsverbot gehalten. Dem Artikel zufolge hätte ich mich da ja genau
richtig verhalten. Oder?
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
#2
Hey

(28.12.2012, 16:31)Gerti schrieb: Hallo

Seit je her wurde gepredigt, dass wir Hunde, die vor etwas Angst haben, nicht trösten sollen, da wir dadurch nur bestätigen, dass
ein Grund für diese Angst besteht. Ignorieren und zur Tagesordnung übergehen sei das probate Mittel, um dem Hund zu zeigen,
dass alles in Butter ist.
Ein Thema, das gerade zu Silvester für viele von uns wieder aktuell ist.

Nun habe ich diesen Artikel gefunden, in dem berichtet wird, dass Tiere untereinander
sehr wohl "trösten".
Der "Social Support" sei in vielen Tiergruppen ein gängiges Verhalten, um Mitgliedern durch Zuwendung und körperliche Nähe die Bewältigung
beängstigender Situationen zu erleichtern.

Wie seht ihr das? Und vorallem, was sagen die Verhaltensbiologischen Experten unter uns zu der Geschichte?

Ehrlich gesagt, habe ich mich gerade zu Silvester nie an das Tröstungsverbot gehalten. Dem Artikel zufolge hätte ich mich da ja genau
richtig verhalten. Oder?

Auf garkeinen Fall trösten, das ist ein wichtiger Rat von Experten!

Nun was sind das für Experten?

Meist doch solche Experten, die keine Ahnung davon haben, was angebracht ist, das Problem das der normale HH ihnen das ohne darüber nachzudenken, solch einen Expertenrat übernimmt.

Weder das nicht Trösten oder noch das Trösten kann verallgemeinert werden, denn es kommt drauf an.
Nun ja, diese Aussage für sich, ist natürlich erst einmal unbefriedigend, bietet sie doch scheinbar keine konkreten Lösungen.

Schaut man aber mal etwas genauer hin, enthält es einen deutlichen Hinweis, nämlich sich mit seinem Hund / seinen Hunden mal etwas genauer in Stresssituationen zu beschäftigen.

Dann hat man auch die Chance herauszufinden, wie man sich selbst verhalten könnte, um den Stress zu mildern und/oder abzubauen.
Nicht immer zeigt es sich sofort, ob das eigene Verhalten angemessen ist oder eher kontraproduktiv.
Also muss man, wenn es nicht gleich ersichtlich ist, über Versuch- und Irrtums-Lernen herauszufinden versuchen, hilft Trost kann er angenommen werden, oder verstärkt er nur die Symptome.

Ich denke, Gerti, das es wahrscheinlich angemessen wahr zu trösten, aber aus der Ferne kann ich das nicht so recht beurteilen, trotzdem habe ich bei dir ein gutes Gefühl, das du das richtige getan hast.

Also alles in allem, niemals nie, ist keine gute Lösung.
lg hansgeorg
Antworten
#3
Hallo Hans Georg

Erstmal Danke dafür, dass du mir zutraust, das Richtige in diesem Fall zu tun. Und das ist nicht ironisch gemeint.

Doch ging es mir nicht so sehr um mich und meinen Hund, sondern um diesen Social Support im Allgemeinen.
Wie sieht das bei den unterschiedlichsten Tierarten aus? Kann man solches Verhalten z.B. auch bei Wölfen beobachten? Oder gar bei
Hunden, die in einem Rudel leben?
Gibt es da feste Schemata, wie das aussieht oder ist die Form der Unterstützung situativ geprägt?

Weißt du, mich interessiert das Große und Ganze. Vielleicht lehrt mich das dann wiederum, im individuellen Fall adäquater zu handeln.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
#4
was heißt "trösten" ... ?
Bemitleiden und bestätigen wie schlimm alles ist (und das verstehen viele Leute unter "trösten"...), ist kontraproduktiv.
Nähe zulassen - und den Hund nicht wegschicken - finde ich aber auch richtig!

Meggie z.B. schläft nicht in unserem Schlafzimmer (wir mögen das nicht so).
Wenn wir an Silvester aber schon vor Mitternacht ins Bett gefallen sind lachen (oder wenn im Sommer mal ein schweres Gewitter tobt...) und der Schäfi kommt ins Schlafzimmer, lasse ich sie - ohne viel Worte - vor meinem Bett abliegen. Sie schläft dann friedlich weiter und trollt sich nach einem Weilchen wieder von alleine.


Der Artikel beschreibt leider nicht genauer wie diese körperliche Nähe und Zuwendung ("Social Support") unter den Tieren aussieht ...
Ich persönlich versuche einfach mit dem Lärm so selbstverständlich wie möglich umzugehen, und nicht mehr als nötig zu reagieren.
Klappt gut, aber meine Hunde sind zum Glück auch nicht so schreckhaft!
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
Antworten
#5
"aktives" trösten in form von streicheleinheiten gibt es bei mir nicht...es gibt bei mir aber sicherheit und sicherheit gibt zuversicht.

in diesem artikel heisst es:
Zitat:Nun, zuerst stellt sich die Frage: WAS ist Trösten? Wie sieht es aus? Ist es ein typisch menschliches Verhalten oder hat es Wurzeln im Tierreich?

da stecken schon fehler drinne, denn "trost" ist weder ein menschliches verhalten noch hat es seine wurzeln im tierreich. es ist ein verhaltensbestandteil von allen lebewesen die ein sozialverhalten besitzen.

"trost" gibt es im tierreich und im besonderen unter canidenartigen in dem sinne was wir menschen mit dem wort "trost" assoziieren nicht. hierfür bedarf es einem umfassenden verständnis von empfindungen und gefühlen und einem verständnis für eine situation. eine solch hoch entwickelte empfindungswelt besitzen hunde nicht und von daher macht aktives trösten keinen sinn denn der hund kann es nie verstehen und er muss es frei interpretieren. das kann wiederrum zu fehlinterpretationen führen und ängste verstärken.

grundsätzlich muss man sagen ist es falsch einem hund der angst hat den rückenhalt durch seinen menschen zu entziehen und ihn alleine dastehen zu lassen. aber auch aktiv durch übertriebene zuwendung ihm schutz bieten zu wollen ist genauso falsch. man sollte bei ängsten dem hund sicherheit vermitteln und das geht am besten wenn ich mich völlig natürlich und ruhig ohne übertreibungen verhalte, dem hund gestatte wenn er mit mir kontakt halten möchte ihm dieses auch gewähre.

es ist schwierig hier das ganze genauer zu beschreiben, ist es doch abhängig von 2 verschiedenen faktoren. der eine faktor ist der hund und welcher typ er ist, wie sein sonstiges verhalten sich zeigt, wie er generell mit ängsten umgeht und der zweite faktor ist hier der mensch, welcher emotionale typ ist er.
Antworten
#6
Ich würde es auch so halten, dass ich Nähe gewähre, Schutz, auch ein gewisses Maß an Zuwendung, aber keine übertriebene Ansprache, wie man sie gemeinhin in Standard-Situationen von Hundehaltern erlebt. Damit meine ich eine solche Zuwendung, die den Hund noch pusht, verstärkt, ihm jeden Grund gibt, das ängstliche Verhalten beim nächsten Mal symptomatisch verstärkt zu zeigen.

Außerdem glaube ich, dass in einer gute Beziehung auch ein falscher, übertriebener Trost nichts soooo dramatisches auslöst, als wenn der Hund eh schon unter Dauerstress lebt und die Beziehung eher besch... ist.

Habe ich einen ruhigen, ausgeglichenen Hund, mit dem ich keinen Probleme habe, dann wird ihn ein Trost zur Falschen Zeit nicht fürs Leben traumatisieren. Aber ist eh schon der Wurm drin, werde ich dadurch nicht wirklich zum Helden für meinen Hund, wenn ich selbst das Spinnen anfange in seinen Augen.

Bin übrigens sehr gespannt, wie sich mein Böhnchen an Sylvester zeigen wird. Neulich hat es ja mal gedonnert, da hat er total empört in den Wald rein gekläfft, aus dessen Richtung er den Lärm vermutete. Beim Abbrennen des Welpen-Feuerwerks war er jeweils bei ARD/ZDF in der ersten Reihe am Zaun und total neugierig, was da so schick heult, pfeift, und ballert...

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#7
Ich gewähre auch Nähe und versuche es einfach nicht zu übertreiben
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




Antworten
#8
Meine Hunde duerfen sich in jeder Situation Zuspruch und Kontakt bei mir abholen.
Sie bekommen meine Unterstuetzung aber auch mal in anderer Form, als es ihnen vielleicht lieb ist. Wenn es mir noetig scheint, dann verhindere ich das sie sich unangenehmen Situation entziehen und diese nicht angehen. Wenn moeglich, moechte ich ihnen gerne die Moeglichkeit geben etwas zu erfahren und eine Loesung zu finden.
In Gefahrensituationen aber entferne ich sie aus der Situation und sorge dafuer das sie in Sicherheit sind.

Insgesamt sind sie sehr robust und haben gelernt mit vielen Dingen umzugehen. Pai fand Federn und Enten frueher gruselig und war insgesamt zurueckhaltend bis scheu, Lucy fand manche alte Menschen merkwuerdig. Seit wir Dinge direkt angehen, gehts ihnen besser.
Kathi, Lu und Pai
Antworten




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste