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Sollte ein Servicehund kastriert werden?
#11
Trailer schrieb:Aufgrund meines bescheidenen Biologie-Wissens knabbere ich allerdings immer noch am Verständnis von diesem Absatz ...
Thomas schrieb:Weiter stehen für mich noch neurologische Gründe in den Vordergrund, wie zum Beispiel die Änderung der Empfindlichkeit von Rezeptoren für Hormone, die Änderung der biochemischen Zusammensetzungen von Hormonen oder die Änderungen des Feinbaus endokriner Organe.
ich möchte dieses Thema allerdings nicht unnötig wissenschaftlich vertiefen.
Die Abstimmung der Leistungen jeweils verschieden spezialisierter Zellen im Organismus sowie die Anpassung des Organismus an sich ständig ändernde äußere Bedingungen erfordert eine Kommunikation zwischen den verschiedenen Zellen.
Sie wird einerseits durch direkten Kontakt über den Nexus(von Zelle zu Zelle Verbindungskanäle) gewährleistet, zum anderen geben Zellen Signalstoffe ab, die die Funktionen anderer Zellen beeinflussen.

Diese Signalstoffe erreichen Zellen anderer Organe über die Blutbahn (endokrin), benachbarte Zellen des gleichen Organes (parakrin) oder wirken auf die sezernierende Zelle selbst zurück (autokrin). Hormone im engeren Sinn entfalten ihre Wirkungen vorwiegend auf endokrinem Wege.
Ihre endokrine Wirkung setzt voraus, dass sie im Blut nicht vor Erreichen der Zielzellen inaktiviert werden. Hormone werden meist in spezialisierten Zellen des Körpers (endokrinen Drüsen) gebildet. Allerdings gibt es einen fließenden Übergang von Hormonen im engeren Sinn zu vorwiegend parakrin wirkenden Botenstoffen und zu Transmittern des Nervensystems. Tatsächlich haben einige Hormone bzw. Botenstoffe auch die Funktion von Transmittern im Nervensystem.
Trailer schrieb:Ich hoffe ich nerve nicht
In keinem Fall, denn dann hätte ich das Forum nicht erstellen dürfen.
Trailer schrieb:...aber in welchen Alter ist aus Deiner Sicht die Entwicklung des Hundes weitgehend abgeschlossen?
Das würde ich nicht altersabhängig machen, da die Entwicklung selbst innerhalb einer Rasse sehr unterschiedlich sein kann.
Erfahrungsgemäß vermute ich jedoch dass eine Entwicklung nicht vor 18 Monate (evtl. bei kleinen Rassen) und bis zu 3,5 Jahren (evtl. bei größeren Rassen) abgeschlossen ist.
Trailer schrieb:Häufig hört man nach der ersten Läufigkeit (bzw. Geschlechtsreife des Rüden) wäre eine Kastration "sinnvoll" und nicht "zu früh".
Meggie war jetzt kürzlich zum dritten mal läufig, ich kann die Meinung nach der ersten Läufigkeit wäre der größte Reifungsschub vollzogen nicht recht nachvollziehen. Die Veränderungen (zum positiven!) von meiner Hündin im vergangenen Jahr mit der zweiten und dritten Läufigkeit waren erheblich!
Das Beispiel macht es deutlich wie wichtig die Entwicklung ist, denn das Zusammenspiel des gesamten Organismus erfordert ein Feinjustieren, was so viel Zeit in Anspruch nimmt.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#12
Hallo Thomas,



Was weißt du über die wissenschaftlichen Erkenntnisse, das Kastrationen in einem z. B. frühen Reifestadium, dazu führen können, dass Ersatzentwicklungen vom Organismus eingeleitet werden um die möglichen Defizite auszugleichen?


LG Hans Georg
Der Mensch hat das Sozialverhalten von Hunden tief greifend verändert (D. U. Feddersen - Petersen).
Antworten
#13
Hallo Hans Georg,
dann beginnt es sich zu differenzieren, den der Organismus reagiert im Notprogram bei einer Kastration, beim Rüden anders als bei der Hündin, weiter müsste man differenzieren, in welchem Reifestadium der Hund sich befand, welche Entwicklung von welchen Funktionen abgeschlossen sind und welche nicht. Für die unterschiedlichen Stadien und die unterschiedlichen Entwicklungsphasen liegen mir nur eingeschränkt wissenschaftliche Erkenntnisse vor.

Ich hoffe nicht dass der Eindruck entsteht, dass ich kastrierte Hunde abwerte. Die Diskussion bezieht sich allein auf Argumente, die gegen einer Kastration ohne Grund sprechen.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten
#14
Vielen Dank Thomas für Deine geduldigen Erklärungen! freuen


Das genannte "Notprogramm" in dem der Organismus doch mit erstaunlicher Anpassungsfähigkeit reagiert, wird allerdings von Befürwortern einer frühen Kastration etwas anders formuliert. zwinkern

Mir sagte selbst ein Tierarzt mal in vollem Ernst, die Geschlechtshormone wären beim Hund eigentlich nur für die Zucht von Bedeutung (als ich auf die Frage nach einer Kastration - unsere Hündin war ca ein Jahr alt - antwortete ich möchte die Hündin gerne ausreifen lassen)! ... Ich hab den TA dann recht bald gewechselt ... lachen
LG,
Ulrike.

[Bild: a010.gif] [Bild: a010.gif]
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