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Wer hat Recht?
#1
Folgendes ereignete sich vor einigen Tagen in einer Gasstätte bei uns am Hafen:

An einem milden Sommerabend (auch wenn man sich dieses zur Zeit nicht vorstellen kann zwinkern ) war die Gaststätte gut besucht.

Unter anderem lag auch ein Hund unterm Tisch und schlummerte vor sich hin.

Einige Tische weiter waren Gäste mit einem Kind, welches nach dem Essen sich hüpfend durch die Tischreihen bewegte.

In dem Bewegungsdrang übersah das Kind den Hund und trat auf die Pfote.

Der Hund schnallte unter dem Tisch hervor und das Kind wurde schwer verletzt.

Wie seht ihr die rechtlichen Folgen?


Haben die Eltern nicht gut genug aufgepasst?

Waren die Hundebsitzer zu sorglos?

Oder hätte der Betreiber seine Gäste schützen müssen, also Hund und Kind?










Mittlerweile hat der Betreiber von einem Anwalt eine Schmerzensgeldforderung erhalten, weil er seine Gäste nicht ausreichend geschützt hat.

In unserem "Rechtsstaat ist ja alles möglich (Kindermörder fordern ja auch von der Polizei Schmerzensgeld mauer )!

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#2
Moin,
ich finde das ist schwierig.
Auf der einen Seite sollte der Hunde wenn er mitgeführt wird brav und geduldig sein,
auf der anderen Seite ist es ein Tier was immer und jederzeit reagieren kann, wie in diesem Fall
als er sich wahrscheinlich erschreckte oder einen Schmerz verspürte.
Genau wie Kinder die auch unberechenbar reagieren oder eben spielen etc.

Beide Seiten sollten aufpassen und dafür Sorge tragen, das niemand zu Schaden kommt.

Ist der Hund denn sonst ein ruhiger, netter Begleiter?
Hat er das Kind richtig gebissen oder nur geschnappt weil er sich erschrocken hat?

Ich finde man muss dann einige Faktoren berücksichtigen be vor man sich ein genaues Urteil
bilden oder überhaupt erlauben kann.
PS; Jetzt lese ich, schwer verletzt..
Schwer verletzt hört sich übel an, für mich zumindest.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#3
Hallo Omi

Den Wirt für dieses Vorkommnis verantwortlich machen zu wollen, ist wohl der größte Blödsinn, den ich mir hier vorstellen kann.
Was soll er denn tun? Sein Lokal für Hunde und Kinder sperren? Und wenn er das getan hat, was ist dann, wenn ein Gast über die Tasche eines anderen stolpert und sich den Arm bricht?
Das sind absolut nicht erstrebenswerte amerikanische Verhältnisse, in denen jeder die Verantwortung für eigene Dusseligkeit auf andere abwälzt.

Der Rest ist natürlich nicht so einfach.

Erstmal habe ich eh einen Hals auf Eltern, die mit ihren Kindern öffentliche Lokalitäten stürmen und nach dem Motto " jetzt kommen meine Goldstücke und die muss jeder toll finden" die Bedürfnisse anderer Menschen komplett ignorieren. Auch prima in Supermärkten zu erleben.
Ergo finde ich, dass auch die Eltern eine Teilschuld haben, weil Kinder nicht wirklich in Restaurants durch die Bänke zu toben haben.

Zum Zweiten sollte ein Hund in der Öffentlichkeit zunächst mal "ungefährlich" sein. Doch wer mag schon in wirklich allen Situationen für seinen Hund die Hand ins Feuer legen.
Ich sagte mal an anderer Stelle, dass ich als Halter die Verantwortung trage, dass mein Hund erst gar nicht in die Situation kommt, sich wehren zu müssen.
Also würde ich in diesem Fall sagen, dass die Hundehalter den anderen Teil der Schuld haben. Sie hätten die Eltern des Kindes darauf aufmerksam machen müssen, dass hier ein Hund liegt, der nicht gestört werden darf, da er sonst vielleicht reagiert.

Ich habe in ähnlichen Situationen schon vielfach reagieren müssen. Das Erstaunliche daran war, dass bei Uneinsichtigkeit von Eltern, die Stimmung der "Zuschauer" immer zu meinen Gunsten gekippt ist. Mehr als einmal kamen Kommentare wie: "der Hund benimmt sich besser, als das Kind" oder "anscheinend hat der Hund eine bessere Erziehung genossen".

Also mein Fazit: Beide haben nicht Recht sondern Unrecht.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#4
Ich sehe das ähnlich. Die Eltern hätten das Kind nicht durch die Bänke toben lassen sollen, allerdings wußten diese vielleicht auch nicht das dort ein Kind liegt. Ebenso wie Radfahrer gegen Autofahrer hat immer der Stärkere mehr zu achten. Ich finden der Hundebsesitzer hätte hier am meisten Sorge tragen müssen und das Kind wie auch die Eltern darauf hinweisen müssen. Jedoch war ich nicht dabei.

Den Wirt trifft mal gar keine Schuld
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#5
Vor über 15 Jahren, als meine jüngste Tochter ca. 5 Jahre alt war, hatten wir ein ähnliches Erlebnis:

In einem Restaurant lag ein Dackel unter einem Tisch.
Meine (sehr lebendige kontaktfreudige) Tochter kletterte unter den Tisch, um den Hund zu streicheln (ich hatte ihn nichtmal gesehen)
Der Hund schnappte nach ihr. Nur ein Kratzer.
Ich sagte damals - wie kann man einen bissigen Hund ins Gasthaus mitnehmen!
Ich hatte selbst noch keinen Hund.

Jetzt sind meine Kinder erwachsen und ich habe seit 13 Jahren Hunde.
Es nervt mich, wenn Kinder laut und ungezogen sind.
Und heute sage ich - ein Kind braucht meinen Hund nicht ungefragt berühren.
Obwohl ich zu 99,9 % sicher bin, daß keiner meiner 3 Hunde zugebissen hätte,
selbst wenn ihnen jemand auf die Pfote getreten wäre.

Und daß der Wirt verantwortlich gemacht wird, ist sowieso das allerletzte.
Dann wird es sicher bald verboten werden, einen Hund dahin mitzunehmen.
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#6
In Restaurants (aber auch in oeffentlichen Verkehrsmitteln und in anderen Situationen) lege ich meine Hunde so, das sie ungestoert ruhen koennen und die Oeffentlichkeit keinen Zugang zu ihnen hat.
Es ist noch niemand ueber sie gestolpert.

Wahrscheinlich waren in diesem Fall alle Beteiligten nicht aufmerksam genug, Eltern und Hundebesitzer.
Ich mag weder unerzogene Hunde, noch unerzogene Kinder. Wenn Kinder in einem Restaurant nicht mal eine halbe Stunde stillsitzen koennen, dann ist MC Doof mit eingebauter Spielecke vielleicht angebrachter. Genauso wenn Hunde Stoerungen nicht vertragen, dann sind sie Zuhause vielleicht besser aufgehoben.
Kathi, Lu und Pai
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#7
Sehe es wie Kathi. Man sollte seinen Hund oder seine Hunde so parken, dass die Gefahr des Drüberstolperns nicht gegeben ist.

Wenn es nicht anders geht, dann muss ich aufpassen und vielleicht mal jemanden ansprechen "vorsicht, hier liegt ein Hund". Hatten das auch schon, dass jemand seinen Blick suchend durch den Saal schweifen ließ und nicht merkte, dass er gleich auf ein Stück vom Bären tritt. Ihn eng und exakt einzuparken ist manchmal gar nicht leicht. Unter welchen Tisch passt er schon?

Die Schuldfrage würde ich im vorliegenden Fall 50/50 sehen. Jeder hat seinen Anteil daran, für das Kind ist es sicher schlimm, für den Hundehalter aber vermutlich auch. Der Restaurantbesitzer ist der letzte, der Schuld trägt... völlig daneben, diese Forderung.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#8
Ich kann mich da einigen meiner Vorschreiber anschliessen.

Ich sehe das 50/50 ich mag ebensowenig kreischende, rumturnede Kinder im Restarant, wie auch unerzogene Hunde.

Wobei ich schon fast dazu tendiere, dass die Eltern ehr ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.
Natürlich legt man den Hund so ab, dass niemand über ihn stolpern kann, aber wenn er unter dem Tisch liegt ist er meist auch dort vor unter den Tischen rumtobenden Kindern nicht geschützt.

Und ganz ehrlich? Es hat noch keinem Kind geschadet, sich im Restaurant benehmen zu müssen.
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#9
(10.08.2011, 22:04)Anja schrieb: Der Restaurantbesitzer ist der letzte, der Schuld trägt... völlig daneben, diese Forderung.

LG Anja

jepp, sehe ich auch so.
Beide Parteien hätten besser aufpassen müssen.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#10
(13.08.2011, 18:14)Jasmin schrieb:
(10.08.2011, 22:04)Anja schrieb: Der Restaurantbesitzer ist der letzte, der Schuld trägt... völlig daneben, diese Forderung.

LG Anja

jepp, sehe ich auch so.
Beide Parteien hätten besser aufpassen müssen.

Hm, von dir hätte ich gedacht, dass du den Aspekt der Gefährdungshaftung auch in betracht ziehst. kopfkratz



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