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Das Hundetrainer Lexikon
#21
Führung wäre es für mich erst dann, wenn ich einen Hund nicht mehr führen brauch, deshalb gibt es für mich auch das Wort Führung im Umgang mit dem Hund nicht.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#22
Hallo Hans Georg,

Zitat:Es gibt Menschen die, wie man so schön sagt, von Natur aus Führungspersönlichkeiten sind.
Und die erkennt man im Umgang mit dem Hund genau woran?

Zitat:Schaut man sich nun aber mal an, was unter Führung alles verstanden wird, fällt eines besonders ins Auge, das konsequent „durchkonditionierte Hunde“, darunter verstanden werden.
Völlige Zustimmung. Aber ist Führung unterm Strich nicht immer Konditionierung? Wie auch immer der Hund sich am Menschen orientieren mag: Er tut das, weil er gelernt hat, dass das in irgendeiner Form Nutzen bringt oder Schaden vermeidet. Ich behaupte, dass Hunde - im Gegensatz zum Menschen - nicht durch Einsicht lernen können, weil ihnen nach meinem Wissenstand eine wesentliche Voraussetzung dafür fehlt:

Der Teilschritt der Umstrukturierung. Er vollzieht sich beim Menschen durch gedankliche Prozesse, durch Abwägen und gedankliches Spielen mit den Möglichkeiten. Da es nur im Kopf stattfindet, ist es risikofrei und ermöglicht dadurch eine Vielfalt an Denkvariationen. Damit wird die Brücke geschlagen zwischen dem Ausprobieren und der (neuen) Lösung. Wenn der Hund aber - mangels dieser kognitiven Fähigkeit - nur durch Trial and Error zur Lösung kommt, unterliegt er letzten Endes wieder einem Konditionierungsprozess: Richtiges Verhalten wird belohnt, falsches wird bestraft.

Einen Unterschied zu gängigen Konditionierungsformen macht also letzten Endes nur der Weg dorthin. "Einsichtiger" wird der Hund deshalb nach meinem Verständnis aber nicht.

Kannst du mir weiterhelfen?

Jutta





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#23
Wo wird Führung und Konditionierung getrennt betrachtet? Führung entsteht aus meiner Sicht zu einem Großteil aus lernen. Aus Konditionierung. Aus Kommunikation.

Viele Menschen verlieren aus meiner Sicht ihren Führungsanspruch deshalb, weil sie ihre Hunde nicht lesen können und nicht wissen, wie und wann ein Hund lernt.

Wenn ein Hund einen Menschen als Führungspersönlichkeit anerkennt, sich gerne an ihm orientiert und mit ihm kooperiert, dann hat das mit Sicherheit eine ganze Menge mit Konditionierung zu tun. Es wurde dann gelernt, dass es sich lohnt, sich an dieser Person zu orientieren. Und mit lohnen meine ich jetzt nicht, es gibt ein Stück Futter oder ein nettes Spiel oder Wort, sondern es hat sich für den Hund in verschiedensten Situationen heraus gestellt, dass der Mensch gute Entscheidungen getroffen hat, die für das Team Sicherheit, Geborgenheit und somit für den Hund auch Komfort gebracht haben. Dafür wird Respekt gezollt, der mit Kooperationsbereitschaft einhergeht.

Ich glaube, ich billige dem Hund etwas mehr kognitive Fähigkeiten zu, als Du das tust, Jutta.

LG Anja

[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#24
Hallo Anja,

Zitat:Wo wird Führung und Konditionierung getrennt betrachtet?
Ich meinte das aus Hans Georgs Betrachtung zu lesen, den ich so verstanden habe, dass er Führung als solche nicht anerkennt, wenn sie aus einem Konditionierungsprozess herus entsteht.

Zitat:Führung entsteht aus meiner Sicht zu einem Großteil aus lernen. Aus Konditionierung. Aus Kommunikation.
Genau das war auch meine Aussage: Führung ist immer Konditionierung.

Zitat:Ich glaube, ich billige dem Hund etwas mehr kognitive Fähigkeiten zu, als Du das tust,
Wenn wir uns einig sind, dass Hunde über Versuch und Irrtum bzw. Konditionierung lernen: Nein. Wenn es darum geht, dass Hunde aus Einsicht lernen, wie Menschen das tun: Ja.

Jutta

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#25
(06.07.2011, 13:56)Jutta schrieb: Wenn wir uns einig sind, dass Hunde über Versuch und Irrtum bzw. Konditionierung lernen: Nein. Wenn es darum geht, dass Hunde aus Einsicht lernen, wie Menschen das tun: Ja.

Und ich glaube, genau hier liegt der Knackpunkt, wo sich in diesem Forum die Geister scheiden. Und mir geht es da wohl wie Anja vor Zeiten.

Ich kann vieles nicht nachvollziehen.
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#26
@ Jutta: Die ersten Punkte waren in der Tat auch von mir auf Hans Georg bezogen, der zu unterstellen schien, dass jene, die den Begriff Führung verwenden, zu denen ich auch gehöre, Konditionierung und Führung trennen. Bei mir ist dies nicht der Fall.

Gehe mit Dir in den ersten beiden Zitaten auch vollkommen konform.

Und ja, ich gehe davon aus, dass Hunde ein Stück weit aus Einsicht lernen können. Also in diesem Punkt trennen wir uns. freuen

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#27
Ich finde es unangenehm wenn Hundetrainer, die korrekte Bedeutung von Begriffen nicht kennen, wie zB Strafe, Konditionierung, Rudel. Manche Begriffsneuerfindungen nerven. Oft hat das sicherlich etwas mit dem Wiedererkennungswert, aehnlich Logos zutun. Aber manchmal macht das auch den Eindruck als obs zur Fachbegriffen nicht reicht und man sich eben irgendwas zusammen bastelt.
Kathi, Lu und Pai
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#28
Kathi das macht es auch so schwierig abzuwägen, wo man da ansetzen soll, wenn man mal etwas tiefgründiger schreiben möchte.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#29
Was mir uebrigens hier noch nie aufgefallen ist, in anderen Foren allerdings um so mehr.
Kathi, Lu und Pai
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#30
Hallo Anja,
(06.07.2011, 21:19)Anja schrieb: Und ja, ich gehe davon aus, dass Hunde ein Stück weit aus Einsicht lernen können.

Kannst du mir dafür mal ein Beispiel nennen?

Jutta
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