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Nasenarbeit durch Zielobjektsuche (ZOS) wer kennt es, wer macht es?
#1
Gibt es hier im Forum Hundehalter, die mit ihrem Hund Zielobjektsuche machen?

Habe inzwischen 2 Vorführungen mit ersten Einführungsschritten in diese interessante Nasenarbeit erlebt. Da es augenscheinlich eine wirklich intensive Nasenarbeit zu sein scheint, die etwas mehr Aufbau und gute Konditionierung erfordert, als wenn man den Hund halt einen Futterbeutel oder sein Lieblingsspielzeug suchen lässt, habe ich mir vorgenommen, es selbst erst einmal zu lernen und mittelfristig an den interessierten Hundehalter im Rahmen der Hundeschule weiter zu geben.

Bisher durfte ich 2 Australian Shepherds beobachten, wie sie aus einem "Trümmerhaufen" kleine Gegenstände wie Feuerzeuge bis hin zur Büroklammer fanden und mittels ablegen davor und mit Nase anlegen anzeigten. Gerade die Vorführung mit der Büroklammer, die wirklich absolut unsichtbar verborgen war, hat mich sehr beeindruckt. Das war allerdings ein Hund, der bereits Turnierreife erlangt hat.

So ein Trümmerhaufen kann so aussehen:

[Bild: blocngwiwz5gy8nnf.jpg]

Die Gegenstände, die man sich als Zielobjekt auswählt, sollten die Größe eines Feuerzeuge plus/minus haben und keinen intensiven Eigengeruch besitzen.

Sie werden dauerhaft für den Hund mit einem Begriff belegt und während der Trainingspausen in einem möglichst luftdichten Gefäß beherbergt. Man benutzt dann auch immer dasselbe Teil, also nicht jedes Mal eine andere Wäscheklammer.

Ich finde das eine schöne Auslastungs- und Beschäftigungsmöglichkeit für Hunde inner- oder außerhalb des Hauses. Auch ältere oder motorisch kranke Hunde können hier noch artgerecht gefördert und gefordert werden.

Mit meinem Hund bin ich gerade in den Kinderschuhen dieser Arbeit. Er hat bereits gelernt, ein Feuerzeug aus Metall zu finden und mit der Nase anzustupsen. Momentan arbeiten wir noch an der selbstständigen Ablage davor. Hier muss ich noch etwas mit einem Signal nachhelfen.

Auch die Motivation von Sherlock ist noch etwas ausbaufähig. Es ist mit ihm jedoch bei neuen Dingen häufig so, dass er erst etwas die Sinnhaftigkeit der Arbeit hinterfragt, bis man ihm den Spaß an der Sache richtig verkauft hat.

Lasse ich ihn seinen Ball, ein beliebiges Spielzeug oder einen Futterbeutel suchen, ist er hoch motiviert. Möchte es gerne schaffen, dass er auch die Zielobjektsuche um der Arbeit selbst Willen richtig gut findet.

Hier mal ein kleines Filmchen von unserem Trainingsstand:





Würde mich freuen, wenn hier auch Mittäter oder Interessenten zu finden wären.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#2
Hallo Anja,

vielen Dank für Deine Ausführungen und das Beispielvideo.

Da ich mich überhaupt nicht damit auskenne, aber schon mal etwas davon hörte, habe ich natürlich ein paar Fragen. freuen

  1. Wird grundsätzlich nur ein- und derselbe Gegenstand benutzt?
  2. Was ist der Hintergrund dieser Übung?
  3. Gibt es Prüfungen/Turniere?
  4. Wie hast Du damit begonnen?



Schöne Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Susann


Wende Dein Gesicht der Sonne zu und Du lässt die Schatten hinter Dir.


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#3
Trümmer? Wohl eher ein Trümm jeweils lachen

Nein mal im ernst:
Ich finde das eine tolle Sache, besonders auch sehr gut geeignet, wenn das schlechte Wetter mal wieder kommen sollte.

Was ich daran nicht verstehe, warum ein Gegenstand in ein Glas aufbewahrt werden muss. Hat man da Angst, dass der Geruch verfliegt?

Was heißt, dass Du da noch in Kinderschuhen steckst? Ist das nicht ganz normales Suchen von bekannten Gegenständen?

Übrigens sieht man Dir sehr gut an, dass Du longierst lachen
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#4
In der Fährtenarbeit haben wir den Teil, mit dem anzeigen. Ich kann dir nur sagen wie wir es aufgebaut haben. Bei uns gab es das Kommando zeig, dass ich allerdings nicht genommen habe, weil ich es sinnlos finde den Hund mit einem Kommando etwas zu lernen das er ohne können soll.

Ich habe den gegenstand genommen ohne Fährte, und habe ihn hingelegt mit einem Leckerli ein Stück weiter hinten. Wenn sie ihn überlaufen wollte gab es ein nein und ich habe ihr kleine Hilfen gegeben ins Platz. Danach gabs das Leckerli. Sie beherscht es ganz gut, und es ging ratzfatz. Heute liegen beide Gegenstände auf meinen Fährten. Sie zeigt sie noch nicht ganz selbständig perfekt an, manchmal braucht sie noch einen stupser das sie nicht einfach drüber läuft. Aber wir haben auch lange nichts mehr gemacht.

Für Betty wäre das nichts. Ein Gelände absuchen ist nicht so das Ihre, bei Bam Bam ist das besser. Sie ist im Spurenverfolgen Meister. Und wenn ich da mehr mache, dann würde sie bestimmt weit kommen. Bam Bam hat aber einer gewissen Stufe nicht mehr mitmachen wollen. Er hat einmal in eine Dstel geschnuppert und einmal war ein Ameisenhaufen auf der Fährte, dann wars durch. Da hat er keine Lust mehr. Mal schauen ob er nochmal zeigt was er kann, oder ob wir in eine andere Sparte wechseln.

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#5
Fährten war ich damals mit Mitch auch, wenn er eins konnte, dann das Suchen.
Allerdings habe ich das Verweisen der Gegenstände damals ganz anders aufgebaut.

Deshalb würde mich auch interessieren, wie Anja mit der ZOS begonnen hat.
Schöne Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Susann


Wende Dein Gesicht der Sonne zu und Du lässt die Schatten hinter Dir.


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#6
(10.08.2010, 12:41)Susann schrieb: Wird grundsätzlich nur ein- und derselbe Gegenstand benutzt?

Man kann mit der Zeit mehrere Gegenstände konditionieren, jedoch ist es auch da immer derselbe Gegenstand. Zumindest bei denen, die ich bisher in dieser Thematik kennen gelernt habe.

(10.08.2010, 12:41)Susann schrieb: [*]Was ist der Hintergrund dieser Übung?
Der Hintergrund ist, dass der Hund seinen Geruchssinn wirklich intensiv einsetzen soll und nicht mit solchen "Banalitäten" wie stark riechendem Futterbeutel oder ähnlichem "beleidigt" wird. Also artgerechte Arbeit für die Auslastung des Hundes.

(10.08.2010, 12:41)Susann schrieb: Gibt es Prüfungen/Turniere?

Ja, die gibt es. Baumann ist in dieser Sparte wohl der Vorreiter. Diejenigen, von denen ich lerne, haben auch bei ihm ihre Seminare gemacht. Mich interessieren Turniere naturgemäß nicht, was aber nicht heißt, dass ich den Aufbau und die Arbeit selbst nicht ernst nehme und so gut wie möglich machen möchte.

(10.08.2010, 12:41)Susann schrieb: [*]Wie hast Du damit begonnen?

So... (bitte nicht die Jungs mit der unbequemen Jacke zu mir schicken... zwinkern )





Habe soeben die Zusage von einer Bekannten bekommen, dass sie am Montag einen Tag zu uns kommt und mit uns einen Intensivtag ZOS macht. Freue mich sehrsehrsehr!

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#7
(10.08.2010, 12:43)Thomas schrieb: Was ich daran nicht verstehe, warum ein Gegenstand in ein Glas aufbewahrt werden muss. Hat man da Angst, dass der Geruch verfliegt?

Man möchte verhindern, dass der Gegenstand fremde Gerüche annimmt. Je nach Objekt, wenn man z.B. eine Filzblume hat und die neben einer offenen Frolictüte lagert, kann der Originalgeruch sicher stark verfälschen.

(10.08.2010, 12:43)Thomas schrieb: Was heißt, dass Du da noch in Kinderschuhen steckst? Ist das nicht ganz normales Suchen von bekannten Gegenständen?

Bisher sah bei uns das Suchen von Gegenständen immer so aus, dass Bär sich ein Objekt ausgesucht hat, das ich dann versteckt habe, oder ich ihm ein ihm bekanntes Spielzeug oder die Beutelratti zeigte, was ich dann anschließend versteckte. Er durfte die Gegenstände nach erfolgreichem Finden immer apportieren, um damit bespielt zu werden oder daraus zu essen.

Hier geht es um die Anzeige mittels ablegen und Nase ans Objekt. Also ein stummes Verweisen. Das ist völlig neu für uns.

(10.08.2010, 12:43)Thomas schrieb: Übrigens sieht man Dir sehr gut an, dass Du longierst lachen
In diesem Fall hat meine Körpersprache weniger mit Longieren zu tun, könnte man aber denken, das stimmt schon. Die Armbewegung gehört zu einem ritualisierten Startsignal, das Du in dem zweiten Video sehen kannst. Aber ich versuche, Sherlock damit auch etwas Schwung in die richtige Richtung zu geben, das stimmt schon freuen .

Thomas... ich mache mir da nix vor. Für Dich ist das mit Sicherheit absolut lächerlich, was wir da machen. Die Hunde, die Du ausbildest, können in jedem Supermarkt dieser Welt zig verschiedene Produkte finden, obwohl sie eingetütet, eingedost oder was auch immer sind...

Gegen eine solche Leistung ist das, was wir machen vermutlich noch ein größerer Unterschied wie Futterbeutel auf der Fläche gegen Büroklammer im Trümmerhaufen. Für einen Familienhund finde ich das ZOSsen jedoch schon eine anspruchsvollere Tätigkeit als einem Bällchen hinterher zu rennen.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#8
Es gibt einen Begriff für das zu suchende Objekt, das man auch mit einem Sichtzeichen kombinieren kann. Sieht man im ersten Film, wie ich mir die Hand vor das Gesicht halte. Dann gibt es zeitgleich mit dem Absenken der Arme ein Startsignal, vor dem der Hund nicht los gehen soll. Bei mir ist das "olé", weil "go" und "such" andere Aufträge bei uns zur Folge haben.

Wie man in dem zweiten Film sieht, ist in der Clickerhand Futter verborgen. Der Hund setzt sich mit dieser Hand auseinander, kommt aber nicht ran ans Futter. Das bekommt er erst, wenn er überlegt hat und sich der Hand mit dem Objekt zuwendet bzw. mit der Gumminase am Objekt dran ist. Dann geht die Clicker/Futterhand zum Objekt und man dreht durch vor Freude... ich glaube das sieht man ganz gut auf dem Film. Wir haben jedenfalls viel Spaß dabei, meine Trainingspartnerin und ich.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#9
Habe mir Dein Video angesehen, aber leider hier im Büro keinen Ton.

Werde mir das bei Gelegenheit noch einmal mit ansehen.

So wie ich es jetzt gesehen habe, würden sich mir wiederum ein paar Fragen stellen.


Z.B.: Als Sherlock den richtigen Gegenstand erkannt hatte, er überlegte, was er denn nun machen müsse und er dann den anderen Gegenstand anstupste, hieltest Du ihm wieder den richtigen Gegenstand vor die Nase. (ich hoffe, ich habe das jetzt ohne Ton nicht falsch verstanden)

Warum?


EDIT: Danke, dann hatte ich das Video doch falsch aufgegriffen.
Schöne Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Susann


Wende Dein Gesicht der Sonne zu und Du lässt die Schatten hinter Dir.


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#10
Fragt ruhig! Was ich als totaler Anfänger weiß, beantworte ich gerne!

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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