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wir beim Flyball
#1
Die Lu und ich sind letzten Donnerstag unabsichtlich in ein Flyballteam gerutscht und fanden uns gestern auf dem Wimbledon Whizzers Spring Spectacular Tournament wieder. Es war genial. Deshalb moechte ich euch ein wenig davon erzaehlen.
Zwei sehr liebe Freunde (Guy und Ray) haben diesen 2 taegigen Flyballwettkampf organisiert. Guy und sein Wimbledon Whizzers team haben tolle Arbeit geleistet.

Lucy-Lu hat in ihrem Leben 5 mal Flyball gemacht und findet es aeusserst lustig. Wir hatten das grosse Glueck von Guy angelernt zu werden. Er ist ein toller Mensch und ein genialer Trainer. Er sagt das Lucy ein Pfoetchen fuers Flyball. Das letzte Mal durfte sie im normalen Teamtraining, ohne Seitenzaun mit laufen.
Sie und ich hatten immer grossen Spass. Allerdings war mir klar das ich Flyball nicht unbedingt "hauptberuflich" machen wollte, weil mir die Hunde einfach zu doll aufdrehen. Lucy ist ohnehin ein wildes Maedchen. Sie findet es in bestimmten Situationen schwer, ihre Freude im Zaum zu halten.

In letzter Zeit ist sie ruhiger geworden. Erst dachte ich sie ist traurig, aber dann wurde mir klar das sie einfach langsam erwachsen wird und cooler mit Dingen umgehen kann. Vielleicht hab ich auch einen Teil dazu beigetragen, da ich selber langsam mehr Ruhe fuehle.
Daher hab ich ueberlegt ob wir nicht vielleicht doch hin und wieder Flyball machen wollen. Nur zum Spass und ohne Druck. Ich hab das Gefuehl sie wuerde gerne einfach nur mal eine Stunde lang verrueckt sein, da sie in unserem restlichen Leben oft viel Verantwortung traegt.

Meine beste Freundin Sheree und ihre Tochter sind zufaellig letzten Donnerstag mit Solar und Ziggy zum Probetraining des racing herts flyballclubs gegangen. Die beiden Hunde sind auf einem aehnlichen Stand wie Lucy.
Aus den hopeful herts-Team ist ueberraschend ein Hund ausgeschieden. Als die Trainerin Solar gesehen hat, hat sie gefragt ob Sheree mitmachen moechte. Sie wollte uebers Wochenende zu ihrer Mutter und hat stattdessen Lucy und mich vorgeschlagen. Ich war am Telefon so ueberrumpelt, das ich zu gestimmt habe. Und darueber bin ich nun sehr froh.

Der Tag began mit 5.50 Uhr aufstehen. Die Hunde waren voellig uebermuedet, haben sich ins Auto geworfen und nicht mehr gezuckt bis wir vor Ort waren. Wir mussten von einem Londoner Ende ans Gegenueberliegende fahren, spaetestens um 8 sollte ich da sein. 7.45Uhr hatten Luke und ich uns so verfahren, das ich nicht mal mehr wusste in welchem Stadtteil wir uns befanden. Irgendwie haben wir es doch gefunden und 8.15 Uhr waren wir da.

Wir sind fuer die "hopeful herts" in der Starters Klasse gelaufen. Erst lief Lucy an dritter Stelle. Die Trainerin wollte allerdings gerne das ich Lucy frueher schicke, als ich gut fand. Sie und der ihre fremde Hund haetten mit voller Geschwindigkeit aufeinander zu rennen und sich in einer engen Gasse passieren muessen. Die andere Huendin kann das, fuer Lucy fand ich das aber einbisschen zu viel des Guten. Das musste sie noch nie und schon gar nicht mit einem fremden Hund.
Nachdem ich der uebereifrigen Trainerin gesagt habe, das sie sich dabei nicht wohl fuehlt, sind wir Startlaeufer geworden. Das war schwerer fuer mich, ich musste Lucy zur richtigen Zeit loslassen und anfeuern.

Lucy war der zweitschnellste Hund im Team und fand es absolut genial. Ich war so stolz auf sie, ich waere fast geplatzt.
Nein eigentlich war ich total stolz auf Beiden und bin den ganz Tag mit einem daemlichen Grinsen auf dem Gesicht herum gelaufen. Es war bestimmt eine der wildesten Situationen in denen wir uns jemals befunden haben, aber Lucy und Pai waren total cool.
Wir alle hatten eine wirklich schoene Zeit. Zwischen den Rennen hab ich mit Lucy neben dem Ring gesessen und haben zusammen alles beobachtet. In den Pausen sind Lucy und Pai um die Wette getobt und ich hab ihnen zu geschaut oder die Hunde haben im Auto geschlafen waehrend wir wie verzaubert einem Mann mit seinen 8 Border Collies zu geschaut haben (Die haettet ihr mal sehen sollen. Einer schoener als der andere und der Mann sass einfach nur mitten drin und hat sie machen lassen. Das sah schoen aus, wie sie ueber die Wiese ihre Kreise gezogen haben).
Meine Beide haben nicht an der Leine gezogen, sie brauchten eigentlich keine Leine. Sie sind cool durch die Menschen- und Hundemassen marschiert, haben auf mich geachtet, haben alle gestressten Hunde ignoriert und hatten wirklich Spass. Und ausserdem ist mir wieder aufgefallen, das sie sich abgoettisch lieben und ich sehr froh darueber bin das Pai in unser Leben gepurzelt ist.
Wenn ich Lucy nun ankucken, dann seh ich in ihren Augen das sie weiss das wir etwas Tolles zusammen erreicht haben und das sie dankbar ist das ich mit ihr da war und mit ihr gefuehlt habe.
Fotos gibt es leider keine, denn Luke musste Pai beaufsichtigen, der mit dem Dickkopf zu erst durch den Zaun rennen wollte, um uns beim Rennen beizustehen.

Lucy und ich letzten Sommer beim Flyball mit Guy.
[Bild: 2280545.jpg]

Kurz vor Ende in Wimbledon in einem ruhigen Moment, aufgenommen von dem netten Mann mit den 8 Border Collies.
Lucy hat argwoehnisch Luke beobachtet, der versucht hat die Autobatterie wieder zu beleben.

[Bild: 2280546.jpg]

[Bild: 2280547.jpg]

[Bild: 2280548.jpg]



Ich muss aber auch sagen das ich eine Menge Dinge gesehen habe, die ich traurig fand. Sehr viele Hunde waren gestresst und mit ihrem Stress voellig alleine. Die tobten dann am Ende der Leine herum waehrend ihre Menschen sich unterhalten haben.
In den Division-Rennen selber waren viele Hunde voellig verrueckt und mussten nach ihrem Run von Menschen eingefangen werden. Ein schwarzer Border wurde nach jedem Lauf von 5 Menschen zu Boden gerungen. Andere Hunde sind auf die Nachbarsbahnen gerannt um die Hunde dort zu hueten. Und noch andere waren so ueberdreht, das sie wild um sich beissen mussten um mit ihrem inneren Druck fertig zu werden. Menschen haben viel geschrien.
Was die Menschen aus einigen Hunden gemacht haben, finde ich traurig.
Meine Meinung hat sich nicht geaendert. Einen solchen Wettkampf machen wir bestimmt nochmal mit, solange Lucy und ich Spass haben. Lucy kann mit dem Chaos jetzt umgehen.
Ob ich mit Pai jemals Flyball mache, weiss ich noch nicht. Er hat eine zwanghaftere Persoenlichkeit als Lucy, ich moechte aus ihm keinen solchen Flyballkrueppel machen. Die meisten irren Hunde, die ich dort gesehen habe waren Border Collies.

Ich hoffe dieser Bericht war interessant fuer euch.

Viele Gruesse von uns
Kathi, Lu und Pai
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#2
.....jo leider werden bei vielen Sportarten die Tiere verheizt! Um ihr Ego aufzubessern müssen die armen Tiere leiden!
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#3
Ich finde es klasse das Ihr da mitgemacht habt,so knall auf fall,und das Lucy spaß hatte zeigt ja wohl Ihre Weltzeit als Teamschnellster Hund freuen

Ich habe mir ebenfals letztes Jahr ein Flyball Tunier angeschaut und ich sah nichts gutes,es waren nur wenige HUnde dabei die mit Herrchen oder Frauchen ein wirkliches Team bildeten,die es auch schafften während der Pausen ruhe in den Hund zu bringen. Der rest wirkte einfach nur super gestresst und äußerst gewinnlustig... Durch den Stress und die Gewinnlust,wurden die Halter oft laut und ungerecht Ihren HUnden gegenüber.

Trozdem nochmal großes lob an euch dreien,besser an das ganze Rudel zwinkern Ich finde die Fotos suuper klasse,sie strahlen ruhe und gelassenheit aus... Ihr seit ein tolles Team!!!
[Bild: 2957386.jpg]
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#4
kamalii schrieb:Ich hoffe dieser Bericht war interessant fuer euch.

Viele Gruesse von uns

[Bild: mx15.gif]

[Bild: mx25.gif]

wunderbare Bilder, ihr fehlt uns dolle. cool
.... Um die Natur erkennen, muss Mensch ihre Geschöpfe verstehen.
Um ein Geschöpf verstehen, sollte Mensch in ihm den Bruder sehen.....
[Bild: helgaslotussmiley.gif]
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#5
ja echt schöne Bilder freuen
das was du schreibst habe ich auf Wettkämpfen auch oft beobachtet in allen Hundesportarten, vielen Menschen geht es nur drum die Pokale abzustauben, und der Hund wird so schnell zum Sportgerät.

ich hoffe wir sehn euch im Herbst auchmal live und in Farbe freuen
lg
tany
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#6
Danke ihrs


kira puppy schrieb:das was du schreibst habe ich auf Wettkämpfen auch oft beobachtet in allen Hundesportarten, vielen Menschen geht es nur drum die Pokale abzustauben, und der Hund wird so schnell zum Sportgerät.

Ich bin froh das ich das so dort nicht empfunden habe. Ich habe dort niemanden gesehen, dem sein Hund voellig egal war und der wirklich nur einen Pokal wollte. Ich fand aber das viele Mensche so in ihre menschlichen Dinge und Gefuehle verwickelt waren, das sie die Dinge und Gefuehle ihre Hunde nicht mehr bemerkt haben und so dieses Erlebnis nicht mit ihren Hunden teilen konnten.
Nur wenige Menschen waren bewusst bei ihren Hunden und mit ihnen da. Der Mann mit den 8 Border Collies war einer der wenigen.


Tany in Farbe sind wir doch schon lachen zwinkern

Kathi, Lu und Pai
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#7
Huhu Kathi,

herzlichen Glückwunsch zu dem tollen Tag und dem großen Erfolg (vor allem der gefühlte) .

Ich erinnere mich noch gut an einen Beitrag vor einigen Monaten oder gar schon Jahren, wo Du schriebst, dass Lucy es in dem chaotichen Agility-Unterricht nicht mochte und total überdrehte. Nun ward ihr auf einem so hoch energetischen Turnier und dennoch blieben sie beide cool. Was willst Du denn mehr??? Ist doch genial!

Leider kenne ich diese Schattenseiten von Hundeveranstaltungen. Für mich ein Grund, kaum noch auf welche zu gehen und wenn, dann nur noch auf sehr ausgesuchte. Früher hätte ich das selbst nicht gesehen, aber je schärfer das Auge für die Arbeit wird, desto schärfer ist es eben auch in der Freizeit und im Alltag. Meine letzte Hovawart-Ausstellung letztes Jahr um diese Zeit endete mit einer schweigsamen und entsetzten Heimfahrt.

Auch ich lege viel mehr Wert auf das Drumherum, wie fühlt sich mein Hund in der Menge, wie benimmt er sich in diesen Ausnahmesituationen, wo fühlt er sich an einem solchen Ort am wohlsten, als dass ich irgendwo eine Leistung erreichen muss. Die kommt, wenn der Rest stimmt, von ganz alleine.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#8
Anja dem kann ich nur zu stimmen.

Ich bin noch immer so gluecklich und schwebe auf Wolke 7 durch die Welt. Dieser verrueckte Wettkampf hat uns total beruehrt. Sie kuckt mich nun an und ich sehe so viel in ihren Augen, wir haben irgendwie eine andere Ebene erreicht.

Hach ich glaube ich geh jetzt mal weiter auf unserer Wolke schweben. freuen

Kathi, Lu und Pai
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#9
Ja... ich kenne und liebe dies Wolken und gönne sie jedem von Herzen, der sie erreicht freuen .

War vor Jahren mal auf einem Agility-Seminar, wo nur Leute mit Begleithundeprüfung waren. Es waren fast alles Trainer oder Anwärter. Was ich da an Behandlung von Hunden sah, auch durch den Seminarleiter, das bieten mir meine gröbsten Anfänger nicht. Da wurde gerissen, geschoben, gedrückt, gezwungen, kaum jemand konnte mit durchhängender Leine über den Platz gehen, geschweige denn durch Ansammlungen von anderen Teams hindurch.

Da wurde mir erst mal bewusst, was für mich selbstverständlich ist, und was man einfach mal dankend schätzen sollte.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#10
Anja schrieb:Was ich da an Behandlung von Hunden sah, auch durch den Seminarleiter

traurig

Aus diesem Grund weiss ich in welches Team wir nicht eintreten werden.

Als Hundetrainer hat man eine Vorbildpostition. Sicher erwarte ich nicht von meinem Trainer das er immer alles richtig und perfekt macht, denn das kann niemand. Aber ich erwarte das er fair bleibt und auf seine Hunde eingehen kann und ruhig bleibt.
Den Umgang der Trainerin mit ihren Hunden fand ich unangenehm. Fuer mich ist sie nun unglaubwuerdig, denn sie war eine derjenigen die wenig Achtung fuer ihre Hunde hatte.

Kathi, Lu und Pai
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