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Besuch im Tierheim
#1
Am vergangenen Wochenende besuchten wir ein Tierheim.

Dort habe ich mal wieder gemerkt, dass es mir schwer fällt, mit solchen Einrichtungen umzugehen...

Zuerst standen wir vor dem Tor, niemand reagierte auf unser Klingeln. Bis irgendwann eine Frau meinte, die wohl zum Helfen dort war, das Tor ist doch auf.

Nun ja, dann sind wir rein. Und waren auch schon wieder allein.

Dann gingen wir zu den Hunden, wo uns gleich ein scharfer, beißender Geruch in der Nase hing, der kaum zu ertragen war. Die Hunde bellten beinahe alle und somit war auch der Geräuschpegel enorm.

In der Anlage befinden sich drei Ausläufe. In dem ersten war ein Hund, in dem Zweiten zwei Hunde, der Dritte war leer. mit Augen rollen

Viele Hunde zeigten bereits starke stereotypische Symptome. Viele Hunde versteckten sich in den Hütten. Fast alle bellten sich in Rage. Ich glaube nur zwei Hunde waren ruhig, als wir vorbeigingen.

Sogar ein Pensionshund (kleine Bulldogge) war dort, der mit den Anderen um die Wette bellte.
Ich war erschüttert, wie man seinen eigenen Hund in einem Tierheim unterbringen kann. (Pension)

Mir taten/tun die Hunde dort so Leid. Ich habe gemerkt, dass ich es dort nicht lange aushalte. Somit verließen wir die Anlage.

Beim Hinausgehen kamen wir auch noch am Katzengehege vorbei, welches gepflegt und liebevoll eingerichtet war.


Ich frage mich, wie man dauerhaft diese Zustände ertragen kann?
1. Hunde, die nicht jeden Tag aus dem Zwinger rauskommen
2. dieser ungeheuere Gestank
3. der Anblick der Hunde
4. der Lärmpegel
5. das Mitleid
6. die Ungewissheit, ob diese Hunde jemals ein Zuhause bekommen

Gewöhnt man sich an soetwas?
Oder muss man einfach nur ein "dickes Fell" haben?

Für mich war das wirklich schwer und ich habe ständig wieder diese Hunde vor Augen... traurig






Schöne Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Susann


Wende Dein Gesicht der Sonne zu und Du lässt die Schatten hinter Dir.


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#2
Du hast dort so viel negatives erlebt, außer bei den Katzen, dass dein Pessimismus überwiegt.

Wenn die Menschen die dort als Pfleger oder Helfer arbeiten, sich mit mehr Sachverstand an die Materie ran arbeiten würden, hättest du nicht solche Fragen.

Wie viele Menschen dürfen kein Haustier (Mietvertrag, Gesundheit, Nachbarn...) haben und diese würden, wenn sie merken sie werden ernst genommen dort Pflegeschaften übernehmen, aber...
Herzblut für die Sache und kontinuierliches arbeiten scheint dort nicht gegeben zu sein. schimpfenschimpfen
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#3
Hallo Susann

Seid ihr in Malchow gewesen?

Ich wollte dort vor ca. 5 Jahren gern 1 Tag pro Woche arbeiten. Ohne Entgelt versteht sich.

Ich habe es gerade mal 3 Tage dort ausgehalten, eben wegen der Hunde. Die wurden derart vernachlässigt, dass ich das nicht mehr mit anschauen konnte.
Dabei wäre es sehr einfach gewesen, den Tag so zu organisieren, dass jeder Hund mal Freilauf bekommt. Aber es müsste ein Interesse bestehen.....
Traurig aber wahr. So versickert manches Engagement von Freiwilligen im Frust.

Viele Grüße
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#4
Hi,
wir hatten das Seminar ja im Tierheim Gelsenkirchen.
Ich fand es auch sehr bedrückend, auch wenn es nicht ganz so war wie in dem Heim, wo Du jetzt warst.

Wir waren ja fast 2 ganze Tage dort, haben viele Menschen gesehen die auch Hunde ausgeführt haben, haben Hunde in Außenanlagen gesehen und eben die Tiere in den Zwingern.

Der Geräuschpegel war auch immer da.
Am Sonntag war sogar noch Besuchstag + Flohmarkt, es war ziemlich voll.

Ich bewunder die Leute die dort jeden Tag arbeiten und es vor allem gerne tun.
Ich denke man barucht ein sehr dickes Fell für die tägliche Arbeit dort und überhaupt.

Ich bin dann am Sonntag einmal komplett durch die Zwingeranlage gegangen und mir standen die Tränen in den Augen.....
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#5
Ich muss ergänzen, ich halte das Tierheim in GE für ein gutes Tierheim.
Viele nette Pfleger, es finden regelmässig Seminare dort statt, es gibt eine Hundeschule die dort arbeitet etc.

Die Zwinger selber waren halt Zwinger... die Außenanlagen waren auch nicht so doll, der große Hundeplatz aber schon und auch die Umgebung zum Gassi gehen war super.

Insgesamt aber relativ sauber etc. ich hätte schlimmeres erwartet.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#6
Hallo Trudel,

ja, genau die gleiche Erfahrung habe ich dort auch vor 3 Jahren gemacht.

Ich weiß noch, als ich einmal dort war, um Hunde auszuführen... Dort wurde dann gesagt, dass einige den Tag vorher noch nicht einmal draußen waren. Und die Ausläufe... Teilweise leer.

Ich verstehe das nicht. Dort sind ca. 30 Hunde. Dort gibt es mit großer Sicherheit auch ganz viele Hunde, die zusammen in einen Auslauf könnten und wenn es nur für 30min wäre.

Ich habe im Moment den Eindruck, als würden die Leute dort gar nicht mehr die Tiere als solche wahrnehmen...
Schöne Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Susann


Wende Dein Gesicht der Sonne zu und Du lässt die Schatten hinter Dir.


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#7
In Gelsenkirchen waren viele Leute da die die Hunde ausgeführt haben.
An den Zwingern hingen auch Karten, ich werde gerade ausgeführt oder ich darf ausgeführt werden etc.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#8
Ja Susann, es ist ein Drama.

Mein größtes Problem bei der Sache war, dass ich von meinem Beruf her in der Lage bin, perfekte Dienstpläne für perfekte Auslastung zu schreiben.

Bei der Mitarbeiter- und Helferzahl wäre es ein Leichtes gewesen, die Hunde einigermaßen zu versorgen.

Aber wie gesagt...... mauer
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
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#9
Ich habe damals ein Jahr in unserem örtlichen Tierheim gearbeitet,
am liebsten bei den Hunden lachen
Klar der Geräuchpegel war auch dort aber es ist auch alles eine Frage der Organisation,
bei uns im TH wurden die Hunde Morgens zuerst gefüttert,
in der Zeit durften die unverträglichen Hunde einzeln in die Ausläufe,
die bekamen dann ihr Futter später ...
In der Zeit wurden ihre Zwinger gereinigt, Haufen eingesammelt, täglich wurden die Decken gegen frische ausgetauscht, die Zwinger wurden mit Desinfektionsmittel geschrubbt und dann ausgespritzt. Wenn die Zwinger trocken waren mussten die unverträglichen wieder in die Zwinger. Dann durften die verträglichen in kleinen Rudeln (ca. 3-5 Hunde) in die Ausläufe.
Die Rudel durften dann bis zum frühen Abend in den Ausläufen bleiben.
Die unverträglichen gingen Nachmittags mit ehrenamtlichen Helfern spazieren.
Wir haben uns wenn die Arbeit getan war, täglich mit den Hunden in den Ausläufen beschäftigt,
entweder Ball spielen, bürsten, schmusen etc. dafür ging auch oft unsere Mittagspause drauf freuen

"Unseren" Hunden ging es recht gut, klar kein TH kann ein richtiges Zuhause ersetzen,
aber es ging einigen Hunden im TH besser als bei ihren Vorbesitzern,
klar gingen mir einige Schicksale sehr nahe aber man bekommt mit der Zeit anscheinend echt ein dickes Fell, man gewöhnt sich eben an alles.
Für mich war es immer nur wichtig es den Hunden so angenehm wie möglich zu machen, so lange sie da waren !
Liebe Grüße von Steffi und ihrem kleinen Rudel
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#10
Moin Susann,
wie es in den TH's zugeht liegt an der Leitung. Ich kenn nur das Stollberger. Kannst ja mal vorbeikommen. Wie ruhig es ist, hängt vom Diensthabenden ab. Thomas kennt es, kannst ihn ja nach seiner Meinung dazu fragen.
Alle Hunde kommen normalerweise mehrmals täglich in die Ausläufe. Die Zimmer werden wenn die Hunde draußen sind, gereinigt (wenn erforderlich), die meisten Hunde sind Stubenrein. Frisches Wasser ist auch immer da (in den Zimmern).
Individuelle Zuwendung gibt's von Gassigehern & wenn Zeit übrig ist.

Kurse & Weiterbildungen werden leider nicht angeboten.
Gruß
Norbert zwinkern
Jap, ich lebe meist in meiner eigenen Welt, es ist ok, die kennen mich da!
...wer die Musik nicht hört, hält den Tanzenden für wahnsinnig.
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