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Menschlichkeit als Blocker in der Hundeerziehung?
#31
(18.09.2011, 22:00)Anja schrieb: Was das Arbeiten vor Publikum betrifft, so habe ich diese Beobachtung zum ersten Mal vor Jahren beim Agility gemacht. Dort, wo wir lernten, war Sherlock totales Mittelmaß, nicht immer motiviert, nicht immer konzentriert, er machte es halt irgendwie. Dort, wo ich es unterrichtete, war er der Vorführhund. Er durfte mit mir immer als erstes laufen, um zu schauen, wie man die Sequenz am besten angeht. Dabei war er ein völlig anderer Hund. IMMER.

Hallo Anja

Könnte das nicht auch damit erklärt werden, dass er sich auf den "eigenen" Platz einfach nur sicherer und daheim fühlte?

Dass der Rest, dieses Aufeinander eingespielt sein, eine Frage der Jahre ist, die man eng miteinander verlebt hat, sehe ich exakt auch so.

Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#32
Das wäre auch meine erste Vermutung gewesen, Gerti, aber er hat dieses Verhalten auch gezeigt, wenn er woanders der Trainerhund sein durfte. Er unterscheidet zwischen Vorturner und Teilnehmer.
Möglicherweise strahle ich das einfach dann auch aus, dass es mir wichtig ist, es gut zu machen. Vielleicht lobte ich dann anders, führte anders. Ich weiß es nicht. Es war extrem auffällig.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#33
Schönes Thema, welches ich leider jetzt erst lesen konnte.

Also von bewussten oder zumindest von unbewussten Menschlichkeiten kann sich kein Hundehalter freisprechen. Sonst wären wir keine Menschen.

Ist es nicht eher so, dass dieser Faktor auch für die Domestikation verantwortlich ist?
Schöne Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Susann


Wende Dein Gesicht der Sonne zu und Du lässt die Schatten hinter Dir.


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#34
(27.09.2011, 18:46)Susann schrieb: Ist es nicht eher so, dass dieser Faktor auch für die Domestikation verantwortlich ist?

Von Domestikation kann man in diesem Fall nicht sprechen, weil diese schon meist bewusst durch Selektion abläuft.
Eher müsste man von Adaptation (Anpassungsfähigkeit) sprechen, weil diese auch größten Teils unbewusst erfolgt.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#35
Also ich war früher wirklich SEHR konsequent mit meiner Madame.

Und ich stelle fest, je älter sie wird, desto weichgespülter werde ich. Früher gabs gar keine Debatte, an der Strasse wurde Sitz gemacht, heute, wo ich manchmal denke, es könnte ihr unangenehm sein (Arthrose) reicht mir ein "Halt" klar würde sie absitzen würd ich es fordern, aber ich lass es halt.

Beim Brisco zum Beispiel fordere ich nicht viel auf Grund seiner Vergangenheit (auch nicht immer sinnvoll ich weiss) aber WAS ich fordere, das setze ich auch durch.

Also das ich son Weichspüler geworden bin steht mir mit meinen Hunde aktuell nicht im Wege.
Denn auch ich weiss ziemlich genau was ich da tue, und wann ich es tue.
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#36
(04.10.2011, 20:33)SaBri schrieb: aber WAS ich fordere, das setze ich auch durch.

So soll es auch sein. cool



Vielleicht hätte ich das Thema noch erweitern sollen, unter dem Motto "Menschlichkeit als Blocker in der Hundeerziehung und geistigen Entwicklung unserer Hunde".

Wie viel selbstständiges handeln lassen wir zu?

Ist es nicht auch manchmal so, dass wir verbieten anstatt zuzulassen?

Nicht auch aus dem Grunde, weil viele Hundebesitzer unter einander sehr viel Unverständnis zeigen und man manchmal wir keinen Nerv haben für Erklärungen?

Warum es so ist, wie es ist? verwirt


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#37
Hmmm ich würde zumindest behaupten, dass unsere Hunde auch eigenständig handeln dürfen.

Hin und wieder zum Beispiel finde ich es auf unseren Nachtrunden recht interessant wenn einer von beiden es übernehmen darf, wo es lang geht.

Brisco zum Beispiel wählt immer den kürzesten Weg nach Hause. Das Püüh hingegen lotst uns durch gefühlte 100 kleine Strassen. Hat sie jedoch eine Beute (zum Beispiel morgens, wenn sie Brötchen heim tragen darf) DANN wählt sie auch den kürzesten Weg um den Schatz in Sicherheit zu bringen.

Was jedoch nicht heisst, das unsere Hunde grundsätzlich entscheiden wohin uns unsere Gassirunden führen freuen

Als sie klein war habe ich immer gesagt: Ich will keinen willenlosen Affen an meiner Seite haben. zwinkern

Natürlich verbiete ich auch:

Ich verbiete Dinge von der Strasse aufzunehmen und zu fressen
Ich verbiete ohne mein Kommando eine Strasse zu überqueren.
Ich verbiete fremde Menschen ungefragt zu begrüssen (tun sie eh nicht wirklich)
Ich verbiete ungefragt zu fremden Hunden zu laufen.

Das sind jedoch in meinen Augen Dinge zur eigenen Sicherheit und zur "Gesellschaftsfähigkeit" des Hund Halter Teams.
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#38
(05.10.2011, 05:37)Omi schrieb: Vielleicht hätte ich das Thema noch erweitern sollen, unter dem Motto "Menschlichkeit als Blocker in der Hundeerziehung und geistigen Entwicklung unserer Hunde".

Wie viel selbstständiges handeln lassen wir zu?

Ist es nicht auch manchmal so, dass wir verbieten anstatt zuzulassen?

Nicht auch aus dem Grunde, weil viele Hundebesitzer unter einander sehr viel Unverständnis zeigen und man manchmal wir keinen Nerv haben für Erklärungen?

Warum es so ist, wie es ist? verwirt

Hallo Omi

Das sind für mich aber zwei komplett verschiedene Themen, beide gleich interessant.

Einmal: Wo menschelt es? Wo behandeln wir den Hund rein emotional und auch unvernüftig?

Zum Zweiten: Inwieweit darf unser Hund eigenständig sein, Entscheidungen treffen,
Was lassen wir zu oder auch nicht und warum?



Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#39
Da hast du vollkommen recht, Gerti!

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