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Titanschäume ersetzen verletzte Knochen
#1
Flexibel und fest wie der menschliche Knochen und sofort belastbar:
Ein neuartiges Implantat aus Titanschaum ähnelt im Aufbau der Struktur im Knocheninneren. Dies macht ihn nicht nur weniger steif als herkömmliche massive Implantate. Es fördert auch das Einwachsen in den angrenzenden Knochen.

   

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Dasselbe gilt für seine Knochen:
Werden sie stärker belastet, entwickelt sich dichteres Gewebe. Weniger stark beanspruchte Teile des Skeletts weisen eine geringere Knochendichte auf. Der Reiz der Belastung stimuliert das Wachstum der Matrix.
Diesen Effekt wollen Mediziner künftig verstärkt nutzen, um Implantate dauerhafter und stabiler mit den Knochen des Patienten zu verbinden. Dafür muss der Knochenersatz jedoch so gestaltet sein, dass er ein Einwachsen begünstigt – mit Poren und Kanälen, durch die Blutgefäße und Knochenzellen ungehindert hindurch wachsen können. Material der Wahl bei Implantaten ist Titan der Legierung Ti6Al4V. Es ist langlebig, stabil und belastbar und wird vom Körper gut vertragen.
Eher problematisch ist dagegen seine Verarbeitung:
So reagiert Titan unter hohen Temperaturen mit Sauerstoff, Stickstoff und Kohlenstoff. Es wird dadurch spröde und brüchig. Entsprechend begrenzt ist die Palette der Produktionsverfahren.

Komplexe Innenstrukturen lassen sich mit den etablierten Verfahren noch nicht herstellen. Deshalb werden bei Defekten lasttragender Knochen hauptsächlich massive Titan-Implantate eingesetzt. Viele verfügen zwar über strukturierte Oberfl ächen, um Knochenzellen Halt zu bieten. Doch die entstandene Verbindung bleibt fragil. Hinzu kommt, dass massive Implantate andere mechanische Eigenschaften aufweisen als das menschliche Skelett: Sie sind wesentlich steifer.
»Der angrenzende Knochen wird kaum noch belastet und bildet sich im schlimmsten Fall sogar zurück. Das Implantat lockert sich und muss ausgetauscht werden«, erklärt Dr. Peter Quadbeck vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Dresden.
Quadbeck koordiniert das Projekt »TiFoam«, in dem ein Titan-Werkstoff für eine neue Generation Implantate entstand. In seiner schaumartigen Struktur ähnelt der Werkstoff der Spongiosa im Knocheninneren. Der Titanschaum entsteht durch ein pulvermetallurgisches Abformverfahren, welches sich bereits zur industriellen Herstellung keramischer Filter für den Aluminium-Guss bewährt hat:
Offenzellige Schäume aus Polyurethan (PU) werden mit einer Lösung aus Bindemittel und feinem Titanpulver imprägniert. Das Pulver lagert sich an den Zellstrukturen der Schäume an. PU und Binder werden verdampft. Zurück bleibt ein Abbild der Schaumstrukturen, das schließlich gesintert wird.
»Die mechanischen Eigenschaften der so hergestellten Titanschäume kommen denen des menschlichen Knochens sehr nahe«, berichtet Quadbeck. »Das betrifft vor allem die Balance zwischen hoher Festigkeit und geringer Steifi gkeit.
« Ersteres ist eine wichtige Voraus- setzung für die Verwendung in Knochen, die Gewicht und Bewegung standhalten müssen. Eine knochenähnliche Steifi gkeit leitet Belastungsreize weiter und fördert mit der Neubildung von Knochenzellen das Einheilen des Implantats. Dieses kann und soll deshalb sofort nach dem Einsetzen belastet werden.

Im Projekt »TiFoam« haben sich die Partner darauf konzentriert, die Tauglichkeit des Titanschaums beim Ersatz defekter Wirbelkörper nachzuweisen. Er eignet sich ebenso zur »Reparatur« anderer stark belasteter Knochen. Neben den Werkstoffwissenschaftlern der Fraunhofer-Institute IFAM und IKTS, dem Institut für Keramische Technologien und Systeme in Dresden, waren Mediziner der Uniklinik der TU Dresden sowie mehrere Unternehmen an der Entwicklung des Titanschaums beteiligt. Projektpartner InnoTERE hat bereits angekündigt, künftig aus dem »TiFoam«-Werkstoff Knochenimplantate zu entwickeln und herzustellen. Quelle: Frauenhofe Institut
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Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#2
Also wenn ich das richtig verstanden habe könnte dieser Titanschaum das Anbringen einer Platte bzw. eines störenden Fixateur extern bei komplizierten Frakturen ersetzen?
Wenn das so ist, wären belastende Operationen (wie Entfernen von Platten o. Fixateuren) nicht mehr notwendig, dass Tier würde weniger schmerzhafte Prozeduren erleiden?
Wenn sich das bewährt ----> tolle Sache. Nur verträgt diese Methode auch jedes Tier? Was passiert wenn der Körper den
Titanschaum abstößt??? Oder kann das nicht passieren?

LG
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#3
Ein Abstoßen von Knochenimplantaten kam bisher nur vor, wenn die Oberflächenstruktur nicht stimmte, was neuzeitige Implantate heute auch nicht mehr haben.
Den Vorteil sehe ich eher im Heilungsprozess, der durch das Geruch stark begünstigt wird.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#4
Huhu,
DiSchu82 fragt aber nach Schrauben etc., also Fremdmaterialien die normalerweise für
Fixierungen benötigt werden.
Da wird ja oft abgestoßen.

Das heißt hier wird nichts abgestoßen oder es ist eher unwahrscheinlich, weil ja nix zum fixieren eingesetzt
wird? Aber irgendwie müssen doch die Implantate befestigt werden oder stehe ich da jetzt gerade auf dem Schlauch?
Weil es steht ja auch geschrieben das Knochenimplantate entwickelt werden sollen.

Was wäre aber wenn???

Grundsätzlich ist die Forschung ja schon sehr weit und wenn das so funktioniert, super.

[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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