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Das züchterische Gewissen - und warum ich Hellseherin werden sollte...
#1
Habe in meinem Kundenkreis ein sehr nettes, nicht ungebildetes Ehepaar mit einer Labrador-Hündin. Irgendwann kamen sie mit der Idee, mit der Hündin züchten zu wollen. Die Hündin hat Papiere eines Dissidenzverbandes.

Ich habe bereits beim Verkünden der ersten Idee meine Bedenken zum Thema Zucht unter diesem Verband, Zuchtvoraussetzungen und Gesundheit angemerkt. Die Hündin hatte Roll-Lider, die operiert werden mussten, sie hatte Demodex-Milben, die vererbt werden können, und sie hatte irgendeine Wucherung am Fuß, die auch schon in jungen Jahren operiert werden sollte.

Vom Wesen her ist sie nett, rein optisch nicht mein Typ, da sie zu dem gedrungenen Typ gehört, an dem alles zu hängen scheint. Sie wäre mir auch zu latschig vom Temperament her, aber das ist ja alles Geschmackssache.

Meine Argumente, die ich außer der Geschmackssachen, ehrlich anbrachte, wurden aus der Waagschale heraus gewischt.

Sie bekam in ihrem Dissidenzverband KEINE Zuchtzulassung, und das will schon was heißen, da sie eine Zahnfehlstellung hat.

Dann rannte man so lange umher, bis man einen anderen Dissidenzverband fand, der sie mit Kusshand als Zuchthündin eintrug. Die Welpen kamen, 4 an der Zahl, 3 davon sind in meinem Unterricht, zu einem habe ich keinen Kontakt. Sie wurden für schlappe 1000 Euro verkauft und haben inzwischen alle schon Operationen hinter bzw. vor sich. Die sind noch kein Jahr alt.

Einer hat Demodex. Zwei haben Roll-Lider, einer davon ist schon operiert, einer wird noch. Ein Hund hatte eine Zahnspange wegen Kiefermissbildung, die aber auf einen Sturz geschoben wurde. Und einer hatte bereits eine OP wegen einer Wucherung am Fuß.

Manchmal hasse ich es, Recht zu haben...

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#2
Soviel zum Thema, mein Hund ist so schön, ich möchte züchten ....
oder eine Hobbyzucht betreiben oder nur 1 Wurf haben...
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#3
Was sagt der "Züchter" dazu?
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#4
Das würde mich auch interessieren, hast Du die "Züchter" mal mit dem Ergebnis konfrontierung und nachgefragt wie sie nun zu Deinen vorab geäußerten Bedenken stehen?
Liebe Grüße
Ulla

Wir werden in Ewigkeiten nicht mehr gut machen können, was wir den Tieren angetan haben. (Mark Twain)
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#5
Wurde er von den Käufern überhaupt mal angesprochen?
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#6
So was macht mich, und ich behaupte von mir verantwortungsvoll zu züchten, unglaublich wütend!
Das es immer noch Dissidenzverbände gibt, die so etwas zu lassen, gehört eigentlich bestraft.

Und dann finden sich auch noch ahnungslose, unerfahrene Käufer die für viel Geld einen Hund,ein Familienmitglied erwerben, an dem dann das Herz der Familie hängt und wo möglich gibt es auch Kinder.

Auch ich kann nicht behaupten , alles auschließen zu können, aber mit dem Hintergrund eine Hündin zur Zucht einzusetzen, und dann auch noch einen Deckrüdenbesitzer zu finden, ist für mich kriminell!

Entschuldigt bitte das ich hier so heftig reagiere aber sowas bringt mich auf die Palmeschimpfen
coffee Liebe Grüße Uschi
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#7
Die Situation ist etwas vertrackt.

1) Die Hündin sollte nur dieses eine Mal werfen, da die Besitzer eben einen Ableger ihrer Hündin behalten wollten. So ist dies auch geschehen. Die Hündin selbst ist inzwischen sogar kastriert. Es wird also zu keinem weiteren Wurf kommen.

2) Da die Besitzer mit mir und meinem Unterricht sehr zufriden gewesen zu sein schienen, schleppten sie mir eben auch 2 weitere Geschwister in die Hundeschule, die sogar richtig weit fahren, um dabei zu sein. Es macht allen viel Spaß, wir verstehen uns gut und die Gruppe ist recht harmonisch. Es haben alle aus dem Welpenkurs freudig weiter gemacht, und das nun seit Monaten.

3) Ein Welpenbesitzer sieht das relativ entspannt, er findet es zwar schade, dass sein Hund nun ein Roll-Lid und Demodex hat, freut sich aber andererseits über das stabile, schöne Wesen des Hundes und bleibt geschmeidig. Der Besitzer des anderen Welpen würde vermutlich, wenn er die Querverbindung herstellt zwischen Erblichkeit und Fahrlässigkeit eher ein Fass aufmachen. Wem würde das etwas nützen? Die Hunde werden dadurch nicht gesünder. Einer der Hunde ist bereits kastriert, mit dem anderen wird nicht gezüchtet werden. Es ist also zu einem sehr hohen Prozentsatz ausgeschlossen, dass mit den Nachkommen weiter gezüchtet wird.

4) Hau ich da jetzt meine Nägel rein, wie ich das gerne würde, sprenge ich die Truppe und verliere nicht nur mindestens 2 Kunden, sondern eine homogene, gute Gruppe, die mir jede Woche Spaß macht. Bei der Demodex-Nachricht ist mir jedoch dem Kunden gegenüber heraus gerutscht, dass die Mutter das ja auch hatte. Worauf hin dann ein Wort das andere ergab. ER ist also nun aufgeklärt, aber wie gesagt... geschmeidig dabei. Würde ich die Züchter damit entsprechend konfrontieren, bin ich mir sicher, dass sie sehr abwehrend und ablehnend reagieren werden und jegliche Erblichkeit auf Kommissar Zufall schieben.

Brauch ich das? Werden die Hunde darurch gesünder?

Ist ne Gewissensfrage, die mich da grad plagt, zumal dann auch untereinander Zwist herrschen wird. So verstehen sie sich alle gut und freuen sich, dass die Geschwister sich regelmäßig treffen... ich mag das irgendwie nicht zerstören.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#8
Aus dieser Sichtweise betrachtet,zu Deinem Wohle,
und da ja Gott sei Dank nicht mit der Hündin und deren Nachkommen weiter gezüchtet wird, würde ich an Deiner Stelle, wie sagt man so schön:KEINE SCHLAFENDEN HUNDE WECKEN".

Aber es ist schlimm genug, das sowas überhaupt möglich ist!
coffee Liebe Grüße Uschi
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#9
Wobei mir wichtig ist, zu betonen, dass es mir bei dem "Wohle" nicht um das Finanzielle geht...

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#10
Nein so hatte ich das auch nicht verstanden, denn irgendwie sind die Besitzer ja wohl doch glücklich mit Ihren Hunden, und Du hast Spaß daran mit Ihnen zu arbeiten.
So kam es bei mir an.

Dann ist es irgenwie trotz allem noch "GUT" ausgegangen.
coffee Liebe Grüße Uschi
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