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"Mein Hund hat Spaß..."
#31
Eine Aussage auf deinen Post, inklusive eines Hinterfragens. freuen
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#32
Ist es nicht generell so, dass man bei den meisten hündischen Tätigkeiten einen Ursprung ableiten können, der ihnen einstmals das Überleben sicherte?

Sie spielen, um den Ernstkampf zu proben, sie hetzen Spielzeuge, weil sie hetzen müssten, um sich zu ernähren, sie flirten, um ihre Art zu erhalten, sie streben nach Status, um zu denen zu gehören, die sich innerhalb der Art behaupten können, sie pöbeln, um sich zu schützen... die Liste könnte man endlos fortsetzen.

Warum empfinden wir Menschen bei manchen Tätigkeiten des Hundes, dass sie dabei Spaß haben müssen? Kann es nicht auch sein, dass wir an diesen Tätigkeiten Spaß haben und diese Emotion eine entscheidende Rolle spielt, dass möglicherweise auch der Hund an Tätigkeiten, die eigentlich zu einer ernshaften, überlebenswichtigen Handlungskette gehört, Spaß empfindet?

Ich denke dabei an die viel diskutierte Stimmungsübertragung.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#33
Meine Hündin hat Spaß wenns ins Wasser geht,
wenn sie den Rhein nur schon wittert düst sie los,
schmeisst sich ins Wasser, taucht mit dem ganzen Kopf unter
und tobt rum, ich denke das ist für sie Spaß !
Liebe Grüße von Steffi und ihrem kleinen Rudel
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#34
Anja, warum denken wir das alle Emotionen des Hundes von uns abhängen müssen? Dürfen unsere Hunde keine eigenen haben?
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#35
(20.10.2010, 16:28)Pebbles07 schrieb: Anja, warum denken wir das alle Emotionen des Hundes von uns abhängen müssen? Dürfen unsere Hunde keine eigenen haben?

Das habe ich nirgends gesagt. Ich glaube nur, dass wir genau das tun, dass wir eben denken, sie haben Spaß, weil wir das gerade dann so empfinden.

Sicherlich haben sie eigene Emotionen, möglicherweise auch völlig andere, als wir sie benennen und selbst empfinden können. Nur geht der Mensch nahezu immer von sich selbst aus. Das ist die Grundlage meiner Argumentation.

Bestest Beispiel ist: Mensch mit Border Collie auf der Hundewiese mit einer Ballwurfkelle. Der Hund total entgestresst, zwanghaft und pervers fixiert, der Mensch strahlt übers ganze Gesicht und glaubt, dass sein Hund Spaß hat.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#36
(17.10.2010, 18:56)Anja schrieb: Habe aber auch schon erlebt, dass Hunde ihre Motivation gewechselt haben, also dass sie anfangs nur für Futter oder Spiel etwas getan haben, später aber am Tun selbst Spaß und Befriedigung finden, so dass keine Motivationsfaktoren mehr nötig waren.

LG Anja
Ich denke mal dass du dasselbe meinst und möchte es nur noch einmal verdeutlichen.

Die Motivation kann einmal durch extrinsische (äußere Reize) und/oder intrinsische (innere Reize) motiviert sein.

Du schriebst, die Hunde hatten ihre Motivation gewechselt, sie mussten also anfangs extrinsisch motiviert werden über (Futter usw.), um dann am Tun selbst Spaß zu finden, d. h. sie waren nun intrinsisch motiviert.

Mit anderen Worten, die Motivation als solche bleibt, was sich hier ändert ist der Beweggrund, das Motiv, etwas zu tun.






Der wahre Egoist kooperiert.


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#37
Hey Anja

“ Anja“ schrieb:Ich glaube nur, dass wir genau das tun, dass wir eben denken, sie haben Spaß, weil wir das gerade dann so empfinden.Sicherlich haben sie eigene Emotionen, möglicherweise auch völlig andere, als wir sie benennen und selbst empfinden können. Nur geht der Mensch nahezu immer von sich selbst aus. Das ist die Grundlage meiner Argumentation.

Eigentlich eine bemerkenswerte Argumentation von dir, sieh hervorgehoben aus deinem Zitat.


“ Anja“ schrieb:Bestest Beispiel ist: Mensch mit Border Collie auf der Hundewiese mit einer Ballwurfkelle. Der Hund total entgestresst, zwanghaft und pervers fixiert, der Mensch strahlt übers ganze Gesicht und glaubt, dass sein Hund Spaß hat.LG Anja

Nur geht der Mensch (Du also) nahezu immer von sich selbst aus.

Nichts anderes machst auch du hier, siehe BC-Beispiel, in deiner Argumentation:

der Hunde total entgestresst, zwanghaft und pervers fixiert, der Mensch strahlt übers ganze Gesicht und glaubt, dass sein Hund Spaß hat.

Vielleicht hat er sogar Spaß und ist gar nicht entgestresst usw., so wie du es glaubst.

Hier wird auch meist viel zu sehr verallgemeinert, irgendein Hundetrainer/in hat das mal aufgebracht und alle übernahmen es oft unreflektiert, anstatt zu differenzieren, was angebracht wäre.

Nicht nur wir Menschen, sondern auch unsere Hunde, tun viele Dinge mit Leidenschaft (Passion), das kann salopp ausgedrückt und im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Umfallen gehen, das ist OK.

Wenn es aber bei Menschen, oder Hunden gar zum Zwang, zur Obsession wird, erst dann ist es kritische zu sehen.

Meine ACD-Hündin kann auch mit Leidenschaft Ballspielen, ohne nachzulassen, ich kann trotzdem das Spiel jeder Zeit beenden und das ist das entscheidende, das muss man ihnen vermitteln.

Der wahre Egoist kooperiert.
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#38
Ja, das mit der Motivation meinte ich genau so.

Obsession, für mich gleich bedeutend mit Leidenschaft wäre für mich wieder eher Spaß. Den Unterschied sollte man als Hundetrainer eigentlich sehen können... Also den Unterschied zwischen leidenschaftlicher und zwanghafter Handlung...

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#39
(19.10.2010, 12:02)Anja schrieb: Ist es nicht generell so, dass man bei den meisten hündischen Tätigkeiten einen Ursprung ableiten können, der ihnen einstmals das Überleben sicherte?

Sie spielen, um den Ernstkampf zu proben, sie hetzen Spielzeuge, weil sie hetzen müssten, um sich zu ernähren, sie flirten, um ihre Art zu erhalten, sie streben nach Status, um zu denen zu gehören, die sich innerhalb der Art behaupten können, sie pöbeln, um sich zu schützen... die Liste könnte man endlos fortsetzen.
und genau deshalb bin ich vorsichtig zu behaupten meine Hunde haben "Spaß" an der Sucharbeit (auch wenn sie das sehr gerne und hoch motiviert machen zwinkern), weil ich mir dabei ja eigentlich nur einen Trieb zunutze mache.

Als Spaß würde ich das hier bezeichnen - diese Aufnahme entstand kürzlich im Urlaub:
Meggie rannte einfach so aus Lebensfreude an der Böschung im Wald herum, und grinste uns über beide Plüschohren an.
Da hatte ich z.B. den Eindruck sie hat einfach nur Spaß. freuen

[Bild: 5460170.jpg]
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
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#40
(30.10.2010, 00:36)hansgeorg schrieb: Meine ACD-Hündin kann auch mit Leidenschaft Ballspielen, ohne nachzulassen, ich kann trotzdem das Spiel jeder Zeit beenden und das ist das entscheidende, das muss man ihnen vermitteln.

Hallo Hans Georg,
auch bei Zwängen ist es so, dass man sie unterbrechen/abrechen kann, was dann nicht zwangsläufig heißt, das man dies als Spaß sehen kann, bzw, dass man dann diese Zwänge weiter ausführen lassen soll, weil man es als unbedenklich betrachtet.

Ein Abbruchsignal ist schlicht nichts anderes als ein konditioniertes Signal, dass in keinem Fall eine Zwangshandlung rechtfertigen oder befürworten soll.

Genauso kann auch ein konditioniertes Signal zum Zwang werden, wie es auch in einem anderem Thema beschrieben wurde.
Denn wenn ein Hund ein Signal an jedem Ort zu jeder Zeit unter allen Umständen ausführt, dann handelt es sich auch meist schon um eine Zwangshandlung.

Um Spaß kann es sich dabei nicht mehr handeln.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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