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Kolik beim Hund
#1
Hallo

Eigentlich ist dies eine Frage speziell an Thomas.
Er erzählte mir nämlich, dass eine Kolik beim Hund sehr gut zu diagnostizieren sein.
Nun frage ich mal hier, da ich denke, es könnte im Fall des Falles für jeden von uns interessant und wichtig sein.

Thomas, würdest du bitte erklären, wie so eine Diagnostik aussehen und was sie alles beinhalten müsste?
Vielleicht kann man mit diesem Wissen dann ja einigen Tierärzten auf die Sprünge helfen.

Viele Grüße
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
#2
Hallo Gerti,
zunächst ist es wichtig zu erwähnen dass wir hier von einer Darmkolik schreiben, da es auch weitere Koliken gibt, die zwar alle ähnlich verlaufen, sich jedoch durch die Verschiedenheit der Organe stark unterscheiden.

Die Darmkolik, um es vorab mal zu definieren ist eine krampfähnliche Kontraktion der Darmmuskelatur, die sich jedoch von einem Krampf unterscheidet, weil dieser nicht, wie man Krämpfe kennt, kontinuierlich anhält sondern eher wellenförmig verläuft.

Was jedoch einem Krampf wieder stark ähnelt, sind die starken Schmerzen, die wiederum anders wahrgenommen werden, da es sich bei Schmerzempfindungen der inneren Organe um einen viszeralen Schmerz handelt.

Das bedeutet, dass im Funktionsgewebe des Darms selbst keine, bzw. kaum schmerzleitende Rezeptoren vorhanden sind.
Lediglich in der muskulären Wand des Darms lassen sich Schmerzrezeptoren nachweisen.

Das bedeutet, dass ein Schmerz nicht nur durch Druck und Zug beim Dehnen entstehen kann, sondern auch wenn die Durchblutung eingeschränkt ist.

Dies wiederum bedeutet, dass eine Darmkolik nicht allein von Verstopfungen, Blähungen oder Tumoren kommen kann, sondern auch durchblutungsstörende Faktoren wie bspw. Diabetes, Arterienverkalkung, oder Entzündungen, eine Rolle spielen können.

Die Diagnose beinhaltet somit ein:
Röntgenbild:
Das Röntgenbild liefert Informationen über Gase , welche sich durch die Zersetzung von Nahrungsbestandteilen durch Darmbakterien bilden.

Ein Ultraschall:
Ultraschall liefert ebenfalls ein Bild über die Gasung, wenn die Röntgenbilder auffällig waren.
Weiter würde das Ultraschallbild ein bewegendes Bild wiedergeben, woran Auffälligkeiten in der Darmbewegung sichtbar werden.
Auch eine Darmwandverdickung ist auf dem Utraschall besser sichtbar als auf dem Röntgenbild.

Ein Blutbild:
Anhand des Blutes können Stoffe nachgewiesen werden, die bei der Zerstörung des Darmes durch eine Unterversorgung entstehen.
(Wie die Stoffe heißen weiß ich nicht und finde ich auch nicht. Was jedoch die Labore wissen müssen)

Weiter lässt sich durch das Blut eine Entzündung und Diabetes erkennen.

Eine Kotuntersuchung:
Gibt Aufschluss über bakterielle Einflüsse. Nach wie vor immer noch ein Thema mit Milchprodukten da der Milchzucker vom Darm nicht in Einfachzucker gespalten werden kann.
Dieser wird dann bakteriell abgebaut.

Weitere Bakterien, die sich in der Nahrung befinden können, was nur mal ein wenig bekeimtes Stück Fleisch sein kann.

Parasitenbefall lässt sich ebenfalls erkennen.

Blut und Fettgehalt würden sich erkennen lassen.




Treten diese oder andere Koliken mehrfach auf, so empfiehlt es sich auch eine Bauchraumspiegelung, sowie eine Magen- und Darmspiegelung hinzuzufügen.









Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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