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Ist Körpersprache = die Muttersprache des Hundes?
#1
... und wenn ja, können wir sie sprechen?

Da ich das Thema interessant und wichtig finde, löse ich mal aus meinem Coffie-Welpentagebuch das Thema von Hans Georg und mir in Bezug auf Körpersprache heraus. Folgendes Zitat ist hierfür der Auslöser:

(19.11.2012, 17:10)hansgeorg schrieb: Hey

(18.11.2012, 02:47)Anja schrieb: Ich verstehe nicht, warum Du Körpersprache nicht als Muttersprache des Hundes anerkennen kannst. Magst Du das etwas näher erläutern?


LG Anja


Hier wäre es sinnvoll, mal 2-3 Beispiele der hundlichen Muttersprache, also die Körpersprache, wie du sie meinst und verstehst, aufzuzeigen.
Dann kann man konkret darauf eingehen.

Beispiel 1: Hund 1 will an ein für interessantes Objekt, Hund 2 will das nicht, er schiebt ihn mit seinem Körper beiseite, weg vom Objekt.

Beispiel 2: Hund 1 weiß, dass hinter einem Zaun ein gefährlicher Hund wohnt und schiebt Hun 2 schon im Vorfeld auf der STraße mit dem Körper Stück für Stück so weit rüber, dass genug Abstand zum Zaun ist, wenn man dort angekommen ist.

Beispiel 3: Hund 1 nähert sich Hund 2 aufgeregt und distanzlos. Hund 2 bringt Hund 1 durch Vornüberbeugen, Körperschwerpunkt nach vorne verlagern dazu, sich hin zulegen und durch nachsetzen mit der Schnauze dazu, ruhig zu werden. Ab dem Moment der Ruhe wird die Nähe nicht nur geduldet, sondern sogar Zuneigung gegeben.

Beispiel 4: Hund 1 macht sein Ding. Hund 2 Will mit Hund 1 spielen oder anderweitig desssen Aufmerksamkeit erregen. Hund 2 geht zu Hund 1 und rempelt oder stupst ihn an.

Beispiel 5: Splitten in Konflikten durch Durchlaufen oder Zwischenstellen.

Was ich meine mit Körpersprache ist, dass Hunde ihren Körper unter Artgenossen oder auch gegenüber uns einsetzen, um ein Ziel zu erreichen. Hierbei werden Bewegungen des eigenen Körpers gemacht, die den anderen dazu veranlassen, Dinge zu tun, zu lassen, oder beispielsweise zu gehen, sich zu legen, zurück zu weichen, Unterwürfigkeit zu zeigen etc.

Ich empfinde es so, dass auch der Menschliche Körper so eingesetzt werden kann, dass Hunde sofort verstehen, was wir von ihnen wollen oder eben auch mal nicht wollen.

Beispiel: Ich kann mich hin stellen, Futter auf den Boden fallen lassen, nein sagen, und den Hund mit einer Leine davon abhalten, zum Futter zu gelangen.
Ich kann aber auch Futter auf die Erde fallen lassen, und mit meinem Körper den Hund davon abdrängen, wenn er versucht, es zu bekommen.

Oder ich nehme Hundebegegnungen. Mein Hund will zu einem anderen Hund hin. Ich kann ihn mit der Leine zurück ziehen, ich kann ihn aber auch mit meinem Körper davon abhalten.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#2
Hallo Anja

Was du hier beschreibst, ist aber letztendlich nicht viel mehr, als Abblocken, Abdrängen oder Dazwischengehen. Fast nur Korrekturen.
Und die müssen auch nicht konditioniert werden.

Das macht für mich aber nur einen winzig kleinen Bruchteil der hundlichen Körpersprache aus.
Wollten wir Menschen jetzt tatsächlich das Repertoire des Hundes kopieren, würde das wohl ziemlich erbärmlich ausfallen und nur ein grenzdebiler Hund
könnte uns ernst nehmen.

Uns fehlen einfach die Vorausetzungen, um auf diese Weise mit dem Hund zu kommunizieren. Wenn es eben nicht um Korrekturen geht.

Ansonsten versteht unser Hund nämlich überhaupt nichts von unseren Körpersignalen und kein Hund gibt dem anderen eins für "Platz".

Fakt ist doch eher, dass ich mit meinem Hund, der natürlich ein Fachmann in Sachen Körpersignale ist, einen eigenen Code erarbeite und diesen beim Hund (und bei mir) konditioniere, damit er etwas damit anfangen kann.

Fast alles, über die von dir genannten Beispiele hinaus, ist für mich keine Muttersprache des Hundes, sondern eine "Sprachverwandtschaft".

Ähnlich, wie wir uns mit Englisch leichter tun, als mit Kisuaheli, wird es dem Hund auch gehen.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#3
Ich habe lediglich Beispiele gebracht, ich habe nicht gesagt, dass das alles ist, was wir können. Im Spiel mit dem Hund kann man unendlich vieles tun, was nichts mit Korrekturen zu tun hat, und was auch über den Körper geht.

Auch habe ich nie behauptet, Hunde kopieren zu wollen, sondern ich sehe nur in der bewussten Körpersprache eine sehr gute Kommunikationsmöglichkeit und auch gute Voraussetzungen, um Dinge zu konditionieren.

Das Beispiel mit Deinen Sprachen finde ich gut. Es geht mir bei meiner Aussage um den großen Wurf der Kommunikation nicht nur über Sprache, sondern BEWUSST über den Körper.

Übrigens habe ich schon oft gesehen, dass Hunde sich gegenseitig ins Platz bringen... Und auch ins Sitz.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#4
(19.11.2012, 21:12)Anja schrieb: ... und wenn ja, können wir sie sprechen?

Da ich das Thema interessant und wichtig finde, löse ich mal aus meinem Coffie-Welpentagebuch das Thema von Hans Georg und mir in Bezug auf Körpersprache heraus. Folgendes Zitat ist hierfür der Auslöser:

(19.11.2012, 17:10)hansgeorg schrieb: Hey

(18.11.2012, 02:47)Anja schrieb: Ich verstehe nicht, warum Du Körpersprache nicht als Muttersprache des Hundes anerkennen kannst. Magst Du das etwas näher erläutern?


LG Anja


Hier wäre es sinnvoll, mal 2-3 Beispiele der hundlichen Muttersprache, also die Körpersprache, wie du sie meinst und verstehst, aufzuzeigen.
Dann kann man konkret darauf eingehen.


Was ich meine mit Körpersprache ist, dass Hunde ihren Körper unter Artgenossen oder auch gegenüber uns einsetzen, um ein Ziel zu erreichen. Hierbei werden Bewegungen des eigenen Körpers gemacht, die den anderen dazu veranlassen, Dinge zu tun, zu lassen, oder beispielsweise zu gehen, sich zu legen, zurück zu weichen, Unterwürfigkeit zu zeigen etc.

Ich empfinde es so, dass auch der Menschliche Körper so eingesetzt werden kann, dass Hunde sofort verstehen, was wir von ihnen wollen oder eben auch mal nicht wollen.

Beispiel: Ich kann mich hin stellen, Futter auf den Boden fallen lassen, nein sagen, und den Hund mit einer Leine davon abhalten, zum Futter zu gelangen.
Ich kann aber auch Futter auf die Erde fallen lassen, und mit meinem Körper den Hund davon abdrängen, wenn er versucht, es zu bekommen.

Oder ich nehme Hundebegegnungen. Mein Hund will zu einem anderen Hund hin. Ich kann ihn mit der Leine zurück ziehen, ich kann ihn aber auch mit meinem Körper davon abhalten.

LG Anja

Ist Körpersprache = die Muttersprache des Hundes?

Ganz eindeutig, NEIN!

Warum?

Niemand würde z. B. in Analogie zur Körpersprache, ernsthaft auf die Idee kommen zu sagen: „sitzen, liegen, stehen, springen usw., wären Fähigkeiten, die den Hunden eigen sind“, da wir wissen, dass viele Tiere einschließlich des Menschen, das auch können.
Oder gar sagen, dass dies Verhalten die Körpersprache des Hundes sei, sozusagen die Muttersprache der Hunde.

Zum Beispiel Futter:
Ein Büffel verteidigt sein Futter gegen andere Büffel, in dem er sie von seiner Futterstelle vertreibt/abdrängt.
Ein im Wasser stehend Bär vertreibt einen anderen Bären von seiner Fangstelle, wenn er Lachse erbeuten will.
Ein Wolf vertreibt einen Kojoten von seiner Beute, wenn er hungrig ist und davon fressen will.
Eine Elefantenkuh vertreibt/drängt Löwen ab, wenn sie ihrem Baby zu nahekommen usw.
Menschen drängen Menschen ab, wenn sie etwas verhindern wollen.

Zum Beispiel Begegnungen:
Eine Mutter drängt ein anderes Kind ab, das ihr eigenes und/oder ein anderes Kind schlagen will.

Was ich damit sagen will, ist, Körpersprache ist etwas Allgemeines (fasst Universelles) und nicht etwas Exclusives von einer einzigen Tierart. Deshalb wird es auch von vielen Tierarten leicht verstanden.

Woher kommt es das diese Körpersprache so allgemein ist, das sie Art übergreifend verstanden werden kann?

Es liegt an ihrer evolutiven Hervorbringung und beruht zu einem großen Teil, auf wiederum universellen physiologischen Grundlagen die das Verhalten maßgebend steuern und beeinflussen. Angst, Freude, Ärger, Ekel, Trauer usw. sind die Emotionen und Gefühle, die hier eine wesentliche Rolle spielen.

Das Abdrängen kann/ist eine körperliche Bedrohung, Angst lässt uns davor weichen.

Im Grunde eigentlich ganz einfache Reiz – Reaktionsmechanismen, die hier greifen, da sie im Tierreich, salopp ausgedrückt, allgemein Gut sind.

Es ist schon wieder so spät, deshalb nur kurz noch.

Wir sagen ja auch nicht zu unserer menschlichen Körpersprache, sie sei unsere Muttersprache, oder bei Katzen oder bei Pferden oder bei Primaten usw.

Deshalb mag ich solche maßlosen Übertreibungen nicht, die nun mal so nicht zutreffend sind, warum reicht nicht wörtlich aus, was es ist „Körpersprache“ und sind darüber froh, dass es gut funktionieren kann.


Der wahre Egoist kooperiert.
lg hansgeorg
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#5
(20.11.2012, 01:34)hansgeorg schrieb: Zum Beispiel Begegnungen:
Eine Mutter drängt ein anderes Kind ab, das ihr eigenes und/oder ein anderes Kind schlagen will.

Was ich damit sagen will, ist, Körpersprache ist etwas Allgemeines (fasst Universelles) und nicht etwas Exclusives von einer einzigen Tierart. Deshalb wird es auch von vielen Tierarten leicht verstanden.

Deinem Beispiel möchte ich unbedingt widersprechen, denn als allererstes würde eine Mutter das andere Kind ansprechen, anbrüllen, wie auch immer wortsprachlich kommunizieren, bevor sie handgreiflich wird.

Wir Menschen regeln das meiste ja zunächst verbal.

Habe nie behauptet, dass Körpersprache nur die Muttersprache der Hunde ist, aber hier geht es nun mal um Hunde. Und für mich in aller erster Linie um die oft so gestörte Kommunikation zwischen Mensch und Hund bzw. umgekehrt.

Und klar, kommunizieren vermutlich alle Tiere und auch wir Menschen mit dem Körper, aber die Slangs sind unterschiedlich, und auch die Prioritäten. Wir reden zuerst, Hunde sprechen zuerst mit dem Körper. Und auch in der Hundeerziehung reden wir.

Wieso findest Du es maßlos übertrieben, wenn man das so ausdrückt?

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#6
Hey

(20.11.2012, 08:27)Anja schrieb:
(20.11.2012, 01:34)hansgeorg schrieb: Zum Beispiel Begegnungen:
Eine Mutter drängt ein anderes Kind ab, das ihr eigenes und/oder ein anderes Kind schlagen will.

Was ich damit sagen will, ist, Körpersprache ist etwas Allgemeines (fasst Universelles) und nicht etwas Exclusives von einer einzigen Tierart. Deshalb wird es auch von vielen Tierarten leicht verstanden.

Deinem Beispiel möchte ich unbedingt widersprechen, denn als allererstes würde eine Mutter das andere Kind ansprechen, anbrüllen, wie auch immer wortsprachlich kommunizieren, bevor sie handgreiflich wird.

hg.:

Du magst da widersprechen!

Aber offensichtlich hast du nicht viel mit Kindern zu tun! Ich kann dir aus meiner jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit Kindergruppen im Sport (unterschiedlichsten Alters), ganz anderes berichten.



Wir Menschen regeln das meiste ja zunächst verbal.

hg.:

Ja, wenn die Kinder alt genug sind!


Habe nie behauptet, dass Körpersprache nur die Muttersprache der Hunde ist, aber hier geht es nun mal um Hunde. Und für mich in aller erster Linie um die oft so gestörte Kommunikation zwischen Mensch und Hund bzw. umgekehrt.

hg.:

Das du Körpersprache als Muttersprache des Hundes bezeichnest ist ein trennt, den du unreflektiert anderen nachbetest, z. B. HTS, die es auch wieder woanders herhaben usw.

Es geht auch nicht um Kommunikation, denn dazu müssen Hunde erst einmal etwas lernen, davor ist es Interaktion, wenn sie gelernt haben und wissen, dann wird es erst zur Kommunikation, das ist ein wesentlicher Unterschied.


Und klar, kommunizieren vermutlich alle Tiere und auch wir Menschen mit dem Körper, aber die Slangs sind unterschiedlich, und auch die Prioritäten. Wir reden zuerst, Hunde sprechen zuerst mit dem Körper. Und auch in der Hundeerziehung reden wir.

hg.:

Du kennst die Tatsachen nicht, sonst wüsstest du, dass wir Menschen zuallererst körpersprachlich interagieren, Sprache ist dabei nur eine Art Begleitmusik, denn Babys verstehen die Bedeutung von Worten noch nicht.

Körpersprachlich gibt es auch keine Slangs, auch wieder so eine unsinnige Behauptung. Worum es sich hierbei handelt, ist eigentlich auch wieder ganz einfach und klar, es gibt die körperlichen Grobmotoriker und es gibt die Feinmotoriker, in diesem Spannungsfeld spielt sich die Körpersprache ab.

Wieso findest Du es maßlos übertrieben, wenn man das so ausdrückt?

hg.:

Die Ebene der hundlichen Interaktionen und Kommunikation ist viel komplexer als das du sie auf Körpersprache reduzieren kannst.

Es stimmt schon mal nicht, das Hunde in erster Linie über Körpersprache interagieren/kommunizieren.

Welpen (Hundebabys) rufen nach ihren Müttern, wenn sie sich Unwohlfühlen, wenn sie hungern, wenn sie frieren, wenn sie schmerzen haben, da die Verdauung nicht so funktioniert usw., aber auch die Hundemütter rufen ihre Kleinen.

Meist können wir das sehr schön sehen, beim Wolf, wenn sie zum Bau zurück kommen rufen sie ihre kleinen, oder wenn sich ein kleines vom Bau zu weit entfernt hat. Manchmal rufen sie, damit sich die Kleinen vor anderem Raubwild verstecken usw.
Aber auch die Erwachsenen haben ihre verbale Kommunikation, die sehr umfangreich ist, sogar über große Entfernungen, das Wolfsgeheul.

Hunde dagegen nutzen unterschiedliche Laute beim Bellen, die ihre speziellen Bedeutungen haben usw.

Dass was du und andere machen mit der angeblichen Körpersprache = Muttersprache des Hundes, ist eine soziale Kastration des Hundes in seiner Fähigkeit hundlichen Interaktion und Kommunikation.

Was glaubst du denn wie man Schlittenhunde dazu bringt das sie an einer Wegkreuzung Linksabbiegen und nicht einfach gerade aus oder Rechtsabbiegen?
Genau durch Worte und sie verstehen es ohne Blickkontakt, denn du siehst beim Mushen nur ihre Ärsche, sonst nichts.

Meine Schlittenhunde hatten keine wirkliche erzieherische Ausbildung, als ich mit ihnen anfing Sport zu machen, trotzdem haben sie sehr schnell gelernt auf Worte (richtig) zu handeln.

Es ist eine Mär zu glauben, dass die Körpersprache das schnellere Ergebnis liefert, aber es ist auch richtig, das es schwieriger scheint Hunde verbal zu erziehen/auszubilden und dem gehen die meisten Hundetrainer und HH aus dem Weg und wählen das vermeintlich geglaubte einfacher aus, die kastrierende Körpersprache.

Deine Konsequenz ist deine Inkonsequenz, du verteufelst immer gerne allgemein das Leckerli geben, verwendest aber immer dann, wenn es dir scheinbar gefühlt nützt, selbst Leckerlis.
Ebenso nutzt du die Körpersprache, aber wenn es darum geht, auch Worte.

Wo ist hier deine Konsequenz, warum bleibst du nicht bei dem, was deiner Überzeugung nach das bessere ist, die Antwort ist eigentlich ganz einfach, da Körpersprache nicht die Muttersprache der Hunde ist.

Ps.: Ich weiß nicht, ob du dich erinnern kannst, aber du hast dich mal darüber amüsiert, dass jeder Hinz und Kunz sich Manager nennt, so ähnlich kommt es mir vor, wenn ich lese, die Körpersprache = die Muttersprache des Hundes, wenn du verstehst, was ich meine.


LG Anja



Beweise haben nicht wirklich die Aufgabe, jemanden davon zu überzeugen, dass etwas wahr ist. Sie dienen nur dazu, um zu zeigen, warum etwas wahr ist. (Andrew Gleason)
lg hansgeorg
Antworten
#7
(19.11.2012, 21:12)Anja schrieb: Ist Körpersprache = die Muttersprache des Hundes?

Hallo Anja,
Körpersprache kann keine Muttersprache sein, weil meine Muttersprache auch nicht die verbale Sprache ist, sondern eher Deutsch.
Ein Engländer hat eine andere Muttersprache, obwohl er gleich verbal kommuniziert.
Der Grund, dass Hunde oft Katzen jagen liegt eher darin, dass sie eine andere Körpersprache haben.

Wenn es aber einen Ausdruck für die alleinige Körpersprache des Hundes geben würde, dann ließe sich das besser benennen.

Es gibt kein Tier ..., aber wir bleiben mal beim Hund, ... dass einem anderen hinter her ruft, mit welchen Lauten auch immer. Es mag zwar Folgerufe unterschiedlicher Art, je nach Tier, geben, aber würde ein Hund, einem anderen Hund weg laufen, dann wäre es sein Schicksal.
Oder auch umgekehrt, wenn dieser nicht folgt.

Die Frage müsste von daher eher anders herum gestellt werden:
Was drücken Hunde verbal aus?
Es sind ausschließlich Emotionen!!!

Nicht ohne Grund gelingt es vielen Hundehaltern nicht, ihren Hund mit lauter und deutlicher Stimme für sich zu gewinnen, denn die Emotionen, die der Mensch in diesem Fall preis gibt, weis der Hund genau zu verstehen.
Nicht ohne Grund nannte ich das Beispiel mit dem chinesischem Buch.

Ich möchte mal sehen, wie ein Mensch es anstellen will, nur verbal einem Hund etwas bei zu bringen. Selbst ein Sitz wird ohne Körpersprache nicht möglich sein.

Jedes Wort muss zwangsläufig konditioniert werden, damit es verstanden wird. Ein Sitz muss ich nonverbal nicht konditionieren, damit der Hund es versteht, er kann es, wenn ich das will.

Wie schlecht Hunde mit Geräuschen und verbale Kommunikation umgehen können, zeigen unzählige Beispiele:
- Der Hund hört einen Krankenwagen und heult los
- Der Hund setzt lautes Knurren und Bellen ein, um andere Hunde zu imponieren, andere gehen darauf ein.
- Der Hund geht auf einen verletzt- schreienden Hund los, wenn er nur verletzt ist, dann schützt er ihn.
- und vieles mehr
Ausnahmen bestätigen die Regel

Abschließend würde ich somit sagen:
Was es uns vereinfacht, den Hund zu verstehen und was dem Hund vereinfacht uns zu verstehen ist die soziale Kommunikation.
Wieviel chinesisch wir lernen wollen, hängt von jedem Menschen individuell ab, was der Hund an deutscher Sprache lernen kann, hängt davon ab, wie wir es ihm lehren können.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten
#8
Hey

(20.11.2012, 23:01)Thomas schrieb:
(19.11.2012, 21:12)Anja schrieb: Ist Körpersprache = die Muttersprache des Hundes?

Ich möchte mal sehen, wie ein Mensch es anstellen will, nur verbal einem Hund etwas bei zu bringen. Selbst ein Sitz wird ohne Körpersprache nicht möglich sein.

Erstens:
In der Tat wäre es übertrieben einem Hund alles nur verbal beibringen zu wollen, den Anspruch erhebt niemand, den ich zumindest kenne, aber darum geht es ja auch nicht.

Zweitens:
Wär dem so, dass es nicht möglich sei, ohne Körpersprache einem Tier (Hund) etwas beizubringen und sei es nur „SITZ“, hätten viele der Experimente der Behavioristen nicht durchgeführt werden können.

Nehmen wir die Skinnerbox, hier werden Tiere „konditioniert“, ohne das ein Mensch direkt beteiligt ist und trotzdem lernen sie auch komplizierter Handlungen, als es „SITZ“ wäre.

Auch das Shaping, was wir vom Klicker her kennen, würde nicht funktionieren, könnten Tiere (Hunde) nicht ohne Körpersprache etwas lernen.
Was viele nicht wissen hat Skinner den Klicker über das experimentieren mit Hunden entwickelt..

Wir fangen hier an uns in einen Bereich des Konditionierens hineinzubewegen, der seltenst, meist überhaupt nicht Thema der Hundeerziehung/Hundeausbildung ist, er ist salopp gesagt ein leerer/weißer Fleck.

Was ich damit meine ist, es gibt Verhaltensweisen, die einfach vorhanden sind, zum Teil ganz unterschiedlicher Art.
Dabei sind die Verhaltensweisen begünstigt, die im „normalen“ Verhalten der Tiere vorkommen.

Sich hinsetzen, ist solch eine Handlung, letztlich also „SITZ“, ließe sich ohne Körpersprache vom Hund lernen, da es in Verbindung mit Futter, das Prinzip der „klassischen Konditionierung“ abbildet, oder auch „operante Konditionierung“, wäre möglich.

Statt den neutralen Reiz „KLOGENTON“ müsste man ein „SITZ“ einspielen usw.

Dabei käme man sogar ohne soziale Kommunikation aus.


Der wahre Egoist kooperiert.
lg hansgeorg
Antworten
#9
Wenn wir hier von instrumentellen Konditionierung zur klassischen Konditionierung springen, dann bitte, da hast Du Recht.
Da dieses Thema jedoch von Kommunikation ausging, habe ich nicht an den Paukenschlag für Dich gedacht.
Aber gut, ich ging auch nicht davon aus, dass hier jemand, außer Dir, seinem Hund mit der klassischen Konditionierung das Sitz bei bringt, und wenn, dann ist er in diesem Thema fehl am Platz!
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten
#10
Hey


(21.11.2012, 01:53)Thomas schrieb: Wenn wir hier von instrumentellen Konditionierung zur klassischen Konditionierung springen, dann bitte, da hast Du Recht.
Da dieses Thema jedoch von Kommunikation ausging, habe ich nicht an den Paukenschlag für Dich gedacht.
Aber gut, ich ging auch nicht davon aus, dass hier jemand, außer Dir, seinem Hund mit der klassischen Konditionierung das Sitz bei bringt, und wenn, dann ist er in diesem Thema fehl am Platz!

Mir ist nicht klar, woraus du schließt, dass ich von „operanter Konditionierung zur „klassischen Konditionierung springe, oder dass ich meinem Hund „SITZ“ über „klassische Konditionierung“ vermitteln würde, denn auch ich rede hier von „operanter Konditionierung“.

Also von mir aus, gehen wir noch einmal zurück zu Adam und Eva der „Konditionierung“.

Was ist der Unterschied zwischen „klassischer Konditionierung“ und „operanter Konditionierung“ in Kurzform.

Einfachheitshalber nehmen ich das Wort „SITZ“ zum Konditionieren.

Erstens „klassische Konditionierung“:

Der Hund befindet sich in einem Raum.
Aus einem Lautsprecher tönt ein Wort „SITZ“, darauf folgt das Futter für den Hund, für das er nichts bewusst tun muss (denn der Speichelfluss ist ein Reflex).
Wurde das „SITZ“ nach einer gewissen Zeit genügend wiederholt, erfolgt der Speichelfluss schon auf das Wort „SITZ“.

Zweitens „operante Konditionierung“:

Der Hund befindet sich in einem Raum.
Immer wenn sich der Hund setzt, tönt aus dem Lautsprecher ein „SITZ“, darauf folgt ein „Verstärker“ (Leckerli). Wurde auf diese Art und Weise, dass „SITZ“ oft genug von einem „Verstärker“ gefolgt, wiederholt, reicht es aus, wenn der Hund das „SITZ“ hört, damit er sich setzt.

Es ist also offensichtlich, dass bei der „klassischen Konditionierung“ der Hund nichts tun muss, da er auf einem Reflex basiert.
In Kurzform, Reiz „SITZ“ → Reaktion (Speichelfluss, wofür der Hund bewusst nichts tun muss).

Dagegen bei der „operanten Konditionierung“, muss der Hund etwas tun, für seinen „Verstärker“, dem Leckerli.
In Kurzform, Reiz „SITZ“ → Reaktion (sich setzen) → Verstärker (Leckerli).

D. h., selbst ohne soziale Interaktion/Kommunikation ist Konditionierung möglich, denn es ist ein allgemeines Lernprinzip und nicht von Kommunikation abhängig.

Sollte deiner Meinung nach ein Denkfehler vorliegen, dann kannst du ihn gerne aufzeigen.



Ein Theoretiker ist ein Mensch, der praktisch nur denkt (W. Mitsch).
lg hansgeorg
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