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Wird sie ein Servicehund light oder ein netter Trick-Hund?
#11
hallo,

ich selbst bin ja kein freund vom clickern, aber das ist ein anderes thema,

ich denke, für einen servicehund ist das clickern noch problematischer, weil das timing unglaublich wichtig ist, und ist es bei den leuten, dem dieser hund gehört, gesichert, das sie den clicker so einsetzen können, und das perfekte timing haben?

lg
tany
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#12
Anja schrieb:
Thomas schrieb:
Anja schrieb:Danach gingen wir noch etwas Fuß mit Hörzeichen durch die Fußgängerzone. Immer nur ein paar Meter, dann wird es aufgelöst und sie darf die Leinenlänge nutzen.
Warum?

Damit sie lernt, dass auf das Hörzeichen Fuß links vom Hundeführer so lange gegangen wird, bis es aufgelöst wird.
Ok, das handhabe ich offensichtlich anders.

Anja schrieb:
Thomas schrieb:
amazone schrieb:Ist das Klickertraining nicht gut?
Annette nicht für einen Servicehund
Den Grund dafür habe ich noch nicht verstanden. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du das noch mal für Blondgesträhnte erklären könntest.
Das Stichwort ist Bestätigungsverzögerung.
Beim Klickern, wird der Hund, wenn überhaupt nach einer Sekunde bestätigt. Wird dies über einen längeren Zeitraum ausgeführt, entstehen fehlende Gedankenverknüpfungen. Der Hund muss sich mit der ausgeführten Übung in Gedanken vereinigen können. Kommt jedesmal ein Klick, gab es einen Einfluss, der Hund muss nicht überlegen ob die Übung richtig war oder nicht, er wird bestätigt. Darauf muss man unbedingt die Übungen ausbauen, damit der Hund später eigene Entscheidungen treffen kann, oder dass er eine Möglichkeit anbietet die sich in unvorhersehbaren Situationen ergeben.
Das heißt dass ich den Hund bewusst Übungen beibringe, die ich verdeutliche, ausführen lasse, auflöse und in ein paar Minuten bestätige.

Ein weiterer Vorteil bietet sich, dass ich mir viele Zwischenübungen sparen kann, die ich zuvor mit Klicker konditioniert habe, dann den Klicker abgebaut habe und dann eine neue Übung mit eingebaut habe.
Zum Beispiel eine Übung mit Klicker.
Der Hund soll etwas aufnehmen(tragen), eine Tür öffnen, durchgehen, Tür schließen und den Gegenstand an einem Zielpunkt ablegen.
Mit Klicker muss ich das aufnehmen klickern, abbauen, das Türöffnen klickern, abbauen, die beiden Einheiten verbinden und klickern, dann abbauen usw usf.
Ohne Klick, übe ich das Aufnehmen, das Türöffnen, das Tür schließen, das ablegen. Das verbinden, der einzelnen Komponenten, kann ich dann bereits im Zusammenhang fordern, der Hund kennt was er tun muss, wartet auf keine Bestätigung und leistet diese Abfolge aus dem Erlernten und verknüpft die Abfolge aus dem logischen selbst.

Erlerntes wird zunächst in der Motorik gelernt, wird diese Motorik(Bewegungsablauf) ständig bestätigt, wird dazu nichts weiter benötigt.
Meine EC Pin, habe ich nicht im Kopf, ich muss die Tastatur sehen und dann folge ich den motorischen Ablauf, der mir mit dem Zugang meines Kontos bestätigt wird. (sofort und ohne Verzögerung!!!) Würde das Konto erst in ein paar Minuten frei gemacht werden, würde ich mir Gedanken über die Kombination machen, die Zahlen würde ich mir überlegen, ob diese auch richtig sind.
Autofahren! Wer denkt darüber nach, wann er bremsen muss? Das sind alles motorische Abläufe die wir unbewusst steuern.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#13
Nachdem ich so schnell nicht vom Clicker wegkomme, weil ich ehrlich gesagt noch keine bessere Idee in der praktischen Umsetzung und auch die Theorie dahinter noch nicht begriffen hatte, haben wir heute den Target indoor noch mal verfestigt. Das klappte heute sehr gut. Wir nutzten das für verschiedene Übungen, um Sheila irgendwo hoch zu bekommen. Wenn sie irgendwann mal Dinge durch die Gegend tragen soll, wird sie ja auch mit den Vorderpfoten irgendwo hoch müssen, um an Gegenstände heran zu kommen. Das funktionierte bei Gegenständen, auf die sie eh hoch geht, wie dem Sofa, schon sehr gut. Da fand sie auch interessante Lösungen, um so schnell wie möglich an den Antouchpunkt des Targets zu kommen.
Beim Versuch, sie mit den Vorderpfoten auf andere Gegenstände, Fensterbank und Telefontischchen zu bekommen, mochte sie noch nicht so richtig die Pfoten aufsetzen. Da bleiben wir dran. Auch müssen wir den Target außer Haus noch fester etablieren. Da sind andere Reize dann doch noch sehr wichtig.

Danach habe ich einfach noch etwas mit ihr gespielt und beim Zugreifen auf das Spielzeug Freude gezeigt. Dann hielt ich ihr eine PET Flasche hin, die sie auch nahm. Gefreut, fertig.

Das möchte ich gerne weiter ausbauen, dass sie lernt, alles in den Mund zu nehmen und auch zu halten/tragen. Diese Übung haben wir ohne Clicker gemacht.

Morgen ist Stadtgang mit der Gruppe von der Hundeschule, da wird Sandra mit ihr mitgehen.

Wie ich vom Clicker wegkomme und wie ich das stattdessen aufbaue, ist mir momentan noch ein Rätsel. Hab vorher nie mit dem Clicker gearbeitet und befand diesen hier so passend... aber das war wohl ein gewaltiger Trugschluss, den ich erst noch verstehen muss.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#14
Anja schrieb:Beim Versuch, sie mit den Vorderpfoten auf andere Gegenstände, Fensterbank und Telefontischchen zu bekommen, mochte sie noch nicht so richtig die Pfoten aufsetzen. Da bleiben wir dran. Auch müssen wir den Target außer Haus noch fester etablieren. Da sind andere Reize dann
Hallo Anja,
irgendwo muss ein gravierender Fehler liegen, den das konditionieren auf den Target ist Minutensache und wenn dieser dann sitzt, dürfen Übungen wie Du sie beschreibst nicht länger als ein paar Minuten dauern.
Da die von Dir beschriebene Übung nur dürftig beschrieben wurde, deute ich mal ein paar Punkte an, die die Vorgehensweise beschreiben sollen.

Der Target wurde bereits konditioniert.
Damit die Konditionierung beständig bleibt, sollten einige Nullpunkte als Zwischenschritte eingefügt werden.
Das heißt.
Der Hund soll mit den Vorderfüsschen auf den Telefontisch rauf.
Der Target beginnt neutral in der Luft
Target liegt am Boden auf
Target berührt den Boden und den Fuß des Telefontischs
Target berührt das andere Bein, in leichter Erhöhung
Target wird weiter höher angesetzt
Target wird auf den Tisch aufgelegt unmittelbar an der Kante
Verhalten beobachten
Unsicherheit?
Am Sofa neu beginnen vom Boden an
Ansonsten den Targetpunkt an erreichbarer Stelle setzen.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#15
Hmm. Wir haben die Dinge, die sie letztlich anzuspringen verweiterte, ähnlich aufgebaut, wie Du es da stichwortartig beschrieben hast.

In der Nähe der Fensterbank Target berühren lassen.
Näher zur Fensterbank.
Neben der Fensterbank so hoch, dass sie die Vorderpfötchen heben muss, um dran zu kommen.
Näher zur Fensterbank.
Unten am Heizkörper.
Höher am Heizkörper.
Auf der Fensterbank (die ist so niedrig, dass sie nicht hoch springen muss)
Und sobald wir dort höher sind, dass sie hätte leicht mit den Forderbeinchen in die Luft müssen, verweigerte sie.
Wir sind dann wieder ein Stück weg, damit wieder ein Erfolg eintritt. Liegt dort vielleicht der Fehler? Denn sobald wir wieder in die Nähe der Übung kamen, die sie vorab verweigerte, begann das Kratzen und Beschwichtigen.

Beim Telefontisch war es genauso.

Beim Sofa war alles überhaupt kein Problem. Egal wie hoch, egal wo das Ding hing, es wurde bestupst.

LG Anja

[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#16
Anja schrieb:Denn sobald wir wieder in die Nähe der Übung kamen, die sie vorab verweigerte, begann das Kratzen und Beschwichtigen.
Da wird von Euch eindeutig zuspät reagiert, denn mit ihrer Reaktion macht sie deutlich,"hey, seht ihr nicht dass ich mich nicht trau?"
Ihr müsst vorher variieren, damit ihre Sicherheit beständig bleibt.

Zeigt sie Unsicherheit und ihr reagiert darauf wie beschrieben, lernt sie durch ihr Verhalten, wie sie etwas abbrechen kann, was ihr nicht gefällt. Das kann im schlimmsten Fall auch zum Manipulieren führen.

Konzentriert Euch nicht auf die Übung selbst, sondern achtet mehr auf Sheilas Körpersprache und reagiert, bevor sie sich äußert.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#17
Okay. Dann ist es bei ihr ein Blickkontakt, den sie aufnimmt verbunden mit Erstarren, wenn sie nicht kann.

Dann war ich mit dem Fordern auf dem Holzweg. Also sollen es noch kleinere Schritte sein, um sie an etwas heranzuführen, immer mit Erfolg gekoppelt, richtig?

Danke für Deine Analyse. Manchmal sieht man echt vor lauter Bäumen den Wald nicht.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#18
Anja schrieb:Dann war ich mit dem Fordern auf dem Holzweg.
Nein, warst Du nicht, denn das Fordern ist schon wichtig, nur wenn Du erkannst, dass Du es nicht fordern kannst, musst Du sofort darauf reagieren und die Rangehensweise ändern.
Anja schrieb:Also sollen es noch kleinere Schritte sein, um sie an etwas heranzuführen, immer mit Erfolg gekoppelt, richtig?
Kleinere Schritte nur dann, wenn Du merkst dass es Schwierigkeiten gibt. Sonst sollte das Überlegen in den Vordergrund stehen.

Währe ich gemein, würde ich behaupten dass das schon die ersten Folgen vom Clickern sind. zwinkern
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#19
Thomas schrieb:Währe ich gemein, würde ich behaupten dass das schon die ersten Folgen vom Clickern sind. zwinkern
lachen Stimmt, dann wärst du gemein zwinkern

Ist übrigens ein hochinteressantes Thema!
Also tauscht euch fleißig weiter aus lachen

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#20
Sheila ist ein Phänomen. Eigentlich lustig, dass es mich jedes Mal auf"s Neue wieder so erstaunt, wie sie lernt.

Wir hatten ja letzten Montag mit dem Target im Haus gearbeitet, damit sie lernt, auf Möbelstücke ihre Vorderpfoten aufzusetzen, um eines Tages dort Dinge zu holen oder abzulegen. Sie zierte sich bei allen Möbeln außer dem Sofa, winselte und zeigte Stress.

Heute haben wir diese Arbeit wiederholt und sie war auf allen Möbeln, die diese Wohnung zu bieten hat. UNGLAUBLICH, dieser Hund.

Scheinbar muss sie sich einfach alles Neue einmal ansehen und beim nächsten Versuch ist alles selbstverständlich. Sie war hoch motiviert, zu arbeiten, so dass wir danach noch nehmen und geben von Gegenständen weiter gemacht haben.
Das baue ich momentan sehr spielerisch auf. Sandra traut sich noch nicht dran, was auch okay ist, da ich das sehr wichtig finde, dass Sheila gerne Dinge in den Mund nimmt. Heute haben wir mit einer Brausetablettenrolle, einer kleinen und einer großen PET-Flasche geübt.

Spielerisch bedeutet für mich, dass sie es mit Spaß und leichtem spielerischen Ansatz nehmen und aufnehmen darf, aber es wird nicht gekaut, gebissen, geblödelt, zwischen aufnehmen und wieder abgeben, denn diese Gegenstände sollen respektvoll behandelt werden, es sind ja keine Spielzeuge.

Wir waren heute SUPERzufrieden mit Sheilas Arbeit und werden uns dann am Mittwoch wieder den Hundebegegnungen widmen, die noch nicht so berauschend ablaufen. Damit wir wieder auf den Boden der Tatsachen zurück finden zwinkern .

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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