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Hundebegegnungen oder bin ich ein Weichei?
#1
Hi,

die Frage wird an der Tatsache, das ich vermutlich ein Weichei bin zwinkern nichts ändern, aber ich wüsste gerne, wie ihr das seht.

In letzter Zeit bin ich echt penibel, was den Kontakt meiner Hunde mit fremden angeht. Immer häufiger ertappe ich mich, das ich meine Hunde wegrufe und weitergehe oder den Kontakt gleich meide, Freiläufe mit fremden Hunden meide, etc.

Als ich Kamaliis Bericht über die untereinander sehr devot kommunizierenden BC´s las, dachte ich mir so, das ich meine Rüden auch nicht provokant auf andere zugehen lasse. Klar, ist da noch ein Unterschied.

Neulich in einer Freilauf kam ein schon auf 50 m fixierender, erwachsener, intakter Rüde mit Bürste und leichtem Knurren schnurstracks auf meine Hündin, 6 Monate zu. Fand ich irgendwie nicht sehr höflich und hab mich in den Weg gestellt. Fand er auch unhöflich und hat mich angeknurrt, umgangen und weiter schnurstracks auf meiner Hündin zu. Die fühlte sich sehr unwohl, duckte sich, wich aus, er verfolgte sie,... Besitzerin des Rüden: der tut nichts. Ist Androhung von Gewalt nicht auch schon Gewalt? Ich bin dann gegangen, ich meine eher unverstanden vom Rest der Gruppe.

Wie handhabt ihr das? Erwartet Ihr, das Eurer Hunde sich bedrohen lassen und wenn ja, was erwartet Ihr dann? Meine Rüden hatte ich nicht dabei, die sind durchaus sehr sozialkompetent, ich vermute aber, das sie dem Rüden erzählen hätten wollen, das sie das nicht gut finden.

Weichei-Fliege
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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#2
Moin Fliege,
mein BC ist leider nicht immer sozialkompetent (zumindest nicht das was ich darunter verstehe), daher hält sich meine Begeisterung über freilaufende Hunde, die direkt auf meinen Zusteuern, arg in Grenzen. Hier ist Hundeflaute, in dem letzten 3/4 Jahr hatten wir 2 von deinen beschriebenen Hundebegenungen (jeweils mit 2 Terriern, beides mal die selben), die beide in einer lautstarken Auseinandersetzung endeten, mit Steigerung.
Auch nach der Woche bei Thomas fällts mir in derartigen Situationen sehr schwer, meinen ruhig zu halten.

Also aus meiner sicht ist das was du beschreibst ne freche Respektlosigkeit der Gegenseite und hat nichts mit Weichei auf deiner Seite zu tun.
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
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#3
Früher gehörte es irgendwie dazu, sich auf eine Wieso zu stellen zu quatschen und die Hunde machen zu lassen. Ob gut oder schlecht - das wusste damals keiner und es war jedem auch irgendwie egal. Keiner wusste es besser.

Heute ist es allerdings so, das ich 3 Hunde besitze. Davon einen nicht immer freundlichen Rüden und eine dann doch hoch herrschende Rudeldynamik wenn uns ein Hund entgegenkommt, der wie von Fliege oben beschrieben aggiert.

Meine Hunde haben kaum bis gar keinen Fremdkontakt zu anderen Hunden. Das liegt nicht ausschließlich an meinem Rüden, sondern oftmals an der dreistigkeit und provokativen Art des anderen Hundehalters. Diese intressiert es nicht wie Ihr Hund mit anderen Kommuniziert und ob die anderen verträglich sind oder nicht oder ob es im Zweifelsfalle eskalieren könnte, weil meine Hunde dem anderen mit wahrscheinlichkeit sagen würden, das sein Verhalten unter aller Kanone ist. Gleichbedeutend sind wir dann in den Augen des anderen HH, Assis - weil wie kann ich dann noch 3 Hunde halten, die nichtmal mit anderen spielen möchten.

Ich bin da nicht traurig drum. Ich möchte meinen Hunden und besonders auch mir den Stress mit anderen HH ersparen, denn es geht da rein und da raus und lernen werden sie es eh nie. Meine Hunde haben ausgewählen Hundekontakt mit Hunden bei denen ich weiß das sie Sozialvertäglich sind und das es ohne Theater klappt - komischerweise sind wir da keine Assis oder unverträgliche bissige Hunde!

Viele Menschen holen sich die Hunde nur noch nach der Optik, bei uns auf der Wiese eigentlich nur noch. Sie sind dann noch nicht dazu bereit Ihre Hunde zu erziehen aber hauptsache der Hund ist schön und möglichst modisch.

LG Julia
[Bild: 2957386.jpg]
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#4
Hmm. Ich glaube, die Wahrnehmung solcher Situationen hängt sehr stark davon ab, wie gut man selbst Hunde lesen kann und was man auch selbst für Hunde hat.

Als ich nur meinen Bären alleine hatte, ein sehr deeskalierender Hund, der nie Streit suchte, war ich immer sehr entspannt. Seit er älter ist, beobachte ich ihm gegenüber oft Machogehabe fremder Rüden, weil sie wohl spüren, dass er nicht mehr so kann, wie er gerne will.

Sobald man mehrere Hunde hat, oder viel mit denselben Hunden im Verband läuft, entwickeln sich dann auch noch wieder ganz andere Situationen. Sherlock verhält sich anders, seit Coffie da ist, er möchte schützen und fängt solche Jungs ab, die sich entsprechend dem "Baby" nähern.

Ich selbst habe aktiv schon einige Hunde verscheucht, die einen von meinen Hunden oder unseren Miniverbund sprengen wollten. Ich scheine da in diesem Moment sehr authentisch zu sein, denn bisher drehten alle ab.

Wenn ich wir zu zweit mit unseren Jungs, Timo/Heini und ich mit Sherlock/Coffie unterwegs sind, dann schauen wir schon von weitem, was das so kommt. Je nach Einschätzung leinen wir an oder holen ran und signalisieren durch unsere Gangart und Körpersprache, dass kein Kontakt erwünscht ist. Da Heini ein Am. Staff. ist, haben wir da natürlich auch ohnehin mehr "Ruhe", was das respektlose Draufzulassen angeht, als wenn Du "nette Plüschhunde" dabei hast. (Auch wenn die BCs in meinem Umfeld schon in Sachen Verletzungen bei anderen Hunden derzeit ungefähr 15:0 in Bezug auf den Staff führen zwinkern )

Heini ist auch ein Hund, der die Regeln der Annäherung noch lernen muss. Deshalb lässt Timo ihn auch nur ohne Signal laufen, wenn wir davon ausgehen, dass das Gegenüber mit der Begegnung auf Terrier-Art umgehen kann. Viele Hunde kennen wir hier durch die Hundeschule, oder ich kenne sie, weil sie irgendwann mal bei mir im Unterricht waren. Da kann ich meist vorhersagen, wie die Begegnungen laufen werden. Im Zweifelsfall würde ich aber immer gegen eine Begegnung entscheiden, bevor eine schief läuft.

Für mich wäre es ganz schlimm, wenn meine Hunde in meinem unmittelbaren Nahbereich angemacht werden würden und ich nichts regeln konnte. Einen solchen Vertrauensverlust wollte ich nicht verantworten müssen. Deshalb werden auch von mir die ganze "Tut- und Hörtnixe" vertrieben, wenn meine Hunde bei mir sind. Freunde macht man sich damit unter den Zweibeinern jedoch keine.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#5
(04.12.2012, 15:07)Anja schrieb: Hmm. Ich glaube, die Wahrnehmung solcher Situationen hängt sehr stark davon ab, wie gut man selbst Hunde lesen kann und was man auch selbst für Hunde hat.
...
Für mich wäre es ganz schlimm, wenn meine Hunde in meinem unmittelbaren Nahbereich angemacht werden würden und ich nichts regeln konnte. Einen solchen Vertrauensverlust wollte ich nicht verantworten müssen. Deshalb werden auch von mir die ganze "Tut- und Hörtnixe" vertrieben, wenn meine Hunde bei mir sind. Freunde macht man sich damit unter den Zweibeinern jedoch keine.

LG Anja

Hi Anja,
keine Ahnung, ob ich fremde Hunde gut lesen kann. Ich weiss nur, das wenn meine Hunde sich so zeigen würden, sie keine freundlichen Absichten hegen.

Meinst du deshalb reagiere ich "über"? Ist es tatsächlich "ok" oder "normal" oder wie immer man es sagen mag, wenn sich fremde Hunde gegenseitig "die Faust unter die Schnauze halten"?

Mag ich es nur nicht bei anderen, weil ich es bei meinen nicht mag?
Klar, wenn ich einen starken Hund dabei habe, der solche Situationen sicher löst, stört mich das weniger. Die kleine Hündin fand es aber sehr unangenehm und das einzige, was sie in dieser Situation gelernt hat, ist das ich sie nicht beschützen kann und dem Gegenüber in die Nase hacken kurzfristig hilft. Sehr blöd.

Mein Verscheuchversuch (ich hatte ja irgendwie noch auf die Reaktion des Besitzers gehofft oder des Trainers) wurde leider nur mit einem Knurren des Hundes beantwortet und die Reaktion des Besitzers, das es kein Wunder ist, das sein Hund knurrt, wenn ich ihn so bedränge :-(.
Was tue ich denn dann?

Fliege
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Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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#6
(04.12.2012, 15:22)Fliege schrieb: Mein Verscheuchversuch (ich hatte ja irgendwie noch auf die Reaktion des Besitzers gehofft oder des Trainers) wurde leider nur mit einem Knurren des Hundes beantwortet und die Reaktion des Besitzers, das es kein Wunder ist, das sein Hund knurrt, wenn ich ihn so bedränge :-(.
Was tue ich denn dann?
doofe Situation...

Entweder nicht drauf eingehen & sofern möglich anderen Weg gehen, weiteren Kontakt meiden. Und Visitenkarte von Thomas geben, mit entsprechendem sachlichem Hinweis. (wäre mein Favorit)

Oder den Personen verdeutlichen was sein Hund dem deinigen antut. In dem du ihn, mit welchen Hilfsmittel auch immer, bedrohst, wenn er zurückweicht nachsetzen, etc... vielleicht kapiern die's so. (was ich nicht machen würd)
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
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#7
(04.12.2012, 15:41)Dieselross schrieb: ...
Oder den Personen verdeutlichen was sein Hund dem deinigen antut. In dem du ihn, mit welchen Hilfsmittel auch immer, bedrohst, wenn er zurückweicht nachsetzen, etc... vielleicht kapiern die's so. (was ich nicht machen würd)


tut er ihm denn wirklich was an oder ist das nur mein menschliches Empfinden der Situation? Ist sowas eine Situation die "man als Hund aushalten muss"?
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Niels Bohr
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#8
Wenn ich deine Situationsbeschreibung so aufgefasst hab, wie sie gemeint war, dann "muss man das aus meiner Sicht als Hund nicht aushalten".

Mein Hund dürfte das (deine Gegnerpartei) nicht, bzw. ich würd mir die allergrößte mühe geben, dies zu unterbinden. Und wenns mir nicht gelingt, mich entschuldigen.
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
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#9
freuen dann können wir beide sicherlich gut spazieren gehen. Der Trupp würde sich bestimmt gut verstehen.

Gruß, Fliege
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Niels Bohr
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#10
Leider ist es so, dass Du nicht auf Verständnis des zweibeinigen Gegenübers von Tutnixen hoffen kannst, sondern mit so blöden Sprüchen rechnen musst, wie Du aktuell einen kassiert hast.

Nein, ich finde nicht, dass Du überreagierst, wenn Du Deine Hündin, die sich sichtlich unwohl fühlt mit der Situation, vor so etwas beschützen willst. Auch ich würde es sehr doof finden, wenn sie sich selbst schützen muss, in dem sie schnappt.

Man darf einfach auch nicht vergessen, dass die meisten Border Collies eine sehr große Individualdistanz haben im Vergleich zu anderen Hunden und zwar zuvor schon genügend Signale geben, dass man gefälligst weg zu bleiben hat, aber diese oft recht fein sind, und von distanzlosen Grobmotorikern entweder nicht gelesen oder schlicht ignoriert werden. Worst Case für mich: Klassischer Labrador ./. klassischer Border Collie. Das KANN eigentlich nur mit ner Schramm im Gesicht von dem Labi enden. Habe es leider so schon sehr häufig erlebt.

Ich vermute mal, dass Du von dem Rüden nicht ernst genommen wurdest, weil Du Dich nicht so getraut hast im Angesicht der fremden Menschen, den Job des Verscheuchers für Deine Hündin so zu machen, dass Du respektiert wirst. So lange Du dabei denkst, dass vielleicht das Gegenüber komisch reagieren könnte, wird das nicht funktionieren. Das liest der Rüde und setzt sich durch. Wie geschehen.

Ist Deine Hündin 20m von Dir weg und wird dort so angegangen, ist das ihr "Pech". Ist sie bei Dir, ist es Dein Job, sie unbedingt zu schützen. Und DAS kommt leider oft einer Quadratur des Kreises gleich. Vor allem, wenn auch noch mehrere Hunde auf Dich zu kommen.

Ich lasse meine Kunden das Verscheuchen von Hunden schon in den Freispielteilen meines Unterrichts üben, bereits in den Welpengruppen. Wenn sie ihre Hunde zu sich ran gerufen haben, und es kommt noch ein kleiner, auch bereits gerufener Saboteur hinterher und bedrängt den Hund zum Weiterspielen zwischen den Beinen seines Menschen, dann kann man das dort schon sehen, wer vertreiben kann und wer nur "dududu" macht. Es kostet einen definitiv Überwindung, einen fremden Hund so zu beeindrucken, dass er entgegen seiner Motivation abzieht.

Für mich ist halt immer viel die Gesamtsituation entscheidend, wie so ein Gockel anstolziert kommt. Manche machen sich einfach nur wichtig, das nehme ich nicht ernst, und die werden dann auch demaskiert, wenn man sozial kompetente Hunde dabei hat. Aber manche sind echt auf Krawall aus bzw. stehen selbst so unter Stress (oft durch fehlende Erziehung und Sozialisierung), dass ich das meinen Hunden einfach nicht zumuten möchte. Umgekehrt will ich auch nicht, dass mein Rüde in seinen sexuell hoch aktiven Phasen jede Hündin bedrängt, die des Weges kommt und habe das versucht zu unterbinden. Leider auch nicht immer mit Erfolg, weil zuweilen die Hormone die Ohren verstopft haben zwinkern .

Aushalten wird Deine Hündin das auf Dauer nicht, sie wird vermutlich immer eher zum Angriff über gehen und gar nicht erst warten, bis derjenige Warnung 1-3 übersehen hat. So war/ist es bei der Border Collie Hündin meiner Kollegin, deren erstes Jahr ich leider nicht begleiten durfte.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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