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Chemische Kastration bei Führhunden
#1
Hallo

F?hrhunde werden f?r ihre sp?tere Arbeit in der Regel fr?h Kastriert. Das wird begr?ndet damit ,das Fr?hkastraten nicht das territoriale Gehabe eines Unkastrierten Hundes zeigen ,sowie die Verhaltensunsicheren Momente ausgesschaltet werden ,wenn die Hormone Sprechen.

Nun weis hier jeder das ich ein vehementer Gegner von Kastrationen ohne medizinischen Grund bin.
Auch habe ich gro?e Probleme damit das nicht alle ausgew?hlten Hunde diese Ausbildung erfolgreich absolvieren und sp?ter ihrer Arbeit zugef?hrt werden.
Diese Hunde sind und bleiben dann Fr?hkastraten ,sicher noch wunderbare ,gut erzogenen Familienhunde,aber auch mit allen Nachteilen der fr?hen Kastation.

Nun gibt es seit neuestem ein neue chemische Kastration. Die fr?her benutze chemische Kastration stand in Verdacht speziell bei Gro?hunden (das sind F?hrhunde nun mal) irreversible Knochensch?den aus zu l?sen.
Das Problem soll nun gel?st sein.

Nun meine Fragen :
Hat jemand bereits Erfahrung mit diesem neuen Medikament gemacht?
Ist es m?glich das F?hrhunde intakt bleiben und ihr Leben lang unter dieses Medikament ,gesetzt werden ,ohne Gesundheitssch?den zu erleiden?

Kann man wirklich keinen F?hrhund ohne Kastration ausbilden?
Ist es m?glich Hunde zu F?hrhunden auszubilden, die in einem gewachsenen Familienrudel aufwachsen ?

L.G.
Wotan
Antworten
#2
ich wei? nicht, wie es in Deutschland abl?uft.
In England hat die Guide Dogs for the blind ein eigenes Zuchtprogramm.
Die Welpen kommen bis zum Erwachsenenalter in Adoptivfamilien, die sie entsprechend den Vorgaben gro?ziehen. Die Erfolgsquote ist hoch.
Soweit ich wei? werden nur H?ndinnen genommen und diese werden kastriert. Allerdings hat mich damals nicht interessiert in welchem Alter.
Bei H?ndinnen durchaus sinnvoll, k?nnen doch Blinde aufdringliche R?den schlecht abwehren.
Antworten
#3
Hallo Elvira,
auch ich bin ein Verfechter von Kastration ohne medizinischen Grund. Doch die Kastration ist aus nur einem Grund beim Führhund unumgänglich. Wegen des Fortpflanzungstriebes.
Dieser Trieb ist zwar aus meiner Sicht nicht allein von den Hormonen abhängig, was jedoch ein anderes Thema wäre, doch aus Sicherheitsgründen bleibt eine Kastration unentbehrlich.

Führhunde werden ähnlich ausgebildet wie Servicehunde, wozu ich auch einen kleinen Einblick in das vorauszusetzende Verhalten des Hundes geschrieben habe.

Im Theoretischen würde es bedeuten, dass ein derartig ausgebildeter Führhund keine Kastration benötigen würde, weil sein Handeln, seine Aufmerksamkeit und seine Prioritäten, ganz klar ausgerichtet sind.
Doch wenn man bedenkt, welches Risiko ein Führhund oder auch Servicehund darstellen kann, ist eine Kastration ein gerechtfertigter Eingriff, der unter Umständen ein Menschenleben retten kann.

Leider ist dieses Thema noch weiter auszuholen, weil Führhunde auch unter politische Gegebenheiten zu leiden haben.
Fakt ist, dass der Führhund wesentlich höher in der Nachfrage ist, als das Angebot. Diese "Marktlücke" machen sich Geschäftsleute zu Nutze und können sich leider immernoch in diesem Bereich behaupten.
Viele Organisationen versuchen schon seit Jahren dagegen anzugehen, jedoch immernoch ohne Erfolg und nur mäßigen Aussichten.

Einen Führhund entsprechend auszubilden erfordert mehr als ein Fulltimejob, es erfordert Herz und eine Menge an Interesse der betroffenen Menschen.

Eine Kostenaufstellung werde ich hier noch veröffentlichen, um den finanziellen Aufwand über 1,5 bis 2 Jahre zu verdeutlichen.

Diese noch folgende Kostenaufstellung wird von Geschäftsleuten so stark gestutzt, dass sie Möglichkeiten haben, Führhunde zum Teil unter 17.000,00€ statt den knapp kalkulierten 25.000,00€ anbieten können.
Bei diesen Unterschieden, wurden die Krankenkassen hellhörig und reagierten aus wirtschaftlich verständlicher Sicht. Ein Teil der Kassen, versuchte es, Führhundschulen unter Vertrag zu nehmen und erreichten dadurch einen max. Preis und zwang andere Schulen anders zu Kalkulieren.

Das hatte schnell zu Folge dass es neben vermehrte Klagen wegen freie Führhundschulenwahl auch die geschäftstüchtigen Führhundschulen reagierten, da sie nicht mehr alleine so niedrige Preise anboten.
Die Folgen sind aus meiner Sicht verheerend, denn die Welpenselektion ist toleranter, Welpen werden nur günstig eingekauft, Welpen werden selbst gezüchtet, (was Du wohl auch weißt, mit welchem Aufwand das verbunden ist), Führhunde werden aus anderen Ländern fertig ausgebildet eingekauft, nachgearbeitet und Verkauft wie ein Stück Ware, günstiges Hundefutter, weniger Personal, Familienmitglieder werden mit eingebunden und die Ausbildung der Hunde beinhaltet verständlicher Weise nur das Mindestmaß.

Bevor ich auf Deine Frage zurückkomme, stellt sich vielen vorab die Frage, warum die betroffenen Menschen bzw. die zukünftigen Frauchen/Herrchen das akzeptieren oder hinnehmen.

Nun, mit welchen Gefühlen man sich auf einen Hund freud, dürfte jedem hier bekannt sein, doch hier geht es nicht nur um einen Hund, sondern auch um ein Stück Lebensqualität, die die Menschen dazu gewinnen.
So überblendet auch hier die Euphorie die Vernunft. Weiter bilden sich viele ein, vorhandene Probleme in den Griff zu bekommen, wenn sie sich und dem Hund Zeit geben.
Und dann passiert etwas, was Tanja (Kira Puppi) mir bestätigen kann.
Die ja schon blinden Menschen werden blind. Sie sehen und erkennen die Probleme nicht und wollen diese nicht akzeptieren, wenn sie von außerhalb erkannt werden. Jeder der betroffenen Menschen, wird nur im schlimmsten Fall Hilfe suchen, was leider immer häufiger wird.
Ich habe selbst Fühhunde kennengelernt, die nur an einem Bordstein stehenbleiben können und mehr nicht. Es war erschreckend wie zufrieden dieser Halter mit seinem Hund war/ist und wer von diesem Hund liest, denkt einfach nur wow. (Tanja, ich glaub Du weißt sogar wer)

Jetzt aber endlich zu Deiner Frage und warum ich soweit ausholen musste.
Das Verhalten und die sexual Prägephase sind zu beeinflussen. Das heißt dass ich bisher alle Hunde soweit lenken konnte, dass das Verhalten ohne Unterdrückung in einer nur sehr geringen Triebform zeigte. Hier gibt es einige, die meine Hunde kennen und alle können bestätigen, dass meine Hunde kein aufreiten kennen, Markieren nur an freigegebenen Stellen vorkommt, kein Interesse an anderen markierten Stellen in der Stadt und an Wegen. Meine Hunde können kommunizieren, Ärger aus dem Weg gehen und Streit schlichten, unabhängig ob Rüden, Hündinnen oder davon Kastrate sind.
Das bringt mir den Vorteil, dass ich meine Hunde 3 Monate vor eine bevorstehende Übergabe kastrieren lasse, jedoch nicht unter 18 Monate.
Um Hunde derartig zu orientieren, erfordert es viel Zeit, die in den ersten Monaten von höchster Wichtigkeit ist und es erfordert in der sexuellen Prägephase intensives Orientierungstraining.
Dies ist eine Grundlage, die leider aus obenstehenden Gründen in keiner Kalkulierung vorkommt. Somit bleibt vielen Schulen nur die Möglichkeit auf Kosten der Gesundheit, das Verhalten anders zu orientieren.
Für mich hat die vollständige Entwicklung nicht nur mit dem Sexualtrieb zu tun, sondern auch die untereinander bedeutenden Funktionen der Bildung von Hormonen in diesen Phasen.

Was spricht gegen eine chemische Kastration?
Die Chemische Kastration muss durch Pharmaka verabreicht werden. Das verabreichen erfordert Disziplin und das Verständnis der Notwendigkeit.
Nun sind Menschen jedoch zu beeinflussen und somit bleibt ein Restrisiko, dass auf Grund von Beeinflussung das Präparat abgesetzt werden könnte und somit Risiken in der Zuverlässigkeit des Führhundes entstehen können.
Diese Risiken darf es einfach nicht geben, wenn es um Menschenleben geht.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten
#4
hallo,

@thomas, schade jetzt warst du schneller als ich, aber ich hätte es nicht besser sagen können freuen

Ich habe ja auch sehr viel mit führhunden zu tun, und hab ja auch selbst einen in der familie.
ich lese oder erlebe öfter sachen mit ausgebildeten führhunden wo ich denke es kann doch nicht wahr sein, aber da wie thomas schon schreibt, jeder führhunde ausbilden kann, kommen dann eben auch immer so sachen vor, das hunde vieles gar nicht gelernt haben, oder auch, dass sie vielleicht gute führhunde sind, also ihren job gut machen, aber ansonsten sind diese hunde so dermaßen schlecht sozialisiert, wo ich denke, das kann doch kein ausgebildeter hund von einem trainer sein
und seit vielen jahren gibt es z.b. die qualitätskrieterien für führhunde bzw die trainer, wo drin geregelt ist, was ein führhund können sollte, und was unerwünschte verhaltensweisen sind (z.b ausgeprägter jagdinstinkt), und seit jahren gibt es einen kampf, das der führhundtrainer ein annerkannter beruf ist, aber deutschland schafft das einfach nicht.
ich beschäftige mich auch sehr viel mit den führhunden aus anderen ländern, wo der führhundtrainer eben ein anerkannter beruf ist, sicher gefällt mir dort auch nicht alles, was die dort machen, aber das ist ja wieder eine andere sache. ich will damit einfach sagen, das andere länder sowas in den griff bekommen, das eben nicht jeder sich führhundtrainer nennen kann, und so eben eine große gefahr ausbleibt, denn ich habe das gefühl, einige ausbilder hier in deutschland, sind sich garnicht im klaren darüber was sie tun, die bilden zwar hunde aus, aber denken nicht dran, das der blinde mensch diesem hund dann sein leben anvertraut. ich höre auch immer wieder, das viele trainer sich hier in deutschland nicht traun, unter der dunkelbrille (also nichts sehend) mit ihren selbst ausgebildeten hunden zu laufen, sie sagen dann, sie trauen diesem hund nicht. aber wenn sie dem hund nicht trauen, den sie selbst ausgebildet haben, wer soll diesem hund dann noch vertrauen?

aber ich muss auch sagen, das es hier in deutschland auch gute führhundtrainer gibt, nur leider sind es sehr wenige. es gibt jetzt aktuell glaub ich 100 führhundschulen in deutschland, und man könnte annehmen es werden jeden tag mehr, denn viele sind der ansicht, das man damit eine menge geld verdienen kann, und diese leute sind auch der meinung, das führhunde ausbilden ja einfach ist.

ja was soll ich sagen, armes deutschland

in diesem sinne, wünsche ich einen schönen montag und eine schöne woche

lg
tany
Antworten
#5
Hallo
Vielen Dank für eure Antworten ,sie haben mir in meinen Gedankengängen sehr viel weiter geholfen.

und deshalb gleich die nächste Frage :
Für wie aussagekräftig haltet ihr den Campell Welpentest bei der Auswahl von geeigneten Hunden
zum Dienst bei Menschen mit Handicap?

L.G.
Wotan
Antworten
#6
Wotan schrieb:Für wie aussagekräftig haltet ihr den Campell Welpentest bei der Auswahl von geeigneten Hunden
zum Dienst bei Menschen mit Handicap?
Hallo Elvira,
diesen Welpentest betrachte ich als Test, den jeder Welpenkäufer anwenden sollte, jedoch für meine Arbeit wäre dieser nicht aussagekräftig genug.
Ich teste die Welpen in der 3. Woche, dann in der 6. Woche und vorm abholen in der 9. Woche.

Wie mein Test aussieht, was ich in welcher Woche teste und warum, schreibe ich ausführlich in ein seperates Thema.

Den einzigen Grund dieser Tests, sehe ich jedoch darin, Zeit zu sparen. Zeit die ich weniger in der Ausbildung benötige, wenn ein Hund Eigenschaften hat, die ich nicht ändern muss. Das ist ein Kostenfaktor, der so gering wie möglich gehalten werden muss.

Jedoch unumgänglich ist die Vorraussetzung das die Welpen gesund sind und entsprechend geprägt und sozialisiert wurden. Der Rest lässt sich ändern.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
Antworten
#7
hallo,

ich denke wie thomas, das der campeltest für leute ganz interessant ist, die sich einen welpen anschaffen, aber nicht für servicehunde, dazu ist er nicht aussagekräftig genug.

ich habe während meiner ausbildung den biotonustest von trumler kennen gerlernt, und auch schon bei einem wurf durchführen dürfen, ist allerdings auch nicht für servicehunde aussagekräftig, das selbe gilt für den sechswochen test von jan nijboer

ich selbst bilde ja noch keine servicehunde aus, das is nur noch eine frage der zeit, bis ich den ersten welpen für die blindenführhundausbildung suche, und den werde ich dann auch ausgiebig testen

lg
tany
Antworten




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