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Ich will meinen Hund verstehen!
#1
Gria? enck,

sagen die Tiroler f?r "gr?? euch". Aber macht euch keine Sorgen, ich habe mich einige Zeit in Norddeutschland herumgetrieben und kann mich manchmal auch verst?ndlich ausdr?cken. zwinkern

Wer meine Vorstellung gelesen hat weiss, dass wir vor einem halben Jahr einen Hund aus dem Tierheim bei uns aufgenommen haben, einen unkastrierten R?den, ca 2 Jahre alt, geboren in der T?rkei und - Vorurteile hin oder her - ein echter t?rkischer Macho: "Ey, was kuckst du. Ich hau dir gleich eins in die Fresse!" Wenn man diese H?rde mal genommen hat, ist er zuckers??. Vorsichtig, unsicher - aber wirklich lieb. (Sag ich ja: echter Macho eben...)

Bisher habe ich nur 1 und 1/2 Welpen aufgezogen - und das war gar nicht so schwer. Ein erwachsener Hund mit Vorgeschichte stellt mich allerdings vor neue Herausforderungen.

Unser kleiner Macho hat einige Unarten: Er p?belt andere Hunde an, wenn sie am Halsband an ihm vorbeigezerrt werden. (Mit seinen rund 20 kg f?hlt er sich dann an wie ein 50kg-Rottweiler...) Ansonsten kann er gut mit anderen Hunden, auch wenn ihn Hundebegegnungen ziemlich aufregen und er vor lauter Aufregung erstarrt, hektisch herumschnuppert und pinkelt, nicht mehr ansprechbaer ist. Ist ok. Er wurde gut 1 1/2 Jahre in dem Glauben gelassen, dass er Angst vor anderen Hunden hat. Am besten kann er mit "richtigen" Hunden. Mit wirklich dominanten Hunden, die z.B cool aber deutlich R?denp?beleien unterbinden. Mit denen will er am liebsten spielen: Rempeln, laufen, balgen.

Was mir mehr Sorge macht: Er schnappt nach fremden Menschen. Sehr selten und f?r mich ohne erkennbares Muster. Und er verteidigt "sein Reich" gegen jeden - nicht nur selten sondern immer. Auch gegen Leute, die er kennt und mag. (Nein, nicht gegen uns, nicht gegen meinen Mann und mich. Wir d?rfen alles.)

Tja, und nun l?uft der Hund entweder an der Leine oder mit Maulkorb. Das ist nicht das, was ich mir von einem "Hundeleben" vorstelle...

lg
Gundi





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#2
Hallo Gundi,

hab grad nochmal in deinen anderen Beitr?gen geschn?ffelt, um zu gucken was du so von eurem Wauz geschrieben hattest. Da steht nicht wirklich viel informatives, also nichts, was einen irgendwelche Schl?sse ziehen l??t. (bis auf die Bilder, aus denen schlie?e ich das dein HUnd ne Knutschkugel is lachen )

Ein Satz hat mich bissl aufhorchen lassen:
gundi schrieb:....Nein, nicht gegen uns, nicht gegen meinen Mann und mich. Wir d?rfen alles...

Ich hab das bei meinem Joey auch ganz lange so gedacht, war der Meinung, dass ich sehr wohl mit ihm klar komme und nur andere sich nicht genug auf ihn einlassen um ihn zu verstehen.

Schreib doch mal bissl was ?ber euer Zusammenleben, vielleicht kann man da schon etwas draus zusammenreimen...
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#3
Hallo Gundi

Wo steht geschreiben das ein Hund sich von jedem anfassen lassen muss.
Jeder Hund hat eine pers?nliche Individualdistanz und everybodys Darling is everybodys ask.

Bevor ich meinem Hund einen Maulkorb anziehe,sorge ich erstmal daf?r das man Hund nicht ohne meine Erlaubnis betatscht wird.

Einen selbstbewussten Hund bekommt man nur wenn man selbst in der Lage ist seinen Hund jederzeit zu besch?tzen und zwar vor genau den Leuten die der Meinung sind das sie an jedem Hund rumfummeln k?nnen.

Dein Hund w?rde sofort sp?ren das du Herr der Lage bist und bei Menschen ,wo du das anfassen toleriert mit ziemlicher Sicherheit es auch tolereieren.
Unsere Hunde haben den ganzen Tag nichts anderes zu tun als uns zu beobachten.
Bist du unsicher oder ist dir eine Situation unangenehm ,dann reagiert er genauso.

Nat?rlich sollte man Leinenp?beln und Schnappen nicht unbedingt tolerieren ,aber da kann dir ein Trainer vor Ort besser helfen ,weil es sich meist um indivduelle Probleme handelt und ein allgemeiner Rat zwar n?tzlich aber nicht unbedingt Probleml?send ist.

F?r mich gilt : Wenn ich gefragt werde beisst der kommt von mir ein schlichtes Ja
Und ooch ist der s?ss ,dann schreie ich schon Vorsicht der hat Fl?he .
Das verhindert sehr nachhaltig das meine hunde sich knuddeln lassen m?ssen von Fremden.
L.G.
Wotan
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#4
ein heya dir Gundi,

ja, Maulkorb ist wirklich ein Ding, das Hunde erst mal verwirrt und sie so einengt, das es vielleicht in die entgegengesetzte Richtung wirken kann.

Wenn ich mir deinen Text so durchlese, sagen mir meine Gedanken erst einmal, wieso magst du deinen Hund verstehen? Du verstehst ihn doch sehr gut. Jetzt ist es denke ich nur noch der Schritt, das du als Mensch sein "Maulkorb" wirst. Elvira hat das sehr schön umschrieben, ich kann auch nur einen guten Hundetrainer in deiner Umgebung empfehlen. Um deinen Mut ein bischen herausfordern, möchte ich noch sagen, das ich erst vor kurzem einem Hund mit seinem Menschen helfen durfte und er heute keinen Maulkorb mehr tragen muss.

Es ist möglich, ich drücke hier die Daumen, das du einen guten Hundetrainer bei dir findest!!

Viel Erfolg und halte uns doch auf dem laufendem.

Grüsse

Jacky, die grade keine Daumen mehr zum tippen frei hat. zwinkern

.... Um die Natur erkennen, muss Mensch ihre Geschöpfe verstehen.
Um ein Geschöpf verstehen, sollte Mensch in ihm den Bruder sehen.....
[Bild: helgaslotussmiley.gif]
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#5
Hallo und gria? enck,

Vielen Dank f?r eure netten Antworten. Nat?rlich w?re ein Hundetrainer vor Ort das Beste. Wir hatten anfangs auch eine Trainerin. Allerdings hat das nur zur allgemeinen Verunsicherung beigetragen, wof?r die Trainerin am wenigsten konnte. Es war einfach zu fr?h, der Hund war noch nicht wirklich "zu Hause" bei uns (und wir nicht bei ihm) und von Termin zu Termin war alles anders.

Diese Trainerin hat ihre Hundeschule inzwischen aufgegeben und jetzt suche ich wieder. Hundevereine gibt"s zwar genug, aber die bieten keinen Einzelunterricht an. (Vielleicht hat ja jemand einen Tipp?)

Ich bin ein bi?chen erstaunt, dass ihr den Maulkorb kritisch seht. (Jetzt habt ihr ein Problem: Ihr werdet mich nicht so schnell los. Weil ich sehe ihn auch kritisch. lachen )

Im Ernst: Ich bin mir mit mir selbst nicht einig. (Ja, das ist nicht gut f?r den Hund...) Sooo viele Leute haben gefragt: "Wie w?r"s denn mit einem Maulkorb? Dann kannst du ruhiger und gelassener sein. Und vor allem: Es gibt Leute, die haben einfach Angst." Ja, es gibt Leute, die haben Angst... kopfkratz

Noch mehr Leute habe ich getroffen, die der Ansicht waren: "Mit Maulkorb lernt er"s ja nie. Schnappen tut doch nichts, das kann schon passieren. Das wird schon." Eigentlich sollte ich dankbar sein, dass der gr??te Teil der Menschen hier, sich so wenig beeindrucken l??t.

Aber es gibt eben die, die Angst haben. Sie sind die "beliebtesten Opfer", logisch. Sie sind die, die dann vielleicht auch noch "falsch" reagieren. Das ist ein verdammt schmaler Grat zwischen Verantwortung und Mut...

Jetzt erz?hle ich mal 2 Beispiele, damit ich hier nicht nur herumphilosophiere:

1) Wir gehen durch den Wald, in 2 Stunden treffen wir h?chstens 3 Leute. Den ersten sehen wir kommen, Hund schaut kritisch, schaut mich an, ich kann ein Gespr?ch beginnen, Mensch redet den Hund kurz an ("Bist du ein netter. Mu?t keine Angst haben.") - gut ist. Der zweite hat ein bi?chen Respekt vor Hunden (was der Hund im Gegensatz zu mir sofort merkt), er wird kritisch be?ugt - und kann geschnappt werden. Der dritte kommt joggend um eine un?bersichtliche Kurve - wird angesprungen, geschnappt, wenn er sich unbehaglich f?hlt, "weggeboxt", wenn er cool ist. Wenn wir hingegen irgendwo unterwegs sind, wo wir laufend Leute treffen, interessiert er sich nicht sonderlich. Au?er vielleicht f?r einen unter 100 oder 200.

2) Wir sind in der Hundezone. Ein neuer Hund kommt mit seinem Herrchen, alle Hunde wetzen zur T?r. Mensch dr?ngt sich durch, wird ein bi?chen nerv?s, weil ein Hund rausl?uft, breitet die Arme aus - und wird von meinem Hund geschnappt, w?hrend sich alle anderen Hunde nur ?ber die Neuank?mmlinge freuen.

Irgendwie ist er ja eh so normal, der kleine Macho...

Nur so was wie "Grundvertrauen" hat er nie lernen d?rfen. Ich hoffe, dass wir das bei ihm schaffen. Weil sonst muss ich lernen, Angst oder Unsicherheit oder Ablehnung oder... schneller zu riechen als ein Hund. Es wird auf alle F?lle noch Zeit brauchen. Bis dahin behelfen wir uns u.a. mit dem Maulkorb. Ob uns der hilft oder im Weg steht, wei? ich im Moment selbst noch nicht. Oder ob ich einfach nur feig bin. verwirt

Ich erwarte nicht, dass ihr mir handfesten Vorschl?gen helfen k?nnt. Ihr kennt uns nicht. Ein Hund der nach vorne geht, ist immerhin mit Vorsicht zu genie?en. Da muss uns wirklich ein Trainer vor Ort mal von au?en zusehen und meine blinden Flecken entlarven. Aber es tut trotzdem gut, es los zu werden. Sorry, dass es so lang geworden ist.

Nur ganz schnell noch was sch?nes, weil die tollen Momente ja doch ?berwiegen und ich nicht die Problemw?lzerei mit ins Bett nehmen will: Heute fr?h ist er hinter mir durch einen sprudelnden Gebirgsbach gestapft, durch den er sich bisher nicht getraut hat. Er hat ganz genau geschaut, wo ich meine F??e hinsetze und ist konzentriert hinter mir her, ist sogar meiner Hand gefolgt, als er mal unsicher wurde. Sein Blick danach, zum Schmelzen! Kopf hoch zu mir, die Ohren flappen zur?ck - K?nnen Hundeaugen eigentlich so was wie "Triumph!" sagen? Und obwohl er dann so besch?ftigt war, die gr??ten ?ste aus dem Wasser zu zerren, ist er bei jedem "Hier!" mit fliegenden Ohren herged?st - aber nur ganz kurz, weil: "Frauchen, sorry, mir haut sonst der Ast ab." lachen Mein Schnuup doggy dog...

Gute Nacht
Gundi
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#6
Gria? Di Gundi,
wenn man bedenkt wie unangenehm das erste Halsband f?r einen Welpen ist und wenn man bedenkt wie unangenehm das erste tragen eines Geschirrs ist, dann kann man auch vergleichen wie unangenehm der erste Maulkorbtragetag ist.
Doch nach einigen Tagen kann ein Hund sich wie an alles andere auch an einen Maulkorb gew?hnen.
Wie bisher die Situationen verliefen, sollte nicht gegen den Maulkorb sprechen, denn Sicherheit der Passanten sollte bestehen bleiben, auch wenn bisher alles glimpflich ablief.

In dem Fall Deines Hundes, w?rde ich in erster Linie die gesundheitlichen Aspekte be?ugen. Dazu w?ren Tier?rzte mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie anzuraten.

Leider macht es erst danach Sinn, an dem Verhalten zu arbeiten.
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.



Liebe Grüße von der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas
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