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Rassehundezucht - Qualzuchten und Liebhabereien
#21
Erst mal vielen Dank, Thomas, dass Du den Zettel wieder entknüllt hast zwinkern . So liest sich das ja schon ganz anders.

(15.11.2011, 22:21)Thomas schrieb: Jeder definiert Qualzuchten anders und Anja hat nichts zu den Qualzuchten gefragt, sondern ausschließlich, wie es mir mit dieser Tatsache geht.

Das ist der Punkt. So wie Du die RR-Problematik hier erklärst bzw. auch, wie sie in Deinem Verband gehandhabt wird, kann ich nichts erkennen, was den Begriff Qualzucht für die komplette Rasse beinhaltet. Wenn ein Welpe eine OP über sich ergehen lassen muss, danach aber schmerz- und symptomfrei ist, leidet er mit Sicherheit ein Leben lang weniger, als ein Hund mit unerkannter SDU, HD, OCD oder anderen sehr verbreiteten Krankheiten, die man eben bisher in den meisten Verbänden doch nur sehr marginal im Griff zu haben scheint.

Für mich ist eine Qualzucht dann gegeben, wenn die äußerlichen Merkmale zu einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit zu Problemen und Einschränkungen im täglichen Leben führen.
Was die SDU als Kriterium hierfür betrifft, so müsste man mal Zahlen haben, wie hoch die Prozentzahl der betroffenen Hovawarte z.B. ist. Ich habe dazu keine Informationen.

Um noch mal auf die RR zurück zu kommen, die ja nun leider im Moment extrem in Mode sind: Ich vermute eben, dass auch hier nur wenige Verbände so vorgehen, wie Du es schreibst. So ist es ja bei vielen Rassen. Es bilden sich Dissidenzverbände, denen die Zuchtstatuten unter den VDH-Clubs zu hoch sind, und schon werden oft wesentliche Untersuchungen nicht mehr gefordert und munter drauf los gezüchtet.

(15.11.2011, 22:21)Thomas schrieb: Übrigens ist es auch im RRCD Pflicht, neben HD,ED, OCD, Echokardiografie, und v.m. auch ein SDU Profil erstellen zu lassen, was schon ein enormer Fortschritt ist.

Ein vernünftiges Profil, oder auch nur 2 Werte? Ich glaube, bei den Hovis in der HZD werden nur 2 Werte genommen, die durch Substitution manipuliert werden könnten. Sicher bin ich mir allerdings nicht, hab es nur so in Erinnerung.


(15.11.2011, 22:21)Thomas schrieb: Denke ich da an Sherlock, kann ich mir auch die Frage stellen, ob der Hovawart nicht auch eine Qualzucht ist, denn seine Leidensgeschichte ist nicht selten bei dieser Rasse, was zumindest ich feststellen konnte.
Denkst Du dabei nur an die SDU oder auch noch anderes? Abseits der SDU hatten wir die Kreuzband-Anrisse, ansonsten litt der Bär eigentlich an nichts.


(15.11.2011, 22:21)Thomas schrieb: Neben den oben stehenden Anmerkungen, kann ich bspw. einen Nackthund weniger als Qualzucht sehen, denn dieser lässt sich gut einpacken und warm halten.

Naja, mal abseits davon, dass sich nicht die "falschen" Nackthunde paaren dürfen, weil sonst Totgeburten dabei heraus kommen...

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#22
(16.11.2011, 08:54)Jasmin schrieb: Ich glaube nicht, das man in Deutschland einfach so einschläfern darf.
Dafür haben wir ja das Gesetz.


Eine sehr naive Sichtweise, Jasmin. Wer kümmert sich hier um Gesetze? Und damit ziele ich jetzt nicht auf Ridgebacks, sondern auf den allgemeinen Umgang mit Tierschutzgesetzen und gerade auch, was das Einschläfern betrifft.

Hallo Thomas

Ich sprach davon, dass mir die Prozentzahlen erstmal egal sind. Weil ich nämlich zuvor gerne einige Fakten abgeklärt hätte.

Um mal vom "Reizthema" Ridgeback wegzukommen, finde ich nämlich, dass z.B. jeder Bulldog, der ein zu langes Gaumensegel hat, einer zu viel ist.

(15.11.2011, 23:45)Thomas schrieb: Solch ein Forschungsweg wird nicht aus Langeweile und aus Überschuss der Finanzen eingeschlagen, sondern in Auftrag gegeben!!!

Das Bedeutet, dass man mit den heutigen Informationen dagegen angehen wird.

Und wenn ich dich richtig verstehe, wird hier ein Weg gesucht, um dem Dermoid Sinus den Kampf anzusagen. Das wusste ich bislang nicht und das finde ich sehr löblich. Schade, dass andere Verbände nicht solche Einsichten haben.

Einen Unterschied sehe ich insofern, dass kein Hovawartzüchter hergeht und sagt, ich züchte einen Hund mal ganz bewusst so, dass er unweigerlich eine SDU haben wird. Eine gewisse Nachlässigkeit ist vorhanden, da stimme ich dir zu und habe das auch früher schon getan.

Doch dies sieht bei unzähligen Rassen anders aus: Hier wird ganz gezielt dahin gearbeitet, dass diese Defekte unausweichlich sind. Wir müssen hier nicht alle aufzählen, wir wissen genau, worum es geht.

Ich muss jedoch noch mal mit mir zurate gehen, wie ich nun eine Quote von 2,24 % - die für mein Verständnis nun doch bewusst aus dem Merkmal Ridge hervorgeht - für mich bewerten möchte.
Weiterhin bin ich mir auch nicht so ganz sicher, ob es nicht doch ein gravierender Unterschied ist:
ob eine Rasse eine Disposition für einen Defekt hat, der medikamentös ziemlich unproblematisch ausgeglichen werden kann. (zugegeben, wenn er erkannt wird)
oder, ob ein "problemloses" bzw. "problemreduziertes" Hundeleben nur mit einem operativen Eingriff ermöglicht werden kann.

Und ja, Anja hat recht, es werden nur T4 und TSH bei den Hovawarten abgefragt, was ich an anderer Stelle hier im Forum auch schon bemängelt habe.

Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#23
(16.11.2011, 13:47)Gerti schrieb: Weiterhin bin ich mir auch nicht so ganz sicher, ob es nicht doch ein gravierender Unterschied ist:
ob eine Rasse eine Disposition für einen Defekt hat, der medikamentös ziemlich unproblematisch ausgeglichen werden kann. (zugegeben, wenn er erkannt wird)
oder, ob ein "problemloses" bzw. "problemreduziertes" Hundeleben nur mit einem operativen Eingriff ermöglicht werden kann.

also mir wäre als Hundehalter ein einmaliger relativ kleiner OP-Eingriff evtl. lieber als eine lebenslange Medi-Behandlung...? kopfkratz
Ich erlebe es im Bekanntenkreis mit, dass es leider oft langwierig und schwierig ist den Hund mit den Schilddrüsen-Medis optimal einzustellen...!







LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
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#24
Das sehe ich auch so, zumal der Hund nach der OP gesund ist und nicht lebesnlang Medis nehmen muss,
evtl. dadurch auch ein kürzeres Leben etc.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#25
Hallo Ulrike

Wie gesagt, ich bin mir da nicht sicher. Vielleicht liegt das auch daran, dass es bei uns ganz problemlos war und ist. Und eben auch erfolgreich.

Der große Knackpunkt bei der Sache ist aber, dass - wie auch in den Berichten gezeigt - nicht wirklich offen mit Welpenkäufern gesprochen wird. Auf jeden Fall müsste doch sicher gestellt sein, dass
Züchter Interessenten ganz ehrlich daraufhinweisen, mit welchen Komplikationen zu rechnen ist.
Vielleicht (jetzt bin ich auch mal naiv)hätte sich dann ein gewisser Teil bei der Nachfrage für "Moderassen" schon erledigt.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#26
Hallo Gerti,

die SDU ist aus meiner Sicht und Erfahrung eben nicht mit "ein Leben lang Substitution" getan. Zum einen, weil es so viele Varianten in dem Bereich gibt, und zum anderen, da es trotz Substitution zu Folgeproblematiken kommt bzw. kommen kann, wie Muskelabbau, Kehlkopflähmung, Herzproblemen etc.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#27
Hallo Gerti,

ich habe ja Ulrike schon zugestimmt, genau wegen der Fakten, die Anja hier noch aufführt.
Ein Hund mit einer SDU kann Folgeerkrankungen haben. Das geht auf das Herz etc.
Fakt ist, ein gesunder Hund ist gesund, ein Hund mit SDU nicht.
Ich weiß nicht wie die Lebenserwartung aussieht, aber ich bin mir fast sicher, das sie schlechter verläuft
als bei jedem anderem normalen Hund. Krankheiten kosten eben Lebenszeit.

Außerdem bis zur Feststellung der Erkrankung, ist es bei den meisten Menschen viel Zeit vergangen bis
der Hund richtig diagnostiziert wurde, also seine Erkrankung.


[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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