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Welpentests
#1
Hallo

Da man gestern bei Martin Rütter sehen konnte, wie er einen Welpentest durchführt, möchte ich dies hier mal zur Diskussion stellen.

Ich berichte mal, wie sein Test aussah:

Es handelte sich um 4 Wochen alte Golden Retriever Welpen.

Zunächst hob er jeden Welpen mit einer Hand unter dem Bauch in die Luft.
Anhand von Rutenhaltung und Körperspannung wollte er ablesen,
inwieweit die Hunde auf solche Situation ängstlich bzw gelassen reagieren.
Ob der Welpe dann anfing zu motzen, zu strampeln oder, ob er sich einfach fügte, gab ihm angeblich Aufschluss darüber, ob eine hohe oder niedrige Frustrationsschwelle vorhanden ist, ob er leicht zu händeln oder eher ein starker Charakter ist.
Weitere Maßnahmen für diese Erkenntnis waren:
- Den Hund dann in der Hand (hoch in der Luft)auf den Rücken zu drehen
- Den Hund auf dem Boden auf den Rücken zu drehen, ihn dort aber für längere Zeit mit der Hand zu fixieren

Einen Überblick über die Intelligenz/ Lernfähigkeit des Welpen verschaffte er sich mit diesem Test.
Der Welpe wurde mit einem Hackfleischbällchen angefüttert, das nächste dann unter einem kleinen
Platikbecher versteckt. Je nachdem, ob ein Welpe nun in der Lage war, das Hackfleisch zu "befreien" oder mit dieser Aufgabe überfordert war, wurde ein entsprechendes Urteil gefällt.

Der letzte Versuch war da rauf gezielt, zu schauen, wie der Welpe mit ungewohnten Positionen zurechtkommt und wie stark sein Selbstschutz entwickelt ist.
Hierzu setzte er die Hunde auf einen Tisch, bzw direkt an die Kante des Tisches. Bekamen die Hunde hier Angst, waren sie vorsichtig oder konnten sie in dieser Situation sogar entspannen?

Zu diesem letzten Test hat Thomas schon etwas geschrieben, was ich mal hierher kopiere.
(26.11.2011, 23:02)Thomas schrieb: Habe nur gesehen, als er die Welpen auf den Tisch setzte und jede Menge Unsinn erzählte.
Wollte testen, wie die Welpen mit der Höhe umgehen, Welpen können in diesem Alter jedoch noch kaum räumlich sehen, erkennen also auch nicht die Höhe.
Solche Tests werden normaler Weise gemacht, um zu sehen, wie sie mit der neuen Umgebung umgehen. Erkunden sie, wenn ja wie und wenn nicht, was tun sie statt dessen?
Einen Welpen an der Kante zu setzen und zu glauben, dass dieser sich wehrt, weil es ihm zu hoch ist, ist für einen "Hundeprofi" schon traurig. Legt man ein Küchentuch vor einem Welpen und will ihn darauf schieben, sieht man das gleiche Verhalten.

Mehr habe ich dann auch schon nicht mehr gesehen, weil ich mich einfach darüber ärgere, dass ein Sender wie Vox, nicht mal die Richtigkeit überprüft und in besonders in dieser Sendung so viel Unsinn erzählt werden kann.

Vielleicht habt ihr auch eine Meinung dazu oder ganz andere Ansätze, um Welpen zu beurteilen?
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#2
Thomas wollte schon lange mal "bei Gelegenheit" die Welpntests beschreiben, die er 2x durchführt, bevor er einen Hund für eine so große Aufgabe wie Blindenführhund, Servicehund etc. auswählt.

Auch wenn mein Hund keine so große Aufgabe ausfüllen werden muss, würde ich mich freuen, wenn hierzu etwas geschrieben werden könnte, bevor ich meinen Welpen auswählen werde.

Ich weiß aber auch, dass Thomas im Moment gerne eine große Tüte Zeit kaufen würd, wenn es diese denn dann käuflich zu erweben gäbe...

Trotzdem sage ich hier noch mal "bitte-bitte".

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#3

Vorwort:
Welpentests sind nicht so einfach, wie sie häufig geglaubt werden!
Durch Welpentest, erfährt man nicht, wie, was und warum ein Welpe später ein Verhalten zeigen wird, sondern die alleinige Aussage eines Welpentest besteht darin, dass man erkennen kann, welche genetische Disposition im Verhalten mitbringen könnte. Selbst die Intelligenz lässt sich nach dem Welpenalter enorm beeinflussen, so dass Intelligenz nur zweit, oder gar drittrangig ist, um evtl. die Entscheidung zwischen zweier gleichen Welpen zu erleichtern.

Ein Welpentest, ist zwar leicht durchzuführen, aber sehr schwierig auszuwerten. Die Auswertung der Welpentests würde ich nur noch per Video vornehmen, weil es einfach zu viele Komponenten sind, die für das tatsächliche Verhalten sprechen.

So ist bspw. eine eingeklemmte Rute KEIN alleiniges Indiz für Angst, oder Unsicherheit, sondern viele andere Veränderungen, die sich wiederum passend zum Hund zeigen müssen, geben erst Aufschluss darauf, was der Hund grade kommunizieren möchte, kommunizieren muss, oder genetisch bedingt kommuniziert.

Die nächsten Fragen sehe ich nahezu genauso schwierig, denn was möchte ich für einen Hund haben, und welcher Hund passt zu mir?
Möchte ich wirklich den aufgewecktesten Hund, oder passt zu mir doch eher ein zurückhaltender.
Zwischen haben wollen und wirklich passend, liegen häufig Welten, weshalb es auch in den meisten Fällen besser ist, wenn man solche Fragen durch nahe stehende Personen abklärt.

Weshalb ich mich nun bis hierher schwer getan habe, hier einen Welpentest zu veröffentlichen ist einfach die Auswertung, bzw. die Erörterung dazu, was ich da sehe, was teilweise sehr fragwürdig erscheinen wird.

Beginne ich also mit dem Welpentest und schreibe, dass ich den Welpen auf den Rücken lege, dann ist die Frage meist, warum.
Der Grund wiederum ist darin, dass ich damit Vorbereitungen für weitere Tests schaffe, dass ich das genetische Verhalten bewerte und dass ich das erlernte Verhalten sehe.

Nun wird es weiter gehen, denn es wird interessant, wie ich die Unterschiede sehe und wie ich diese bewerte.
Und genau dabei komme ich in Erklärungsnöte, weil es nahezu unmöglich ist, kleinste Reaktionen/Reflexe und Vorgänge ohne Bild/Video-Dokumentation erklären zu können.

Dennoch bin ich dazu bereit über die einzelnen Vorgehensweisen zu schreiben, darüber zu diskutieren und vielleicht das ein oder andere Video/Bild passend dazu einzustellen.

Doch aufgrund der Übersichtlichkeit, würde ich es gerne so halten, dass ich hier immer einen Test, also bspw. auf den Rücken drehen, einstellen werde und ausführlich die Vorgehensweise und die Auswertung dazu hier einstellen werde und wir dann über diesen einen Punkt zunächst diskutieren.
Weitere Punkte werden dann folgen.

So sehe ich es als am sinnvollsten an.

Zunächst jedoch gerne eine Diskussion über mein Vorwort.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#4
Klingt super und verspricht, auf diese Weise übersichtlich zu bleiben.

Freue mich drauf und kann nichts diskussionswürdiges an Deinem Vorwort empfinden.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#5
Klingt sehr spannend freuen

(30.11.2011, 11:00)Thomas schrieb: Die nächsten Fragen sehe ich nahezu genauso schwierig, denn was möchte ich für einen Hund haben, und welcher Hund passt zu mir?
Möchte ich wirklich den aufgewecktesten Hund, oder passt zu mir doch eher ein zurückhaltender.
Zwischen haben wollen und wirklich passend, liegen häufig Welten, weshalb es auch in den meisten Fällen besser ist, wenn man solche Fragen durch nahe stehende Personen abklärt.

Dieses ist wahrscheinlich die allererste, wichtige Frage, die fuer uns Haushundbesitzer wichtig ist. Nun ueberlege ich gerade welcher Charakter zu mir passt. Ist es so schwierig das zu bestimmen? Was weis ein Aussenstehender, das ich nicht weiss?
Ich denke darueber nach welche Erfahrung ich mit Hunden in der Vergangenheit gemacht habe. Unangenehm im Umgang, sind mir die ganz starken Charaktere, denn ich mag nicht permanent in Machtkaempfe verwickelt sein. Um das dauerhaft zu verhindern, muesste ich wohl ein besserer Hundebesitzer sein als ich es bin?
Ganz sensibele/schuechterne Hunde und ich hatten (im Fall von Gasthunden) schwierige Anfaenge, bei Pai hingegen war es einfach. Aus beiden Situationen habe ich bis jetzt gelernt. Ich wuerde nichts ausschliessen. Wahrscheinlich wuerde ich mich fuer ein Mittelmass entscheiden.
Grundsaetzlich wuerde ich mir aber auch die Charaktere meiner schon vorhandenen Hunde ankucken. Lucy ist ein starker Charkter, Pai scheint eher weich. Wahrscheinlich wuerde ich hier keine Rakete reinsetzen wollen, weil ich Zweifel habe das Pai alleine oder aber mit meiner Hilfe damit auf Dauer umgehen koennte.

Was ist denn deine Antwort auf diese Frage Anja? Bei dir steht es ja nun am Naechsten bevor. Wonach suchst du?
Kathi, Lu und Pai
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#6
Für mich ist das auch alles ziemlich unklar.

Irgendwie habe ich den Eindruck (nach meinen Erfahrungen mit Trudel) dass du Welpen testen kannst ohne Ende,
zu einem Ergebnis kommen kannst, dass dann aber durch z.B. eine SDU nach einem Jahr komplett auf dem Kopf
gestellt wird.

Ich hatte mir nach Olga wieder eine souveräne und starke Hündin gewünscht, da ich ja auch fest eingeplant hatte, zu züchten. Trudels Verhalten in ihrer Welpengruppe, fremden Menschen und anderen , erwachsenen Hunden gegenüber schien meinen Wunsch zu erfüllen.
Nicht, dass ich irgendetwas getestet hätte, aber es gab einige Situationen, bei denen auch die Züchterin meinte:
"Na, da kannst du dich aber auf was gefasst machen!"

Das erste halbe Jahr schien, dass alles so läuft, wie erhofft. Und dann...... [Bild: a050.gif]

Von daher glaube ich, dass uns in letzter Konsequenz nicht viel übrig bleibt, als frei nach Forrest Gump zu sagen: "So ein Wurf Welpen ist wie eine Schachtel Pralinen. Du weißt nie, was du bekommst"
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#7
(30.11.2011, 18:52)kamalii schrieb: Dieses ist wahrscheinlich die allererste, wichtige Frage, die fuer uns Haushundbesitzer wichtig ist. Nun ueberlege ich gerade welcher Charakter zu mir passt. Ist es so schwierig das zu bestimmen? Was weis ein Aussenstehender, das ich nicht weiss?

Für Außenstehende mag es wirklich schwer sein, deshalb schrieb ich auch, dass ein Nahestehender dafür herhalten muss.
Dabei geht es nicht darum, dass dieser Nahestehende einen Hund aussucht, sondern eher eine ehrliche Beschreibung des anderen zu erfassen.

Ich sehe es auch nicht als richtig, dass man sich dabei an andere Hunde orientiert, da es kaum gelingen wird eine Kopie von Hundewesen und Verhalten zu bekommen.

Ebenso auch schwer zu bewerten, wie man selbst mit den unterschiedlichen Hunden umgegangen ist, denn jeder Hundehalter hat daraus weiterentwickelt, was auch nicht immer im positiven Sinne zu verstehen ist.

So kannte ich mal eine sehr liebe Frau, die nahezu alles für ihren Hund tat, doch als der Hund es aus zunutzen wusste, nahm sie sich Hilfe und diese liebe Frau ist heute so verändert, dass ihr Umgang mit ihren Hund sehr tierschutzfraglich ist und sie damit auch noch Erfolg hat.

Die Entwicklung des Menschen spielt also auch eine Enorme Rolle. So manch einer, kann seinen Hund besser verstehen, kann mehr Feinheiten spüren und viele läuft einfacher aus der Hand, weil es routinierter ist.

Und nun haben wir auch den Übergang zu Gerti.
Denn, auch wenn man bspw. die Schilddrüse nicht ohne Gentest feststellen kann, würde ich mal in Deinem Fall behaupten, dass Du bei Deinem nächsten Hund nicht erst nach 5 Jahren darauf stoßen wirst, dass das Verhalten Deines Hund durch gesundheitliche Faktoren beeinflusst wird.

Neben der SDU gibt es viele Krankheiten, die auftauchen können und das Verhalten enorm beeinflussen, doch diese Möglichkeiten sollten nicht Grund dafür sein, dass man nicht bei der Wahl eines zukünftigen Welpen nach passende Komponenten sucht.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten
#8
(30.11.2011, 18:52)kamalii schrieb: Was ist denn deine Antwort auf diese Frage Anja? Bei dir steht es ja nun am Naechsten bevor. Wonach suchst du?

Ich suche nach der eierlegenden Wollmilchsau, der rüdigen Hündin in blond... Ganz ehrlich, ich frage mich das auch ständig und denke dann immer "ich werde es merken".

Für mich wäre das Allerschlimmste so ein ängstliches, scheues Wesen, das bei einem scharfen Blick in sich zusammen fällt. Da man mir immer wieder eine Aura attestiert, an der man sich die Haare föhnen kann, brauche ich einen Hund, der damit umgehen kann. Ich bin temperamentvoll, laut, nicht immer beherrscht und emotional. Mein Hund muss da etwas flexibel sein. Er darf mich auflaufen lassen, wenn ich blöd zu ihm bin, aber er darf nicht als verängstigter Schatten seiner selbst auf Brustwarzen neben mir her robben, nur weil ich grad mal laut Luft geholt habe.

Also ich bin eher der Machtkämpfer. Mein Hund muss in der Hundeschule seinen "Mann" stehen, er soll mit erziehen, korrigieren, und er muss so weit in sich ruhen, dass er auch Frust und Streitereien, die ich mit anderen Hunden mal habe, aushalten kann.

Es wird wohl schon auch die Mitte sein, aber eher in die Machtkampfrichtung tendierend. Glaube ich.

LG Anja

[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#9
(30.11.2011, 22:34)Thomas schrieb: ...... würde ich mal in Deinem Fall behaupten, dass Du bei Deinem nächsten Hund nicht erst nach 5 Jahren darauf stoßen wirst, dass das Verhalten Deines Hund durch gesundheitliche Faktoren beeinflusst wird.

Hm, habe ich in Trudels Fall eigentlich auch nicht und schon mit 2 Jahren den 1. Test machen lassen.
Nur hat es fast 5 Jahre gedauert, bis ich endlich jemanden gertroffen habe, der Ahnung von der Materie hat. lachen

Aber natürlich hast du recht, wenn du auf die Weiterentwicklung anspielst.
Rückblickend würde ich behaupten, dass mich ein Hund wie Trudel erheblich weiter gebracht hat, als wenn ich
wieder einen ähnlichen Charakter wie Olga bekommen hätte.

Weiterhin wollte ich auch nicht einem Test entgegensprechen. Tatsächlich würde ich sogar vielleicht bei einem neuen Hund Expertenrat einholen.
Mein Anliegen war lediglich, dass man sich - wie ausgeklügelt auch das Testprinzip und dessen Auswertung sein mag- man sich immer
bewusst sein sollte, dass letztendlich alles nicht mehr stimmen muss.

Mal abgesehen davon, hatte ich nie wirklich die Chance, mir meinen Welpen auszusuchen. mit Augen rollen
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#10
Ah ja, Welpen aussuchen... Ich habe keine Ahnung wie lange ich Chance habe, mir einen auszusuchen. Also idealerweise würde meine Züchterin bis kurz vor Schluss quasi keine festen Vergaben zusichern, damit ich freie Auswahl habe. Da wird aber wohl keiner mitspielen. Ich muss sie dazu mal befragen, wie das bei ihr so läuft. DA ich mich ja GAR nicht festlege. Würde ich sagen, blonder Rüde in jedem Fall meiner, jooo... sage ich aber nicht mehr. freuen

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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