Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Geschlechtsspezifische Gehirnleistung?
#11
Hallo Thomas,

vorab mal ein paar Grundinformationen:

Bei den zweien handelt es sich um Mutter (8 Jahre) und Sohn (5 Jahre).

Den Rüden bekamen wir als Welpen. Mit ihm haben wir sehr viel unternommen (Welpenschule, Spaziergänge an großen Flüssen mit viel Verkehr, in der Stadt, in Füßgängerzonen, Fahrten mit Bus und Bahn etc.). Zu seinen Spielzeugen gehörten u.a. eine Rasselflasche (mit Steinen gefüllte Plastikflasche), Hand- und Straßenbesen, Tücher in verschiedenen Größen (von Putzlappen bis Badetuch), Luftballons in verschiedenen Größen, Bälle in verschiedenen Größen (bis Medizinballgröße). Bei den Spaziergängen haben wir darauf geachtet, dass er sehr viel Kontakt zu anderen Hunden hatte. Im Training haben wir immer nur mit positiver Verstärkung gerabeitet und schon in jungen Jahren mit Clickertraining und Shapping angefangen (so arbeiten wir im Training heute immer noch).

Die Hündin kam erst später zu uns. Sie wuchs in einer ländlichen Umgebung in einer Mehrhundehaltung (keine Zwingerhaltung) auf. Die Züchterin stufe ich als kompetent ein. Was damals zum Umfeld der Hündin genau gehörte, kann ich nicht sagen. Wie das Training ablief kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass Clickern und Shapping nicht (bzw. nicht gezielt) verwendet wurde.

Die Beschreibung der Lösungsansätze muss ich noch ausarbeiten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Beschreibung einer Situation in mündlicher/schriftlicher Form nicht unbedingt den Tatsachen entsprechen muss. Ich will versuchen das Geschehen so genau wie möglich zu beschreiben ... Fortsetzung folgt
Gruß
Olivier
___________________________________
Ich will nicht kopieren. Ich will verstehen.
Antworten
#12
(09.01.2013, 12:20)Olivier schrieb: Hallo Thomas,

vorab mal ein paar Grundinformationen:

Bei den zweien handelt es sich um Mutter (8 Jahre) und Sohn (5 Jahre).

Den Rüden bekamen wir als Welpen. Mit ihm haben wir sehr viel unternommen (Welpenschule, Spaziergänge an großen Flüssen mit viel Verkehr, in der Stadt, in Füßgängerzonen, Fahrten mit Bus und Bahn etc.). Zu seinen Spielzeugen gehörten u.a. eine Rasselflasche (mit Steinen gefüllte Plastikflasche), Hand- und Straßenbesen, Tücher in verschiedenen Größen (von Putzlappen bis Badetuch), Luftballons in verschiedenen Größen, Bälle in verschiedenen Größen (bis Medizinballgröße). Bei den Spaziergängen haben wir darauf geachtet, dass er sehr viel Kontakt zu anderen Hunden hatte. Im Training haben wir immer nur mit positiver Verstärkung gerabeitet und schon in jungen Jahren mit Clickertraining und Shapping angefangen (so arbeiten wir im Training heute immer noch).

Die Hündin kam erst später zu uns. Sie wuchs in einer ländlichen Umgebung in einer Mehrhundehaltung (keine Zwingerhaltung) auf. Die Züchterin stufe ich als kompetent ein. Was damals zum Umfeld der Hündin genau gehörte, kann ich nicht sagen. Wie das Training ablief kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass Clickern und Shapping nicht (bzw. nicht gezielt) verwendet wurde.

Die Beschreibung der Lösungsansätze muss ich noch ausarbeiten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Beschreibung einer Situation in mündlicher/schriftlicher Form nicht unbedingt den Tatsachen entsprechen muss. Ich will versuchen das Geschehen so genau wie möglich zu beschreiben ... Fortsetzung folgt

Im Prinzip ist es schon klar worin hier der Unterschied, zwischen den Beiden begründet ist, Klickern und Shapping, sagt schon eine Menge aus, dazu reichhaltige Erfahrungen.


Erfahrung speist die Intuition (B. Greene).
lg hansgeorg
Antworten
#13
@Thomas:
Sorry, habe die erste Frage irgendwie überlesen.
Rüde und Hündin werden von uns gleich behandelt. Das gilt für das tägliche Leben und für das Training. Wir wechseln auch die Trainingsteams, so dass jeder Hund mit beiden von uns trainiert. Einzige Ausnahme: beim Toben und Rennen halten wir die Hündin gesundheitsbedingt etwas zurück.

@hansgeorg:
Kannst Du den Punkt "reichhaltige Erfahrungen" bitte näher erläutern?

Zu den Lösungsansätzen:
Der Rüde zeigt bei einer neuen Aufgabe Lösungen von vergangenen Aufgaben. Das macht die Hündin nicht oder nur sehr selten. (Wir trainieren mit beiden die gleichen Aufgaben.) Der Rüde ist während dem Training aufgeregt und kommt eher in den Frustbereich (wenn wir abbrechen, bleibt er ruhig und wartend stehen). Die Hündin geht eine Aufgabe (körperlich) ruhiger an und kommt eher in den Stressbereich (wenn wir abbrechen, muss sie sich abreagieren indem sie ein Spielzeug wild schüttelt und dabei durch die Gegend rennt).
Gruß
Olivier
___________________________________
Ich will nicht kopieren. Ich will verstehen.
Antworten
#14
Hey

(09.01.2013, 19:12)Olivier schrieb: @hansgeorg:
Kannst Du den Punkt "reichhaltige Erfahrungen" bitte näher erläutern?

Zu den Lösungsansätzen:
Der Rüde zeigt bei einer neuen Aufgabe Lösungen von vergangenen Aufgaben. Das macht die Hündin nicht oder nur sehr selten. (Wir trainieren mit beiden die gleichen Aufgaben.) Der Rüde ist während dem Training aufgeregt und kommt eher in den Frustbereich (wenn wir abbrechen, bleibt er ruhig und wartend stehen). Die Hündin geht eine Aufgabe (körperlich) ruhiger an und kommt eher in den Stressbereich (wenn wir abbrechen, muss sie sich abreagieren indem sie ein Spielzeug wild schüttelt und dabei durch die Gegend rennt).

Sorry das ich das so verkürzt hatte, denn mit „reichhaltigen Erfahrungen“, meinte ich den Prozess der Entwicklung des Welpen Gehirns.
Das bei eurem Rüden, durch viele verschiedene Erfahrungen, z. B. systematische Lernprozesse, wie beim Klickern, wahrscheinlich eine viel bessere Verknüpfung der Neuronen nach sich gezogen hat.
Aber auch wird durch weiteres Lernen diese Vernetzung erhalten und in dem einen oder anderen Bereich noch verstärkt.

Nicht umsonst heißt ganz besonders bei den Neurobiologen: „Nutze es, oder verliere es!“

Besonders das Shapping, wofür der Klicker von Skinner speziell konzipiert wurde, lässt einen Hund, der von klein auf gewöhnt ist Lösungen zu suchen und zu finden, wahrscheinlich schon mit mehr Motivation, Frusttoleranz, Denken usw. an eine Aufgabe herangehen.

Mit anderen Worten kann dies bei einem Jungenhund für mehr Freude am Aufgabenlösen und somit am Lernen verbunden sein.





Der wahre Egoist kooperiert.
lg hansgeorg
Antworten
#15
@hansgeorg:
Ja, an die Ausbildung von Anzahl und Vernetzung der Neuronen habe ich auch schon gedacht.
Aber müsste der Rüde dann beim Üben (=Abrufen des Erlernten) nicht auch besser sein, als die Hündin?
Gruß
Olivier
___________________________________
Ich will nicht kopieren. Ich will verstehen.
Antworten
#16
Hey

(10.01.2013, 10:46)Olivier schrieb: @hansgeorg:
Ja, an die Ausbildung von Anzahl und Vernetzung der Neuronen habe ich auch schon gedacht.
Aber müsste der Rüde dann beim Üben (=Abrufen des Erlernten) nicht auch besser sein, als die Hündin?

Das zu beantworten, ist nicht so leicht wie man glauben möchte, denn auch hier sind viele Faktoren zu berücksichtigen, die eine Rolle spielen könnten.

Z. B. sind manche Individuen hoch motiviert etwas zu lernen, können sie es, verlieren sie das Interesse daran, beim Menschen würden wir sagen er langweilt sich usw.

Im Übrigen gibt es dazu so gar aussagekräftige Experimente mit Babys und Kleinkindern, die schon früh ein natürliches Bedürfnis (Neugier) danach zeigen, etwas zu lernen.
Wenn sie eine Erfahrung gemacht haben, verlieren sie schnell das Interesse an Wiederholungen, Neuem wenden sie sich dagegen sofort wieder mit Neugier zu.

Deshalb bin ich auch überzeugt davon, das Hunde nicht alle, das ist auch klar, sich bei diesen doch ewigen Wiederholungen, wie sie auf Hundeplätzen meist üblich sind, schnell langweilen können.
Wie gesagt, man darf nicht verallgemeinern, aber man sollte es im Hinterkopf behalten.





Der wahre Egoist kooperiert.
lg hansgeorg
Antworten
#17
@ Hans Georg

(10.01.2013, 00:35)hansgeorg schrieb: Besonders das Shapping, wofür der Klicker von Skinner speziell konzipiert wurde, lässt einen Hund, der von klein auf gewöhnt ist Lösungen zu suchen und zu finden, wahrscheinlich schon mit mehr Motivation, Frusttoleranz, Denken usw. an eine Aufgabe herangehen.

Na, das erzähl mal Thomas, der den Clicker ja so ablehnt. freuen

Aber ich kann deine Aussagen bestätigen. Der Clicker betätigt bei Trudel einen ON Knopf für Kreativität.
Wartet sie ohne das Teil auf "Hilfestellung" von mir, spult sie nun das komplette Repertoire ab.
Zunächst Dinge, die sie schon kennt, danach wird Neues versucht.
Tatsächlich werden aber Übungen, die keine großen Anforderungen mehr stellen, offensichtlich langweilig.
Wenn man genau hinschaut, kann man manchmal sogar erkennen, dass Trudel sich selber neue Schwierigkeiten sucht.
Z.B. letzte Woche beim Geräteturnen. Sie hat nun ziemlich gut drauf, eine Leiter, die an einer Seite auf 2 Autoreifen gelagert ist, hinaufzusteigen.
Als dies mal wieder erledigt war, hopste sie nun auf die Reifen
und machte Anstalten, die Leiter jetzt mal hinabzusteigen.
Sie schaute mich an, ich gab mein Okay und sie freute sich `nen Wolf, was Neues gemacht zu haben.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
#18
@hansgeorg:
Ich verstehe, was Du meinst. Würde das aber nicht auch dazu führen, dass der Rüde generell bei Übungen (also Wiederholungen von Erlerntem) das von Dir beschriebene Verhalten (=mangelndes Interesse) zeigen würde?
Gruß
Olivier
___________________________________
Ich will nicht kopieren. Ich will verstehen.
Antworten
#19
Hey

(10.01.2013, 19:00)Olivier schrieb: @hansgeorg:
Ich verstehe, was Du meinst. Würde das aber nicht auch dazu führen, dass der Rüde generell bei Übungen (also Wiederholungen von Erlerntem) das von Dir beschriebene Verhalten (=mangelndes Interesse) zeigen würde?

Von der Logik ist da schon etwas dran, aber.

Nicht unbedingt, denn was wir ja nicht automatisch wissen ist, dazu müsste man auch die Hunde besser kennen, welche intrinsischen und extrinsischen Motivationen ihr Verhalten hervorruft.



Der wahre Egoist kooperiert.
lg hansgeorg
Antworten
#20
Nach meiner Beobachtung ist die innere Motivation (subjektiv gesehen) sowohl beim Üben direkt nach dem Lernen als auch beim reinen Üben gleich. Die äußere Motivation ist im Großen und Ganzen in beiden Situationen gleich (Ausnahme: nicht beeinflußbare Umwelteinflüße wie z.B. Temperatur, Umgebungsgeräusche, Ablenkung etc.).
Gruß
Olivier
___________________________________
Ich will nicht kopieren. Ich will verstehen.
Antworten




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste