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Motivation lenken
#1
Moin Thomas,
in dem Thema "Verkehrstauglichkeit mit einem Junghund " hast das folgende geschrieben:
(15.12.2010, 14:45)Thomas schrieb: Und lenkt man die Motivation auf die Sache selbst, statt das Ganze ständig zu Belohnen/Bestätigen, dann macht das der Hund schon allein.
...kannst du bitte das prinzipielle Vorgehen/Herangehensweise erleutern? Danke! freuen
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
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#2
Danke Norbert, ich wollte dieselbe Frage auch schon stellen, und zwar wirklich speziell für eine Situation wie diese, wo sich erstmal von selber gar keine "natürliche" Motivation für den Hund ergibt.

Der Grundgedanke dahinter ist mir ja klar, aber mir fehlt es an Vorstellungsvermögen für die praktische Umsetzung in diesem Fall.
Liebe Grüße
Ulla

Wir werden in Ewigkeiten nicht mehr gut machen können, was wir den Tieren angetan haben. (Mark Twain)
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#3
Schließe mich an, das wäre Klasse.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#4
Aber Achtung! Es ging hier mal um einen Welpen/Junghund!!!

Unwichtig:
Signale und Grundgehorsam

Wichtig:
Lernmotivation und Bindung zum Menschen

Um eine Motivation aufzubauen, musste Rapunzel freilaufen, (ohne Leine) und möglichst keinen Einfluss durch uns Menschen bekommen. Das bedeutet, dass man sie nicht anspricht und ihr auch kaum Beachtung schenkt.

Als wir nun das erste Mal vom Bordstein herunter gingen, kam sie natürlich hinterher, was wir abgebrochen haben und sie mit Körpersprache ohne Berührungen auf den Bürgersteig zurückwiesen.

Wenn sie dann darauf blieb, gingen wir zurück, und holten sie mit einem Signal herunter, worauf ein Spiel folgte.

Es wurde also niemals das Daraufbleiben belohnt, sondern nur das Herunterkommen mit Signal.

Die Steigerung ist, dass wir mit den anderen Hunden vom Bord liefen und dann mit den anderen Hunden spielten. Nur wenn sie darauf blieb, gingen wir zurück und holten sie herunter, wobei das Spiel niemals auf der Straße war, sondern immer irgendwo auf einer Wiese oder so.

Der häufigste Fehler, den die meisten machen, wenn man es so beschreibt, liegt darin, dass der Hund zu früh gestoppt wird.
Macht der Hund also den Ansatz vom Bord zu gehen/springen, dann wurde er durch Körpersprache gestoppt. Doch das Problem darin ist, dass der Fehler nicht vollendet wurde und somit das Signal "Bordstein" nicht erkannt wird.

Es kommt dabei zu Konflikten, weil der Hund aus der Motivation heranzukommen gestoppt wird und nicht das beim Überlaufen.

Das heißt, der Fehler muss vollendet werden dürfen, damit ein Bezug zum Übergang auf die Straße gefunden werden kann.

Möchte man also die Motivation auf ein bestimmtes Verhalten lenken, dann ist es wichtig, dass man nicht das belohnt, was der Hund die ganze Zeit tun soll, sondern das, was darauf folgt.


Würde ich bspw. das Daraufbleiben, auf den Gehweg ständig belohnen, dann kann der Hund abwägen, ob er die Belohnung möchte, oder einer anderen Motivation nachgehen möchte, wie bspw. jagen gehen.
Je nach Hund ist klar, wo die Entscheidung hinfällt.

Wird der Hund aber stehts ignoriert, wenn er auf dem Gehweg bleibt, dann entsteht daraus eine Eigenmotivation.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#5
Moin Thomas,
danke für deine Antwort. Max hast ja schon kennengelernt, wie würdest du das bei ihm aufbauen, wenn das Ziel ist die Katzen & gelegentlich das Wild zu ignorieren. Bei Wild reagiert er nur, wenns weckrennt, ansonsten nicht.

Wenn er's die Tiere gesehen hat, isses meist schon zu spät (verbal Zusammenstauchen funst zwar, gefällt mir aber nicht), wenn ich Sie vorher sehe, kann ich ausweichen bzw. warten bis se weck sind oder ihn mit dem Ball ablenken.
Wie kann ich ihm verdeutlichen, das wenn er ruhig bleibt etwas positives folgt? kopfkratz
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
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#6
Hey Thomas


Es ist etwas schwierig, aber ich versuche es einmal.

Mit der Motivation ist das so eine Sache, ähnlich wie mit der Kommunikation.

Viele Hundehalter schreiben, sie würden mit ihrem Hund kommunizieren und nicht Konditionieren, nur ist ihnen scheinbar überhaupt nicht bewusst, ohne Kommunikation geht in der sozialen Interaktion nichts.
Mit anderen Worten, wer konditioniert muss auch zwangsläufig kommunizieren, anders geht es nicht, wohlgemerkt Konditionierung in der Interaktion.

Nicht anders verhält es sich mit der Motivation, beim Lernen in der Interaktion. Da kann man es drehen und wenden wie man will, sei es bei einer Bestrafung, Verstärkung usw. immer spielt auch die Motivation eine Rolle.

So wie ich das sehe hat Rapunzel über Meideverhalten (negative Verstärkung) gelernt, was man von ihr möchte, erst danach setzt das verstärken der Erwartungshaltung, sprich bleibe ich hinter dem Bordstein, dann wird belohnt, mit was auch immer, z. B. damit was spaßmacht Spielen, Zusammensein mit den anderen usw.

D. h. egal ob mit oder ohne Verstärker, oder Strafen es werden auch Motivationen innere/äußere hervorgebracht. Der Hund wird durch Strafe motiviert etwas Unerwünschtes zu unterlassen und bei Verstärkung gewünschtes Verhalten zu zeigen.


Vielleicht darf ich mal ein Beispiel aufzeigen, welche fatalen Folgen dass Grenze lernen, haben kann.
Was ich hier außer Betracht lasse, wäre aber auch eine wichtige Ergänzung, ist der intelligente Ungehorsam.

Das Beispiel:
Ein Gastwirt hatte seinen zwei mannscharfen Rottis die Küche als absolute Tabuzone anerzogen.
Was ihn das Leben kostete, als er in seiner Küche überfallen und von der Polizei rekonstruiert, bei einem längeren Kampf getötet wurde.

Was ich damit sagen möchte, hier standen wahrscheinlich zwei Motivationen Zwickmühlenartig im Konflikt zu einander, (a) die Grenzen einhalten und (b) Herrchen verteidigen zu wollen.

Mit anderen Worten, wie ist es manchmal z. B. mit der Moral, wenn wir etwas gern tun würden, aber gelernt haben, das sich das nicht gehört, auch hier können wir uns in einer Motivationszwickmühle wiederfinden.

Der wahre Egoist kooperiert.
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#7
Da sollte dann bei Hunden, die denken gelernt haben, der intelligente Ungehorsam auftreten.

So wie ich Thomas kenne, wird er seinen Hunden beibringen, die Situationen abzuschätzen und dem entsprechend zu handeln.

Auch Rettungshunden erzieht man, wenn man es kann, ein Verhalten an, das sie im Streitfall die richtige und eben auch eigene Entscheidung treffen lässt.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#8
Ähnlich baue ich das dann beim sitz auf, ich belohne nicht das sitz sobald der Hund sitzt, sondern belohne wenn er wieder aufstehen durfte.

Kann man das vergleichen?
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#9
Hey Anja



“Anja“ schrieb:Da sollte dann bei Hunden, die denken gelernt haben, der intelligente Ungehorsam auftreten.

Wo bitteschön hat der Hund hier denken gelernt?

Rapunzel wurde über negative Verstärkung konditioniert.

Denn, ist Rapunzel ohne Aufforderung über die Bordsteingrenze, wurde sie wieder zurückgeführt, ob mit oder ohne Leine, ist zweitrangig.

Und zweitens, sie zu sich rufen ist auch Konditionierung positive Verstärkung.


Deshalb schrieb ich, konditioniert ist konditioniert.





Der wahre Egoist kooperiert.
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#10
Das stimmt. Er denkt in dem Moment nicht viel, sondern wird ebenso wie wenn man ein Leckerli gibt, gestraft bei Fehlverhalten und bestätigt bei positivem Verhalten.
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