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Rassehundezucht - Qualzuchten und Liebhabereien
#1
Letzte Woche habe ich mir mal die Zeit genommen, mir zwei Videos anzusehen, die ich inhaltlich und in Ausschnitten zum Teil schon kannte. Thema Rassehundezucht und wo diese heute steht...

Ich bin selbst, wie die meisten hier wissen, leidenschaftlicher Hovawartfan und würde niemals in einem anderen Verband als einem dem VDH angegliederten Zuchtverband einen Welpen kaufen.

Auch sonst bin ich pro VDH eingestellt, da ich immer den Eindruck habe, dass dort die Mindeststandards für Grundvoraussetzungen am Höchsten sind.

Allerdings bin ich nicht naiv genug, um nicht zu ahnen/wissen, dass man auch unter dem Deckmantel des VDH schwarze Schafe nährt, weg sieht, vertuscht, verheimlicht und manipuliert.

Bei den beiden Hovawart-Zuchtverbänden, in die ich ein Wenig Einblick habe, werden Krankheiten angesprochen, gesammelt und erforscht. Es werden ganze Linien aus der Zucht genommen, wenn beispielsweise ein Lebershunt auftritt. Insgesamt ist der Hovawart aus meiner Sicht ein Hund ohne Extreme. Vermutlich ist er deshalb noch relativ gesund im Vergleich zu den in den Filmen angesprochenen Rassen.

Meine Gedanken kreisen nach dem zweifelhaften Genuss der Filme nun um folgendes: Wie würde ich vorgehen, wenn ich ein Liebhaber/Züchter einer der problematischen Rassen wäre. Wie geht es Thomas, wenn er diese Dinge über die Ridgebacks hört, wo er mal sagte, es wird immer ein RR bei ihm leben, weil er diese Rasse einfach liebt.

Es gibt aus meiner Sicht mehrere Möglichkeiten:
1) Jegliche Qualzucht klar definieren und gesetzlich verbieten, bestehende Hunde kastrieren und Rasse aussterben lassen.

2) Rassezucht aus Qualzuchten temporär verbieten, ausgewählte Züchter mit guten Kenntnissen unter wissenschaftlicher Aufsicht zur Gesundzüchtung ihrer Rasse verpflichten und die Rasse erst wieder zur Zucht freigeben, wenn sie die phänotypischen Voraussetzungen für eine Qualzucht nicht mehr aufweist. Siehe der ehemalige NSDTR-Züchter im zweiten Video.

3) Rassezucht aus Qualzuchten und generell so weiter machen lassen wie bisher, und darauf hoffen, dass die Züchter und Käufer von sich aus mit der Zeit und durch immer mehr Aufklärung dazu kommen, die entsprechenden Rassen wieder gesund zu züchten.

Bei Punkt 3 tendiere ich dazu, auch wieder an den Weihnachtsmann glauben zu wollen.

Ich frage mich ernsthaft, was würde ich selbst tun, wenn ich emotional einer Rasse verfallen wäre, die unter die kritischen Rassen fällt. Würde ich von ihr Abstand nehmen? Würde ich mich selbst aktiv dafür engagieren, dass sie wieder gesünder wird? Würde ich die Augen davor verschließen und weiterhin meine "Bedürfnisse" befriedigen, in dem ich trotzdem kaufe?

Schaut Euch mal die Filme an, vielleicht kennt Ihr sie auch schon. Neu sind sie nicht. Bin gespannt, wie Ihr so denkt..





Die deutsche Entsprechung:





LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#2
Hallo Anja
Da die Videos ja recht lang sind, werde ich sie erst heute Abend schauen können.
Doch zu vor ein Gedanke von mir

(14.11.2011, 14:07)Anja schrieb: Ich frage mich ernsthaft, was würde ich selbst tun, wenn ich emotional einer Rasse verfallen wäre, die unter die kritischen Rassen fällt.


Würde/könnte ich überhaupt so einer Rasse verfallen? Mal von den Bernasenn und Redriver Besitzern abgesehen, denke ich mal, dass man sich zumindest etwas mit der Rasse beschäftigt, die man sich anzuschaffen gedenkt.
Deshalb gibt es doch eigentlich nur 2 Möglichkeiten:

Entweder lasse ich die Finger davon, weil ich ein Gegner solcher Qualzuchten bin und weil mir eben diese "Merkmale" nicht gefallen können
Oder ich back mir ein Ei auf die ganze Chose und dann ist Tierschutz eh uninteressant für mich.

Vereinfacht, ich weiß, aber irgendwie seh ich es so.


Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#3
Ich schließe mich Gerti an.
Auch für mich fallen diese Rassen schon raus, weil ich sie einfach optisch nicht mag und
auch die Folgen nicht in Kauf nehmen könnte. Also die ganzen Krankheiten etc.
Aber ich bin mir sicher, wenn sie mir optisch gefallen würden, würde das Andere in mir siegen,
was sagt, ne, das arme Tier, das ist nichts, das ist nicht gut.

Die Videos schaue ich mir auch später an.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#4
Mein zukünftiger ist "gebraucht"... - Welpen würde ich mir nur eine seltene nichtüberzüchtete seltene Rasse holen, die gewisse Wolfsähnlichkeit hat. lachen

Ich persönlich leg keinen Wert auf "normgerechtes" aussehen - Gesundheit ist mir wichtiger. Qualzuchten gehören Verboten - oder diese müssten mit ner extra intensiven Steuer belegt sein (damit werden's automatisch weniger), dieses Geld sollte dann in die entsprechende Aufklährungsarbeit/Forschung gesteckt werden.
Mehr fällt mir dazu nicht ein....
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
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#5
(14.11.2011, 14:41)Gerti schrieb: Würde/könnte ich überhaupt so einer Rasse verfallen?

JoJo ist z.B. ein großer Berner Sennenhunde Fan. Wenn es nach ihm ginge, dann hätten wir wohl einen. Wir könnten ja theoretisch einen so, einen so nehmen. Also 1x Hovi, 1x Berner.

Nach dem, was ich inzwischen über die Rasse und ihre durchschnittliche Lebenserwartung weiß, käme mir das aber nicht in die Tüte. Auch wenn sie durchau auch meinem Beuteschema entsprechen.

Ridgebacks finde ich schick. Gar keine Frage. Optisch schon ein Hingucker. Grad mit Ridge. Okay, ich mag sie nicht anfassen. Aber dass sich jemand in die Rasse verliebt, auch wegen des doch etwas besonderen "Grundwesens", das kann ich schon nachvollziehen.

Was man an jeglicher Form von Knautschgesichtern und Glubschaugen finden kann, wird sich mir nie erschließen. Ich finde das weder süß noch schön. Genau so Falten. Menschen lassen sie sich weg operieren, Hunden werden sie hin gezüchtet... muss ich nicht verstehen...

Nackthunde... auch wenn sie kulturell gesehen steinalt sind, finde ich sie trotzdem weder schön noch für ein Leben in unseren Breiten tauglich.

Riesenhunde wie Irische Wolfshunde, die werden im Schnitt 6 Jahre alt... hä? Zwerge wie Prager Rattler haben, wenn ich mich richtig erinnere, häufig zu wenig Platz für diverse Organe etc. Alle Extreme finde ich fragwürdig und nicht mehr "schön".

Man könnte die Liste der persönlichen Geschmacksmomente endlos fortsetzen, und ich kenne von jeder der angesprochenen Rassen Liebhaber, die ohne "ihre" Rasse nicht leben wollen, scheißegal, was sie damit schon alles mitgemacht haben.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#6
(14.11.2011, 14:07)Anja schrieb: Meine Gedanken kreisen nach dem zweifelhaften Genuss der Filme nun um folgendes: Wie würde ich vorgehen, wenn ich ein Liebhaber/Züchter einer der problematischen Rassen wäre. Wie geht es Thomas, wenn er diese Dinge über die Ridgebacks hört, wo er mal sagte, es wird immer ein RR bei ihm leben, weil er diese Rasse einfach liebt.

Hallo Anja,
mir geht es gut und mir ging es schon immer gut mit dieser Rasse, denn das qualvolle Leiden eines jeden Ridgebacks ist mir schon bekannt gewesen, als wir damals begannen, diese Rasse zu züchten.

Ich habe mir nun tatsächlich diese Videos angesehen, ein paar Stichpunkte dazu gemacht und am Ende weg geworfen!

Mein Fazit dazu ist:
mir wird es weiterhin gut gehen mit der Rasse und sollten die Bedingungen mal passen, würde ich auch diese Qualzucht-Rasse weiter züchten.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#7
Hallo Thomas

Deine Reaktion finde ich etwas schade.

Nicht nur einmal hast du uns auch die Unzulänglichkeiten unserer Hovawarte unter die Nase gehalten. Was ich auch nicht weiter schlimm fand.

Nun haben wir hier einen Bericht (leider habe ich die deutsche Variante noch nicht gesehen), in dem jetzt gewisse züchterische Vorgehensweisen und gesundheitlich Aspekte deiner Herzensrasse kritisiert werden.

Vielleicht hätte ich die Frage etwas anders formuliert, als Anja. Doch trotzdem fände ich, ehrlich gesagt, schon, dass du dich zu den Vorwürfen dieses Beitrags ohne Sarkasmus äußern könntest.
Eventuell lassen sich die englischen Praktiken gar nicht mit denen in Deutschland vergleichen.
Eventuell kannst du Aufklärungsarbeit leisten.
Eventuell hast du aber auch einige Kritik zu der ganzen Angelegenheit.

Oder ist es gar verboten, mal bei Ridgebacks nachzufragen? Ich glaube doch nicht.

Viele Grüße Gerti
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#8
Thomas, ich bin mir sicher, der Zettel mit den Stichpunkten ließe sich wieder glatt streichen, und ich wäre sehr daran interessiert, wie man als Liebhaber und ehemalig an der Zucht beteiligter Mensch mit diesen Kritikpunkten umgeht.

Für mich ist es in keiner Form nachvollziehbar, was dort vorgeworfen wird, da in meiner Erinnerung keine Hunde mit erkennbaren Symptomen gezeigt wurden, wie bei anderen Rassen. Im Moment steht da eine Anschuldigung im Raum, es KÖNNTE zu einer Erkrankung führen, die eben bei Hunden ohne Ridge nicht auftritt. Nicht mehr und nicht weniger.

Wie sieht diese Krankheit aus, wenn sie ausbricht? Ist sie behandelbar? Hattet Ihr Hunde in Eurer Nachzucht, die davon betroffen waren/sind?

Von meiner Seite aus sollte keinerlei Angriff oder Anschuldigung in Deine Richtung oder in die Richtung Deines Geschmacks gehen, sondern lediglich pures Interesse an dem, was jemand denkt und fühlt, der mit Filmen und "Fakten" konfrontiert wird, die nicht so positiv sind.

Schade fände ich es, wenn hier nach 3 Beiträgen Schluss ist.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#9
Doch Anja, es wurde ein Hund mit so einem offenen Loch im Rücken gezeigt. Bzw. das Löchlein in Großaufnahme.

Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
#10
laut Bericht soll etwa jeder zehnte Ridge betroffen sein ... ??

Mir geht es allerdings auch wie Anja, dass ich bei Ridgebacks das nicht entsprechend mitbekomme.

Bei Möpsen, Bullis, etc. hört man ja bei fast jedem Rassehund schon von weitem die Atemprobleme, und HD & andere Gelenkerkrankungen bei den entsprechenden Rassen sind auch nicht zu übersehen und der arme Schäfi mit Watschelbeinen und Hoppelgang erst recht nicht ...
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
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