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Kampfhunde statt Kinder
#1
NÜMBRECHT
Eine Stadt oder besser kleine Gemeinde regt sich auf. Berechtigt oder steht der Tierschutz über alles?

"Da muss unser Bürgermeister betteln gehen und einen Förderkreis gründen, um den Gemeindeanteil für "Kein Kind ohne Mahlzeit aufzubringen"", schimpft Reiner Mast, der Nümbrechter Kämmerer, empört.
Auf der anderen Seite werde die Gemeinde gezwungen, bis auf weiteres, jährlich 12.800 Euro für die Unterbringung von zwei Kampfhunden zu zahlen, deren Besitzer einer fünfjährigen Haftstrafe mit anschließender Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus verurteilt wurde.

"Nicht der Kreis, sondern wir als Gemeinde sind zuständig, diese beiden Hunde zu verwahren", berichtet Mast.
Das liege darin begründet, dass es sich in diesem Fall nicht um die Unterbringung von Fundtieren handele, sondern die Kommune als Ordnungsbehörde tätig werden musste.
Seit Ende 2009 steht die Gemeinde Nümbrecht in der Pflicht, den Pitbull und den American Staffordshire Terrier unterzubringen.
Als Unterbringung vermittelte der Tierschutzverein Thea eine Hundepension, wo die Tiere in separaten Unterkünften gehalten werden müssen. Andere Möglichkeiten, wo die Hunde eventuell kostenlos bleiben können, wurden bislang nicht gefunden.
Weiter unklar bleibt, wie lange die Kommune für die Tiere sorgen muss.

In der Zwischenzeit hat die Gemeindeverwaltung versucht, von dem Mann die Erlaubnis zu erhalten, die beiden Kampfhunde anderweitig zu vermitteln. Zu diesem Zweck wurde ihm eine Verfügung zugestellt, mit der diese so genannte Verwertung geregelt werden soll.
Dagegen hat der Anwalt des Mannes Klage erhoben. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts steht bislang noch aus.

Einen Bericht dazu sendete RTL in der Sendung: Guten Abend RTL



Was meint ihr dazu?
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#2
Ich meine dazu, dass es mal wieder eine reißerische Stimmungsmache gegen "Kampf"Hunde und Hunde überhaupt ist.

Was hat denn die Gesetzeslage für die Unterbringung von straffällig gewordenen Hundehaltern damit zu tun, ob in anderen Bereichen keine Budgets mehr für Kinder vorhanden sind?

Es gibt ein Verwaltungsrecht, es gibt nun mal die verschiedenen Haushalte und Budgets und es gibt gesetze, die die Menschen gemacht haben, die von uns und unseren Vorfahren dafür gewählt wurden.

Dass Steuergelder sinnlos verschwendet werden, ist ein alter Hut. Dass viele Gesetze und ihre Folgen fragwürdig sind, ist auch nichts Neues. Aber soll nun jeder Hund getötet werden, dessen Besitzer in den Knast kommt?

Die Kommunen haben sich durch Jahrzehntelange Misswirtschaft in die Lage gebracht, in der sie heute sind. Es ist traurig, dass für Kinder nicht genügend Geld da ist, weil anderweitige Pflichten vor dem Gesetz bevorzugt behandelt werden müssen. Nur ist das nun einmal die Realität.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#3
Hallo,

es tut mir leid, einen fast vier Jahre alten Beitrag wieder nach vorne zu holen, aber als ich das hier gefunden habe, musste ich einfach etwas dazu schreiben.

Ich habe einen der angesprochenen Hunde bei mir aufgenommen, nachdem diese vom Tierschutz aus der Hundepension gerettet wurden. Der American Staffordshire Terrier "Ray" (in anderen Berichten fälschlicherweise auch "Garry" genannt) war mir fast zwei Jahre lang der treuste und liebste Begleiter, den man sich vorstellen kann.

Was die gesamte Berichterstattung verschweigt ist, wie mieß die Hunde in der Pension behandelt wurden. Sie bekamen kaum etwas zu fressen und waren total abgemagert. Zu ihrem Glück wurde ein engagierter Mitarbeiter des Tierheim Koppelweide auf sie aufmerksam. Hätte er die Hunde nicht gerettet, wären sie kurze Zeit später in der "Tierpension" gestorben. Dort wurde nur das Geld kassiert, um die Hunde wurde sich nicht gekümmert. Zwei Jahre lang gab es keinen Auslauf, keinen Tierarzt und kaum Futter, mit der Begründung, die Mitarbeiter hätten Angst vor den gefährlichen Hunden. Ray erkrankte während seiner Zeit in der Pension an Krebs, welcher, durch das große Sarkom an seiner linken Vorderpfote, auch für Laien deutlich zu erkennen war. Er bekam keine medizinische Versorgung. Zudem erlitt er einen Wirbelsäulenschaden aufgrund des mangelden Auslaufs. Die Kombination aus beidem führte letzlich dazu, dass der ansosten noch fitte Hund gestern von seinem Leiden erlöst werden musste. Ohne die in der Tierpension durch den Mangel an Pflege und medizinischer Versorgung entstandenen Krankheiten wäre er sicher noch ein paar Jahre treu an unserer Seite geblieben.

Ich habe beide der hier angesprochenen Hunde im Tierheim kennengelernt, keiner von beiden war in irgendeiner Weise aggressiv oder bösartig, im Gegenteil. Ray war der treuste und anhänglichste Hund, den ich je hatte. Er wollte immer bei seinen Menschen sein, war zu jedem freundlich und aufgeschlossen, selbst zu völlig fremden. Andere Hunde hat er ignoriert, auch hier war keinerlei aggressives Verhalten festzustellen. Nachdem was ihm in seinem Leben alles wiederfahren ist, ist das umso bemerkenswerter, denn auch vor seiner Zeit in der Tierpension hatte er alles andere als ein schönes Hundeleben.

Ich freue mich, das unsere gesamte Familie diesem lieben Hund noch zwei wunderschöne und unbeschwerte Jahre schenken konnte. Wir alle vermissen dich sehr Ray!


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#4
trösten mein Beileid zu Deinem Verlust! Und mein herzliches Dankeschön, dass Du und Deine Familie sich einer so armen Seele angenommen habt Daumen hoch !

Auch ich habe mit meinen Hunden Begegnungen mit sog. Kampfhunden gehabt und alle waren wie von Dir beschrieben: friedfertig, eher ignorierend als konfrontierend. Einer meiner Rüden sieht aus wie ein Boxer-Staff-Mix, ist in Wahrheit ein Boxer-Jagdhundmix und wie sein Bruder, ein absolut geduldiges Schaf und trotzdem passiert es hie und da immer noch, dass manche Menschen skeptisch gucken und fragen, was da denn drin sei ob da nicht ein Kampfhund dabei wäre...

Ich hoffe sehr, dass sich die Leute mal dazu aufraffen und sich ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen machen aber das wird wohl noch sehr lange dauern... mauer
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