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Welpentests
#11

Das hast du falsch verstanden. Ich will keine Kopie von Hund und Verhalten. Wozu auch? Selbst wenn ich einen aehnlichen Charakter finden sollte, dann wird mir das Leben doch einen Strich durch die Rechnung machen. Faktoren, die die Entwicklung eines Hundes, Menschen oder einer Gruppe beeinflusst haben, werden sich kaum genauso wiederholen. So kann es, selbst mit einem aehnlichen Hund, keine gleichen Ergebnisse geben.
Und trotzdem kann man doch ueber einen bestimmten Charktertyp nachdenken? Das hast du auch getan?

Kathi, Lu und Pai
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#12
Hallo Kathi,
nein, ich denke nicht, dass ich Dich falsch verstanden habe. Ich habe lediglich Deine Andeutungen aufgeschnappt, verallgemeinert und nicht deutlich genug zu Dir differenziert.


Eine weitere Frage steht aber noch in den Raum:
Wann muss wer überhaupt einen Welpentest machen?

Nun, ich denke, dass die Qualität des Welpentests häufig überschätzt wird, denn so wie Gerti es schon schrieb, kann sich durch die Gesundheit so einiges ändern, was das Verhalten enorm beeinflussen kann, aber nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Umfeld trägt einen nicht unwesentlichen Teil zum Verhalten bei.

Ich kann also noch so gut selektieren und glauben den besten Welpen gefunden zu haben, doch das Verhalten seiner Menschen kann vieles auf dem Kopf stellen.
Was dann vom Welpentest übrig bleibt, sind dann nur noch die Erinnerungen.

Würde also Frau Schulze aus dem 23 Stock vom Plattenbau 7c zu mir kommen, dann wäre ein Welpentest bei normaler Lebensweise, selbst bei finanziellen Überfluss, verschenkte Zeit.

Ein Welpentest lohnt sich für mich nur dann, wenn ich bestimmte Verhaltensweisen erwarte/voraussetze und diese dann auch gezielt einsetze muss.
Mal angenommen, ich wäre ein guter Hundetrainer, dann könnte ich auch einen beliebigen Welpen nehmen und erarbeite einfach das, wozu er sich in der Entwicklung eignet, bzw. da, wo seine Talente stecken.

Dringend abraten vom Welpentest würde ich sogar, wenn ich einen Hund auswähle, der als Zweithund mitlaufen soll, so wie es bei Martin Rütter war, was Gerti hier eingestellt hat.

Diese groben Züge, die es dafür benötigt, würde mit der Wahl der Rasse völlig ausreichen.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#13
(02.12.2011, 00:04)Thomas schrieb: Dringend abraten vom Welpentest würde ich sogar, wenn ich einen Hund auswähle, der als Zweithund mitlaufen soll, so wie es bei Martin Rütter war, was Gerti hier eingestellt hat.

Das heißt, Du würdest mir von einem Welpentest abraten?

Oder war das dort ein Privathund? Meiner soll ja nun arbeiten...

Eine Bekannte von mir hat für die Rettungshundearbeit einen Flat Coated Retriever auswählen wollen. Sie bat die Züchterin um Welpentests, die diese durchführte, aber auch eine befreundete Züchterin, weil sie sich selbst schon als "befangen" erklärte, da es ja "ihre" Babies sind.

Die Auswahl war perfekt. Die Hündin ist ein super Rettungs- und Therapie-Hund geworden.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#14
Ich habe mich bei April bewusst für Züchter entschieden, die den Beagle auch als Jagd- und Arbeitshund sehen und ihre Hunde nicht nur jagdlich ausbilden, sondern auch mit Mantrailing etc. Ahnung haben.
Von ihnen habe ich mir meinen Welpen aus dem Wurf aussuchen lassen,
habe die kleinen Beaglechen auch erst besucht als es nach 6 Wochen einen Favoriten seitens der Züchterin für mich gab.

Ich denke, gute Züchter können die Welpen doch sicher besser einschätzen als die Momentaufnahme eines Welpentests, oder nicht? kopfkratz

Für sehr spezielle Aufgaben wie z.B. bei Thomas kann ich allerdings schon verstehen dass nochmal extra getestet wird.
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
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#15
(02.12.2011, 00:04)Thomas schrieb: Eine weitere Frage steht aber noch in den Raum:
Wann muss wer überhaupt einen Welpentest machen?

Nun, ich denke, wenn jemand eine ganz besondere Aufgabe mit seinem Hund erfüllen möchte, könnte es eventuell ganz hilfreich sein.

Ich denke da u.a. auch an Rettungs-, Therapie-, Jagd- oder Schutzhunde.

Weiterhin sehe ich den Aspekt, den ich selbst im Kopf hatte, als ich schrieb, bei einem nächsten Hund vielleicht Expertenrat zu suchen:

Wenn denn nochmal ein Welpe bei mir einziehen sollte, wäre ich - wenn Trudel so durchhält, wie ich hoffe - um die 65 Jahre alt.
Dann ist es wahrscheinlich für alle Beteiligten sinniger, wenn es nicht so ein quirliger Hans Dampf in allen Gassen wird,
sondern nach Möglichkeit ein etwas gediegengeres Exemplar.
Also sprich: Es wäre dienlich, wenn Hund und Besitzer vom Temperament zueinander passen.
Das ließe sich natürlich schon bei der Rasseauswahl beeinflussen.
Aber wichtigste Voraussetzung ist halt, dass der Mensch in der Lage ist, sich selbst richtig einzuschätzen.

Eine Bedingung, die Rütter z.B. nannte, war, dass der Hund nicht intelligent sein darf.
Das sagte er, weil er die Lebensumstände schon richtig einschätzte.
Nur klappte der zukünftigen Besitzerin dabei die Kinnlade runter.

Deshalb finde ich die Idee von Thomas, gute Bekannte und Freunde zu befragen, gar nicht übel.

Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#16
So, wie Du das beschreibst, Ulrike, wäre es für mich das Optimum. Leider findet man nur wenige Züchter, die so ticken.

Die meisten lassen eben die Interessenten kommen, sich einen aussuchen, und dann passiert das so, wie bei meinem Schwiegervater. Da kommt die Triebsau zum Rentner und der gemütliche Hovi zum Sportler...

Thomas musste bei seinen bisherigen Züchtern immer mit dem Risiko leben, dass die Hunde, die in der engeren Wahl waren, dann eben schon verkauft wurden, weil der letzte Test noch ausstand. Zumindest habe ich eine Aussage von ihm dahin gehend in Erinnerung.

Die Tests, die bei der Flat-Hündin und ihren Geschwistern gemacht wurden, waren nicht nur einmal. Und sie wurden vor allem auch stark auf die Jagdmotivation hin getestet.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#17
(02.12.2011, 13:37)Anja schrieb: So, wie Du das beschreibst, Ulrike, wäre es für mich das Optimum. Leider findet man nur wenige Züchter, die so ticken.

Die meisten lassen eben die Interessenten kommen, sich einen aussuchen, und dann passiert das so, wie bei meinem Schwiegervater. Da kommt die Triebsau zum Rentner und der gemütliche Hovi zum Sportler...

jo, das ist wohl leider bei vielen "Züchtern" so. traurig
Verstehen werde ich das allerdings nie, denn ein Züchter sollte doch selbst den Wunsch haben dass seine Nachzucht auch in den neuen Familien glücklich wird!
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
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#18
Naja... da sind wir wohl wieder beim Thema Zucht.

Wie viele Züchter haben das Auge, zu erkennen, was in ihren Welpen steckt?

Wie viel Züchter interessiert der Verkauf mehr als alles andere?

Wie viel Züchter haben so viel Wissen, Bildung, Idealismus, dass der Hund wirklich im Vordergrund der Bemühungen steht?

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#19
Ich denke, dass das Hauptproblem woanders liegt.

Welcher Züchter kann schon genau beurteilen, welchen Typ Menschen er da als Welpenkäufer vor sich hat?

Erstens behaupte ich mal, dass fast jeder, der einen Welpen haben möchte und weiß, dass sie "knapp" sind,
gern mal etwas flunkert, um sich in ein besseres Licht zu stellen.
Zweitens oftmals vom Welpenkäufer schon bestimmte Vorgaben existieren (so war`s bei mir jedesmal), dass der Züchter nur noch die Alternative hat,
ihm das Gewünschte zu geben oder eben gar nichts.
Drittens Käufer halt erst sehr spät an einen Wurf herankommen, wenn die Auswahl nicht mehr gegeben ist. Also auch für den Züchter nicht.

Und mal ehrlich, wieviele Welpenkäufer machen sich denn überhaupt Gedanken um irgendwelche Auswahlkriterien?
Zu den Züchtern die das alles wenig interessiert, hat Anja alles geschrieben.

Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#20
(02.12.2011, 11:00)Anja schrieb:
(02.12.2011, 00:04)Thomas schrieb: Dringend abraten vom Welpentest würde ich sogar, wenn ich einen Hund auswähle, der als Zweithund mitlaufen soll, so wie es bei Martin Rütter war, was Gerti hier eingestellt hat.

Das heißt, Du würdest mir von einem Welpentest abraten?

Oder war das dort ein Privathund? Meiner soll ja nun arbeiten...

Hallo Anja,
es hängt davon ab, ob Dein Hund in eine bestimmte Richtung arbeiten muss (gewünscht wird), oder ob der Hund mit allen Konsequenzen als Zweithund dienen soll, was auch Arbeiten beinhalten kann.

Der Unterschied zu Beidem liegt darin, dass ein Zweithund durch einen anderen Hund lernen soll (kann) und sich dadurch sehr ähnliche Züge des Ersthundes annehmen kann.

Die Einwirkung, bzw. die Beeinflussung ist dabei so unterschiedlich, dass man sich wirklich überlegen sollte, was man möchte.

Wenn man nun sagt, dass man ein "gesundes Mittelmaß" finden möchte, dann kann ich Dir mit Sicherheit sagen, dass das nicht funktionieren wird.

Das wäre so, als würde ich einen Hund heute von Martin Rütter trainieren lassen und morgen von Cesar Milan.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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