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Veganer oder Vegetarier für das Tier
#31
Interessantes Thema, das meines Erachtens nach auch wieder sehr viel Toleranz erfordert.

In diversen anderen Diskussionen in diesem Forum haben wir vor einiger Zeit schon festgestellt, dass die meisten Dinge in letzter Konsequenz einer gewissen Doppelmoral unterliegen.

Ich unterscheide bei Vegetariern in 3 Gruppen.

1) Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen Fleisch ablehnen oder auch geschmacklich einfach nicht mögen bzw. es nicht vertragen.

2) Menschen, die einfach keine Tiere essen möchten.

3) Menschen, die sich über dererlei Dinge profilieren müssen und bei jedem gemeinsamen Essen darauf herum reiten ohne Ende.

Bei Gruppe Nummer 3 bin ich wenig tolerant, die gehen mir einfach nur auf den Keks. Das erinnert mich an die Zeugen Jehovas, die mich an der Haustüre zu irgendeinem dubiosen Glaubensverein bekehren wollen.

Wenn jemand vegetarisch oder vegan leben mag, kann er das gerne tun, grantig werde ich nur dann, wenn er sich als der bessere Mensch hinstellt und die dumme, Fleisch fressende Bevölkerung als Tierquäler etc. da stehen lässt. Als Vegetarier kann man sich aus meiner Sicht ausgewogen und schmackhaft ernähren, als Veganer sehe ich diese Möglichkeit nicht. Kinder, die in solchen Haushalten aufwachsen, haben häufig erhebliche Mangelerscheinungen, so zumindest erinnere ich einen Bericht zu diesem Thema.

Insgesamt ist die Thematik häufig von Extremen geprägt, wie mit dem BARFen oder anderen Lebens- bzw. Handlungsweisen, die für mich schon fast sektenhaft rüber kommen.

Für mich selbst handhabe ich es mit Fleisch und Wurstwaren so, dass ich ausschließlich bei einem guten Metzger/Schlachter hier vor Ort kaufe, der seine Schlachttiere hier aus der unmittelbaren Region bezieht. Dafür lege ich wöchentlich eine ordentliche Stange Geld hin, obwohl es bei uns nicht täglich Fleisch gibt.

Für den Bären, der morgens ein Leberwurstbrötchen gibt, kaufe ich jedoch die einfache, abgepackte von Aldi. Auch kaufe ich bei Kosmetik, Textilien und anderen Produkten nicht bewusst nach Tierversuchslisten, was man sicher tun könnte.

Generell halte ich es mit dieser Thematik wie mit sehr vielen Dingen im Leben, ich bemühe mich um einen vernünftigen Mittelweg. Ausschließlich Bio und Öko ist mir zu anstrengend und zu teuer, ausschließlich billigst entspricht ebenfalls nicht meinem Wunsch, zu konsumieren.

Geld ist immer relativ und ganz klar eine Frage der Prioritäten. Mir sind schon Menschen begegnet, die wirklich auf alles verzichten, um im Reformhaus und im Bioladen kaufen zu können, weil es für sie einfach extrem wichtig ist, sei es aus philosophischen oder gesundheitlichen Gründen. Es GEHT. Viele Menschen, die in unserer heutigen Gesellschaft leben, können gar nicht mehr richtig sparen. Mich selbst nehme ich dabei nicht aus.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#32
Bei diesem Thema muss man ja gleich über seinen gesamten Lebenswandel nachdenken....

Ich greife nur mal eines auf- wüßte ich, dass ich irgendwo einkaufen kann ohne das jemand für meinen Einkauf leiden muß/mußte, würde ich das tun. Diese Einkaufsstätte ist mir allerdings unbekannt.
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#33
Tolles Thema, weil es mich gerade sehr beschäftigt. Ich habe stark umgestellt auf 99% Bio. Ebenso beim Obst und Gemüse. Beim Hundefutter achte ich eh schon drauf. Auch wenn das nicht so unbedingt sicher ist.

Es ist für jeden machbar. Ich esse eben weniger. Dadurch das ich dafür kein Geld ausgeben will, leiden wieder andere darunter. Ich versuche auch hauptsächlich fair trade Produkte zu kaufen.

Beim Fleisch ist es so eine Sache. Das Fleisch aus der Region, direkt beim Bauern zu kaufen ist meist sogar günstiger als beim Laden. Man kann es dann auch einpacken und einfrieren. Aber ob diese Tiere dann aus besserer Haltung sind weiß man nicht.

Der gesunde Mittelweg ist finde ich auch der beste, anderen schreibe ich da nichts vor. Wobei ich Doppelmoral, wie ich bin ja so Tierlieb, dann aber kein bischen drauf zu achten, nicht ausstehen kann.
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#34
Gesunde Ernährung mit BIO-Produkten, na da haben wohl einige was verpasst lachen

Nee, mal im Ernst, wo Bio drauf steh,t ist auf gar kein Fall 100% Bio drin.

Wir hatten doch gerade den Tag des Wassers, ..., ganz schön grusselig was so gezeigt wurde im Fernsehen.

Ich habe vor kurzem Mal so ein Spruch/Text gelesen:

"Die größten Tierqueller sind die Vegitarier/Veganer, denn sie essen unseren Tieren das Grüne weg."

Ja, ja so gibt es für und gegen alles irgend ein Spruch.
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#35
(15.09.2010, 21:22)Anja schrieb: Ich unterscheide bei Vegetariern in 3 Gruppen.

1) Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen Fleisch ablehnen oder auch geschmacklich einfach nicht mögen bzw. es nicht vertragen.

2) Menschen, die einfach keine Tiere essen möchten.

3) Menschen, die sich über dererlei Dinge profilieren müssen und bei jedem gemeinsamen Essen darauf herum reiten ohne Ende.

Lebens- bzw. Handlungsweisen, die für mich schon fast sektenhaft rüber kommen.



LG Anja

das hat Anja aus meiner Sicht mal schön zusammengefaßt.

So sehe ich das auch.
Gruppe 3 ist mir jedoch persönlich noch nicht begegnet bzw. nö, keiner der Freunde
oder Bekannten die ich kenne und Vegetarier sind, sind so.

Auch Gruppe 1 kenne ich genau wie Gruppe 2.

Alles absolut legitim, kann ich nachvollziehen.

Wie Norbert schreibt, ist Fleisch ansich nicht gesund, zumindest nicht in den Mengen,
wie es meistens verzehrt wird. Ein paar Werte hat es jedoch, die schon gesund sind (wie alles in Maßen).

Ich habe es bisher auch nicht geschafft, ganz darauf zu verzichten auch wenn ich
selber gesundheitliche Vorteile sehe, hatte aber auch noch nie den Willen oder die Lust zu sagen, ich probiere es mal aus und verzichte komplett.
Ich gestehe, es gibt ein paar Gerichte, die würden mir fehlen, aber ich brauche sie nicht zum leben.
Anders wäre es wenn man mir die Zigaretten wegnimmt, da bin ich süchtig oder abhängig.

Wir haben ja hier sicher ein paar Vegetarier, jetzt außer Norbert, (der hat ja schon berichtet)
Vielleicht können sie mal berichten, was der Anlaß war, auf Fleisch etc. zu verzichten, was sie bewegt hat und ob es ihnen gesundheitlich besser geht als vorher.
Das wäre doch mal interessant.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#36
(15.09.2010, 21:22)Anja schrieb: Ich unterscheide bei Vegetariern in 3 Gruppen.

1) Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen Fleisch ablehnen oder auch geschmacklich einfach nicht mögen bzw. es nicht vertragen.

2) Menschen, die einfach keine Tiere essen möchten.

3) Menschen, die sich über dererlei Dinge profilieren müssen und bei jedem gemeinsamen Essen darauf herum reiten ohne Ende.

Diese Gruppen sind mir auch alle bekannt, doch die Gruppe 2 unterscheidet sich. Menschen die keine Tiere essen, weil sie nichts mit Tiere zu tun haben, Tiere einfach nur eklig finden und Menschen die keine Tiere essen, weil sie glauben etwas für den Tierschutz tun. Ich nenne sie also mal Gruppe 2.1.
Aus meiner Toleranz anderen Menschen gegenüber, kann ich nahezu alle Lebensformen akzeptieren, doch warum ich das Thema eröffnet habe ist die Gruppe 2.1, weil ich nicht denke, dass man den Tieren etwas Gutes tut, wenn man auf Fleisch verzichtet.
Es ist ähnlich wie bei den Wahlen. Gehe ich nicht hin, dann gebe ich meine Stimme der Partei, die ich garnicht möchte.

Ich weiß nicht, wer wirklich mal mit Vegetariern und Veganern gesprochen hat, die sehr starke Tierliebe publizieren.
Es ist nicht schwer die Argumentation zu verstehen, doch es ist sehr schwer, die Hintergründe dafür zu finden, was die Frage aufwirft, ob man selbst weniger Tierlieb ist als ein Vegetarier/Veganer.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#37
Ich behaupte von mir tierlieb zu sein, unabhängig davon, dass ich Vegetarier bin.

Angefangen hat das bei mir mit 12 Jahren, nachdem ich Berichte über Tiertransporte, aber auch Berichte über andere Vegetarier las.
Mittlerweile habe ich auch Ekel entwickelt, was das Essen des Fleisches angeht.
Wenn ich beim Einkaufen bin, dann lese ich mir grundsätzlich auch genau die Inhaltsstoffe durch, aber nicht nur in Bezug auf tierische Stoffe.

[Bild: IMG_0206.jpg][Bild: IMG_0792.jpg][Bild: IMG_0608.jpg][Bild: IMG_0318-1.jpg][Bild: IMG_0010-1.jpg]

Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht 10 Meilen in seinen Schuhen gelaufen bist...
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#38
Muss Licel sich auch zwangsläufig vegetarisch ernähren?
Schöne Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Susann


Wende Dein Gesicht der Sonne zu und Du lässt die Schatten hinter Dir.


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#39
Nein muss sie nicht.

Sie hat Fleisch in den ersten 3 Jahren ihres Lebens durch ihren Papa kennengelernt. Wäre das anders gewesen, dann wäre vielleicht kein Fleisch ins Haus gekommen.

Wobei es so ist, dass sie kaum noch Wurst und Fleisch isst, wenn dann eher außer Haus mal.
Das habe ich ihr aber nicht auferlegt, sondern das entwickelte sich so nach und nach.
Ihre beste Freundin isst auch kein Fleisch, der Tiere wegen.

Mittlerweile bin ich insgesamt sehr tolerant und versuche auch keinen zu bekehren.
Jeder muss das für sich selbst entscheiden.
Auch bei einem Partner wäre mir das egal, er muss meine Ansichten, Hobbys und meinen Lebensstil nicht in vollem Umfang teilen, akzeptieren und tolerieren reicht.
[Bild: IMG_0206.jpg][Bild: IMG_0792.jpg][Bild: IMG_0608.jpg][Bild: IMG_0318-1.jpg][Bild: IMG_0010-1.jpg]

Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht 10 Meilen in seinen Schuhen gelaufen bist...
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#40
(16.09.2010, 09:01)Paeuli schrieb: Wobei es so ist, dass sie kaum noch Wurst und Fleisch isst, wenn dann eher außer Haus mal.
Das habe ich ihr aber nicht auferlegt, sondern das entwickelte sich so nach und nach.


Meinst du nicht, dass es auch daran liegt, was du deiner Tochter vor lebst?

Ob es der religiöse Glaube, oder die Gestaltung unseres Ernährungsplanes ist, oder der soziale Umgang mit allen anderen Lebewesen, wir, die Erwachsenen, geben doch den Grundstock den Kindern.

Um so älter die Kinder werden, um so mehr lernen sie auch von Fremden (soziales Verhalten, Essgewohnheiten, Freizeitgestaltung) und können somit, ganz für sich alleine, ihren eigen Weg gehen.
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