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Hilfe, zwei Rüden die sich beißen
#11
Was gibt es neues?
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#12
Hallo,

nach meiner Erfahrung kriegt man solche Probleme bestenfalls gemanagt, aber nicht mehr gelöst. Heißt: Es lässt sich mit entsprechendem Training durchaus hinkriegen, dass die Hunde in deiner Anwesenheit nicht mehr raufen. Das wird sie aber nicht daran hindern, sich an die Wolle zu gehen, wenn sie unbeobachtet sind.

Am Idealsten ist bei Mehrhundehaltung natürlich immer, wenn es gelingt, eine stabile Rudelordnung zu erreichen. Diese wird aber ausschließlich von den Hunden geschaffen, nicht vom Menschen. Es wird niemals funktionieren, wenn der Besitzer eine Rangfolge durchsetzen möchte, die von den Hunden nicht akzeptiert ist.Man kann bei mehreren Rüden (NICHT Hündinnen) manchmal Ruhe reinbringen, indem man den rangniederen Hund (und NUR diesen) zusätzlich kastrieren lässt, um den Abstand zwischen den Hunden zu vergrößern.

In der Alterskonstellation deiner Hunde halte ich das aber nicht (mehr) für eine gute Idee. Der zweijährige Hund ist erwachsen und will jetzt wissen, ob er sich im Gefüge nach oben kämpfen kann oder nicht. Der Altrüde ist noch nicht bereit, die Führung abzugeben. Es ist allerdings zu erwarten, dass er nicht mehr allzulange über die notwendige (mentale und physische) Kraft verfügen wird, diesen Anspruch auch durchzusetzen.

Auch wenn Mensch der Meinung ist, den Altrüden stützen zu müssen, wird das nach meiner Einschätzung nicht mehr allzulange funktionieren und - in gegenteiliger Wirkung - dazu führen, dass die Kampfhandlungen immer mehr zunehmen, weil der stärker werdende Jungrüde sich das nicht bieten lässt. Je häufiger er ausgebremst wird, umso heftiger wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit den Altrüden attackieren, wenn er die Gelegenheit dazu kriegt.

Heißt nach meiner Einschätzung für die Zukunft: Mit Hilfe der Trainerin ausreichend Führungssicherheit erwerben, um Raufereien in deiner Gegenwart verhindern zu können und ansonsten die Hunde trennen.

Jutta
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#13
(29.06.2011, 16:53)Jutta schrieb: Diese wird aber ausschließlich von den Hunden geschaffen, nicht vom Menschen. Es wird niemals funktionieren, wenn der Besitzer eine Rangfolge durchsetzen möchte, die von den Hunden nicht akzeptiert ist.

Auch wenn Mensch der Meinung ist, den Altrüden stützen zu müssen, wird das nach meiner Einschätzung nicht mehr allzulange funktionieren und - in gegenteiliger Wirkung - dazu führen, dass die Kampfhandlungen immer mehr zunehmen, weil der stärker werdende Jungrüde sich das nicht bieten lässt. Je häufiger er ausgebremst wird, umso heftiger wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit den Altrüden attackieren, wenn er die Gelegenheit dazu kriegt.

Das Wort 'niemals' finde ich unpassend. Das wuerde ja heissen, das kaum einer eine Hundegruppe haben koennte bzw wir Menschen uns von unseren Junghunde, die ja mit der Zeit immer staerker werden, beherrschen lassen muessten.
Es waere sehr traurig wenn Menschen so wenig Einfluss auf das Verhalten ihrer Hunde haetten.

Ich kann in meiner Gruppe die Ordnung sehr gut steuern. Noch nie ist mir ein Junghund untergekommen, dem es unmoeglich war sich nach meinen Wuenschen zu richten und die anderen Hunde in meinem Haushalt zu respektieren.
Neben meiner Unterstuetzung fuer meine Althuendin, tue ich einiges mehr um einem Junghund zu helfen ein sozial sicherer Hund zu werden bzw die Gruppe stabil zu halten. In einem Anfall von Herrschsuechtigkeit Alte und Schwache zu verpruegeln, gehoert in meinem Buch nicht zur sozialen Sicherheit.
Kathi, Lu und Pai
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#14
Zitat:Das Wort 'niemals' finde ich unpassend. Das wuerde ja heissen, das kaum einer eine Hundegruppe haben koennte bzw wir Menschen uns von unseren Junghunde, die ja mit der Zeit immer staerker werden, beherrschen lassen muessten.
Du vermischt die Ebenen. Die Rangordnung im Hunderudel und die Mensch-Hund-Beziehung haben nichts miteinander zu tun. Der Hundebesitzer ist weder Rudelmitglied noch Rudelführer im eigentlichen Sinn - auch, wenn er bestimmte Verhaltensweisen des Hunderudels kontrollieren kann und muss.

Ob ein Junghund sich gegen seinen Besitzer auflehnt ist völlig unabhängig von seiner Position im Hunderudel. Ebenso kann der Ranghöchste im Rudel ganz hervorragend dem Menschen untergeordnet sein.

Zitat:Es waere sehr traurig wenn Menschen so wenig Einfluss auf das Verhalten ihrer Hunde haetten.
"Traurig" ist in meinen Augen der Tod eines Hundes. Die Fähigkeit respektive Unfähigkeit einen Hund zu erziehen, löst bei mir weniger Trauer denn Unverständnis aus. Allerdings verblüfft mich immer wieder die Selbstüberschätzung mancher Hundebesitzer, was die Art der möglichen Einflussnahme betrifft freuen.

Zitat:Ich kann in meiner Gruppe die Ordnung sehr gut steuern. Noch nie ist mir ein Junghund untergekommen, dem es unmoeglich war sich nach meinen Wuenschen zu richten und die anderen Hunde in meinem Haushalt zu respektieren.
Der Hund wird sich nicht ins Rudel einordnen, nur weil du das so willst. Das funktioniert nur solange, wie die Rangordnung unter den Hunden damit übereinstimmt. Natürlich kann man als Hundebesitzer die Rudelordnung stützen - gegen die innere Struktur des Rudels wird das dauerhaft aber nicht funktionieren.

Der Grund, warum es den meisten Mehrhundehaltern dennoch gelingt, Ruhe im Haus zu haben, liegt mitnichten in deren Führungsqualitäten, sondern darin, dass Rudelbeziehungen ein überaus komplexes System darstellen. Hunde treffen ihre eigene Wahl unter den Ressourcen, die ihnen wichtig genug erscheinen, um sie zu beanspruchen und denen, die sie problemlos anderen überlassen können. In einem Lebensumfeld, das allen Hunden ausreichenden Zugang zu Ressourcen ermöglicht, ist es schlicht und ergreifend oftmals einfach nicht nötig, sich darum zu streiten.

Zitat:Neben meiner Unterstuetzung fuer meine Althuendin, tue ich einiges mehr um einem Junghund zu helfen ein sozial sicherer Hund zu werden bzw die Gruppe stabil zu halten.
Solange der Junghund die Althündin respektiert, wirst du damit auch Erfolg haben. Wird sie alt und/oder schwach und ist das nicht mehr garantiert. Handelt es sich bei dem Jungtier um einen Rüden wird das meist gentlemanlike passieren und die Veränderung der Rangordnung ohne größere Handgreiflichkeiten geschehen lassen. Bei gleichgeschlechtlichen Hunden kann das ganz anders ablaufen.

Zitat: In einem Anfall von Herrschsuechtigkeit Alte und Schwache zu verpruegeln, gehoert in meinem Buch nicht zur sozialen Sicherheit.
Es ist aber Hundenatur. Hunde denken nicht in menschlichen Gerechtigkeitskategorien. Sie handeln opportunistisch und tun das, was ihnen nützt.

Jutta
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#15
Unsere Auffassungen und Verstaendnis unterscheiden sich offensichtlich enorm.

Ich kenne Hunde als hochsoziale Wesen, die in Frieden miteinander und uns leben wollen, die mit ihren Mitteln aktiv Frieden schaffen. zB werden Provokationen getaetigt, um groessere Konflikte aus der Welt zu raeumen, bevor sie entstehen. Damit ihre Bemuehungen erfolgreich sein koennen, muessen diese Prozesse von den jeweiligen Menschen unterstuetzt und gesteuert werden. Ich wuerde sogar noch einen Schritt weiter gehen, Konflikte provozieren, um die Position eines Althundes 'oeffentlich' vor dem Junghund zu unterstuetzen.

Begrifflichkeiten wurden schon oft diskutiert. Weniger Menschen koennen sich an einem echten Hunderudel erfreuen, der Rest freut sich ueber eine Hundegruppe zwinkern
Wie man es auch immer nennen moechte, in diesem Gefuege hat der Mensch eine Sonderrolle, er ist, neben anderen Dingen, Erzieher, Regler, Verteiler. Fuellt er diese Rolle aus, wird es fuer Hunde keine groesseren Konflikte geben. Worum sollten die Hunde sich dann auch pruegeln, ich treffe die Entscheidungen. Opportunisten sind sie trotzdem, allerdings richtet sich das dann eher gegen mich.
Probleme entstehen wenn der Mensch insgesamt zu passiv ist.

Ein Junghund, der ins Rudel kommt, bringt weder das Alter, nur selten die Reife, aber niemals die Erfahrung und die Weisheit mit, um in eine existierende Hierachie oben einzusteigen. Den Hunden ist das so oft deutlich, was natuerlich nicht verhindert das Junghunde sich Frechheiten erlauben wuerden.
Es liegt hier immer am Menschen allen Hunden zu verdeutlichen, was ihre Aufgabe ist. Als Mensch sollte man eine klar Vorstellung von diesen Aufgaben haben und wie diese ausgefuehrt werden sollen.

Da wird es grosse Unterschiede geben. Ich habe viele Hunde ein und ausgehen, ich fordere aktive Mitarbeit und Praesenz von meinen Althunden. Ich moechte das sie von Junghunden Respekt zu fordern, das sie Konflikte provozieren und ihren Status demonstrieren. Der Druck von mir und den Aelteren bleibt bestehen, bis der Junghund durch sein Verhalten fuer Frieden sorgt.
So lernt der Junghund das er in solchen Situation kein Opfer ist, sondern Macht hat und die zu seinen Gunsten, aber auch Gunsten der Gruppe nutzen kann. Er lernt Probleme zu loesen. Das ist aeusserst wichtig fuer den Umgang mit fremden Hunden.
Der Althund hingegen versteht das mir seine Praesenz und Mitarbeit wichtig ist, so das er beim naechsten Juengeren von Vornherein bestimmter auftreten kann und Konfliktprovokationen weniger noetig sind. Ausserdem lernt er zu differenzieren, wann ich solches Verhalten moechte und wann nicht.
Im Prinzip sehe ich nur Ganz oder Gar nicht. Entweder helfe ich zu regeln, dann aber richtig. Oder ich halte mich raus und lasse die Hunde machen (dann verspiele ich mir moeglicher Weise meine Sonderrolle, die mich ueberhaupt befaehigt das Verhalten einer grossen Gruppe zuverlaessig lenken zu koennen).

Das machen andere sicherlich ganz anders und das ist gut so. Natuerlich wird es immer Situationen geben in denen man bestimmte Charaktere nicht vereinigen kann. Dann halte ich es auch nicht fuer sinnvoll weiterhin Managementversuche zu unternehmen. Dann sollte man fairer Weise einen abgeben, damit beide friedlich leben koennen.


(29.06.2011, 19:18)Jutta schrieb: Allerdings verblüfft mich immer wieder die Selbstüberschätzung mancher Hundebesitzer, was die Art der möglichen Einflussnahme betrifft freuen.

Was soll das heissen?


(29.06.2011, 19:18)Jutta schrieb: Der Hund wird sich nicht ins Rudel einordnen, nur weil du das so willst.

Natürlich kann man als Hundebesitzer die Rudelordnung stützen - gegen die innere Struktur des Rudels wird das dauerhaft aber nicht funktionieren.

Doch und ich sorge auch dafuer, das sie dringend dazu gehoeren wollen und meine Konditionen akzeptieren.

Ich sprach nie davon gegen eine innere Struktur zu arbeiten. Wenn es aber um die Einsortierung eines Junghundes geht, dann tut man ja auch nicht.


(29.06.2011, 19:18)Jutta schrieb: In einem Lebensumfeld, das allen Hunden ausreichenden Zugang zu Ressourcen ermöglicht, ist es schlicht und ergreifend oftmals einfach nicht nötig, sich darum zu streiten.

Junghunde sollten grundsaetzlich weniger Ressourcen zu Verfuegung haben, so koennen demonstrieren das sie die existierende Ordnung verstehen und akzeptieren.


(29.06.2011, 19:18)Jutta schrieb: Solange der Junghund die Althündin respektiert, wirst du damit auch Erfolg haben. Wird sie alt und/oder schwach und ist das nicht mehr garantiert. Handelt es sich bei dem Jungtier um einen Rüden wird das meist gentlemanlike passieren und die Veränderung der Rangordnung ohne größere Handgreiflichkeiten geschehen lassen. Bei gleichgeschlechtlichen Hunden kann das ganz anders ablaufen.

traurig
Kathi, Lu und Pai
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#16
Zitat:Unsere Auffassungen und Verstaendnis unterscheiden sich offensichtlich enorm.
Ich glaube, so weit sind wir gar nicht voneinander weg.

Zitat:Ich wuerde sogar noch einen Schritt weiter gehen, Konflikte provozieren, um die Position eines Althundes 'oeffentlich' vor dem Junghund zu unterstuetzen.
Hier zum Beispiel bin ich vollkommen bei dir.

Zitat:Probleme entstehen wenn der Mensch insgesamt zu passiv ist.
Nicht zwingend. Ich habe oft erlebt, dass menschliche Einmischung das Problem überhaupt erst geschaffen hat.

Zitat:Ein Junghund, der ins Rudel kommt, bringt weder das Alter, nur selten die Reife, aber niemals die Erfahrung und die Weisheit mit, um in eine existierende Hierachie oben einzusteigen.
Das ist sicher richtig. Allerdings implizierst du, dass Erfahrung und Weisheit dazu nötig sind, erfolgreich eine Rudelführung zu übernehmen. Das käme möglicherweise dann zum Tragen, wenn es DEN Rudelchef geben würde. Tut es nach neueren Erkenntnissen aber nicht. Ein funktionierendes Rudel arbeitet niemals streng hierarchisch, sondern teilt sich Verantwortung durchaus munter querbeet. Die Zeiten, als man glaubte, DER Alpha stünde als graue Eminenz über allen, sind bereits ein Weilchen vorbei.

Jagderfolg haben bei Wölfen z.B. mitnichten unbedingt die Alten, Erfahrenen, sondern die, die am Ausdauerndsten rennen können. Und wenn die Senioren nicht mehr ausreichend mithalten können, nützt ihnen ihre gesammelte Lebenserfahrung nichts mehr, dann werden sie aussortiert, wenn das Futter knapp wird.

Zitat:Es liegt hier immer am Menschen allen Hunden zu verdeutlichen, was ihre Aufgabe ist.
Ich behaupte, dass Hunde das untereinander sehr viel besser wissen. Menschen neigen zu Vermenschlichungen und unterstützen (Alters-)Schwache gerne mal längst über deren echtes Potential hinaus.

Zitat: Als Mensch sollte man eine klar Vorstellung von diesen Aufgaben haben und wie diese ausgefuehrt werden sollen.
Ich denke, als Mensch sollte man vielmehr einen guten Blick dafür entwickeln, was im Rudel passiert. Daran festhalten zu wollen, was ein Weilchen gut funktioniert hat, ist nicht immer der beste Rat.

Zitat: Der Druck von mir und den Aelteren bleibt bestehen, bis der Junghund durch sein Verhalten fuer Frieden sorgt.
Prima Idee. Solange zumindest, wie die Althunde ausreichend Stärke haben, um diesen Druck aufbauen und aushalten zu können. Das Ganze kann ebenso gut zu einer völligen Überforderung der Althunde führen und Dauerstress im Rudel bewirken.

Zitat:Der Althund hingegen versteht das mir seine Praesenz und Mitarbeit wichtig ist, so das er beim naechsten Juengeren von Vornherein bestimmter auftreten kann und Konfliktprovokationen weniger noetig sind.
Das halte ich für Wunschdenken. Ob der Hund dir "wichtig" ist, ist ihm meiner Erachtens völlig egal. Er lernt bestenfalls, dass bestimmte Verhaltensweisen sich für ihn lohnen.

Zitat:...dann verspiele ich mir moeglicher Weise meine Sonderrolle, die mich ueberhaupt befaehigt das Verhalten einer grossen Gruppe zuverlaessig lenken zu koennen.
Nunja. Wenn das Rudel sich selbst reguliert, braucht es dich nicht. Und dazu ist nach meiner Erfahrung ein Rudel grundsätzlich ganz hervorragend im Stande. Zumindest solange, wie man es nicht dazu zwingt, sich menschlichen Verhaltenswünschen anzupassen.

Zitat: Natuerlich wird es immer Situationen geben in denen man bestimmte Charaktere nicht vereinigen kann. Dann halte ich es auch nicht fuer sinnvoll weiterhin Managementversuche zu unternehmen. Dann sollte man fairer Weise einen abgeben, damit beide friedlich leben koennen.
Auch hier bin ich wieder völlig mit dir einer Meinung. Und eine solche Situation scheint mir im UP gegeben.

Zitat:Ich sprach nie davon gegen eine innere Struktur zu arbeiten. Wenn es aber um die Einsortierung eines Junghundes geht, dann tut man ja auch nicht.
Nicht grundsätzlich. Und deshalb teile ich in dieser Beziehung durchaus deine Ansichten. Bei schwach werdenden Alttieren sieht das aber anders aus. Dann ist es Zeit, deren Ablösung an der Spitze zu betreiben. Und dann nützt es auch durchaus, den Junghund zu stützen.

Zitat:Junghunde sollten grundsaetzlich weniger Ressourcen zu Verfuegung haben, so koennen demonstrieren das sie die existierende Ordnung verstehen und akzeptieren.
Guter Ansatz, aber nach meiner Erfahrung für 95 Prozent aller Mehrhundehalter nicht machbar.

Jutta

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#17
Hi,
ich finde jede Aussage von Euch trifft teilweise zu.
Ich finde das man den Althund unterstützen sollte, sehe es aber auch genauso wie Jutta,
das die Hunde das oft untereinander regeln und wenn man dann eingreift, eben den falschen unterstützt, kann es durchaus Probleme geben.
Wenn es wirklich um Rangordnung innerhalb einer Mehrhundehaltung geht, wird der jüngere Hund, der die Führung übernehmen möchte, sich auch nicht davon abhalten lassen, wenn der Mensch den älteren Hund unterstützt.
Sicher kommt es immer auf die Hunde an.





[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#18
Ich kenne dich nicht, daher kann ich einigen Gedankengaengen nicht folgen. Ich bin nicht sicher, was du deine Aussage ist?

Du scheinst zu schreiben das Einmischung durch den Menschen nicht noetig ist bzw sogar schaedlich ist und scheinst es in fast jeder deiner Antworten abzulehnen.

(01.07.2011, 17:45)Jutta schrieb: Nicht zwingend. Ich habe oft erlebt, dass menschliche Einmischung das Problem überhaupt erst geschaffen hat.

Ich behaupte, dass Hunde das untereinander sehr viel besser wissen. Menschen neigen zu Vermenschlichungen und unterstützen (Alters-)Schwache gerne mal längst über deren echtes Potential hinaus.

Wenn das Rudel sich selbst reguliert, braucht es dich nicht. Und dazu ist nach meiner Erfahrung ein Rudel grundsätzlich ganz hervorragend im Stande. Zumindest solange, wie man es nicht dazu zwingt, sich menschlichen Verhaltenswünschen anzupassen.

Dann wiederum kannst du Eingriffen in das Rudelgeschehen, die ich als sehr massiv empfinde, folgen?

(01.07.2011, 17:45)Jutta schrieb:
Zitat:Ich wuerde sogar noch einen Schritt weiter gehen, Konflikte provozieren, um die Position eines Althundes 'oeffentlich' vor dem Junghund zu unterstuetzen.
Hier zum Beispiel bin ich vollkommen bei dir.



(01.07.2011, 17:45)Jutta schrieb:
Zitat:Junghunde sollten grundsaetzlich weniger Ressourcen zu Verfuegung haben, so koennen demonstrieren das sie die existierende Ordnung verstehen und akzeptieren.
Guter Ansatz, aber nach meiner Erfahrung für 95 Prozent aller Mehrhundehalter nicht machbar.
Da das mein Weg ist, ist das auch nicht fuer 95% aller Mehrhundehalter gedacht. Ich bin kein Trainer und moechte keiner sein, so bin ich nur fuer meine Gruppe und die Konsequenzen meines Handelns innerhalb dieser verantwortlich. In diesem Moment ist es so fuer mich, meine eigenen Hunde und die Hunde, die zu uns kommen, richtig. Wer weiss welche Entwicklungen uns die Zukunft bringt.



(01.07.2011, 17:45)Jutta schrieb: Allerdings implizierst du, dass Erfahrung und Weisheit dazu nötig sind, erfolgreich eine Rudelführung zu übernehmen. Das käme möglicherweise dann zum Tragen, wenn es DEN Rudelchef geben würde. Tut es nach neueren Erkenntnissen aber nicht. Ein funktionierendes Rudel arbeitet niemals streng hierarchisch, sondern teilt sich Verantwortung durchaus munter querbeet. Die Zeiten, als man glaubte, DER Alpha stünde als graue Eminenz über allen, sind bereits ein Weilchen vorbei.

Die Rudelfuehrung kann, meiner Meinung nach, kein Hund uebernehmen. Denn die sollte nicht zur freien Verfuegung stehen oder? Hunde haben Faehigkeiten, entsprechend diesen, bekommen sie Aufgaben, die sie loesen oder nicht. Fuer die Ausfuehrung der meisten Aufgaben brauchen sie einen Status, den sie sich durch die Ausfuehrung der Aufgaben verdienen. Die Bestaetigung des Status liegt unter anderem bei mir.
Im Falle einer Haushundegruppe leitet und fuehrt der Mensch, zumindest sollte er das. Und so kann es keine Fuehrungskonflikte unter den Hunden geben. Meine Hunde uebernehmen Aufgaben fuer mich, sie leiten aber nicht die Gruppe. Daher mach ich mir keine Sorgen, um den Alterungsprozess, irgendwann kann ein Hund seine Aufgabe nicht mehr ausfuehren, dann tritt ein Anderer an seine Stelle. Niemand muss einen traumatischen Sturz durch Junghunde ertragen, da alle ihre eigenen kleinen Podeste und Aufgaben haben.
Kathi, Lu und Pai
Antworten
#19
@Kathi, ein Gedanke kommt mir da, Besuchshunde etc. kannst Du meiner Meinung nach nicht in diese Ordnung mit reinnehmen.
Besuchshunde oder Hunde die nicht in einem Haushalt leben oder ständig zusammen sind, verhalten sich anders in einer Gruppe in einem Haushalt weil sie dort nicht leben.
Auch Rüde und Hündin ergeben ein ganz anderes Team als mehrere gleichgeschlechtliche.
Probleme entstehen ja meist erst bei gleichgeschlechtlichen Tieren die in einem Haushalt leben.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#20
Hallo Kamalii,

Zitat:Du scheinst zu schreiben das Einmischung durch den Menschen nicht noetig ist bzw sogar schaedlich ist
Ich rate lediglich dazu, entsprechende Maßnahmen mit großer Umsicht anzugehen und nicht affektive menschliche Bewertungen automatisch über innerartliche Wahrnehmung zu stellen. Die entsprechenden Fähigkeiten fehlen nach meiner Erfahrung aber einem Großteil der Hundebesitzer.

Zitat:Dann wiederum kannst du Eingriffen in das Rudelgeschehen, die ich als sehr massiv empfinde, folgen?
Wenn diese Eingriffe zur Situation des Rudels passen, sind sie durchaus wirksam und unterstützen Einordnungsprozesse. Problematisch wird es dann, wenn die menschliche Einschätzung des Hundegefüges nicht stimmt. Dann provoziert man im einfachsten Fall dauernde Unruhe und riskiert schlimmstenfalls schwer verletzte Hunde.

Zitat:Da das mein Weg ist, ist das auch nicht fuer 95% aller Mehrhundehalter gedacht.
Ich denke, das ist der wesentliche Knackpunkt in unserer Diskussion. Ich denke eher in Richtung Machbarkeit für andere.

Zitat:Die Rudelfuehrung kann, meiner Meinung nach, kein Hund uebernehmen.
Natürlich kann er das. Ich gehöre nämlich nicht zum Rudel. Das Beste, was mir als Mensch passieren kann, ist ein Hund, der seine Artgenossen im Blick hat und sich von mir führen lässt. In Sachen Rudelkommunikation ist er 1000x effektiver als ich. Warum sollte ich mir die Mühe machen, ständig jedes einzelne Rudelmitglied zu gängeln, wenn das ganz hervorragend innerartlich geregelt werden kann?

Zitat: Hunde haben Faehigkeiten, entsprechend diesen, bekommen sie Aufgaben, die sie loesen oder nicht. Fuer die Ausfuehrung der meisten Aufgaben brauchen sie einen Status, den sie sich durch die Ausfuehrung der Aufgaben verdienen. Die Bestaetigung des Status liegt unter anderem bei mir.
Das wäre mir einfach zu anstrengend. Kein Wolf (und auch kein Haushund) würde sich die Mühe machen, ständig den Status jedes einzelnen Rudelmitglieds zu bestimmen.

Zitat: Und so kann es keine Fuehrungskonflikte unter den Hunden geben
Das bestreite ich. Es gibt Hundekonstellationen, die nicht funktionieren. Sie aufrechterhalten zu wollen, wird auch dann nicht klappen, wenn der Mensch rund um die Uhr den Kontrolleur spielt.

Zitat:Niemand muss einen traumatischen Sturz durch Junghunde ertragen
Da liegt der traumatisierende Effekt wohl doch eher beim Hundebesitzer freuen.

Jutta

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