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Was das Gehirn von Säugetieren wachsen lässt
#1
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Biologin der Uni Jena deckt Rolle mütterlicher Zuwendung in der Evolution des Gehirns auf

Verfügt eine Tierart über ein besonders großes Gehirn, so ist dies in der Regel ein Hinweis auf hohe Intelligenz oder Geschicklichkeit, wie bspw. bei der Nahrungssuche.
Zu diesen privilegierten Arten zählen vor allem Säugetiere.
Neben den Primaten, darunter auch der Mensch, zeichnen sich auch Zahnwale sowie Wölfe, Füchse und Hunde durch ein besonders großes und leistungsfähiges Denkorgan aus.

Warum sich das Gehirn gerade bei diesen Tierarten so ausgeprägt entwickeln konnte, beantworteten Dr. Vera Weisbecker und Dr. Anjali Goswami in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Die Biologinnen von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der University of Cambridge haben die Hirngröße von knapp 200 Beuteltierarten, z. B. Kängurus und Koalas, und mehr als 400 Plazentatierarten, darunter Affen, Nager und Huftiere, verglichen.
"Beide Gruppen gehören zu den Säugetieren, sind aber nur weitläufig miteinander verwandt und haben im Laufe der Evolution unabhängig voneinander relativ große Gehirne entwickelt", erläutert Dr. Weisbecker.

Das Ergebnis der Studie belegt, dass das Entscheidende für die Entwicklung eines großen Gehirns, die mütterliche Zuwendung ist.

"Je länger der Nachwuchs im Mutterleib heranreifen kann oder von seiner Mutter gesäugt wird, desto größer und leistungsfähiger kann sein Gehirn werden", führte Dr. Weisbecker weiter aus.

Bisher wurde vermutet, dass eine hohe Stoffwechselaktivität ebenfalls ein wichtiger Faktor in der Evolution eines großen Gehirns sei.

"Dieser Faktor stimmt aber nur teilweise", so die Biologin.
Nur bei Plazentatieren mit großem Gehirn spielt eine erhöhte Stoffwechselaktivität eine Rolle, während die Säugedauer und Anzahl der Jungen pro Wurf für beide Gruppen wichtig ist.
Ein aktiver Stoffwechsel bei Plazentatieren korreliert nur deshalb mit der Hirngröße, weil deren Junge lange über die Plazenta direkt an den Stoffwechsel ihrer Mutter angeschlossen sind und somit von einem aktiveren Stoffwechsel eher profitieren können.

Diese direkte Übertragung von Nährstoffen könnte auch der Grund dafür sein, dass Plazentatiere wesentlich kürzere mütterliche Zuwendungszeiten haben als Beuteltiere, bei denen die Plazenta meist nur für wenige Tage ausgebildet ist.

"Dazu passt, dass Primaten, zu denen auch der Mensch gehört, die einzigen Plazentatiere sind, die ähnlich lange mütterliche Zuwendungszeiten wie Beuteltiere haben. Ihre vergleichsweise riesigen Gehirne könnten das notwendig machen", vermutet Dr. Weisbecker.

Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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