Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Psychosomatik bei Hunden
#1
Da happy diesen Punkt beim "Juck - Thema" erwähnt hat, möchte ich einen Thread dazu eröffnen.

Kennt ihr das? Habt ihr das schon mal erlebt? Oder haltet ihr das eher für unwahrscheinlich?

Ich selbst habe es bei Gustl mitgemacht, aber erst ziemlich spät herausgefunden.
Gustl hatte von Zeit zu Zeit einen wahnsinnigen Durchfall, der im Maximalfall einmal über 2 Wochen anhielt.
Keine Schonkost und nichts half. Nach geraumer Zeit kam ich auf die Spur, dass dieser Durchfall immer dann auftrat,
wenn es in unserem Leben Situationen gab, mit denen Gustl nicht gut zurechtkam oder die ihr einfach nicht passten.
Z.B. die Küche wurde renoviert, ihr Futternapf kam an eine ungewohnte Stelle und Herrchen flucht gerne bei der Arbeit.
Oder wir hatten einen Findlingswelpen in Portugal aufgegabelt, der mit uns den Urlaub beendete und den wir dann leider aus diesem Grund vermitteln mussten.
Es gäbe noch viele Beispiele. Später konnte ich dann solche Situationen teilweise managen, damit es Gustl nicht so belastete.
Jedoch wusste ich genau, wann wieder ein Durchfall zu erwarten war.
Auch bei Trudel bin ich mir noch immer nicht sicher, inwieweit ihre Hautgeschichte psychisch bedingt oder zumindest unterstützt ist.
Obwohl ich trotz größten Nachgrübelns nicht auf eine Ursache komme, schließe ich es dennoch nicht aus.

Wie steht ihr dazu?
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
#2
Auch ich sehe es so.

Ganz aktuell ein Beispiel, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es nicht auch psychosomatisch bedingt ist.

Mein Hund hatte vor einigen Wochen ein Hot Spot, dieser war mittlerweile trocken und man konnte sehen wie gut alles verheilte.

Tja, bis gestern!!!

Bei uns zu Hause herrscht seit Sonnabend Abend ein sogenannter Ausnahme Zustand. Wir sind beide krank.

Seit gestern Nachmittag ist wieder eine kleine Stelle bei ihm feucht!
Antworten
#3
Hallo,
armer Nök, das tut mir aber leid! :-(
Ich bin der Meinung, das Hunde die gleichen körperlichen Stresssymptome zeigen wie Menschen. Durchfall ist ja auch ein häufiges Symptom beim Menschen und das Stress das Immunsystem belastet, ist auch bekannt.
Gute Besserung an Nök!
Fliege
Ein Experte ist eine Person, die jeden möglichen Fehler in einem sehr begrenzten
Arbeitsfeld schon einmal gemacht hat.
Niels Bohr
Antworten
#4
viele hundehalter wissen gar nicht das ihr vierbeiner stress hat...
sie kennen nicht einmal viele der stressfaktoren die auf ihren vierbeiner einwirken. demzufolge erkennen sie nicht einmal die stresssymptome die ihr vierbeiner als alarmzeichen aussendet bzw. reagiert.

auch wird stress beim hund noch gefördert, wir erinnern uns hier als balljunkies. hier wird dem hund stress bereitet und geglaubt der hund hätte einen mords spaß dabei dem ball wie ein irrer hinterher zu jagen.

ein gewisser stresslevel, sei es nun negativer oder positiver stress verträgt ein hund ohne probleme. wird aber ein für jeden hund ein bestimmter level überschritten reagiert der hund mit gewissen anzeichen darauf. wird der level aber dauerhaft überschritten muss man mit ernsten problemen rechnen. seien sie nun psychosomatischer natur oder sogar mit organerkrankungen können die folge sein wenn ein pegel überschritten wird dauerhaft.
Antworten
#5
Ich denke genauso und glaube sehr das dieses bei Hunden sehr gut vorkommen kann.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




Antworten
#6
(15.10.2012, 11:12)Fliege schrieb: Gute Besserung an Nök!


Danke!!!
Antworten
#7
Ich denke auch das bei Hund psychische Ursachen zu Erkrankungen führen können. Warum soll es so etwas nur bei Menschen geben? Es ist nur viel schwieriger bei Hunden raus zu finden, als bei uns Menschen, da sie ja nicht genau sagen können wie es ihnen geht.
Es Grüßen Nicole
mit

[Bild: 9932221ukt.jpg]
Antworten
#8
Sehr interessantes Thema. Schließe mich happys Aussage an. Gehe sogar noch einen Schritt weiter. Ein gewisser Stress ist für den Organismus nötig, um zu existieren. Nur wie bei allem, sollte es im Gleichgewicht sein.

Viele Hundehalter freuen sich über ihre "temperamentvollen" Hunde und wenn "sie sich immer so freuen" und "so viel Spaß beim Ballspielen haben". Dass Temperament oft mit totaler Hektik aufgrund von Überforderung verwechselt wird, mögen sie nicht sehen.

Dass "freuen" oft extreme Erregung ist, die NICHT positiv zu werten ist, ist noch unverständlicher. Schließlich weiß doch jedes Kind, dass ein Hund, der mit dem Schwanz wedelt, sich freut...

Und wenn man der Balljunkiefraktion mit der Argumentation kommt, dass die Handlungen zwanghaft sind und letztlich aus einem für den Hund sehr ernsten Funktionskreis (jagen) kommen, erntet man nur Unverständnis.

Wobei ich zugeben muss, dass auch ich eine Zeit lang einen ziemlich stark Ball fixierten Hund hatte, dem kam ich aber mit der Zeit bei, so dass wir seit Jahren einen schönen und normalen Umgang mit einem Lieblingsspielzeug pflegen können. Als Thomas mich damals auf den "Ernst der Lage" aufmerksam machte, reagierte ich sehr empört und wollte es gar nicht wahr haben, dass mein Hund dabei nicht nur Freude und Spaß empfinden könnte. Asche auf mein Haupt.

Der meiste Stress, der aus meiner Sicht auch schwere organische Folgeerkrankungen nach sich zieht, wird jedoch im Alltag durch permanente Überforderung erlebt, weil viele Hundehalter ihren Hunden einen Status geben, dem sie einfach nicht gerecht werden können. Hinzu kommen Hunde, die aufgrund ungeeigneter Zuchtlinien, wahlloser Vermehrung, schlechten Aufzuchtbedingungen etc. mit einem großen Unsicherheitspotenzial durch die Welt gehen, und ihre Menschen nicht erkennen, dass Erziehung Sicherheit gibt. Es wird geglaubt, dass Hunde, die alles dürfen und mit Liebe und Futter zugeschmissen werden, glücklich sein müssen.

Ich habe schon einige Hunde krank werden sehen, bei denen ich es voraus sehen, aber nicht helfen konnte. Das macht mich unglaublich traurig. PRobleme mit der Haut und dem Magen-Darm-Trakt sind vermutlich so die ersten Symptome, über die sich Stress äußert. Das kennen wir ja letztlich auch von uns Menschen. Habe ich Stress, kann ich auf die Pickel warten. Ebenso auf Magenprobleme oder Verdauungsstörungen.

Leider gibt es unser Leben, selbst wenn wir ob dieser Zusammenhänge wissen, nicht immer her, uns und unseren Hunden diese stressigen Phasen zu ersparen. Oft bleibt einem nur Schadensbegrenzung...

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#9
Hallo Anja

Könntest du das mit dem Status und dem Nichtgerechtwerden noch mal etwas detailierter erläutern?

Ich glaube nämlich, dass das ganz spannend sein könnte.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
#10
(15.10.2012, 09:44)Gerti schrieb: Da happy diesen Punkt beim "Juck - Thema" erwähnt hat, möchte ich einen Thread dazu eröffnen.

Kennt ihr das? Habt ihr das schon mal erlebt? Oder haltet ihr das eher für unwahrscheinlich?

Das ist gar nicht so selten, wie vermutet!
Neben der Akralen Leckdermatitis gibt es noch einige andere stereotypische Verhaltensweisen, die bereits beim Hund weitgehens erforscht und behandelt werden.



(15.10.2012, 09:44)Gerti schrieb: Ich selbst habe es bei Gustl mitgemacht, aber erst ziemlich spät herausgefunden.
Gustl hatte von Zeit zu Zeit einen wahnsinnigen Durchfall, der im Maximalfall einmal über 2 Wochen anhielt.
Keine Schonkost und nichts half. Nach geraumer Zeit kam ich auf die Spur, dass dieser Durchfall immer dann auftrat,
wenn es in unserem Leben Situationen gab, mit denen Gustl nicht gut zurechtkam oder die ihr einfach nicht passten.
Z.B. die Küche wurde renoviert, ihr Futternapf kam an eine ungewohnte Stelle und Herrchen flucht gerne bei der Arbeit.
Oder wir hatten einen Findlingswelpen in Portugal aufgegabelt, der mit uns den Urlaub beendete und den wir dann leider aus diesem Grund vermitteln mussten.
Es gäbe noch viele Beispiele. Später konnte ich dann solche Situationen teilweise managen, damit es Gustl nicht so belastete.
Jedoch wusste ich genau, wann wieder ein Durchfall zu erwarten war.
Auch bei Trudel bin ich mir noch immer nicht sicher, inwieweit ihre Hautgeschichte psychisch bedingt oder zumindest unterstützt ist.
Obwohl ich trotz größten Nachgrübelns nicht auf eine Ursache komme, schließe ich es dennoch nicht aus.

Wie steht ihr dazu?

Psychosomatisch ist hierbei allerdings etwas weit her geholt, da es sich hier, für mich, wie ein normaler physiologischer Vorgang anhört.

Stress unterdrückt das Immunsystems, soviel ist klar!
Einige Untersuchungen haben ergeben, dass Hunde bei Stress mit einer reduzierten Aktivität von Lymphozyten reagiert.

Die Auswirkungen auf das Immunsystem sind dabei jedoch sehr vielfältig, wie bspw. die Beschädigung/Vernichtung, durch Reaktionen des Immunsystems, von T-Zellen (T-Lymphozyten), oder eine andere Form von Immunreaktionen, bei denen die B-Zellen (B-Lymphozyten) beschädigt, oder vernichten werden.
Die Stresshormone Cortisol, Cortison und Noradrenalin besetzen aber die Rezeptoren der T-Zellen und B-Zellen!
Damit sind die Abwehrzellen des Immunsystems unwirksam und bieten Krankheitserregern beste Voraussetzung.
Andere Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin reagieren auf bestimmte Varianten des Darm-Coli-Bakteriums!
Diese geben dann im Darm Giftstoffe ab, wodurch dann der Durchfall ausgelöst wird.
Durch Adrenalin verlangsamt sich dann auch noch die Darmbewegung, was den gesamten Prozess dann auch weiter begünstigt.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste