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Meine erste Präsentation vor vielen misstrauischen Fremden
#1
Habe am Dienstag einen spannenden Termin vor mir.

Bisher lief es bei mir immer so ab, dass sich einzelne Menschen bei mir meldeten, die irgendwie Hilfe in Sachen Hund brauchten. Dafür machte ich Vorstellungstermine aus, schaute mir die Leute an und sortierte sie entsprechend ihres Themas in Gruppen, Einzeltraining oder anderweitig ein.

Nun ist die Sache die, dass seit einigen Wochen von einem Verein, die eine externe "Hundepsychologin" für die Gruppen nach der Welpenzeit im Erziehungsbereich als Partnerin hatten, etliche Leute zu mir "übergelaufen" sind, weil sie dort entweder massive Probleme bekamen (Leinenpöbelei und andere Aggressionen) oder sie das Gefühl hatten, nicht mehr weiter zu kommen.

Das pikante an der Sache ist, dass diese externe "Hundepsychologin" eine Person ist, die ehemals bei uns im Verein mitmischte und sich von uns nicht im Guten trennte, weil unsere Einstellung in Bezug auf vernünftige Hundearbeit extrem weit auseinander driftete und Madame permanent auf ihrem angeblichen Studium herum ritt, aber praktisch leider nichts vorzuweisen hatte. Der eigene Hund ist nicht erzogen und hat ein massives Aggressionsproblem.

Der Verein hat sich aufgrund der "Überläufer" von der Person getrennt und nun mich angesprochen, ob ich nicht diesen Job übernehmen möchte. *hust*
Im ersten Moment war ich ehrlich ein wenig geschockt, kann es mir inzwischen jedoch sehr gut vorstellen.

Nun gibt es am Dienstag voraussichtlich einen Termin in einem Restaurant, bei dem ich meine Person und meine Arbeit nebst Sandra als Assistentin und Vertretung einmal vorstellen darf/soll/möchte, da mir wichtig ist, den Leuten nicht einfach vor die Nase gesetzt zu werden.

Der Stil meiner Arbeit unterscheidet sich schon massiv von dem meiner Vorgängerin, ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere einen Kulturschock bekommt.

Nun brüte ich über einer Ansprache und einem Konzept, wie ich mich einer Meute von Menschen präsentiere, die es vielleicht klasse finden, ein Leben lang mit dem Leckerlie vor der Nase und Kommando "schau" durch die Welt zu eiern und immer mehr zu meiden, nur damit man nie das Führen lernen muss...

Sehe da im Geiste 15 Personen mit verschränkten Armen sitzen, einen Haufen negative Energie und hoffe, den richtigen "Dosenöffner" zu finden.

Puh... drückt mir bitte einfach die Daumen, dass ich diesen Termin nicht versiebe und dass meine Nerven das mitmachen, mich Menschen zu präsentieren, die mich vielleicht eigentlich gar nicht wollen...

Sowas hatte ich noch nie...

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#2
Hi Anja,

das packst Du, da bin ich mir sicher.lachen

Du solltest vorher üben. Also Dir ein paar Vertraute einladen, oder Deinen Mann
vor Dich hinsetzen und das einmal so durchgehen, wie es nach Deiner Meinung
nach laufen soll.

Wenn Fragen gestellt werden, also während der Präsentation oder Deine Vorstellung,
sollte Dein Puplikum (Übungspublikum) das auch machen.

Natürlich ist alles individuell, also Deine Zuhörer Vorort, aber ein Handout hast Du Dir
ja sicher erstellt bzw. bist ja noch dabei es zu erstellen, es auszutüfteln. lachen

Ich habe schon viele Vorträge und Präsentationen im Laufe meines Arbeitslebens gehalten.
Das erste Mal ist immer sehr aufregend und ich war bei jeder Präsentation/Schulung
immer wieder von Neuem sehr aufgeregt weil es auch immer andere Themen waren.

Das waren auch bei mir fremde Menschen, Angestellten einer Krankenkasse und auch Kunden,
die zu Infoabenden eingeladen wurden und auch viele Fragen gestellt haben sowie
vor Kollegen die ich auch nicht kannte, um Íhnen Wissen zu vermitteln bzw. im Zuge
Ihrer Ausbildung.

Aber ich weiss das Du das locker packst und Lampenfieber gehört dazu.
Das ist menschlich.

Du weißt wer Du bist, wie Du arbeitest, was Du vermitteln willst und wie Deine
Linie ist, verstell Dich nicht und es wird mit Sicherheit ein Erfolg sein.

Es gibt immer Kritiker oder Leute die etwas anders sehen als Du.
Du bist nicht Deine Vorgängerin, also denke auch nicht an Sie, die ist weg,
die ist passee. Also negative Gedanken, Vorstellungen, ausblenden, die
hemmen Dich nur.
Auch die Gedanken zum Publikum.

Deine Überschrift, MISSTRAUISCHE Fremde, warum, warum glaubst Du,
das Sie misstrauisch sind?


Das alleine ist schon eine Sicht, die Du vergessen solltest.

Zu negativ, zu vorausschauend, Du weißt doch gar nicht was Dich erwartet,
also mahle es Dir nicht so schwarz aus.

Think positiv! Nobody is perfect und keiner wird von Dir erwarten das Du es bist.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#3
Hallo Anja

Warum glaubst du, dass sie dich nicht wollen??? Sie haben dich doch gefragt!

Sieh es doch mal anders herum: Diese Leute wollen von dir etwas, nicht du von ihnen.
Mit einer solchen Sicht der Dinge, kannst du vielleicht viel entspannter an die Sache herangehen.

Hätte ich allerdings einen solchen Termin, fände ich es in einem Restaurant nicht so toll.
Eine ähnliche Situation hatte ich mal, als ich meinem Hovigrüppchen hier das Clickern schmackhaft machen wollte. Alles totale Kritiker oder Nichtwissende, was ja nicht negativ ist.
Aber neben den theoretischen Grundlagen, habe ich auch ganz praktische Vorführung gemacht, indem ich die Menschen geclickert habe. Ein voller Erfolg und nun gebe ich einen Clickerkurs.

Das hätte ich mir in deinem Fall vielleicht auch nett vorstellen können, dass du deine Art mit Hunden zu arbeiten an den Menschen demonstrierst.
Aber das wird schon.

Viel Glück und Daumendrückgrüße
Gerti und Trudelinschen


Unvergessen Olga und Gustl
Antworten
#4
Oh je, kann mich noch an mein erstes mal erinnern freuen

aber wie Jasmin schon sagt, geh mit einer anderen Einstellung daran, schalt den Futzie in deinm Kopf ab oder um freuen

Wichtig ist es einfach, locker und soverän aufzutreten.

Bringe viele alltagssituationen mit rein, so das die Menschen sich wieder erkennen und wieder finden.

ich bin davon überzeugt, dass du es meisters, übe einfach vor kleiner lustiger Runde, und lass dich ruhig kritisieren und auch aus der Reserve locken, denn genau das kann dir dort auch passieren.

ich bin gespannt wie es laufen wird

lg
Tany
Antworten
#5
Hey, vielen Dank schon mal. Sehe schon, dass es richtig war, diesen Beitrag zu eröffnen.

küssen Jasmin für die Idee mit dem Handout, daran hätte ich in DIESEM Fall nicht gedacht. In meinem Welpenkurs habe ich für jeden Stunde ein Handout oder Skript, bei diesem Termin wäre ich darauf gar nicht gekommen.

Noch mal kurz zur Klarstellung bzw. Erklärung:

1) ich weiß von 2 "Überläufern", dass der Haufen misstrauisch ist

2) die Führungsriege des Vereins will mich haben, die Übenden wurden nicht gefragt, ob die Hundepsychologin gehen und ich kommen soll. Das wurde auf anderer Ebene entschieden. Ich soll denen quasi vor die Nase gesetzt werden, daher habe ICH auf diesem Termin bestanden.

3) Nebenzimmer eines Restaurants ist deshalb gut, weil sie auf dem Platz NIE alle konzentriert sind, weil sie ALLE nach ihren Hunden schauen, ständig einer kläfft oder Unsinn macht. Erfahrungswert. Es wird aber eine kostenlose Schnupperstunde zur Ist-Stand-Analyse geben, also ist dieses Treffen nur ein theoretischer Vorläufer.

4) Ich habe ÜBERHAUPT kein Problem damit, vor Menschen zu sprechen, habe schon massenhaft Erfahrungen und auch Übung in diesem Bereich. Vorträge halte ich aus dem Stehgreif, frei und max. mit Stichwortmanuskript für den GAU des verlorenen roten Fadens.

Der kleine aber feine Unterschied zu dieser Veranstaltung ist nur, dass bisher die Leute zu mir kamen, weil sie mich wollten. In diesem Fall will mich deren Vorstand... Unterschied verstanden?

Was die Vorgängerin betriff, so habe ich mir vorgenommen, dies ganz zu Anfang einmal kurz und ehrlich anzusprechen. Dass ich sie kenne, dass ich bereits mit ihr gearbeitet habe, daher weiß, WIE sie arbeitet und dass sich unsere Wege nicht im Guten getrennt haben und ich nun geneigt bin vorwärts zu schauen. Halte es für wichtig, das anzusprechen, um brodelnden Gerüchten keinen weiteren Vorschub, sondern ein paar Fakten zu geben.

Im Fortgang möchte ich meine Arbeitsphilosophie präsentieren, und 2 von den Überläufern habe ich für diesen Abend eben auch eingeladen, damit ich ggfs auf sie zurück greifen kann, wenn es um "vorher-nacher-Erlebnisse" geht.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
Antworten
#6
Nimmst du den Bären als Unterstützung mit?

So können die Menschen gleich sehen, wie du einen Hund führst, und du hast den Bären an deiner Seite, hat mir immer geholfen, wenn ich mich und oder meine arbeit vorgestellt hab

lg
Tany
Antworten
#7
Auch wenn der Vorstand Dich will, gibt es sicher auch Menschen in der Runde,
die mit Deiner Vorgängerin nicht so einverstanden waren.

Das ist normal, das auch sie nicht alle Symphatien hatte.

Sei Du selbst und ich bin mir sicher, Du wirst punkten.

Wegen dem Handout, Du schriebst ja Präsentation und da ist das
normal das man eines hat, so kenne ich das halt, auch wenn man es nicht nutzen muss,
oft kann man auch niedergeschriebenes besser umsetzen.
Ist eine Stütze, auch gedanklich, auch wenn man sie vielleicht nicht einsetzt
in so einer Runde im Restaurant.

Zumindest kannst Du Dir dort Punkte notieren, die Dir wichtig sind, die Du nicht
vergesssen möchtest anzusprechen oder zu erzählen.

Oft vergißt man ja einiges, vor allem wenn man evtl. abgelenkt wird weil
die Zuhörer in eine andere Richtung lenken.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#8
Präsentation war auf mich als Person bezogen. Hätte aber in jedem Fall ein Gerüst von einem Gesprächskonzept und Unterrichtskonzept schriftlich fixiert, nur nicht zum Mitnehmen. Finde aber gerade diese Idee besonders gut.

Der Anspruch an einen erzogenen Hund ist in diesem Verein generell etwas "anders" als ich es sehe. Schon bei meinem ersten Termin, wo ich nur mal die Gegebenheiten und Personen beschnüffeln wollte, sah ich vieles, was mich erschreckte.

Die Beschäftigungsgruppen, die den Hauptbestandteil der Vereinsarbeit ausmachen (Agility, Fährte, Flyball, alles reine Fun-Gruppen) mussten teilweise eingestampft werden, weil keinerlei Arbeit möglich ist, da der Grundgehorsam total fehlt. Das wurde mir auch von den Überläufern gesteckt.

Den Bären mitnehmen... ich lasse mir das noch offen. Zu einem praktischen Termin werde ich ihn in jedem Fall mitnehmen. Bei meinen ganzen Vorträgen hatte ich ihn auch dabei. Könnte mir schon denken, dass ich ihn mitnehme. Viel zeigen kann ich da in der Kneipe wohl nicht, nur eben, dass er sich ruhig in ne Ecke legen kann... zwinkern

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#9
Anja, sehe das als Chance.

Sie kennen das ja nicht anders wenn sie nie eine andere Schule besucht
oder gesehen haben.

Du kannst Ihnen jetzt zeigen, das es auch anders gehen kann.

Das z.B. der Start mit Agility auch Voraussetzungen wie Grunderziehung,
mit sich bringt damit der Parcour überhaupt normal gelaufen werden kann.

Ich bin mir sicher das diese Dame nicht alle auf Ihrer Seite hat.
Das ist ganz normal in so einem Kreis, das es auch welche gibt, die sie nicht
so mochten oder überzeugt von ihr sind und waren.

Und Gaststätte (ist sicher ein Gesellschaftsraum/Zimmer) finde ich absolut
ok.
War ja auf dem Kastrationsvortrag und da waren wir auch in einem Restaurant
hier im Ort in einem Gesellschaftsraum.
Es war genug Platz und eine normale, angenehme Atmospähre.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#10
(29.05.2010, 18:56)Anja schrieb: Die Beschäftigungsgruppen, die den Hauptbestandteil der Vereinsarbeit ausmachen (Agility, Fährte, Flyball, alles reine Fun-Gruppen) mussten teilweise eingestampft werden, weil keinerlei Arbeit möglich ist, da der Grundgehorsam total fehlt. Das wurde mir auch von den Überläufern gesteckt.

Anja, ist doch toll wenn der Vorstand in diesem Verein merkt, es muß sich was ändern.
Glaub mir, sie werden sich schon Meinungen von Mitgliedern eingeholt haben, denn Sie müßen vor den Mitgliedern diese Entscheidung rechtfertigen. Ich würde mir wünschen, dass unser Vorstand endlich mal den Hund nicht nur als Sportgerät, sondern als "Partner" des Menschen, oder wie ich immer sage "mein Kumpel" sehen würde.

LG Sabine
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