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Hamburg und die Listenhunde
#11
Ich denke, dass eines der wesentliche Probleme, die fehlende bzw. minimal kleine Lobbi dieser Rassen ist. Jetzt mal ganz ab von den Medienmanipulationen und der Stigmatisierung dieser Terrier.
Allein die Quantität der SoKa ist verglichen mit den gängigen, alltäglichen Rassen (Labbi, Goldi, DSH etc.) ein Witz und seit "Inbetriebnahme" der Rasselisten arg zurück gegangen. Der ein oder andere Hund mag es dadurch letztendlich besser getroffen haben. Keine Frage, dass nicht wenige Idioten solche Hunde hielten/halten, die sich dadurch besser bestückt fühl(t)en, aber eine grosse Masse vegetiert seitdem in Tierheimen mit geringsten Vermittlungschancen vor sich hin und die paar Halter, die es noch gibt, haben es nicht leichter, egal wie "gut" sie oder ihre Hunde auch immer sein mögen.
Es wundert wohl niemanden, dass der Deutsche Schäferhund z. B. wohl niemals auf so einer Liste geführt werden wird, obwohl das lt. "Beißstatistik" theoretisch eine logische Konsequenz wäre. Ich meine, gelesen zu haben, dass Berlin hierüber nachdenket, aber machen wir uns nichts vor...es wird nicht passieren (GsD).
Denn DAS kostet Wählerstimmen!
Niemand wird es sich mit der vergleichsweise riesigen Lobbi der Deutschen Schäferhunde anlegen.
Was gäbe das für ein Tohuwabohu, wenn diese Rasse aufeinmal als wider- oder sogar unwiderlegbar gefährlich eingestuft würde?!?
In Thüringen z. B. ist beschlossenes Gesetz, dass sämtliche SoKa kastriert bzw. zwangskastriert werden müssen. Die beantragten Alternativen wie Implantate/Hormonchips etc. wurden abgewiesen ohne irgendeine Begründung.
Somit wird offiziellen Züchtern von gesunden, wesensfesten Hunden der Boden unter den Füßen weggezogen und die Hinterhofvermehrung gepusht.
Was wäre, wenn ein hiesiger Politiker nun gefordert hätte, den DSH zwangskastrieren zu lassen? Er würde bestenfalls ausgelacht.
Ich stehe mit einer Menge SoKa-Haltern aus den verschiedenen Bundesländern in Kontakt und erfahre somit krasseste Geschichten.
Gerade vor ein paar Tagen fand bei jemandem eine "Kontrolle" statt.
Drei bewaffnete Beamte kamen zu Besuch. Hund und Halter waren nicht daheim, so wurde eine Nachricht im Briefkasten hinterlassen.
Es wurde ein Termin festgelegt, an dem der Hund vorgestellt werden müsse. Chipnummer und mögliches Aggressionspotenzial sollen überprüft werden und das schon zum dritten (!) Mal, trotz bestandenem Wesenstest und der Erfüllung sämtlicher Auflagen. Als kleine Motivation wurde angefügt, dass der Hund bei Nichterscheinen umgehend eingezogen werde und es dem Halter zukünftig nicht mehr erlaubt sein werde, einen "gefährlichen" Hund zu halten. Seitdem wird der Halter vom Gros der Nachbarschaft nochmehr geächtet, weil alle Welt denkt, sie habe es mit einem Schwerverbrecher zu tun. Wenn gleich drei Beamte irgendwo auftauchen, muss das schließlich seine Gründe haben.
Ich könnte stundenlang so weiter schreiben, aber das tut meinen Nerven gerade nicht gut. Schlafe sonst gleich schlecht.

Zurzeit (Sommerloch) häufen sich auch wieder kleine Berichte, wie dieser hier:
http://www.nwzonline.de/Region/Artikel/2...uppen.html
Man liest mehrmals das Wort Kampfhund und Hundekampf. In der Überschrift muss auch unbedingt das Sondereinsatzkommando erwähnt werden, damit es dramatischer rüberkommt und die von den Hunden ausgehende Gefahr unterstrichen wird. Was allein diese Nummer den Steuerzahler gekostet hat, wollen wir wohl besser gar nicht wissen.
Am Besten gefällt mir dieser Satz: "Die Polizei vermutet, dass die Tiere für illegale Hundekämpfe abgerichtet worden sein könnten."
"Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun."
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#12
Schnutenheld ich verstehe Deine Aufregung, doch allein diese "Kategorie" Kampfhund wird immer dafür sorgen, dass sich Menschen solche Hunde auch für Hundekämpfe holen, oder heran züchten.
Die Medien saugen dass dann nur auf.
Was meinst Du, was passieren würde, wenn diese Hunde nun nur noch von Waschfrauen gehalten werden? Dann wären zwar auch zunächst die Tierheime voll, aber kaum jemand würde damit noch Hundekämpfe anstreben.
Nur weil Du mit Deinem Heini vernünftig spazieren gehen kannst, weiß niemand, was Du mit ihm im Keller machst.
Verstehe mich bitte nicht falsch, aber diese "Kategorie" wirst Du nicht mehr ändern können.

Wenn Ferrari kein Rennen mehr gewinnt, wird er immer noch in den Augen der Menschen, einer der schnellsten Sportwagen sein.
Wenn Gold mal den Preis eines normalen Baustahls nicht mehr übersteigt, wird es dennoch immer Luxus sein.
Erst wenn diejenigen, die es besitzen sich deutlich ändern, dann schwankt auch der Bezug dazu.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#13
Schon klar @ Thomas, Hundekämpfe gibt es seit einer Ewigkeit und es wird sie wohl auch immer geben und es werden wohl auch immer entsprechende Terrier involviert sein, allein schon, weil die Anhänger dieses perversen "Games" genau diese Hunde fighten sehen wollen.
Und auch für die Bevölkerung werden es immer KAMPFhunde sein. Mich kotzt nur an, dass die Presse dieses Wort noch immer so bewusst verwendet. Ändern werde ich an alledem nichts.
Es spielt garkeine Rolle, wieviele Desertationen und Studien noch erfolgen, die die Vorurteile ihrer Gefährlichkeit entkräften oder gar ausräumen. Die gibt es ja jetzt schon en masse, nützen jedoch herzlich wenig. Die Menschen brauchten halt schon immer was, worauf sie mit dem Finger zeigen konnten und sie geniessen das.
Rassismus unter Menschen ist in unserer Gesellschaft mittlerweile Gott sei Dank tabu. Nehmen wir halt stattdessen Tiere.

Ich will hier keinesfalls auf die Tränendrüse drücken oder so.
Mittlerweile hat man sich an die Situation einigermaßen gewöhnt. Hier in Niedersachsen gibt es ja, jedenfalls von behördlicher Seite, nichts auszustehen.
Heini habe ich ganz bewusst aus dem Tierheim gerettet und ich wusste dabei, worauf ich mich einlasse.

Das Einzige, was ich tun kann und tun werde ist, mit möglichst gutem Beispiel voran zu gehen. Ich habe sehr hohe Ansprüche an mich und an den Hund und arbeite mit aller Kraft fleißig an meinen Zielen.

http://www.swr.de/landesschau-rp/-/id=12...index.html
"Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun."
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#14
Hier noch was zur Entstehung des Ganzen.
Angefangen in Hamburg im Jahre 2000...


http://gesellschaft.der-gebrauchte-hund....hund.shtml
"Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun."
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#15
Ehrlich gesagt, kann ich die Aufregung über den Begriff Kampfhunde nicht so ganz verstehen.

Sie sind für diesen Zweck gezüchtet worden und werden teilweise auch noch so eingesetzt.

Niemand käme auf die Idee, z.B. dem Border Collie den Titel Hütehund abzuerkennen, nur weil der größte Teil nicht mehr hütet.
Gleiches gilt für Jagd-, Herdenschutz-, Apportier-, Wachhunde und viele mehr.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#16
Wenn Du hören würdest, WIE der Begriff ausgesprochen wird, wenn er dem entsprechend eingesetzt wird, dann könntest Du das verstehen.
Du wirst es auch eher selten erleben, dass Du mit einem Australian Shepherd durch die Straßen gehst, und die Leute sagen: Schau mal, ein Hütehund. Die sagen eher, ooooooh, ist der süüüüüß. Die Leute klassifizieren andere Hunde nicht. Aber DIESE. Und dann eben in entsprechend wertendem Tonfall.

Für mich ist ein Hund in erster Linie ein Hund. Auch ein Kampfhund.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#17
Hab hier durch Zufall eine geniale Seite gefunden, weil ich ein Video suche, in dem die Beißkraft von Hunden gemessen wurde. Leider kann ich es nicht finden, aber hier sollte man sich echt mal durchschmökern.

Das scheint mir sehr gut recherchiert und insgesamt mit Hirn aufgezogen.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#18
Na ja, als damals die Hetzjagt losging, da waren durch die starke Negativpresse, denke ich mal, viele Hundehalter am Pranger. Egal welcher Rasse, bzw. Rassen die über Dackel, Pudel un Co im Bekanntheitsgrad waren.

Ein simples Beispiel;

Ich war mit meinem damaligen Hund auf Radtour.

Diese Tour haben wir regelmäßig, täglich, gemacht.

Auf der Tour lag eine kleiner See, und an diesem See sind, waren, viele "wilde" Badestellen.

Plötzlich, in voller Fahrt, wurde ich von der Seite vom Fahrrad gerissen und angeschrien, warum mein Hund kein Maulkorb trägt.

Im ersten Moment war ich völlig perplex, im zweiten habe ich diesem Mann versucht klar zu machen, dass 1. dieser Hund nicht auf der Liste ist und 2. er immer noch mich anbrüllt und mir gegenüber handgreiflich wurde, aber mein Hund neben mir steht und ihn in keinster Weise bedroht.

Es war alles umsonst, dieser Mensch war auf Grund der damals zig Mal veröffentlichen Hundeverordnung von sich überzeugt.

Schließlich kann man ja genug in den Medien lesen, hören und sehen.


Ich hatte kein Listenhund, ich hatte ein Malamute. Dieser wurde zwar des öfteren mit einem Wolf von Laien verwechselt, aber als Listenhund...

Schade ist, egal wie, ein gewisser Beigeschmack bleibt durch die negativ verdrehte öffentlichkeits-Arbeit der Medien und geschuldet der denkfaulen Homo sapiens.
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#19
Es dürfte halt erst gar keine Listen geben... DAS ist der Punkt.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#20
Und noch was gefunden...
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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