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Hundebegegnungen oder bin ich ein Weichei?
#31
(05.12.2012, 20:43)Fliege schrieb: ich zähle mich eigentlich nicht zu den unsicheren Hundebesitzer,

Warum "eigentlich"?


(05.12.2012, 20:43)Fliege schrieb: Sozialkompetent ist für mich derjenige, der es schafft sich so in einer, auch wechselnder Gruppe zu verhalten oder einzugliedern, das diese "funktioniert". Ohne dabei seine eigene Persönlichkeit aufzugeben etc.


Genauso sieht meine Überzeugung aus.
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#32
eigentlich weil sich fremd- und eigenwahrnehmung ja durchaus unterscheiden können zwinkern. Dumme angewohnheit
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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#33
(04.12.2012, 15:48)Fliege schrieb:
(04.12.2012, 15:41)Dieselross schrieb: ...
Oder den Personen verdeutlichen was sein Hund dem deinigen antut. In dem du ihn, mit welchen Hilfsmittel auch immer, bedrohst, wenn er zurückweicht nachsetzen, etc... vielleicht kapiern die's so. (was ich nicht machen würd)


tut er ihm denn wirklich was an oder ist das nur mein menschliches Empfinden der Situation? Ist sowas eine Situation die "man als Hund aushalten muss"?

Wenn man da an das Konfliktmanagement denkt, Fight, Flight, Freeze or Flirt, dann kommt da der Schutz durch Dritte nicht drin vor. Denn dann würde der Konflikt ja abgegeben werden.
Leider ist es immer häufiger zu sehen, dass die wenigsten Hunde sozialkompetent sind und der Mensch es enorm beeinflusst.

Was also spricht dagegen, sich als Schwächerer, in diesem Fall auch noch als sehr junger Hund, vollständig zu unterwerfen?
Warum wurde nicht erkannt, dass die Flucht nicht hilft, und warum kam es nicht zum Kampf?

Ich als Trainer greife sehr ungern ein, wenn diese klaren Kommunikationsformen vom Hund nicht angewendet werden.

Wird ein so junger Hund, so massiv bedrängt, dann würde ich von einem so jungen Hund erwarten, dass dieser sich vollständig unterwirft. Besser noch, erst versuchen zu flüchten.
Unabhängig davon, wie sich der andere Hund verhalten hat, bzw. wie sozialkompetent dieser ist, würde ein eingreifen nur dann Sinn machen, wenn die Kommunikationsformen nicht verstanden werden.

Nun spinnen wir mal den Faden weiter:
Was lernt denn ein Hund aus dieser Situation, wenn er sich Schutz beim Menschen sucht?
Wie soll er mit solchen Situationen in Zukunft umgehen können?

So antipathisch es mich auch machen wird, aber ich hätte in diesem Fall meinen Hund sogar noch bestraft.



(05.12.2012, 09:34)Gerti schrieb: Aber du sprichst natürlich etwas ganz Entscheidendes an und das meinte ich auch mit meiner Frage, ob nicht Trudel vielleicht sogar provoziert hat:
Wer kann von sich behaupten, dass er immer und hundetrprozentig beobachtet, welcher von den Hunden hier agiert und welcher reagiert?

Ganz krass mal an Flieges Beispiel: Wissen wir genau, ob die Kleine sich nicht irgendeine totale Frechheit erlaubt hat, die wir gar nicht wahrgenommen haben?
Ob der erwachsene Hund nicht "gezwungen" war, hier zu reagieren?
Ich finde es schwierig, immer genau zu entscheiden, was hier gerade
zwischen Hunden abgeht,
da oftmals nur eine Minibewegung notwendig ist, um einen anderen Hund zur Reaktion zu bringen.

Gerti hier sprichst Du etwas ganz Entscheidendes an, denn die kleine muss sich nicht mal eine Frechheit herausnehmen, denn es reicht schon ein posieren, oder eine inakzeptable Distanz.

Aus meiner Sicht, darf ein jüngerer Hund bis zum 3. Lebensjahr unbegründet eingeschränkt werden, denn nur so kann eine Beziehung entstehen.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#34
Thomas, vielen Dank fuer die Erklaerung. Sehr interessant. Was darf nach dem dritten Lebensjahr passieren?


Ich finde die Sorge der Anderen nicht unbegruendet. Man kann dem fremden Hund nur bedingt anzusehen, wie weit er gehen wird, ob er im anstehenden Konflikt angemessen reagiert oder man und Hund dann in einem Problem feststecken.
Es ist aeusserst unangenehm einen Hund nach Minuten mit Verletzungen aus dem Maul eines Anderen zu Kratzen. Dann faellt mir dann auch nicht mehr ein was der Hund im Maul des Anderen gelernt hat, ausser das es auch unter Hunden Bekloppte gibt? Ich kann schon verstehen, das jemand sagt, dann lieber gar keine Begegnungen.
Kathi, Lu und Pai
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#35
(06.12.2012, 00:18)Thomas schrieb: ...
Wird ein so junger Hund, so massiv bedrängt, dann würde ich von einem so jungen Hund erwarten, dass dieser sich vollständig unterwirft. Besser noch, erst versuchen zu flüchten....
Was lernt denn ein Hund aus dieser Situation, wenn er sich Schutz beim Menschen sucht?
Wie soll er mit solchen Situationen in Zukunft umgehen können?

So antipathisch es mich auch machen wird, aber ich hätte in diesem Fall meinen Hund sogar noch bestraft.
...


an diesem Beispiel:
hat sie. mit sehr lange ruhig auf dem Rücken liegen, pinkeln, still bleiben. Hat nicht geholfen, der Rüde hat dann auf ihr gerammelt. Flüchten vorher war auch ohne Erfolg.

Was dieser Hund gelernt hat: Rüden sind blöd und am besten hackt man ihnen sofort feste in die Nase. Dann ruft der Besitzer vom Rüde diesen nämlich doch weg.

Wie hätte ich sie da bestrafen sollen und womit?

Fliege


Mein Fazit ist irgendwie: ja, bin ein Weichei. Lasse meine Hunde fortan nur mit Hunden laufen, die sich benehmen können, solange sie zu klein sind um sich wirklich wehren zu können
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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#36
Ich gehöre hier in Cux zu den Trainern, die Hunde am weitesten auskommunizieren lassen im Freispiel in der Hundeschule. In den meisten Hundeschulen wird beim ersten "grrr", völlig gleich, wieso da gegrrrrrt wird, gebrüllt, geschmissen und getrennt. Das mache ich nicht. Ich entscheide situativ, ab wann ich eine Interaktion als nicht mehr angemessen empfinde und belege den jeweiligen Akteur mit den entsprechenden Konsequenzen.

Als sozial inkompetente Hunde empfinde ich jene, die immer zu früh in ihren Kommunikationsmöglichkeiten unterbrochen wurden, und dadurch gleich los schlagen oder sich gar nicht mehr trauen, überhaupt noch zu kommunizieren. Hunde, die mit Beschädigungsabsicht unterwegs sind, sind häufig in ihrem häuslichen Umfeld so endgestresst, dass sie es an anderen raus lassen.

Ich vergleiche das immer gerne mit einem Arbeiter, der irgendwo versehentlich auf dem Chefsessel landet, zwar den Status toll findet, der damit einher geht, aber mit dem Job total überfordert ist. Der wird sich vermutlich zu einem Menschen entwickeln, der nur noch unter Strom steht, Freunde brüskiert und immer mehr einen auf dicke Hose macht. Solche Hunde sehe ich da draußen ganz oft. Bekommen von ihren Menschen einen riesigen Status geschenkt, stolzieren gockelig durchs Leben und wundern sich dann, dass sie permanent einen auf die Mütze kriegen von all jenen, die den wahren Status erkennen können.

Mir fehlt es an Nerven, um meine Hunde für jeden Statusgockel als Korrekturgehilfen zur Verfügung zu stellen. Das müssen die schon in der Hundeschule oft genug tun. In der Freizeit brauchen wir das alle nur sehr bedingt. Die meisten Begegnungen sind jedoch entspannt, wenn die Besitzer ohne Leine entgegen kommen. Aber das mag auch an der Staff-Begleitung liegen. Hundemenschen, die da locker bleiben, die haben was begriffen.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#37
(06.12.2012, 09:04)Anja schrieb: Aber das mag auch an der Staff-Begleitung liegen. Hundemenschen, die da locker bleiben, die haben was begriffen.

Liebe Anja, keine Ahnung, warum du den noch raushauen musstest, weil der für meine Begriffe etwas sehr eingleisig gedacht ist.
Ohne diesen Anhang hätte ich doch fast den Daumen hochgehalten.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#38
Ich muss zu geben, das ich oft mit mehr als nur Zweien unterwegs bin und ich dann aus verschiedenen Gruenden in ruhigere Gebiete fahre.
Meine eigenen Hunde bekommen nicht mehr all zu oft, die Gelegenheit voellig ungezwungen und ohne Verantwortung fremde Hunde zu treffen. Ich wuerde ihnen das gerne oefter moeglich machen, doch dafuer reicht die Zeit oft nicht oder es gibt Momente in denen mir es nicht passt und ich keinen Nutzen sehen kann.
Wenn ich ihnen neue Hunde vorstellen, sind es meistens Hunde, die Teil unserer Gruppe werden sollen. Dann erwarte ich das meine Hunde mit mir arbeiten.

Meine Hunde haben sich beide nun zur der 'kopfstarken' Sorte entwickelt, sie scheinen hohe Ansprueche an Begegnungen zu haben und machen ihre Erwartungen deutlich.
Wenn wir die Moeglichkeit bekommen und mal Freizeit haben, dann gebe ich ihnen gerne die Chance sich mit Fremden zu sortieren, dabei sind mir fast alle Erfahrung und Begegnungen Willkommen. Wir treffen aber zB nur ganz selten Hunde, die sich charakterlich staerker darstellen. Hauptsaechlich treffen wir immer die gleichen Typen, Grobmotoriker, Kopflose und Hunde, die mit Anspruechen und Deutlichkeit nicht umgehen koennen. Das finde ich Schade, denn dann laufen die Treffen immer irgendwie gleich ab.
Kathi, Lu und Pai
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#39
Kathi, könntest du mal beschreiben, was das für Ansprüche und Erwartungen sind, die Lucy und Pai haben?
Und sind es die gleichen?
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#40
Lucy scheint es hauptsaechlich um Hoeflichkeit und Respekt zu gehen. Als guter deutscher Schaeferhund findet sie Unordnung doof.
Pai ist was Hoeflichkeit angeht noch sensibler bzw intolleranter, wenn sie nicht vorhanden ist. Frueher hat er Kontakt verweigert, wenn ihm etwas nicht passte, heute sagt er auch mal einen Ton.
Aber anders als Lucy, die selten jemanden kategorisch ablehnt, zeigt er aber viel oefter und deutlicher, wenn ihm jemand unsympathisch ist. Mir scheint als waere es unabhaengig von dem gezeigten Respekt.

Alles in Allem decken sich meine und ihre Ansprueche fast immer, nur, muss ich sagen, lass ich sie ihre Ansprueche nicht immer aussprechen.
Kathi, Lu und Pai
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