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Akustikhunde / Signalhunde
#1
Jeder der in einer stressigen Stadt wohnt, wünscht sie sich, die absolute Ruhe. Doch jeder der sich Ruhe wünscht, weiß dass diese nicht auf Dauer und uneingeschränkt sein wird.
Denn in der Ruhe sind Naturgeräusche wie das zwitschern der Vögel, das plätschern des Regens, die Windgeräusche und evtl. das rauschen der Wellen am Meer meist trotzdem vorhanden.

Doch die absolute Ruhe ist eine Qual für betroffene Menschen.
Immer wieder höre ich von Leuten denen man es beschreiben möchte,
"ach meine Oma ist auch taub, und der geht´s gut"
Dabei denkt niemand daran, dass es sich meist nicht um absolute Gehörlosigkeit handelt und dass die Schwerhörigkeit meinst über Jahre ein stufenloser einschleichender Vorgang ist. Und auch kann man einen alten Menschen nicht mit einem jungen Menschen vergleichen.

Auch ist die Gehörlosigkeit nicht damit zu verwechseln, wenn man sich einen Hörschutz vom Bau auf setzt und auch nicht einen Walkman mit lauter Musik in die Ohren stöpselt und somit nichts mehr vom Umfeld wahrzunehmen.

Wie wichtig das Gehör ist, zeigen Untersuchungen, bei denen Menschen ihre lieblings-Musik in erhöhter Lautstärke hörten. Als sie unter Stress gesetzt wurden, haben die meisten Probanden die Musik ausgemacht, weil dies dann zum Störfaktor wurde und das Gehör sehr wichtig für die Empfängnis für Gefahren ist.

Was aber machen Menschen, die nichts ausmachen oder absetzen können, wenn sie im Stress sind?

Man stelle sich nur eine Fußgängerzone vor, wo aus allen Richtungen etwas kommen kann.
Zwar müssen es nicht immer Gefahren sein, aber zu wissen, das etwas auf einem zukommt und man es nicht bemerkt ist etwas sehr Schlimmes.
Für Gehörlose ist es genauso schlimm, angesprochen zu werden, ohne dass sie es bemerken. Es ist beschämend, wenn man als unhöflich angesehen wird und meidet meist diese Situationen.
Häufig beschreiben Betroffene Verfolgungsängste, wenn sie alleine durch einsame Straßen gehen oder einfach mal in einen Park gehen wollen.

Aus diesen Gründen trauen sich viele Gehörlose nicht aus dem Haus und verstecken sich in ihrem Haus, wo alles auf optische Signale ausgelegt ist.

Doch auch zu Haus gibt es Situationen, die frustrierend sind, denn meist klingelt es an der Tür, wenn man außer Sichweite der Lampe ist, die für die optische Anzeige dient.

Wenn Durchzug ist, Fenster und Türen knallen, kann man es nur merken, wenn man im Zug steht oder man in Richtung des Fensters sitzt.

Im Sommer wenn alle ihre Fenster offen haben, merkt man den Regen nur, wenn man es sieht, oder wenn es kälter wird, doch meist ist dann schon der Regen rein.

Man verliert Gegenstände und merkt es nicht. Das Wecken funktioniert nur mit einem lästigen Vibrationsalarm usw. usf.


Der Akustikhund / Signalhund wird auf alle angepassten Schwierigkeiten ausgebildet und Betroffene erlangen dadurch ihre Lebensqualität wieder.

Das Wesen:
muss noch belastbarer sein als es bei Blindenführhunden sein muss. Die Hunde müssen absolut stressresistenz sein und in der Lage sein über viele Stunden zu arbeiten.

Geeignete Rassen:
alle Hunde über 30cm Schulterhöhe

Ausbildungsdauer:
je nach Schwierigkeitsgraden aber mind. 2,5 Jahre

zur Grundausbildung gehören
Das Signalisieren im Haus von:
  • unterschiedlichen Türklingelgeräuschen (Klingel unten & oben)
  • Durchzug
  • Regen
  • verloren Gegangene Gegenstände (auch bringen)
  • Wecken
  • Notruf über Telefon

Outdor:
  • Verkehrsfeste Sicherheit zur Unterstützung mit entsprechender Signalgebung bei unterschiedlichen Situationen
  • Signal bei Ansprache
  • Notruf

Die Zuverlässigkeit muss dabei ausnahmslos sein, da die meisten Gehörlosen entweder Sprachstörungen haben oder garnicht sprechen können.

Signale werden in Gebärdensprache gegeben oder anders eingenst erstellte Signale.

Wer mal mit Gehörlosen kommunizieren möchte, der soll sich ruhig trauen, denn man freut sich doch immer Menschen kennenlernen zu dürfen.
Eine Hilfe dabei bekommt man HIER

Das Interessante bei diesen Hunden ist, dass sie weniger nachgeschult werden müssen als Blindenführhunde, denn die werden meist viel zu viel zugequatscht.

Fragen dazu? Sehr gerne freuen
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#2
Hallo Thomas,

ein toller Beitrag freuen

ich hoffe du hast nichts dagegen wenn ich mich dadurch ein wenig inspierieren lasse, da ich für unsere Dogxaid Vereins Homepage grade, die Aufgaben der verschiedenen Servicehunde erläutere.

Ein Guter Bekannter der ja schon eine Fahrradtour mit Blinden von Bremen nach Singapur gemacht hat, startet jetzt ein neues Projekt, er will mit Gehörlosen und Rädern durch Lateinamerika

lg
Tany
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#3
kira puppy schrieb:ich hoffe du hast nichts dagegen wenn ich mich dadurch ein wenig inspierieren lasse,...
deshalb schreibe ich es hier öffentlich zwinkern
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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#4
freuen
danke

lg
tany
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#5
Hallo Thomas, hast Du schon einmal einen solchen Hund ausgebildet, oder bist Du gerade dran?

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#6
Ja, ich habe solche Hunde ausgebildet, der letzte war als wir noch Kontakt hatten, allerdings war dies auch der einzige, den ich ausgebildet hab, der bereits 3 Jahre alt war.

In der Regel bevorzuge ich die Ausbildung vom Welpenalter an.

Das Thema ist momentan nur wieder aktuell, da ich eine Anfrage darauf habe.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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