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Tierschutz im Ausland
#41
Aahhh ... Gott sei Dank!... lachen
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#42
AAAlsooo :

kopfkratz ich glaube, es war 2008, als wir das erste Mal dort waren...

Mein Gedanke zu der ganzen Sache war : Sommer, Sonne, Strand und Tiere... und nebenbei ein bischen arbeiten zwinkern

Es wurde eindeutig ein Abenteuerurlaub lachen

Ich bin mit einer Tierärztin gemeinsam nach Kreta geflogen (jeweils 2 x 2 Wochen) , um dort in einem Tierheim die Hunde zu kastrieren und auch medizinisch zu versorgen...
Wir wurden am Flughafen von einer deutschen Tierarzthelferin abgeholt, die bereits 2 Wochen dort war, und mit uns sozusagen Schichtübergabe machte....
Sie fuhr uns ersteinmal zu unserer Unterkunft... Wir wohnten bei der Tierheimleiterin , eine kleine, wirklich sehr nette Griechin, die gutes Deutsch sprechen konnte, weil sie , ich glaube in Deutschland studiert und auch gearbeitet hat (kopfkratz ist alles schon ein bischen her...) ...
und das war wie in Sarah´s Träumen zunge raus : ein Großes Haus direkt am Meer... Gartentür auf, und man konnte schwimmen gehen...
und auuußerdem begrüßten uns an die 10 Hunde... Doggi4
Ich war in meinem Hunde-Urlaubs-Traum lachen
---> AAABER :diese brachten mich nächtlich um den Schlaf...
Wir beide bezogen das Gästezimmer, welches direkt neben dem Schlafzimmer von Costoula (die Griechin) war... und mit ihr schliefen alle Hunde in diesem. Naja und weil es ja so warm ist in Griechenland im Sommer, blieben sämtliche Türen offen (eigentlich alle) ...
und wie es halt so ist, stürmte das Rudel jede Nacht mit lautem Gebrüll in geschlossener Gruppe raus, um die Mücken, Blätter und was weiß ich zu vertreiben .... JEDE NACHT... Img.php1
An ein paar kann ich mich noch erinnern: Kaffeetuli (ich schreib es mal, wie sie es aussprachen) ein kleiner, mordsmäßig fetter Mischmasch, der sich nicht mal mehr am Ohr kratzen konnte , aber Costoula sagte immer: Du bist fett, aber glücklich 11144612890 (ich glaube, das war er wirklcih, ich habe ihm trotzdem das Futter weggenommen, wenn er welches von ihr bekommen hat, einfach meines Seelenfriedens halber zwinkern )
dann war da der große, weiße NOAH, ein Streuner, wie er im Buche stand und der Anführer, der ganzen Truppe (der kam nur zum Essen über den Zaun gesprungen), und Olga und die scheuen "Zwillinge", die man nur aus der Ferne im Hof sah und und und... naja, beim 2. mal, als ich da war, waren weder Noah, noch die Zwillinge da, denn die lagen eines Tages vergiftet auf dem Hof. Denn Costoulas Haus stand fast als einziges noch verbliebenes Wohnhaus in der Gegend, umzingelt von Hotels... beim 1. Besuch hat sie die Hunde auch noch alle abends am Strand laufen lassen (das war toll... mit einer Horde Hunde am Strand spazieren) ... 2 Jahre später wurden diese nur noch mitten in der Nacht rausgegangen aus Angst vor den Hotelbesitzern...
Also Costoula´s Hunde waren ja alle echt nett bzw. so scheu, dass man sie nur von Weitem gesehen hat, aber 2 Jahre später wohnte in ihrem Haus noch eine ältere, kleinere Omi (die nur griechisch konnte, und ihren Namen hab ich auch vergessen, oder nie verstanden) naja, diese hat Costoula auf der Strasse aufgelesen mit ihren 6 Hunden, so wie sie mir erzählte... was soll ich sagen, diese 6 haben mir das Leben nicht erleichtert... jetzt schallte es Nachts auch noch aus dem Keller... mauer lachen
Außerdem haben sie IHREN Hof jeden Tag aufs Neue verteidigt und ich bin mit Wasserflasche bewaffnet aufs Klo gegangen... kleine Monster! Meine Freundin hat irgendwann entdeckt, dass die Oma ihr Bude immer mit Raumspray zugepüstert hat und dementsprechend an die 100 Flaschen auf dem Flur standen. Diese Raumsprays hatten außer gegen den Hundemuff auch noch eine gute Abwehrfunktion gegen Wadenbeißer zwinkern ...
So, nun zum Heim : dieses liegt in Nerokouro, in der Nähe von Chania... wir hatten ein eigenes Auto, mit dem wir morgens immer alleine zum Tierheim gefahren sind... auf der Autobahn sah ich es schon, soviele tote Hunde am Strassenrand...
Vor dem Tierheim wohnten zwei Hunde im Gebüsch, die kleine schwarz/ braune Nelly und was schwarzes, plüschiges Undefinierbares.(Jenes, welches wohnte unter den Autos)
Das Tierheim besteht aus mehreren Ausläufen, in denen die Hunde in Gruppen wohnen. Genug Futter und Wasser war immer da (die Hunde waren nach längerem Aufenthalt fast alle zu fett)
Mein erster Eindruck war also: "puuhh, gar nicht so schlimm, wie befürchtet. ich muss nicht weinend zusammenbrechen" (ein bischen Angst hatte ich schon, dass mich das überfordern würde...man weiß ja nie, was einen erwartet)
Wir haben uns ersteinmal einen Überblick verschafft.
Die Hunde waren größtenteils nach Größe (ich glaube, um ihnen einen Chance zu geben, wenn sie sich mal beißen... von Rudelzusammenführung hat da keiner Ahnung gehabt) , Geschlecht und kastriert/ oder nicht kastriert sortiert. Die Welpen und Junghunde liefen auf dem Gang von Tor zum Haus.Im Haus waren 2 OPRäume, das Büro und ein paar Innenboxen/ Zwinger mit Einzelausläufen...
Ich weiß ganz ehrlich gar nicht mehr, wieviele HUnde wir kastriert haben... Beim 2. mal hatte ich eine Liste gemacht, die hab ich aber dort hängen lassen.. aber : es waren VIELE, und zum Teil auch noch Welpen, einfach aus dem Grund, weil keiner wusste, wann der nächste Tierarzt kommen würde... wir haben versucht, so viele, wie möglich zu schaffen in den 14 Tagen... Damit die Wunde sich nicht infiziert, haben alle nach der Kastration Antibiotikum bekommen (die Möglichkeit die Hunde vom Lecken abzuhalten war ohne Halskragen echt schwierig) ... Img.php1 die Aktion dazu: Sarah ist täglich mit Leberwurstkugeln und Liste durch die Ausläufe marschiert und hat gehofft, dass der Richtige es fängt! ... Das war ein Kampf... Durch die Hundemassen, und dann den richtigen finden, und nebenbei auf die Wunden gucken... das hat einige Zeit gedauert und einige Schrammen gebracht (wer zieht denn auch bei 35 Grad lange Hosen an zwinkern )
achja: zu den lieben Hunden im Flur . Ich kann auch ein griechisches Wort :"EXOOOO" ....
immer , wenn Costoula in den OP stürmte, um uns irgendwas spannendes zu erzählen, folgten ihr mindestens 10 Hunde.
Sie ging... und ich hatte einen OP voller Schnüffelnasen...
und das auch wieder mehrmals, täglich...
irgendwann, als Costoula gehört hatte, wie die Tür sich immer wieder schloss und öffnete, weil ich ja jeden Welpi einzeln raussetzen musste ( dieser Raum hatte eine magische Anziehungskaft, weil er der einzige war, der geschlossen war) sagte sie mir das EXO = Raus bedeutet... "aha" dachte ich! war ja klar, dass die nie rausgegangen sind, wenn ich das wollte. hab ja auch deutsch mit den WELPEN geredet... (um mir das zu sagen, kam sie natürlich! wieder rein und mit ihr, alle Hunde Dodgy lachen
Tagsüber waren wir im Heim und abends wurden wir bekocht, oder sind Essen gegangen oder in die Stadt. Costoula war sehr bemüht uns Kreta zu zeigen und uns das Gfühl von Urlaub zu vermitteln!
Einen Tag durften wir einen Ausflug machen, und hatten auch Urlaub (bei der ersten Tour) : wir sind in die Schlucht Samaria gegangen.... GEGANGEN... 17 km... NEIN, kein wandern ( das wäre ich gewohnt gewesen) das war mehr klettern...
Nur soviel dazu : am nächsten Morgen saß Costoula laut lachend neben meinem Bett, denn ich kam nicht raus, ich konnte mich nicht bewegen, denn ich hatte an allen, erdenklichen Stellen meines Körpers fürchterlichen Muskelkater... Ihr Kommentar: "Da schicke ich alle Tierärzte und Helfer hin, die zum 1. mal hier sind, und fast alle sehen danach aus,wie du!" DANKE! wie freundlich
Bei der 2. Tour brauchte ich nur mit den Augen rollen, als sie Samaria erwähnte, und sie wusste, dass ich da nie, nie, nieee!! wieder hinwollte...
Einen Abend wurden wir auch zu einem Hotel gerufen, das war ein Freund von Costoula, dieses Hotel kümmerte sich um einen Strassenhund, der wohl krank war, aber wir fanden ihn nicht... aber was ich damit sagen wollte: ein paar Einheimische kümmerten sich schon auch um die Streuner, und es wurde auch "rumerzählt" wenn Costoula eine Tierärztin zu Besuch hatte... wir haben auch Privathunde kastriert, und hatten abends einige solcher Einsätze...
Als wir das erste mal dort waren, haben wir auch jeden Abend auf dem Nachhauseweg bei einem Kettenhund angehalten und ihm Futter gebracht... (Costoula meinte, die Leute kamen nur sehr selten, aber wenn sie kommen, dürfen wir uns nicht sehen lassen...) --> solche Aktionen waren dann die, die mich erchreckten.. die Einstellung der Menschen... Costoula muss mit vielen Drohungen, Beschimpfungen leben...
während der Zeit, als wir da waren, waren einige Menschen/ Einheimische dort, die sich beschwerten.Die ihr drohten, ihre Hunde abends, wenn keiner da wäre abzuschießen, was auch vorkam...
An einem Tag wurden vor unserer Tür Kisten gestapelt... noch eine und noch eine... aber der Mann, der sie brachte konnte nicht mit mir sprechen, und die Kisten waren so oft mit KLebeband zu, dass ich nichts sehen konnte... aber meine Vermutung bestätigte sich dann, als Costoula dazu kam: es waren Katzen, wilde Katzen... ich glaube an die 20 Stück... bis spät abends haben wir operiert, wie am Fließband, weil wir die armen Tiere ja nicht ewig in den Kisten lassen konnten...
die Tierchen sind uns im Op auch regelmäßig um die Ohren geflogen, weil wir sie zum Spritzen ja irgendwie aus diesen Kisten bekommen mussten... Katzen können Betonwände hochlaufen...
beim Ersten Besuch wurde ein Dogo Argentino auf der Ladefläche eines PickUps gebracht, das waren Priester, oder so, auf jeden Fall Einheimische, die wohl auch mal was spendeten... Der Hund war ihnen zu groß geworden und nun wollten sie einen Neuen, sie kamen mit diesem ? 70 Kilo Tier und gingen mit einem "5 Kilo-Plüsch-Hundi" ... tja, sowas würde es hier wohl nicht geben, oder?! aber Costoula war froh, dass sie überhaupt wieder einen Hund mitnahmen... Naja, dieses Dogo verbrachte 2 ganze Jahre damit in Einzelhaft in einem Zwinger (es gab, ich glaube 3 einzelne Zwinger für die "nichtverträglichen") ich weiß gar nicht, ob getestet wurde, wie er sozial ist, aber kann auch einfach sein, dass seine Größe abgeschreckt hat, ihn in eine Gruppe zu setzen... naja, jedenfalls war er bei meinem 2. Besuch noch da..
und dann kam ein Schrottplatzbesitzer und nahm ihn mit! : "Unser DOGO" hatte ein Zuhause... lachen
Er wurde abgeholt mit einem PickUp und fuhr auf der Ladefläche in sein neues Heim.... " wie er gekommen ist, so ist er auch wieder gegangen" freuen
Costoula schlug uns vor ihn besuchen zu fahren und Quasi eine "Nachkontrolle" zu machen... Das taten wir: er war nun ein Hofhund und hatte Platz zum Rennen! Man! das war toll! Der neue Besitzer zeigte uns den Hof und seine Näpfe und seine Hütte : ein alter Schrank! lachen und alle waren glücklich freuen
Traurige Momente gab es natürlich auch : wir hatten einen Wurf Welpen, die uns allesamt nach und nach gestorben sind, weil sie so schrecklichen Durchfall hatten, und die Medikamentenauswahl natürlich auch begrenzt ist... wenn man so tagelang um ihr Leben bangt... :/ naja, da werden einige nun auch denken, und ist ja auch irgendwie so.. es waren drei von Hunderten... aber ich sag ja: wenn man so mitten drin ist im Geschehen, dann ist das nunmal anders, es ist grade deine Aufgabe, in der Zeit, in der du da bist, soviel wie möglich zu helfen... und da zählt jedes einzelne, kleine Hundeherzchen...
Ich könnte noch Hundert Geschichten erzählen..., aber einige sind bestimmt schon eingeschlafen lachen

Es war eine ganz tolle, wertvolle, manchmal auch traurige Erfahrung... Ich habe medizinisch viel gelernt, menschlich und über Hunde, über Kreta, über Tierschützer... und und.. ich bin froh, es gemacht zu haben!!!

foddos hätte ich gerne beigefügt, aber bin ich mal wieder zu blond für freuen
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#43
Nichts hier, von wegen eingeschlafen... tztztz

Ich warte auf weitere Erlebnisse.
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#44
Vielen Dank für Deine Mühe... a) hier so viel zu schreiben b) die Herzenswärme, die aus Deinen Worten spricht c) dass Du dort warst und genau DAS gemacht hast, was ich als perfekten Auslandstierschutz empfinde.

Costoula hat für mich einen echten Heiligenschein, obwohl ich sie gar nicht kenne, zumal sie auch einen Menschen einfach aufgenommen hat. Viele Tierschützer hassen Menschen und lieben nur Tiere. Irgendwie auch verständlich, weil es immer Menschen sind, die den Tieren, die sie betreuen, das Leid angetan haben.

Habe Deinen Text verschlungen wie einen Kurzkrimi, bin hellwach und freue mich auf Teil 2.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#45
Auch ich bin putzmunter und warte auf mehr.
Vielen Dank für ausführliche und bildhafte Berichterstattung.

Da ich griechische Verhältnisse sehr gut kenne, hatte fast das Gefühl, dabei gewesen zu sein.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#46
Danke für den ausführlichen Erfahrungsbericht. Ich freue mich schon mehr davon zu lesen. freuen
Es Grüßen Nicole
mit

[Bild: 9932221ukt.jpg]
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#47
(08.11.2012, 21:27)Anja schrieb: ...

Habe Deinen Text verschlungen wie einen Kurzkrimi, bin hellwach und freue mich auf Teil 2.

LG Anja


in live ist es noch VIEL besser. Wie wär´s: GEschichtenabend mit Frau Spot? 191
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
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#48
Klingt toll! Wann und wo?

Lagerfeuer, einen Whisky Cola und die Hunde drumrum... *schwelg*

zwinkern Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#49
Danke für den tollen Bericht. Ein weitentfernte Bekante hat ähnliches gemacht und eine Orga besucht, hinter der ich auch stehe. Ihr Erfahrungsbericht ähnelt Deinem sehr freuen
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#50
Whisky?? Wenn schon griechisch, dann auch Wein! zwinkern
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